die richtige Anlage zu vorhanden Batterien (6 x 2 OPZS 2500)

  • Hallo alle zusammen,


    schön ein Forum gefunden zu haben, in dem das Thema PV so detailliert besprochen wird.
    Bin ein Neuling auf dem Gebiet aber hab mich inzwischen schon ganz gut eingelesen.


    Habe leider ein kleines Problem, für das ich nirgends eine passende Lösung finden konnte...Hoffe ich bin bei euch richtig hier ;-).


    Zu meiner Situation:


    Werde in den kommenden Monaten ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe für Warmwasser und Heizung bauen.
    Auf das Dach soll eine PV Anlage mit Eigenstromnutzung.
    Soweit nichts Ungewöhnliches. Jetzt ist es aber so, dass ich über einen Bekannten an sehr günstige (für diesen Batterietyp günstige) Blei Säure Batterien gekommen bin. Es Handelt sich um 6 neue Batterieblöcke mit der Bezeichnung 2 OPZS 2500. Wenn ich diese zusammen in reiche schließe kann ich 12 V mit 2500 Ah bekommen.
    Jetzt das eigentliche Problem:
    Irgendwie scheint es so zu sein, dass immer nur 24V oder 48V Speicher und PV Anlagen verbaut werden.
    Wie müsse denn ein Aufbau mit einem 12V Speicher sein? Bzw. was für Komponenten wären denn zu empfehlen?...Eine Ladung vor oder nach dem Wechselrichter (mit separatem Wechselrichter für Batterie), was für Geräte würden denn diese Kapazität bei einer 12V Installation aushalten?
    Jetzt Stellt sich mir auch die Frage, ob die Mehrkosten die Anlage auf 12 V Auszulegen im Endeffekt nicht teurer wäre. Dann hätte ich die Batterien umsonst gekauft :cry: …oder ist es überhaupt möglich das so zu gestalten :?:


    Fragen über Fragen?...Kann mir hier einer weiterhelfen? Vielen Dank schonmal! :danke:


    Viele Grüße an die Gemeinschaft!

  • Hallo Bentchi, willkommen hier im Forum der ungeahndeten Möglichkeiten! :mrgreen:
    Du hast kein kleines Problem sondern eine sehr schwere Lösung für die man erst das richtige Problem entwickeln muss :D
    Wenn Du es richtig machst ist es grundsätzlich völlig in Ordnung ein Haus aus einem 12V-Akku raus zu speisen.
    Wichtig sind bei hohen Strömen sehr gute Verbindungen, ausreichende Kabequerschnittte und etwas Mut !
    Ich gehe mal davon aus dass Du einfach nicht mehr von den Dingern günstig ergattern konntest, oder ?
    Dann würde ich eine solide Abdeckung der Grundlast vorschlagen, so alles bis 1,5-max. 2kW.
    Damit solltest Du theoretisch eh >80% deines Verbrauches abdecken können. Voraussetzung ist genug PV und
    ein 12V-Wechselrichter der aus dem Netz zumischen kann (Studer?, Victron?)
    Jedenfalls, es geht und 1,2t Blei sollte man nicht von der Bettkante schubsen :)
    lg,
    Philip

  • Meine persönliche Meinung ist, dass es nicht darum geht, eine technisch perfekte Anlage aufzubauen, sondern eine, die sich wirtrschaftlich rechnet (obwohl ich nichts gegen 'ecomaniacs' habe). Wenn du jetzt eine supergünstige 12V-Batterie geschossen hast und das Haus noch in der Planung ist, dann kann man die elektrische Anlage auch danach ausrichten. Das könnte dann etwa bedeuten, dass du zwei getrennte Stromkreise benötigst. Ein Stromkreis würde dann auf 12V-DC laufen (etwa die gesamte Beleuchtung) und es würde in der direkten Nähe der Batterie einen WR geben, der alles, was mit 230V-AC laufen muss, versorgt. Du kannst aber auch alles ganz normal über 230V-AC laufen lassen.


    Das (finanzielle) Problem ist, dass alle Laderegler für niedrige Spannungen, die hohe Ströme verarbeiten können, überproportional teurer sind. Das Gleiche gilt für Wechselrichter. Es hat also nicht unbedingt etwas mit den Voltzahlen zu tun, sondern es geht um Euro pro kWh-Durchsatz. Den Preis für dickere Kabel kannst du im Verhältnis dazu völlig vergessen (und die Verluste durch dünnere Kabel auch)!


    Mein Tipp: Falls du die Batt schon geordert hast (und die Kappa wirklich den Preis wert ist), dann vertick das Teil wieder und vom Gewinn orderst du dir eine passgenaue Batterie (etwa PzS) beispielsweise von Bater in Polen (die verkaufen auch an Privatleute in Deutschland). Je nach geplantem Verbrauch im Haus gehst du dann auf 24 oder 48 Volt. Du musst halt die Preise der Komponenten heraus suchen.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von Bentchi

    Es Handelt sich um 6 neue Batterieblöcke mit der Bezeichnung 2 OPZS 2500..


    Moin, die Bezeichnung lautet übrigens 20 OPzS 2500! Wenn sie wirklich nagelneu sind würde ich sie nicht verkaufen
    sondern mir noch 6 Stück vom selben Typ dazukaufen:)
    Wenn es aber wirklich bei den 12V bleibt: Bei einer Entladung auf 60%DOD kannst Du 18kwh
    entnehmen. Der Ladestrom sollte sich zwischen min 100A und max 300A bewegen, dafür braucht Du
    zw. 1,5kwp und 4,5kwp Module. Du kannst problemlos mehrere Laderegler und Wechselrichter parallel an dem
    Akku betreiben, es wird halt so nur teurer.
    Ein 12V-Hausnetz würde ich mir nicht installieren, es kann nur recht kleine Leistungen übertragen und spart Dir nur
    den Wechselrichter.
    lg,
    Philip

  • Hallo zusammen,


    ihr seid ja schnell...vielen Dank für die Rückmeldungen.
    ja natürlich 20 OPzS 2500...war gestern wohl schon etwas spät ;-).


    Würde gerne alle Verbraucher auf 230V AC auslegen, sonst muss ich das zuhause stätig nur erklären. :lol: Aktuell spiele ich tatsächlich auch mit dem Gedanken die Batterien wieder zu verkaufen und das Geld in etwas passenderes zu investieren. Nur wo bekomme ich so etwas los?...denkt Ihr bei E-Bay würden sich Käufer finden?


    Mein zweiter Ansatz war, dass ich alles vor dem Wechselrichter ganz normal auf 24 oder 48 V auslege und die Batterien (nach den Solarwechselrichtern) durch einen eigenen Wechselrichter versorge, lade bzw. die gepeicherte Energie auch so wieder abgreife. Würde dieser Ansatz denn auch Funktionieren? Kennt ihr einen Wechselrichter, der das steuern kann bzw. die Leistung verarbeitet?


    Am liebsten wäre mir natürlich das ganze auf 24 V zu erweitern, jedoch wird das recht teuer, da ich dies zum Handelsüblichen Preis kaufen müsste (ca. 7200€). Also lohnt es sich schon wieder nicht.


    Vielleicht gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten, an die man einfach noch nicht gedacht hat !?!?


    Vielen Dank für die tollen Antwoten

  • Zitat von Bentchi

    Vielleicht gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten, an die man einfach noch nicht gedacht hat !?!?


    Ja, gibt es. Philip hatte ja schon geschrieben, dass man mehrere Laderegler an die Batterie anklemmen kann, damit das nicht zu teuer wird (je höher der Strom in einem Einzelgerät desto deutlich teurer ist es [exponentiell?]). Umgekehrt kann man natürlich auch mehrere Wechselrichter an die Batterie anklemmen und wenn der Abstand zwischen Batterie und WR elektrisch kurz ist (Verteilerschiene), dann halten sich auch die Kabelverluste im Rahmen. Du kannst dir die preiswerteste Klasse von WRs aussuchen und dementsprechend werden die Stromkreise vom Haus ausgelegt. Wichtig ist dabei zu beachten, dass jeder der WRs so vor sich hin arbeitet und die Wechselspannung nicht synchron ist und auch nicht wie bei Drehstrom um 120° verschoben ist. Die darf man also nie zusammen schalten.


    Sinnvoll könnte es dann sein (falls sich die gesetzliche Lage bis dahin nicht geändert hat) jeden Stromkreis über einen I-0-II-Schalter zwischen Netz und Wechselrichter umschalten zu können (das kann man auch automatisieren). Dann kann man die Anlage so einstellen, dass im Durchschnitt täglich nur so viel Strom verbraucht wird, wie am nächsten Tag voraussichtlich wieder herein kommt. Die Batterie sollte einmal alle zwei Wochen einmal wirklich voll sein (zur Not vom Netz her laden) und ansonsten immer unterhalb von 90% SOC zyklieren, denn dann sind die Ladeverluste der Batterie sehr gering.


    Bei einer nutzbaren Kapazität von rund 20 kWh (täglicher 'Normverbrauch' einer Durchschnitts-Familie liegt bei 10 kWh) hast du die idealen Voraussetzungen, um eine Halb-Insel zu realisieren, denn du hättest Notstromversorgung für zwei Tage (bei strenger Rationierung eine Woche). Ein guter Einstieg in die ganze Thematik ist http://wiki.polz.info/doku.php


    P.S. Bei Bleibatterien muss man mit 3% Energieverlust pro Monat durch Selbstentladung rechnen. Wenn du die Batterie fit halten willst, bis das Haus fertig ist, dann solltest du die Batt an ein kleines Ladegerät (Labornetzteil) hängen, das 3 Ampere bringen kann.


    P.P.S. Ist die Batterie für eine Elektrolytumwälzung vorbereitet?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Ich würde die 12V 2500er probieren zu verkaufen ganzes haus usw mit 12V... Allein die mppts dafür kosten dafür ein kleines vermögen.. Die ströme usw.. Alles käse fur die Batterie..

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Oder halt noch auf 24 oder 48V aufstocken, da brauchst aber nen ordentlichen Kollektor, um des Ding voll zu bekommen?!


    Solltest mal Letsdoit fragen, der baut auch Kunden Spezifisch.


    Gruß Kater

  • Hi Pezi, könnte schwierig werden die Klötze für angemessenes Geld loszuwerden. Haben ja alle das gleiche Problem damit.
    Bentchi, sag doch mal, sind die wirklich nagelneu? Welcher Hersteller ? Und was war "sehr günstig"?
    Dein zu erwartender Stromverbrauch ? Leistung Wärmepumpe ? Verfügbare Dachfläche ? :D
    Ich schätze mal grob mit 2,5k€ für gute Laderegler und Wechselrichter kannst Du schon was aus dem Akku machen.
    Mit guter China-Ware evt. um die Hälfte :mrgreen:
    lg,
    Philip

  • Zitat von katercarlo11

    Oder halt noch auf 24 oder 48V aufstocken...


    Er hat doch schon wirklich reichlich Kappa. Wenn er die noch verdoppelt oder gar vervierfacht, dann lohnt sich das bei normalen Zyklentiefen auch nicht, denn dann stirbt die Batterie an Altersschwäche und nicht an Überarbeitung, wie es eigentlich sein sollte. Sprich: Geld ausgegeben, ohne einen Nutzen dafür zu bekommen.


    Bentchi hat also eigentlich nur zwei Optionen und die kann er ja vielleicht mit unserer Hilfe durchkalkulieren. Die erste Option, das Klötzchen wieder halbwegs vernünftig zu verticken, sehe ich in erster Näherung nicht (siehe Post von Philip). Die zweite Option ist durchzukalkulieren, was eine 12V-verträgliche Lösung mehr kosten würde, als eine optimale Lösung (aus der Hüfte geschossen sehe ich erstmal nicht, dass das sehr viel teurer wird; muss man mal abschätzen). Dann muss Bentchi entscheiden, ob er besser zu Option 1 zurück geht, denn ein Ende mit Schrecken ist fast immer besser als ein Schrecken ohne Ende!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)