Akkuspeicher nur was für Idealisten??

  • Hallo,


    hab hier schon so einiges gelesen, vom Akkuspeicher wurde immer abgeraten, da er sich nicht rechnet.
    Ich weis, das es ab 1.3.16 neue Fördermöglichen gibt.
    Aber zuerst zu mein Projekt.
    Ich bin am planen für unsere Photovoltaik Anlage.
    Aktueller Stromverbrauch 6000 kW/Jahr
    Dachfläche Satteldach (45°) unseres Einfamilienhauses mit einer West- und Ostseite 10 m breit.
    Wohnhaft in Sachsen-Anhalt
    Kommende Woche kommt der erste Anbieter um mir ein Angebot unterbreiten zu können.
    Mit oder ohne Akku?
    Welche Leistung für die PV?


    Michael

    9,88 kWp Anlage in Ost/West Ausrichtung, 38 Heckert Module, WR Fronius Symo 7.0-3-M, 8000 kWh Jahresverbrauch, PV Anlage seit Juli 2016

  • Hi,
    und willkommen im Forum.
    Ohne Akku.
    Bei dem Verbrauch und sofern es direkte Ost-West Ausrichtung ist mach 10kWp voll bei 50:50 Aufteilung.
    Ansonsten die etwas bessere Seite etwas mehr belegen.


    In meiner Signatur findest du Links zu meiner Ost-West Anlage. Fast reine O/W Ausrichtung.


    Gruß Red5FS


    Edit: Per PN kann ich dir nen Zugang zu meinem SMA Portal geben. Dann siehst du viele bunte Bilder...

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
    Do it or don`t do it!There is no try!
    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Wenn es vorwiegend ums Geld geht, läßt man den Speicher weg.
    Bei dem Verbrauch (der erst mal recht hoch erscheint) und dem großen Dach (keine Fenster oder Gauben? ) kann man schon mehr als 10kWp machen. Halt nicht gerade 11 oder 12, aber 15-20 kosten ohne Speicher auch nicht mehr als 10 mit einem ausrecihend dimensionierten. Fällt halt EEG-Umlage an, aber das dürfte man alleine durch den günstigeren Preis pro kWp reinholen.
    Speicher kann man später immer noch angehen, der ist viel leichter nachgerüstet als das Dach voll zu machen.

  • Wie ist Dein Lastgang ?


    Wenn Du nur nachts die WP anschmeisst, abends kochst und Fernseh schaust (65 Zoll Plasma) und auch meist Nachts deine beiden E-Autos lädtst, dann bringt Dir auch ne große PV-Anlage nicht viel.


    Habe letztes Jahr z.B. 5762 kWh verbraucht und ne 9,43 kwp Anlage ( 60qm) ohne Speicher.
    Meine Autarkiequote liegt bei 38%. Mit Akku komme ich dann auf 80-85%. Autarkie.


    Persönlich würde ich so 12 - 14 kWp draufknallen und einen 12kw LiIon Speicher dazunehmen.
    Man gönnt sich ja sonst nichts..


    Gruß


    Kai

    9,43 kWp seit 2009 mit Eigenverbrauch - Sanyo HIT und SMA TL 5/4000-20
    Tesla Model 3 - Long Range Dual Motor, 22 kw crOhm Box, Tesla Powerwall 2.0 mit Backup Gateway 2.0

  • Hallo zusammen!


    irgendwie wiederholen sich hier die Themen. Wir hatten schon mal das gleiche Thema und sogar in diesem Jahr. Und in diesem Thema gab es mehrere super Erkenntnisse.


    Eine PV-Anlage als wirtschaftliche Kapitalanlage zu betreiben ist nur sehr schwer nachweisbar, da bisher noch niemand eine komplette Betrachtung angestellt hat. Als reine Kapitalanlage gibt es realistischere Anlagen, die nachhaltige Erträge bringen und keine unerwarteten Probleme geben.


    Welche Sachverhalte begründen denn bei den 6t kWh verbrauch, dass der aktuelle Verbrauch vorrangig in den Tagesstunden verursacht wird? Wenn es nicht so sein sollte, wird mit der PV-Anlage nur ca. 30% des Verbrauches abgedeckt! Da kann die Anlage noch so groß sein, geht in erster Linie in die Einspeisung.


    Der nette Einwurf mit der Wärmepumpe ist nur NETT und völlig unrealistisch. Ohne Akku ein reines Wunschdenken, da die Wärmepumpe einen recht hohen Verbrauch hat. Ohne Akku nicht wirklich Ziel führend.


    Ein Akku versüßt die PV-Anlage und lässt den Eigenverbrauch überproportional steigen. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung verändert sich in D nur unwesendlich. In der Schweiz macht der Akku wohl keinen Sinn!


    Ohne ein hohes Maß an Idealismus macht eine PV-Anlage nur wenig Sinn. Je nach dem wie man die Sache Betrachtet, Realistisch, pessimistisch, optimistisch, haben wir es mit diversen Unbekannten zu tun. Größte Unbekannte sind die Gesetze und der Staat.


    Mit dem richtigen Idealismus und realistischer Betrachtung kann die PV-Anlage mit Akku in 15 Jahren erwirtschaftet sein. Es kommt auf den Preis an.


    Die sinnvolle Größe der PV-Anlage entspricht dem Jahresverbrauch, Bei O/W vielleicht etwas größer, da doch !erheblich! unwirtschaftlicher als Südausrichtung! Was gegen den Bau ohne Idealismus spricht!


    Hier mal der Link des früheren Beitrages!


    http://www.photovoltaikforum.c…r-nein--t110956-s110.html


    Mach was draus und schau dir die anderen Beiträge an!


    Gruß
    Assel+

  • Akkuspeicher nur was für Idealisten??


    Nun ja, nicht alles was hier leidenschaftlich Behauptet wird stimmt, oder ist am Ende richtig. Das weiß am Anfang keiner.


    Bei einer Einspeisevergütung von 12,xx Cent wird es auf jeden Fall schwer damit was zu verdienen bzw. ob sich der Aufriss lohnt ?????


    Bei Strombezugskosten von noch kleiner wie 30 Cent, kommt es doch darauf an diese Kosten zu senken.


    Und jetzt ist halt die Frage zu welchen Kosten das ganze gebaut wird, und wie viel % der Stromrechnung über die PV bzw. die PV mit Batterie gehen.


    Die Unbekannten
    - steigt der Strompreis in den nächsten 20 Jahren, und wenn um wie viel.
    - Wie verläuft die Inflation in den nächsten 20 Jahren, bzw. welche Kaufkraft hat die Einspeisevergütung von 12,xx Cent.
    - Welche Ausfälle hat die verbaute Technik innerhalb dieser 20 Jahre.
    - Wie verhält sich der Gesetzgeber ( eher kleines Risiko)
    - Erlebst Du selber die nächsten 20 Jahre noch


    Das hat für den einen was mit Wahrsagerei zu tun, für den anderen mit der Einschätzung der Zukunft und was mache ich mit meinem Geld. Wie gehe ich mit der Umwelt um.


    Ich für meinen Teil habe einen Speicher verbaut, und der "rechnet" sich
    Ich habe aus dem Stand heraus von Juli 2015 bis Dez 2015 75 % der Stromkosten 478 Euro "umgelagert" dazu kommen noch 310 Euro Einspeisevergütung. Das alles innerhalb von 6 Monaten ohne Optimierung.
    Für das Jahr 2016 sind da eher 80 % der Stromkosten 1020 Euro "umzulagern" und etwa 500 Euro Einspeisevergütung


    Wer jetzt hier nachrechnet wird feststellen das es sich auch jetzt schon "rechnet", und "je mehr der Strom kostet umso mehr sparen wir" :oops:
    Ok, ist alles ohne Steuer. Die ist aber nicht in jedem Fall so einfach zu berechnen, und die Steuer wird es auch nicht ins minus bringen bzw. wirkt sich am meisten bei der Einspeisevergütung aus.


    Und je mehr die Inflation voran geht desto weniger ist die Einspeisevergütung Wert, aus dem Grund will ich der Einspeisevergütung auch eher nur ein kleines Gewicht geben, ich setze da mal eher auf steigende Strompreise.


    Hoffe das die Technik weitgehend durchhält, und ich mich, nach wie vor bester Gesundheit erfreue.
    Somit ist es ein Teil der Altersvorsorge.
    Das gilt zumindest für mich



    Jeder der hier so schreibt hat da so seinen eigenen Erfahrungen und Meinungen, und die meisten sehen es nur durch Ihre Brille. Bleiben aber den Beweis schuldig.
    Also überlege, rechne nach - mach es oder lass es bleiben. Es ist immer Deine Entscheidung und Dein Geld.


    Viel Spaß dabei

  • Hallo,


    danke für die Antworten und die Link Verweise. Eins wundert mich bzw. hab ich vielleicht auch noch nicht gefunden.
    Gibt es keine aktuelle Excel Wirtschaftlichkeitsberechnung? Kann eigentlich nicht so schwer sein, mit Excel arbeite ich täglich.
    Ich würde eine machen, wenn ich die wenn und aber alle kennen würde.
    Wenn ich die ersten Angebote habe, versuche ich mich dran.
    Wer eine gemacht hat, kann sie mir ja schicken, dann setzte ich dies mit Excel um.


    Michael

    9,88 kWp Anlage in Ost/West Ausrichtung, 38 Heckert Module, WR Fronius Symo 7.0-3-M, 8000 kWh Jahresverbrauch, PV Anlage seit Juli 2016

  • Meine Wirtschaftlichkeit:


    PV Anlage Kosten:


    38.000€ PV Anlage + Installation
    12.000€ Zinsen ( Vollfinanzierung )
    4.000€ Rücklage für 3-4 x Wechselrichter tauschen
    1.200€ Versicherungen
    -------------
    55.000€ Invest+Betrieb


    Ertrag p.a. 9500 kWh x 20,5 Jahre = 194.750 kWh
    kWh für 43 ct = 83.700€ an Ertrag. Mit 25ct / KWh Eigenverbrauch ist es in etwa genau so, oder besser.


    Macht: 83.700€ Ertrag


    Bleiben schlappe 28.700€ Gewinn. Nun hatte ich Sonderabschreibung usw. also nehmen wir mal 25% Steuern an.
    Bleiben immer noch 20.090€ Gewinn nach Steuern.


    Da kann ich mir locker nach nun 7 Jahren ( erstes Drittel Hurra ! ) mal einen kleinen Speicher für 15.000€ kaufen. Dann habe ich immer noch 5.000€ Reingewinn gemacht. Die nehme ich dann als Anzahlung für den Tesla.


    Und in 2009 wurden PV-Anlagen ohne Ende gebaut, die sich z.T. noch besser "rechnen". Ich meine 7GW Zubau war in 2009. Und es gibt Leute, die Ihre 2009er Anlage "verkaufen"...


    Gruß


    Kai

    9,43 kWp seit 2009 mit Eigenverbrauch - Sanyo HIT und SMA TL 5/4000-20
    Tesla Model 3 - Long Range Dual Motor, 22 kw crOhm Box, Tesla Powerwall 2.0 mit Backup Gateway 2.0

  • Hallo zusammen,


    dann melde ich mich mal ohne Speicher zu Wort....
    Mein Jahr 2015


    Eigenversorgung 2233kWh * 0,25ct/kWh = 558,25€ im Bezug gespart. Autarkie von 49%
    Einspeisung 8893kWh * 0,1471ct/kWh (Mittelwert da 2 Anlagen) ~ 1308€.
    Auch hier vor Steuern.


    Nehmen wir mal an, ich würden nen Speicher installieren. Dann würde ich vielleicht auf 75-80% Autarkie kommen.
    Das wären in meinem Fall 4590kWh * 0,8 = 3672kWh Eigenversorgung und Direktverbrauch...
    Somit würde ich zusätzliche 3672 - 2233kWh = 1439kWh im Bezug sparen.
    Das wären dann 1439kWh * 0,25€ ~ 359€
    Ok soweit !?!


    Hätte ich die 1439kWh mit 0,1471€ eingespeist hätte ich ~212€ Einspeisevergütung erhalten....somit bleibt eine Differenz von ~147€ pro Speicher....nun haben wir noch keine Speicherverluste berücksichtigt. Wie hoch liegen diese?? 10-15%???oder höher??
    Ich weiß es nicht genau.... d.h. um 1439kWh aus dem Speicher zu bekommen must du xxxkWh mehr in den Speicher schieben....
    Und Steuern sind auch noch keine dabei....


    In meinem Fall (höhere Einspeisevergütung) wird sich das so im Moment nicht lohnen. Ein Speicher von der Stange bei z.zt. ~ 6000€plus wird sich mMn weniger gut rentieren.
    Eigenbau mit know how und Tüfftelarbeit etc....mag gehen, aber alles andere wird schwierig.
    Wenn der Will Haben Virus durchkommt dann gerne....wenn es um das liebe Geld geht...eher weniger.


    Mit PV eine Wärmepumpe zu betreiben, vor allen Dingen im Winter bei einer Ost-West Anlage wird nicht viel bringen...
    Wenn du die Wärme brauchst ist in den meisten Fällen die Sonne nicht da. Im Winter hat die O/W Anlage leider auch ihre sehr schwachen Tage, da ist eine reine Süd Anlage deutlich besser dran.


    Schau mal hier
    http://www.photovoltaikforum.c…sinnvoll-t111549-s20.html
    Seite 3 ca. Mitte...dort siehst ne kleine Berechnung.


    Gruß Red5FS

  • Hallo hier zusammen,
    hallo mkburg


    es ist unheimlich sinnvoll mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu kommen die es seit mehr als 5 Jahren nicht mehr gibt. Das ist eher kontraproduktiv.


    Ich habe einen Speicher. Ich arbeite auf dem Anlagesektor und habe somit seit 25 Jahren mit Steuern, Abschreibungen und den ganzen Gedöns zu tun. Da ich eben „keine Ahnung“ habe, wurde die Anlage zu 100% des Nettopreises finanziert. Da ich auch mit Buchhaltung „keine Ahnung“ habe wurde die Kleinunternehmerregelung vereinbart und auf MwSt. verzichtet. Somit bin ich erst einmal den Druck vom FA. von der Backe. Da es bei heutigen Anlagen in erster Linie um Eigenkostenreduzierung geht und die MwSt für den Eigenverbrauch höher ist als die anfängliche Erstattung würde ich hier von sinnvoller Entscheidung ausgehen.


    Wenn nach Bedarf gebaut wird und etwas auf Schönheit am Gebäude auf – oder abgerundet wird, kommen wir in den sinnvollen Investitionsbereich, siehe mein letzter Beitrag,


    Der Beitrag von buchonia unterstreicht zu 100% meine Ausführungen.


    Hallo mkburg, wieweit kennst Du dich aus mit Buchhaltung, Abschreibung, ESt-Rückerstattung, tatsächlicher Nettoüberschuss und gleichzeitigen buchhalterischer Verlust? Wenn Du darin fitt bist, kann ich dir meine Excel-Datei schicken. Sende mir einfach über die PN Deine Mailadresse.


    Fakt ist auch bei mir, dass ich mit der Einsparung im Eigenverbrauch mehr verfügbares Geld habe als ohne PV und Akku. In 2017 kommt beim KfW-Kredit die Tilgung dazu. Damit komme ich auf eine runde „0“ im Budget. Nach 16 Jahren ist der Kredit abgezahlt. Bis dahin bin ich ohne Inflation, ohne Stromkostensteigerung, ohne mögliche Reparaturkosten immer noch bei einer „0“. Ist dieses Ergebnis für Dich kaufmännisch sinnvoll? Hier sind wir im Bereich „Liebhaberei“ oder dürfen wir ab den 17. Jahr die gewinne einfahren und ab diesem Zeitpunkt wird es interessant.


    Hier ist viel Idealismus dabei! Bisher sind die Strompreise stetig gestiegen. Die AKWs müssen demontiert und entsorgt werden. Wer bezahlt die Zeche und über welchen weg. Letztlich deutet alles auf Kostensteigerungen.


    Die EZB druckt monatlich Geld in Größenordnung, ohne dass Werte geschaffen werden. Dies würde für eine voranschreitende Inflation sprechen.


    Alles in Allem vielleicht auch Orakele mit hoher Wahrscheinlichkeit. Alles spricht für eine schnellere Erwirtschaftung und bessere Wirtschaftlichkeit. Mathematisch eine Rechnung mit vielen Unbekannten!


    Grundsätzlich kann ohne Akku ca. 30% des eigenen Stromverbrauches eingespart werden. Mit einem Akku kommt man realistisch auf 70%. Mit guter Organisation und einer Anlage die diverse Steuerungsmechanismen anbietet, kommt man auch auf 80%. Dazu wird bei 6t kWh Eigenverbrauch ein Akku um 8kWh Nettoleistung erforderlich. Eine genaue Betrachtung der eigenen Verbrauchsdaten, Tag –Nacht, Sommer-Winter ist dafür eine Hausarbeit, die nur jeder Anlagenbetreiber für sich abarbeiten kann.


    Auch die Betrachtung von Red5SF ist nicht von der Hand zu weisen. Nur mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist da nicht viel zu erkennen. Der Stromverbrauch ist geringer. Die Anlage dürfte nach meiner Kenntnis der EEG-Umlage unterliegen. Hier stellt sich nur die Frage: wie verhält sich die Einspeisevergütung bei steigenden Stromkosten? = Festpreis für Stromeinspeisung. Gewinnchance = 0. Um diese Zahlen zu erreichen muss Deine Anlage größer sein, da O/W- Ausrichtung ungünstiger ist. Es wird hier keine vergleichbare Berechnung geben, die für Dich passend sein wird.


    Wie bei jedem Gewerbebetrieb spielt hier etwas Unternehmergeist eine große Rolle und die eigene Zukunftsbetrachtung. Das schöne ist: In 20 Jahren bist Du klüger!


    Gruß Assel+