Hilfe bei der Interpretation der Kurven

  • Hallo,


    ich habe mir im letzten Jahr eine kleine OnGrid-Solaranlage (1750 Wp) installiert. Der Wechselrichter ist ein SMA SunnyBoy SB1600TL. Neben dem saldierenden Zähler vom Versorger habe ich mir zusätzlich noch einen eigenen (SDM630 Modbus - B+G E-Tech) in den Hausanschlusskasten installiert.


    Der Wechselrichter und die beiden Zähler werden mittels Script auf einem Raspi zyklisch ausgelesen und an den VZ zur Speicherung und Visualisierung übergeben. So weit, so gut.


    Mit der Auswertung der vorhandenen Daten möchte ich nun meinen Eigenverbrauch (von derzeit ca. 60%) erhöhen. Allerdings habe ich Schwierigkeiten bei der Interpretation der Daten. Im Anhang habe ich mal einen VZ-Screenshot gemacht.


    Wie man sieht werden dort die folgenden drei Kurven angezeigt:


    grün = Daten vom Wechselrichter (SB 1600TL)
    violett = Daten vom 2. Stromzähler (SDM630)
    rot = Daten vom 1. Stromzähler (VU)


    Ich dachte, ich könne folgende Rechnung aufstellen:
    Wert vom SDM630 - Wert vom Wechselrichter = aktueller Stromverbrauch
    ist der aktuelle Stromverbrauch geringer als die Produktion durch den Wechselrichter wird Strom zum VU exportiert, andernfalls wird Strom vom VU importiert.


    Allerdings geben das die Kurven so nicht her. Wie ab ca. 09:48 Uhr zu sehen ist, fällt die Kurve vom SDM630 zeitweise unter die Kurve vom SB1600TL. Wie kann das sein? Begehe ich da einen Denkfehler oder habe ich einen Fehler im System?


    Für eine Hilfe bei der Interpretation meiner Daten wäre ich euch dankbar.

  • Hi Stefan,


    davon bin ich auch ausgegangen. Man könnte den tatsächlichen Verbrauch dann errechnen, indem man vom Wert des SDM630 einfach den gerade erzeugten Strom vom SB1600 abzieht.


    Allerdings dürfte es dann nie den Fall geben, dass der Wert vom SDM630 unter dem vom Wechselrichter liegt, oder?


    Gruß,
    Holger

  • Zitat von zx12r

    Allerdings dürfte es dann nie den Fall geben, dass der Wert vom SDM630 unter dem vom Wechselrichter liegt, oder?


    Sollte nicht.


    Zitat von zx12r

    Neben dem saldierenden Zähler vom Versorger habe ich mir zusätzlich noch einen eigenen (SDM630 Modbus - B+G E-Tech) in den Hausanschlusskasten installiert.


    Wo, wie und ist der Zähler rücklaufgesperrt?
    Was ist eigentlich mit deiner Einspeisung? Welcher Zähler ist dafür zuständig?
    Der VNB-Zähler? Was ist das für einer?



    mfg JAU

    No Shift - No Service

  • Hi JAU,


    für die Einspeisung ist der Zähler vom VU zuständig. Dabei handelt es sich um einen Itron ACE3000. Er saldiert den Strom, der vom Wechselrichter auf einer Phase eingespeist wird und gibt die Differenz über die S0-Schnittstelle aus. Das bedeutet, dass der Zähler eine Null-Linie ausgibt, wenn der produzierte Solarstrom über dem im Haus aktuell verbrauchten Strom liegt und ich Strom an den VU abgebe. Der Zähler gibt leider nicht an, wie viel Strom aktuell an den VU abgegeben wird.


    Den SDM630 habe ich zusätzlich installiert, weil ich feststellen will, wie hoch der aktuelle Solarstromüberschuß ist und ggf. zusätzlich Verbraucher dazuschalten möchte, um so meinen Eigenverbrauch zu erhöhen.


    Der SDM630 ist ein Zweirichtungszähler und verfügt über keine Rücklaufsperre.


    Gruß,
    Holger

  • Zitat von zx12r

    Dabei handelt es sich um einen Itron ACE3000.


    Der spricht an der optisch Schnittstelle d0. http://wiki.volkszaehler.org/d…zloggerconf_fuer_d0-daten


    Zitat von zx12r

    Der SDM630 ist ein Zweirichtungszähler und verfügt über keine Rücklaufsperre.


    Und ist wohl direkt in Reihe zum vorhandenen Zähler geschaltet?!
    Wie Stefan schon sagte: zweckfrei.


    Aus der bestehenden Konfiguration ist nämlich nie ersichtlich welchen Anteil du einspeist, damit lässt sich auch nicht ermitteln wieviel die selbst verbrauchst. Den Zähler umklemmen hilft auch nix solange er nicht rücklaufgesperrt ist.



    mfg JAU

    No Shift - No Service

  • Hi,


    Zitat von zx12r

    ich habe mir im letzten Jahr eine kleine OnGrid-Solaranlage (1750 Wp) installiert. Der Wechselrichter ist ein SMA SunnyBoy SB1600TL. Neben dem saldierenden Zähler vom Versorger habe ich mir zusätzlich noch einen eigenen (SDM630 Modbus - B+G E-Tech) in den Hausanschlusskasten installiert.


    Zeig uns doch mal ein Schaubild Deiner Installation.


    So wäre richtig: http://www.kkopv.com/2014/06/verbrauchszahler.html

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20

    alle DN 22°


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen - self.Logger.solar

    API für Prognosedaten zur Solarproduktion - Forecast.Solar

  • Definitiv Zweckfrei. :(


    Wie besagt: Mit einem Lesekopf entlockst du dem ACE auch die Einspeisezählerstände, und wenn du den MDM zwischen Wechselrichteranschluss und Verbraucher klemmst hast du deine Verbrauchswerte - direkt, ohne zu rechnen.



    mfg JAU

    No Shift - No Service

  • Ich habe einen optischen Lesekopf für den ACE und lese damit auch die Zählerstände aus, aber ich verstehe nicht, wie mir das bei der Eigenverbrauchsoptimierung helfen kann.


    Ich benötige meinen aktuellen Stromverbrauch und den aktuellen Ertrag vom Wechselrichter. Den Ertrag vom Wechselrichter frage ich direkt beim Wechselrichter ab, ist also kein Problem.


    Für den aktuellen Stromverbrauch im Haus sollte der MDM630 dienen, weil der ACE diesen Wert als saldierender Zähler weder über S0 noch über die optische Schnittstelle liefert.


    Wo liegt denn der Unterschied zwischen dem wie ich es jetzt installiert habe und

    Zitat

    du den MDM zwischen Wechselrichteranschluss und Verbraucher klemmst


    Der einzige Unterschied ist doch, das ich noch den FI dazwischen habe, oder?