Vorgehensweise eines Neulings - alles richtig verstanden?

  • Hallo Zusammen,


    bin ganz neu hier und wirklich dankbar, dass es dieses Forum gibt.


    Habe schon ganz eifrig gelesen und ich hoffe, dass das Wissen, das ich mir angeeignet habe auch stimmt. Für einen Neuling ist es wirklich sehr schwer, alles zu verstehen und die Regeln anzuwenden, die für die entsprechende Anlage gelten.


    Ich möchte euch bitten, mir zu sagen, ob das hier denn alles so passt oder ob ich noch den ein oder anderen Denkfehler habe.


    Zuerst zu meiner Anlage: 5,2 kwP, auf dem Dach meines Neubaus montiert, wurde am 17.12.2015 in Betrieb genommen. Meldung beim Finanzamt ist erfolgt, auf die Kleinunternehmerregelung wurde verzichtet, Ist-Versteuerung beantragt und der Vertrag mit dem Versorgungsunternehmen (Stadtwerke) ist ebenfalls geschlossen. Strom möchte ich so gut es geht selbst verbrauchen und den Rest einspeisen. Meinen restlichen Strom beziehe ich nicht über das örtliche Versorgungsunternehmen, sondern über ein günstigeres Unternehmen (E.ON).


    Ich werde jetzt monatlich die Zählerstände ablesen (es muss nicht immer genau zum selben Tag sein, oder?) und dann bis zum 10. eines Monats die Umsatzsteuer Voranmeldung machen.
    Den fiktiven Preis für den Eigenverbrauch berechne ich dann mit den Preisen, des von mir gewählten Versorgungsunternehmen (also E.ON), oder? Hierfür habe ich mir die Tabelle zur Berechnung der unentgeltlichen Wertabgabe runter geladen (Danke dafür!).


    Zusätzlich muss jährlich zum Abschluss des Kalenderjahres eine Umsatzsteuererklärung eingereicht werden (bis 30.05.). Dazu muss ich dann einfach die Daten aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen zusammen rechnen. Ist dies auch richtig?


    Und dann gibt es noch einmal jährlich die Einkommensteuererklärung, für welche die EÜR aufgestellt wird. Mein Eigenverbrauch ist dort als Sachentnahme anzugeben und wird hier berechnet mit der durch den Eigenverbrauch entgangenen Einspeisevergütung (also 12,31 Ct/kwH).


    Da die Anlage erst am 17.12.2015 in Betrieb genommen wurde (und die erste Zahlung des Energieunternehmens erst im Januar 2016 geflossen ist), melde ich in der ersten Umsatzsteuervoranmeldung auch nur die Mehrwertsteuer, die beim Kauf der Photovoltaikanlage gezahlt wurde.


    Und in meine erste Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2015 schreibe ich dann auch nur die Mehrwertsteuer, die beim Anlagenkauf gezahlt wurde, da ja 2015 sonst keine Umsätze angefallen sind.


    Wenn dann die Umsatzsteuer vom Finanzamt irgendwann demnächst erstattet wird, ist dies wieder als Einnahme in der Einkommensteuererklärung 2016 anzugeben, oder?


    Da die erste Umsatzsteuervoranmeldung 2015 erfolgte, muss ich noch 2016 monatlich die Voranmeldungen machen. Da 2017 dann das dritte Jahr ist, kann ich hier beantragen, dass es nur noch quartalsweise, oder sogar jährlich gemacht werden muss, oder? Jährlich wäre es dann keine Voranmeldung mehr, sondern die ganz normale Umsatzsteuererklärung.
    Und nach 5 Jahren kann ich zur Kleinunternehmerregelung wechseln, damit mein Eigenverbrauch nicht mehr versteuert werden muss (es sei denn, ich möchte mir vielleicht noch einen Speicher holen, dann wäre dies wegen der mir dann entgehenden MwSt-Rückerstattung nicht sinnvoll).
    Trotz Kleinunternehmerregelung, durch die ich dann keine Umsatzsteuervoranmeldung oder Umsatzsteuererklärung machen muss, gebe ich die Anlage weiterhin in der Einkommensteuererklärung an, damit ich weiterhin die Abschreibung geltend machen kann (insgesamt 20 Jahre). Oder fällt dies dann für mich weg?


    Entschuldigt, den langen Text und vielen Dank schon vorab für eure Hilfe!

  • Ein paar Punkte sind ... naja suboptimal gelaufen.


    Zitat von kruemig

    Zuerst zu meiner Anlage: 5,2 kwP, auf dem Dach meines Neubaus montiert, wurde am 17.12.2015 in Betrieb genommen.


    Warum nicht Anfang Januar?


    Zitat

    ... und der Vertrag mit dem Versorgungsunternehmen (Stadtwerke) ist ebenfalls geschlossen.


    Wenn das ein Einspeisevertrag ist oder ein Vertrag mit sonst welchem Namen, dann sofort kündigen.
    Du willst nach EEG einspeisen ... mehr brauchst Du nicht.


    Zitat

    Meinen restlichen Strom beziehe ich nicht über das örtliche Versorgungsunternehmen, sondern über ein günstigeres Unternehmen (E.ON).


    Vergleichsportal starten, Grünen Strom nehmen und e.on den Mittelfinger zeigen. 8)


    Zitat

    Ich werde jetzt monatlich die Zählerstände ablesen (es muss nicht immer genau zum selben Tag sein, oder?) und dann bis zum 10. eines Monats die Umsatzsteuer Voranmeldung machen.


    Du musst vor allem für die 2 Wochen in 2015 noch eine UStVA erstellen bzw. die UStE 2015 machen und die PV in die ESt einfließen lassen. :wink: Dann kommt das Spiel in 2016.


    Zitat

    Zusätzlich muss jährlich zum Abschluss des Kalenderjahres eine Umsatzsteuererklärung eingereicht werden (bis 30.05.). Dazu muss ich dann einfach die Daten aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen zusammen rechnen. Ist dies auch richtig?


    Völlig uneigennützig empfehle ich http://www.pv-steuer.de ... selbst damit als Hilfe und Leitfaden wirst Du noch sehr viele offene Fragen haben.


    Unentgetliche Wertabgabe mit Bezugstarif + GG ansetzen und für die ESt die Vergütung ansetzen ist schon mal richtig.


    Zitat

    Da die Anlage erst am 17.12.2015 in Betrieb genommen wurde (und die erste Zahlung des Energieunternehmens erst im Januar 2016 geflossen ist), melde ich in der ersten Umsatzsteuervoranmeldung auch nur die Mehrwertsteuer, die beim Kauf der Photovoltaikanlage gezahlt wurde.


    Du wirst in die VSt Falle tappen, da Ausgabe in 2015 und Einnahme in 2016 fallen werden.
    Isso und kann man nicht mehr ändern.


    Entfall der UStVA im 3. Jahr erfolgt mMn automatisch durch Schreiben vom FA an Dich ... die haben da keinen Bock drauf.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von kruemig


    ...
    Ich werde jetzt monatlich die Zählerstände ablesen (es muss nicht immer genau zum selben Tag sein, oder?) und dann bis zum 10. eines Monats die Umsatzsteuer Voranmeldung machen.
    ...


    Dauerfristverlängerung beantragen, dann hat man einen Monat länger Zeit. Kann ja mal etwas dazwischen kommen, Urlaub, Krankheit, ...


    Zitat von kruemig


    ...
    Zusätzlich muss jährlich zum Abschluss des Kalenderjahres eine Umsatzsteuererklärung eingereicht werden (bis 30.05.). Dazu muss ich dann einfach die Daten aus den monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen zusammen rechnen. Ist dies auch richtig?


    Nicht ganz. In der USt-E werden die Umsätze und Vorsteuern eines ganzen Jahres erklärt. Wenn du nun in den USt-VA etwas vergessen hast und nur die USt-VAen zusammenrechnest, dann hast du den gleichen Fehler auch wieder in der USt-E.



    Zitat von kruemig


    ...
    Und dann gibt es noch einmal jährlich die Einkommensteuererklärung, für welche die EÜR aufgestellt wird. Mein Eigenverbrauch ist dort als Sachentnahme anzugeben und wird hier berechnet mit der durch den Eigenverbrauch entgangenen Einspeisevergütung (also 12,31 Ct/kwH).


    Kleinigkeit, kwH gibt es nicht. kWh ist richtig. Ist hier schließlich ein technisches Forum. :D


    Zitat von kruemig


    Da die Anlage erst am 17.12.2015 in Betrieb genommen wurde (und die erste Zahlung des Energieunternehmens erst im Januar 2016 geflossen ist), melde ich in der ersten Umsatzsteuervoranmeldung auch nur die Mehrwertsteuer, die beim Kauf der Photovoltaikanlage gezahlt wurde.


    Ja. Nächste Kleinigkeit, die Umsatzsteuer, die man als Unternehmer aus Rechnungen anderer Unternehmer zahlt, nennt sich Vorsteuer.


    Zitat von kruemig


    Und in meine erste Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2015 schreibe ich dann auch nur die Mehrwertsteuer, die beim Anlagenkauf gezahlt wurde, da ja 2015 sonst keine Umsätze angefallen sind.


    Du hast in der USt-E 2015 dann zwei Werte. Vorsteuer und Vorauszahlungssoll.


    Zitat von kruemig


    Wenn dann die Umsatzsteuer vom Finanzamt irgendwann demnächst erstattet wird, ist dies wieder als Einnahme in der Einkommensteuererklärung 2016 anzugeben, oder?


    Ja. Bitte denke bei der EÜR 2015 daran, dass die gezahlte Vorsteuer im Jahr 2015 eine Ausgabe war.


    Zitat von kruemig


    Da die erste Umsatzsteuervoranmeldung 2015 erfolgte, muss ich noch 2016 monatlich die Voranmeldungen machen. Da 2017 dann das dritte Jahr ist, kann ich hier beantragen, dass es nur noch quartalsweise, oder sogar jährlich gemacht werden muss, oder? Jährlich wäre es dann keine Voranmeldung mehr, sondern die ganz normale Umsatzsteuererklärung.


    Da musst du nichts beantragen. Das ist vom Gesetz so vorgesehen. Die letzte USt-VA machst du für Dez. 2016. Dann hörst du damit einfach auf. Ohne Antrag. Es sei denn, du überschreitest die im Gesetz genannten Umsatzgrenzen.


    Zitat von kruemig


    Und nach 5 Jahren kann ich zur Kleinunternehmerregelung wechseln, ...
    ...
    Trotz Kleinunternehmerregelung, durch die ich dann keine Umsatzsteuervoranmeldung oder Umsatzsteuererklärung machen muss, ...


    USt-E musst du weiterhin abgeben.


    Zitat von kruemig


    ... gebe ich die Anlage weiterhin in der Einkommensteuererklärung an, damit ich weiterhin die Abschreibung geltend machen kann (insgesamt 20 Jahre). Oder fällt dies dann für mich weg?


    Umsatz- und Einkommensteuer sind verschiedene Steuerarten. Klar machst du weiterhin eine Einkommensteuer.

  • Super, ich danke euch! Werde eure Tips beherzigen und mich nochmal intensiv mit Allem auseinandersetzen.


    Hab mich im Nachhinein selbst geärgert, dass die Inbetriebnahme nicht im Januar war...
    Als wir uns für die Anlage entschieden haben, sind um uns herum ziemlich viele Dinge "passiert".
    Erst als alles schon gelaufen ist, konnte ich mich näher mit der Anlage beschäftigen.
    Naja, so ist es jetzt leider.
    Beim nächsten Mal sind wir schlauer :)