Mieterstrom für 99 Parteien

  • Hallo,


    wie vielleicht noch einige andere hier unter uns frage ich mich, ob Mieterstrom bzw. ein Modell in der Richtung. Nach der letzten Novelle noch rentabel sein kann, wenn man ausschließich PV benutzt.


    Dazu habe ich folgendes Projekt gefunden: http://www.pv-magazine.de/nach…jekt-in-berlin_100022103/


    Die Naturstrom AG hat scheinbar als Energie-Partner bei dem Bau die Realisierung des Mieterstroms übernommen.



    Spannend, wie ich finde.. Wie gestalten sich wohl die Verträge mit den Mietern? Zieht Naturstrom den Strom aus der PV komplett raus und die Bewohner ziehen deren Strom - oder ziehen die Bewohner tatsächlich Strom aus der Anlage?


    Was geht mit dem EEG zum Thema Mieterstrom noch d'accord?



    Danke für eure Hinweise!

  • Mehr als 30kWp gehen da nicht aufs Dach? Sieht auf dem Bild größer aus.

    Zitat von Gixam


    Was geht mit dem EEG zum Thema Mieterstrom noch d'accord?


    Wo ist das Problem?
    §20 EEG2014


    Fällt halt 100% EEG-Umlage an, wenn man an Dritte verkauft.
    Die Meßtechnik würde mich aber auch interessieren. Aber vermutlich machen sie da nicht mit RLM für jede Einheit rum sondern legen einfach anteilig um. Nachteulen profitieren also von denen, die tagsüber bei Sonnenschein Strom verbrauchen.
    Wer nicht mitmacht wird einfach kaufmännisch bilanziell durchgeleitet, Naturstrom oder eine Tochter/Schwester dürfte dann der Meßstellenbetreiber sein, also auch unproblematisch.

  • Zitat

    Fällt halt 100% EEG-Umlage an, wenn man an Dritte verkauft.


    Dann fällt doch bestimmt noch mehr an, als nur der Umlage.. ? Weißt du welche Richtlinien, dann in Kraft treten/ welche Gesetze zu beachten sind?


    wenn du sagst "

    Zitat

    Wer nicht mitmacht wird einfach kaufmännisch bilanziell durchgeleitet, Naturstrom oder eine Tochter/Schwester dürfte dann der Meßstellenbetreiber sein, also auch unproblematisch

    "


    meinst du dann, dass die Lösung nur dann so unproblematisch funktioniert wenn PV Strom und Netzstrom vom selben Anbieter kommt? -> Weil einfach zu verrechnen?


    Was, wenn die Bewohner ihren Stromtarif wechseln (wollen)?


    Mich würde der entsprechende Mietvertrag mal interessieren.

  • Das geht schon. Es fällt die volle EEG Umlage und 19% MwSt an, sonst nichts.


    Ein Erzeugungszähler und ein großer Zweiwegezähler am Hausanschluss kommt dazu, die Mieter können ihren Zähler vom Netzbetreiber behalten. Wenn der VNB mit an Bord ist, ist es sicher einfacher.


    Ein Mieter, der nicht mitmacht, wird einfach rausgerechnet (ohne Umverdrahten!) Die anderen haben dann entsprechend mehr Solaranteil. Der Mietvertrag ist also ganz normal, freie Wahl des Anbieters ist ja nicht berührt.


    Hab letztes Jahr 3 solche Anlagen gebaut. Es gibt Energiegenossenschaften, die Erfahrung mit diesem Schema und der Abrechnerei haben.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von Gixam

    Weißt du welche Richtlinien, dann in Kraft treten/ welche Gesetze zu beachten sind?


    Darum nimmt man ja einen Versorger ins Boot für den gibt es nicht zu erfüllen, was er nicht so auch muß. Blöderweise werden die bei wenigen Einheiten da nicht mitmachen, aber 100 potentiell dauerhafte Kunden sind schon was, da kann man auch mal ein paar Hunderter in die Hand nehmen (müßte man für die Werbung/Provision/Neukundenboni auch), aber der Aufwand ist überschaubar, wie Jochen geschrieben hat.

  • Wir reden hier von Mieterstrom oder von Genossenschaftsmodellen?
    Die Wirtschaftlichkeitsrechnung bei MS würde mich wirklich interessieren. Je nach Bundesland verlangen die Eichbhörden! gleichartige Messungen, dann müsste an jede Abnahmestelle auch hinter dem Hauptzähler eine RLM Messung -> die Rechnung kann nicht aufgehen.

    22.05.2012: 8,8 kW, 100 % Eigenverbrauch, netmetering mit Ferrariszähler [Belgien]
    25.02.2016: 2,6 kW, netmetering mit Vergütung [Niederlande]

  • Gunnar hat mir das schon mal bei KWK auf der Demo in Berlin als gangbaren Weg (Umsetzbar) aufzeigen wollen. Keine Ahnung, was für Mieter es noch so gibt in D. , aber ich müsste total gestört sein, mir das anzutun oder jemand anderen, das den Mietern beizubringen (Überzeugen und auf einem Stück Papier dann auch noch eine Unterschrift zu bekommen)


    Ich schätze mal, das von 100 Mietern Minimum 5 mir ein Jahr später dann erklären wollten, dass dies eine versteckte Mieterhöhung ist. Und so ginge es sicher weiter.


    Ich schätze mal 5 von 100 Mietern durchdringen das Thema und haben nur fundierte Anmerkungen und führen keine Neid oder sonstige Debatten und unterschreiben, bezahlen und gut!


    Ausdrücklich möchte ich erwähnen, dass dies keineswegs am nominalen Bildungsstand festzumachen ist.


    Mieter in D., sind eine ganz spezielle Lebensform, die ja auch unter Artenschutz steht! Deshalb ist es ja auch 'unglaublich clever' , sich 'Renditeobjekte' die eine Brutto Ertrag von 2% haben (teils noch weniger) einzukaufen. Zumal es ja der große Spaß ist, als Eigentümer Mieter zu haben (auch mit kompletter Verwaltung bleibt genug Spaß übrig)


    Klar, mit utopischer Förderung (Geld &/ kostenloser Arbeit von Dritten) kriegt man einiges hin, aber im realen Alltag in D. (Mieter) ist das ein Brett, dass wer auch immer bohren darf, ich verzichte dankend!