Konzept PV fassadenintegriert bei Neubau

  • Hallo,
    ich bin auf der Suche nach Erkenntnis und habe mich deshalb hier angemeldet und hoffe, ihr könnt mich erleuchten.


    Meine Frau und ich haben gerade mit der Planung für unser Haus in Niederösterreich begonnen. Und ich möchte von Anfang an die Haustechnik mit in die Planung integrieren. Im Moment versuche ich mich dem Thema PV zu nähern. Grundzusammenhänge sind klar und diverse Herstellerseiten wurden durchforstet.


    Da es in Österreich praktisch keine Förderung und auch keine nennenswerte Einspeisevergütung gibt, strebe ich einen möglichst hohen Eigenverbrauch an. Wirtschaftliche Faktoren sind für mich zweitrangig. Den Gedanken möglichst autark von Energieversorgern zu sein reizt mich (Ziel ist aber keine Inselanlage). Deshalb werde ich mir sicher mittelfristig einen Speicher zulegen.


    Hier ein paar Eckdaten. Jahresstromverbrauch liegt bei ca. 3000kWh, hinzu kommen dank EWP noch ca. 1200kWh für Heizung und Warmwasser. Wir werden ein Flachdach mit ca. 110m² zur Verfügung haben. Zusätzlich zum Flachdach denke ich über fassadenintegrierte Module nach.
    Ich bin am überlegen, zweiseitig (z.B. Süden und Westen) über Eck Solarzellen in die Fassade zu integrieren um vor allem im Winter (wegen EWP) von der tiefstehenden Sonne zu profitieren. Pro Seite wären das ca. 9m². Mit Dünnschichtmodulen (die Optik ist mir wichtig) wären das dann 1,17 kWp und mit ansprechenden monokristallinen Modulen 1,65 kWp pro Wandseite.


    Jetzt mal zu meinen Fragen.
    Wenn ich mittelfristig plane mir einen Speicher zuzulegen, macht es überhaupt Sinn über fassadenintegrierte Module nachzudenken, oder ist es sinnvoller das Flachdach vollzupflastern?
    Wenn ich in die Fassade integriere, wären das dann drei Strings (2xWand und 1x Flachdach)?
    Bekomme ich das mit einem Wechselrichter in den Griff?
    Und kann der Wechselrichter dann auch noch den Speicher managen?
    Danke für Eure Zeit, bei mir gibt es noch eine Menge Unklarheiten, wird wohl nicht meine letzte Frage sein
    LG und Danke
    Alex
    :danke:

  • Du kannst dann über einen DC gesteuerten Speicher nachdenken - da kannst du Stränge machen wie du magst.... :lol:


    http://www.photovoltaikforum.c…tem-2-0-life-t110407.html


    Da kannst du dann für die Stränge entsprechende Laderegler nehmen und dann passt das optimal.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Willkommen im Forum, Alex


    die Westfassade wird im Winter annähernd nichts! leisten, denn die Sonne geht unter während sie noch weit im Süden steht. Ein Blick auf PVGIS gibt Gewissheit: im Dezember kommen nicht mal 10 kWh/kWp zusammen. Die Südfassade liefert dann immerhin das 3-fache.
    Übers Jahr gerechnet ist der Unterschied nicht ganz so groß: 500 für W und 700 für S.
    Zum Vergleich: das Flachdach aufgeständert 13 Grad Richtung Süden gibt im Dezember 23 und im Jahr etwa 950.


    Ich würde wenn überhaupt nur die Südfassade ins Auge fassen; nebenbei hat das den Vorteil, dass du 2 Ausrichtungen mit einem WR in den Griff kriegst, für 3 bräuchtest du 2 WR oder Optimierer.

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

  • danke Kassiopeia,
    hab mir fast schon gedacht, dass es mit nur einem Wechselrichter problematisch wird.
    Wenn ich das richtig interpretiere, bist du eher gegen die zusätzliche Fassadenintegration. Das Flachdach würde ich wahrscheinlich mehr als 13° aufständern, sicher 25° (habe mir aber Verschattungen noch nicht angesehen). Ist dann Flachdach mit Speicher eine sinnvolle Lösung?

  • Die Südfassade kann man machen, gibt bestimmt eine interessante Optik wenn man es gut macht ;)
    Bei 25 Grad Aufständerung musst du entweder riesen Abstände einhalten oder damit leben, dass morgens und abends sehr lange Selbstverschattung eintritt.
    So fällt ausgerechnet dann der Ertrag stark ab, wenn man zu Hause ist und Eigenverbrauch generiert... :(

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


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  • Hallo. Wenn Geld zweitrangig ist, warum kein nachgeführtes System.


    Hierzu müsstest du allerdings auf deinem Grundstück noch ein schattenfreies Plätzchen frei haben.


    Ist dann immer gut zur Sonne ausgerichtet, benötigt nur 1 Wechselrichter.
    Vielleicht bekommst du nen gebrauchten Tracker günstig.
    Module an der Fassade sind ja auch nicht ganz günstig.



    MfG


    gelig

  • So als Ideenspender könntest du mal nach Blauhaus Mönchengladbach googlen. Da hat sich der lokale Stromversorger und die Hochschule was Interessantes einfallen lassen.

  • Hallo,


    Auch wenn die Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund steht, ist es wohl besser, Du nimmst anstatt eines Flachdachs, ein Pultdach.Da hast dann direkt 10-15° Dachneigung, kannst voll belegen, ohne daß die Aufständerung Dir Schatten macht.
    Bei 110m² Dachfläche bekommst mehr unter, als Du brauchst (weil ja in Ö Einspeisung nicht das Thema ist).
    Kombiniert mit der Süd Fassade hast dann schon was ganz großes (>15kWp denke ich mal).


    Zum Vergleich:
    Ich habe Pultdach mit 10° Neigung, SO Ausrichtung und da liegen nicht ganz 8kWp drauf.
    Bei unserem Stromverbrauch von ~3300kWh ist das mit Dir vergleichbar.
    Seit Juni läuft der Speicher (PW1 mit 6,6kWh).
    Damit schaffe ich einen Autarkiegrad von 79,0% (Juni-Nov). Übern Sommer fast 100%.


    Den ganzen Überschuß halt einspeisen, wobei das bei Dir wenig bringt. Vielleicht kannst aber den an einen Nachbarn verkaufen? Oder kommt mal eine Elektrowagen?


    Wenn Du also aufm Dach vielleicht 5-8kWp legst und dann noch die S-Fassade fürn Winter dazu nimmst (die aber auch im Sommer dicke was liefert) müßtest in Kombination mit einem aktuellen Speicher (zB PW2 mit 15kWh) eine Autarkie von vielleicht 85% oder drüber erreichen und hast noch Platz am Dach für Kamin, Satschüssel, ohne daß Dir das dann die PV Rechnung stört.


    Achso: wohne in NRW, also liefert daß bei Dir schon durch die erhöhte Einstrahlung schon mal mehr (Mein Schwager in NÖ hat da deutlich mehr aus seiner PV).
    Und Pultdach sollte auch einfacher sein wegen der Schneelast, weil das abrutscht...


    LG
    zehti



    .

  • Hi,


    Zitat von alexNOE

    Meine Frau und ich haben gerade mit der Planung für unser Haus in Niederösterreich begonnen.


    wenn Ihr noch in der Planungsphase seid, könnt Ihr ja auch über unkonventionelle Lösungen nachdenken.


    Zitat von alexNOE

    Und ich möchte von Anfang an die Haustechnik mit in die Planung integrieren.


    Sehr gut, das ist die Basis für ein langes und sorgenfreies Wohnen im neuen Haus.


    Zitat von alexNOE

    Da es in Österreich praktisch keine Förderung und auch keine nennenswerte Einspeisevergütung gibt, strebe ich einen möglichst hohen Eigenverbrauch an. Wirtschaftliche Faktoren sind für mich zweitrangig. Den Gedanken möglichst autark von Energieversorgern zu sein reizt mich (Ziel ist aber keine Inselanlage).


    Warum keine Insel?
    Ist technisch möglich, wenn Du eine stromerzeugende Heizung und einen Seicher mit der PV kombinierst.
    Und auf die Dauer der Nutzungszeit des Hauses rechnet sich das auch dank Kraft-Wärmekopplung.


    Zitat von alexNOE

    Wir werden ein Flachdach mit ca. 110m² zur Verfügung haben. Zusätzlich zum Flachdach denke ich über fassadenintegrierte Module nach.


    Wenn Du eine hohe Autarkie bzw. Insel einplanst, was in Ö sinnvoll erscheint, dann muss die PV winteroptimiert gebaut sein.
    Die Module müssen möglichst zwischen 50 und 65° aufgeständert werden.


    Falls Du also die Fassade planst, würde es Sinn machen, die Fassadenmodule etwa so zu bauen wie ich`s gemacht hab`.
    Link unten, Seite 13 von meinem Thread.
    Die Module auf dem Fachdach kann man natürlich nicht so steil stellen, lediglich die letzte Reihe, so wie ich`s auf meinem Norddach getan habe. Große 72-Zeller (99 x 198 cm) hochkant nebeneinander.

    Zitat von alexNOE

    Wenn ich mittelfristig plane mir einen Speicher zuzulegen, macht es überhaupt Sinn über fassadenintegrierte Module nachzudenken, oder ist es sinnvoller das Flachdach vollzupflastern?


    Für eine hohe Autarkie brauchst Du so viel kwp wie irgend möglich.
    In Ö ist`s eben die Frage, was machst Du dann mit den Überschüssen . . .


    Dünnschichtmodule brauchen übrigens einen eigenen Trafowechselrichter, da kannst Du für jede Ausrichtung schonmal einen planen.

  • Moin moin aus Kiel,


    also >100m² Flachdach reichen locker für alles was du brauchen kannst, vergiss die Fassadenidee. Kost teures Geld. Bau eine Südost- Südwest Anlage und dreh die die Module so wie eure Uhrzeiten sind. Frühaufsteher - den Ostteil mehr nach Osten, Spät-von-der-Arbeit-kommer den Westteil mehr nach West.


    Gruß, Andreas