Erklärung des Betreibers zur EEG-Umlagepflicht §61 EEG 2014

  • Hallo,


    ich habe Post von meinen Netzbetreiber bekommen, in der ich Angaben zu meiner Erzeugungsanlage in Verbindung mit dem Eigenverbrauch machen soll. Speziell geht es um die Frage, ob ich mehr als 10.000 kWh Eigenverbrauch vom erzeugten Strom habe. Wenn das der Fall ist, müßte ich nach § 61 EEG 2014 die EEG Umlage abführen. Wenn die Anlage kleiner als 7,69 kWp ist oder durch die Geografie, Beschattung, Ausrichtung etc. weniger als 10.000 kWh pro Jahr produzieren würde, bräuchte ich keine weiteren Angaben zu machen, dann falle ich auf jeden Fall unter die Bagatellgrenze. In dem Schreiben steht noch, das laut Empfehlungsverfahren 2014/31 der Clearingstelle EEG für PV Anlagen mit einer Leistung zwischen 7,69kWp und 10 kWp der Nachweis zu erbringen ist, daß die Grenze von 10.000 kWh nicht überschritten wird. Sollte der Nachweis erbraucht werden, besteht keine Verpflichtung zur Abrechnung der EEG Umlage.


    Meine Anlage ist im September 2014 in Betrieb gegangen und hat eine Leistung von 10 kWp und kann mehr als 10.000 kWh pro Jahr produzieren. Mein Eigenverbrauch des erzeugten Stroms lag 2015 bei ca 1900 kWh. Ich soll jetzt eine Begründung abgeben, warum mein Eigenverbrauch nicht über 10.000 kWh liegen wird. Wir sind ein 3 Personen Haushalt und 10.000 kWh Eigennutzung wären mehr als utopisch. Wie kann ich das nachweisen, oder muß ich das überhaupt, gibts hier jemand der schon einen ähnlichen Fall hatte und das Beantworten kann?


    Danke im voraus


    selbolder

  • Hallo selbolder,
    Ich würde zweigleisig fahren :
    - auf Grund von sommerlichen Tagesüberschüssen ist eine nahezu 100%-ige Eigenverbrauchsquote im Einfamilienhaus technisch nicht möglich. Die eingespeiste Strommenge gibt hinreichenden Hinweis, sollte sich das ändern.
    - Der Gesamtstrombedarf liegt unter 10.000 kWh /a. Auch daher ist ein EV von mehr als 10.000 kWh /a nicht möglich.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Typische jodl Antwort ;-)


    Ich denke hier kann man sich das Geld für einen Zähler getrost sparen.


    Wenn 7,69 kWp ohne Zähler glaubhaft sind (Annahme: mehr als 1300 kWh /kWp /a sind in D nicht zu erwarten), sind es 10 kWp auch, solange mehr als 3000 kWh /a eingespeist werden. Und das lässt sich mit dem bestehenden Einspeisezähler nachweisen.


    Gruß Jochen

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  • Zitat von selbolder

    Ich soll jetzt eine Begründung abgeben, warum mein Eigenverbrauch nicht über 10.000 kWh liegen wird.


    Ich glaube, Du wirfst hier etwas durcheinander: Die 10.000 kWh beziehen sich auf den Gesamtverbrauch.
    Grundsätzlich ist es so, dass Anlagen nach EEG2014 einer Meldepflicht unterliegen, sowohl bei der BNA, als auch beim VNB. Das Thema wird hier gerade heiß diskutiert. http://www.photovoltaikforum.c…r-eeg-umlage-t111180.html

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Sunnyportal

    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

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  • Die 10.000 kWh /a für die Umlagepflicht beziehen sich schon auf den EV von Solarstrom, nicht auf den Gesamtverbrauch.
    Gruß Jochen

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  • Ups, das hatte ich bisher anders verstanden. Danke für die Richtigstellung :danke:

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  • Hallo,


    danke für eure Antworten. Ich habe da nochmal nachgefragt beim Netzbetreiber, da wurde mir im Grunde gesagt es werde nicht so heiß gekocht wie es da steht. Man könnte auch die Angabe machen, daß die Anlage nicht mehr als 10.000 kWh pro Jahr erzeugt wegen Geographie etc., dann wären wohl alle zufrieden. Es würde wohl eher nicht nachgeprüft werden. Oder man macht sich mehr Aufwand, und legt ein Beiblatt zu, wo man plausibel erklärt warum der Eigenbedarf nicht höher als 10.000 kWh sein kann, das wäre aber aufwändiger und müßte nicht sein. Einen geeichten Zähler zu setzten und ablesen zu lassen würde beiden Seiten Kosten verursachen, was man nicht will. Was meint ihr, einfach Haken machen und fertig?

  • Hi,


    ich bezweifle, dass es aufgrund von Wetterumständen möglich ist, dass du überhaupt 10.000kwh im Jahr produzierst.
    Beispiel: Ich habe eine Anlage mit 9,88kwp mit kompletter Südausrichtung in Hamburg.
    1) Schafft die Anlage never ever >9000kwh im Jahr
    2) "Geopraphie": Jeder der behauptet ich schaffe überhaupt die vom Solateur prognostiziersten 8500 bis 8900kwh ist ein Depp: In HH ist fast jeden ersten Tag Shietwetter, ergo bewölkt mit allen damit verbundenen Auswirkungen


    Im Wurstfall würde ich ein dreiphasig geeichtes Gerät auf Hutschiene von NZR anschaffen. Round about 200 Taler.
    Denke aber den Invest kannst du dir sparen und es wegargumentieren...



    Viele Grüße
    Jan