Speicherförderung 2016 KFW275) & UST Rückerstattung

  • Also ich bin ja immer am Argumentieren das ein Speicher nicht zur PV zählt, dh. keine UST Rückerstattet wird.
    Begründung er erhöht den Gewinn der Unternehmung nicht (EV und Einspeisung haben den gleichen Wert) bzw. Mindestnutzung nach § 15 Abs. 1 S. 2 UStG > 10% nicht zu erfüllen ist.


    Mit der aktuellen Speicherförderung und der damit verbundenen 50% Kaperung der Einspeiseleistung möchte ich dieses zur Diskussion Stellen.


    Mein Speicher erhöht die Einnahmen, die unternehmerische Nutzung liegt über 10%.


    Warum? Meine Anlage hat heute 13kWp und würde mit der Speicherförderung auf 50% der Anlagenleistung am Übergabepunkt gekappt. -> 7,5kW Begrenzung. Würde ich diese Produktion abregeln würde mir ein Verlust von ~20% der Jahresleistung entstehen. (Werde ich mal die Tage noch genau simulieren)
    -> Es entsteht mir ein Verlust von 900kWh/akwp * 13kWp * 20% ~ 2340kWh/a


    Mit einem geeignetem Speicher kann ich anstelle von Abregeln der Produktion meine Produktion zb. Nachts einspeisen.
    Dh. ich kann die 2340kWh/a speichern und abzüglich Verlust 1800kWh/a einspeisen.
    Mindestnutzung nach § 15 Abs. 1 S. 2 UStG > 10% weil ich nie im Leben 18000kWh/a Speichern würde um EV zu Erhöhen 8)



    Dies soll nicht darstellen das ein Speicher eine "kluge" Entscheidung ist bzw. er sich unternehmerisch Rechnet. Es soll nur aufzeigen das man den Speicher unter diesen Bedingungen dem Unternehmen zuordnen kann und damit die UST Ziehen kann.
    Denn nach meiner Auffassung ist die Zuordnung des Speichers nicht an einen rentablen Betrieb gebunden.


    Ich bin Laie in Sachen UST aber kein analphabet, dh. wenn jemand glaubt das meine Interpretation falsch ist bitte mit Begründung bzw. Quelle gerne auch §

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013

  • Würde mich auch interessieren. Da kommt aber noch die Frage dazu ob man aus einem Speicher einspeisen darf.

    4,24 kWp Fronius Energy Package 9kW - Ausrichtung: DN:25°, -30° SSO
    3,19 kWp @ Symo 3.7-3 - Ausrichtung: 90°, +60° SSW


    Panasonic G(H)eisha seit 08-2018

    ZOE Zen 22kwh 05-2019


    Commetering Zähler 05-2018

    Stromanbieter: aWATTar 01-2020


    Mitglied SFV

    Mitglied DGS


    FAQ -> komprimiertes PV Wissen, optimal für Neulinge!


    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.


  • Die Frage ob man einspeisen darf stellt sich nicht. Man darf einspeisen weil man sogar gefördert wird. EEG § 19 Förderanspruch für Strom:
    http://www.gesetze-im-internet…JNR106610014BJNG000200000

    Zitat

    (4) Der Anspruch nach Absatz 1 besteht auch dann, wenn der Strom vor der Einspeisung in das Netz zwischengespeichert worden ist. In diesem Fall bezieht sich der Anspruch auf die Strommenge, die aus dem Zwischenspeicher in das Netz eingespeist wird. Die Förderhöhe bestimmt sich nach der Höhe der finanziellen Förderung, die der Netzbetreiber nach Absatz 1 bei einer Einspeisung des Stroms in das Netz ohne Zwischenspeicherung an den Anlagenbetreiber zahlen müsste. Der Anspruch nach Absatz 1 besteht auch bei einem gemischten Einsatz von erneuerbaren Energien und Speichergasen.



    Gruß


    Auch das der Verlust durch Lagern (Laden, Entladen, Umwandeln) gehört dann in das Unternehmen
    dh. Speicher ist vor dem Erzeugungszähler anzuschließen.

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013

  • :danke: für diese Info

    4,24 kWp Fronius Energy Package 9kW - Ausrichtung: DN:25°, -30° SSO
    3,19 kWp @ Symo 3.7-3 - Ausrichtung: 90°, +60° SSW


    Panasonic G(H)eisha seit 08-2018

    ZOE Zen 22kwh 05-2019


    Commetering Zähler 05-2018

    Stromanbieter: aWATTar 01-2020


    Mitglied SFV

    Mitglied DGS


    FAQ -> komprimiertes PV Wissen, optimal für Neulinge!


    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.


  • hmm
    Also wenn du 13 kWp auf die Hälfte, also 50% max. Leistung einstellst, dürften das doch max. 6,5 KW Leistung sein uind keine 7,5kW ;-)


    Aber zu deiner Argumentation, Dein "Verlust" kommt doch aber nur daher, weil du einen Speicher betreibst. Ohne dürftest du ja 100% haben. Wie willst du das nun Begründen wollen?


    Grüße

    Gruß PV-Express


    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Also Steuerrecht kann mir mal schon nicht verbieten einen Speicher zu kaufen.


    Wenn ich den Speicher habe geht es darum ob ich diesem dem Unternehmen zuordnen darf. Hier stellt sich die Frage ob sich eine unternehmerische Verwendung ergibt. -> Tut es
    Dann stellt sich die Frage ob die unternehmerische Nutzung über 10% liegt § 15 Abs. 1 S. 2 UStG -> auch das ist der Fall. (muss man aber rechnen)


    UST musst du auch Zahlen wenn du Verlust machst, dh. eine Rentabilität ist nicht entscheidend ob das Teil dem Unternehmen oder dem Privatmann gehört. ACHTUNG: Wir sind hier im Umsatzsteuerrecht.


    So und mit der Begründung ist der Speicher jetzt im Unternehmen 100%.


    Wenn aber der Speicher zu 100% im Unternehmen ist findet beim Laden des Speichers keine "Entnahme" (sorry kpr) statt.
    Dh. Verlust ist halt Kraftwerkseigenbedarf, ich entnehme den Strom ja in 220V und da sind dann die Verluste auch schon wieder im Unternehmen. Dies lässt sich ja praktisch nicht anders Umsetzen, wenn der Speicher im Unternehmen ist sitzt der Speicher vor dem Ertragszähler. Wenn man unter 10kWp liegt muss man halt einen Zähler montieren ansonsten kommt einer auf die Idee und nimmt den Zähler vom Wechselrichter. IHMO muss dieser aber unter 10kWp genau so wenig geeicht sein wie der Zähler im WR.


    Achtung an die ich bekomme Strom geschenkt "ala Senec", bei der Entnahme wird UST fällig und nein nicht 19% von 0ct.
    Das Geschenk bekommt das Unternehmen und nicht die Privatperson, es ist ja auch kein Geschenk sondern die Gegenleistung für die Benutzung des Speichers durch das "Smart Grid".


    Gruß
    Gonso


    PS: Ich würde erwarten der Mitspieler im FA würde ggf. aus Reflex erst mal ablehnen, kann mir aber nicht vorstellen das auf einen Widerspruch noch viel kommen würde.

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013

  • Pauschal würde ich einmal denken, dass sich Dein Gewinn immer reduzieren würde, falls Du einen Speicher der Anlage zurechnen würdest. Der Speicher würde ja sicherlich innerhalb von 10 (?) Jahren abgeschrieben werden - und dementsprechend würde sich Dein Gewinn in dieser Zeit massiv reduzieren.

    West (80Grad/DN35) : 32 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Ost (-100Grad/DN35) : 30 x WINAICO WSP-280M6 PERC 280 W
    Luschen-Geselle L:19 D:4 T:1

  • Technisch hab ich durch das Thema viel zu wenig Durchblick (und im Moment auch keine Zeit mich damit zu beschäftigen).


    Grundsätzlich kann ich aber der Argumentation folgen, dass unter geänderten Vergütungsregelungen der Speicher dazu dient, die Einspeiseleistung zu erhöhen. Insofern findet dann auch unstreitig eine unternehmerische Nutzung statt.
    Das hat auch m.E. nur noch wenig mit denjenigen Verhältnissen zu tun, die für die bisherige Einschätzung gesorgt haben.


    Dass durch die Verlagerung des Speichers in die unternehmerische Sphäre auch die mit dem Betrieb eines Speichers zwingend verbundenen Verluste "in das Unternehmen" verlagert werden, ist ein purer Reflex.


    Wie gesagt.. ich kapier die Grundlagen nicht - und somit bin ich auf dünnem Eis.
    Aber die Argumentation hat was.


    Ohne näher drüber nachgedacht zu haben: Das dürfte sich auch auf die ertragsteuerliche Sphäre übertragen lassen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Wie schaut das ganze denn aus, wenn man eine Anlage aus 2010, seid 2014 auf EV umgestellt, Vergütung EV,
    durch einen Speicher erweitern will??
    Ohne KFW Förderung? Landwirtschaftlicher Betrieb im Nebenerwerb.....
    Kann ich diesen dann Steuerrechtlich geltend machen?? ESt. / USt. ??


    Spiele mit dem Gedanken, wenn die Speicher noch etwas günstiger werden.


    Evtl. auch in Verbindung mit einer kleinen, zusätzlichen Anlage.



    Gruß Bernd

    gruss Bernd


    2014: 30,94KWp REW 260, ABB PVI 3,6 und 27.6; +63 W. DN. 35 Rundsteuerempf., SL 1200PM
    2017: 7,7KWp QcellsPlus 275, SMA TP. 7000; -27 O. DN 45

  • eb01: Nebenerwerbslandwirt da läuft die Anlage ja eh im Betrieb und es gibt einen Steuerberater, jener welcher kann auch eine Beratung geben -


    kpr: Top danke für deine Antwort. Die Argumentation hat mit der Technik dahinter nichts zu tun. Umsatzsteuerrechtlich ist das wirklich reine Reflexhandlungen.
    In der nächsten Kriese schule ich doch noch auf Steuer um ;-)


    Bei der ertragsteuerlichen Sphäre muss ich noch etwas lesen. Was mir da noch nicht gefällt ist das der Gewinn eigentlich auf eine rote 0 hinausläuft. Für die Steuer zwar optimal aber als "Unternehmer" schaudert es mich da etwas. Vor allem weil ich auch das Demoklesschwert Liebhberei nicht einschätzen kann.


    In Summe muss man sagen es schimpfen zwar alle aber ich finde die Bürgerenergiewende könnte in der Version 2.0 nicht vom EEG sondern vom Steuerrecht getragen werden.
    Anlage installieren und Vorsteuer ziehen.
    Das rechtswiedrige Entgegenkommen bei dem Einkaufspreis für die UST Berechnung.
    Nach ein paar Jahren in die KUR


    Die Anlage kann ich von der Steuer absetzen.
    Durch EEG Umlagenbefreiung und 10% Teilwert auf Börsenpreis niveau.
    Kann da schon eine interessante Sache aus einer PV für eigenverbrauch werden.


    Ich bin mir nicht sicher ob das die Politik so beabsichtigt aber am Ende passt es.
    Es ist halt als Solateur eher der Steuerberater gefordert als der Dachdecker, da müssen sich etliche Umstellen. Aber das ist ja schon seit Jahren so, die wenigsten Solateure können Ihren Kunden eine cash Abrechnung erstellen. Da war früher EEG Vergütung * Ertrag einfacher, hat auch früher nicht gestimmt - aber wer schaut schon in die Steuererklärung.

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013