Frage Neuling - Hausanlage planen auf DHH

  • Hallo liebe Mitleser aus dem PV-Forum, ich habe mich hier angemeldet weil meine Frau und ich demnächst ein Haus bei einem Bauträger bauen werden und ich (anders als meine Frau) schon immer eine PV-Anlage haben wollte. Rendite ist schön, aber mir geht es in erster Linie darum, was "für die Umwelt zu tun" (und wenns nur für das Gewissen ist, ich arbeite bei einem großen Energieversorger der in der Vergangenheit, sagen wir mal, nicht unbedingt der innovativste bei Erneuerbaren Energien war).


    Das Haus in Hamm/Westfalen wird eine Doppelhaushälfte mit 40 Grad Dachneigung (das Dach hat eine Dachgaube) und das Dach hat fast exakte Südausrichtung (minimal nach Osten, Süd bis SüdSüdOst). Genaue Zahlen habe ich noch nicht, aber bei einer Breite von ca. 7m rechne ich mit einer Dachfläche von ca. 26,5qm (plus minus 4-5qm). Bäume etc. sind nicht vorhanden, so dass ich derzeit nicht von einer Verschattung des Dachs ausgehe. Neben das Haus kommt noch eine Garage, die zumindest vormittags nicht verschattet wäre, ich gehe davon aus, dass sie Nachmittags vom Haus verschattet wird (die Garage ist nicht so lang wie das Haus und steht daher eher nach vorne, also gegen "Norden", verschoben).


    Mit dem Bauträger ist vereinbart, dass er vorsorglich Leerohre vom Dach zum Hauswirtschaftsraum vorsieht (wir haben natürlich keinen Keller). Das Haus wird KFW70 Standard mit einer Wärmepumpe (ohne Solarthermie).


    Stand jetzt würde ich also von einem Haus mit annähernd Südausrichtung und ca. 26,5 qm Dachfläche mit 40 Grad ausgehen.
    Ich frage mich jetzt natürlich, ob sich (IBN spät 2016 oder 2017) hier eine PV Anlage lohnt und mit welchen Kosten man rechnen muss.


    Nach dem was ich bisher gelesen habe, bietet sich bei relativ kleinen Dachflächen ja doch eher Monokristallin an (?), jedenfalls aber wäre ein möglichst guter Wirkungsgrad wahrscheinlich wünschenswert, um auf eine möglichst hohe kWp Auslegung zu kommen. Bei den Modulen frage ich mich, ob es eigentlich noch deutsche Hersteller gibt.


    Natürlich bin ich auch an hohem Eigenverbrauch installiert. Auch wenn meine Frau Lehrerin ist und wir ein kleines Kind haben, gehe ich dennoch nicht unbedingt davon aus, dass wir tagsüber allzuviele Verbraucher haben werden.


    Ob man auch die Wärmepumpe für die PV Anlage berücksichtigen kann, ist dabei natürlich eine weitere Frage (bei der Planung ist die PV Anlage noch nicht berücksichtigt und soll auch erst später kommen, auch ist derzeit noch vorgesehen, die WP mit eigenem Zähler zu betreiben).


    Also, zusammengefasst: Lohnt sich eine PV Anlage bei der genannten Dachfläche eigentlich? Wenn ja, mit wieviel Kosten muss man kalkulieren?


    Auch wenn ich mir sicher bin, dass diese Fragen so, oder so ähnlich, schon x-Mal gestellt wurden, würde ich mich über Antworten sehr freuen.


    Viele Grüße aus Hamm,


    Michael

  • Hi Mihcael,


    Willkommen im Forum!


    Generell lohnt sich eine PV Anlage auf dem eigenen Haus immer noch (auch wenn keine zweistelligen Renditebeträge rauskommen im Allgemeinen).


    Was erwartest du denn für einen Stromverbrauch?


    Bei 7 Meter Dachbreite denke ich, du kannst ca. 6-7 Module Nebeneinander montieren (Die "Standardgröße" der Module beträgt ca. 1 m + 1,66 m plus minus 5 cm je nach Hersteller).
    Hast du irgendeine weitere Information zu deinem Dach? ein Foto? eine Skizze? 26 qm klingt erstmal nach Platz für 4-5 kWp, allerdings ohne zu wissen, WIE das Dach aussieht kann man das nicht genau festlegen.


    Ob Monokristallin oder Polys macht nicht soo den Unterschied, wichtig ist die Nennleistung der Module pro qm, wenn man es auf maximale Ausbeute abgesehen hat.


    Preislich kannst du (je nach Angebot) in Regionen irgendwo zwischen 1200 - 1600 €/kWp rechnen, je nachdem wieviele "Schwierigkeiten" bei dir auf dem Dach sind und wie groß die Anlage nun sein kann (z.B. wird die Gaube mitbelegt? Brauch man SolarEdge WR aufgrund verschiedener Ausrichtungen/Verschattungen, willst du unbedingt das maximum rausholen mit "Premium Sunpower" Modulen, etc.)


    Ein kWp ist im übrigen die installierte Nennleistung der Anlage.


    Die Wärmepumpe zu berücksichtigen macht schon Sinn, allerdings kann man dann im ALLGEMEINEN die Pumpe NICHT auf einen eigenen Zähler laufen lassen, da die PV Anlage nur an EINEN Zähler angeschlossen werden darf (den Haushaltsstrom üblicherweise). Es gibt zwar Pumpen, die können je nach Tageszeigpunkt und Stromverfügbarkeit zwischen WP Tarif um PV hin und her schalten, diese sind jedoch deutlich teurer soweit ich weiß.


    Hattest du schon Zeit dich ansonsten in das Thema einzulesen?
    z.B. Dinge wie
    - Einspeiseregelung (70%-hart, 70%-weich, oder RSE)
    - Steuerliche Gesichtspunkte (du wird unternehmer sein und keine Privatperson wenn du EEG in Anspruch nimmst)
    - Baubedingungen (wie nach an das Nachbardach DARFST du bauen? Teilweise gibts da Baandschutztechnische Bedenken wenn man die Brandmauer überbaut habe ich gehört?)
    - Einbau eines Batteriespeichers? (Ist als GEsamtpacket im Moment wirtschaftlich nicht sinnvoll, kann aber ein "nice to have" für dich sein? :-)
    - etc. hier findet man noch viele andere Themen :-)

  • Hallo Serin,


    schon einmal vielen Dank für Deine Antwort. Das Dach ist ein Satteldach, ein gemeinsames Dach mit dem Nachbarn der DHH.


    Ansonsten, ob ich mich eingelesen habe, klares "jein". Ich bin dabei und habe schon einiges gelesen, allerdings bin ich noch dabei, wichtiges von unwichtigem zu trennen (es gibt ja im Netz sehr viele Portale mit eher seichten Informationen, die teilweise auch schon ziemlich veraltet sind).


    Eigentlich möchte ich nicht unbedingt einen zweiten Zähler für die WP, der Preisunterschied ist ja mittlerweile sehr gering. Allerdings weiß ich noch nicht, wie der Netzbetreiber das sieht. Allgemein stehen wir mit der Planung noch ziemlich am Anfang.


    Speicher, ja das ist ein spannendes Thema. Ich verspreche schon, ich frage hier nicht nach der Tesla-Batterie ;). So wie ich das sehe ist so ein Speicher eine feine Sache, aber die Preise sind noch zu hoch, richtig?


    Edit: Stromverbrauch: Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Wir wohnen mit Kind zur Zeit in Hamburg in einer Wohnung, dabei hatte ich 2015 einen Stromverbrauch von 3.766 kWh (Warmwasser lief da aber über Strom, zukünftig über WP). Ich würde also ohne WP mal von 2.500kWh ausgehen, und dann mit WP ?? kWh (Haus hat ca. 130qm und 41kWh/m²/a laut Berechnung).

  • Hehealso zu "seichte" Informationne kannst du hier nicht erwarten, hier kommt ALLES auf den Tisch (bitte stör dich nur nicht an manchen Tönen, WIE etwas kommuniziert wird. Die meisten Dinge sind hier schonx-mal diskutiert worden ;-) )


    Zu all den genannten Themen findest du auf jeden Fall HIER im Forum einige Informationen zu :-)


    So wie ich das verstehe steht das Haus schon. Kannst du also irgendetwas über die Dachmaße sagen oder ein Foto einstellen? evtl. reicht schon das Google Maps Bild um zumindest GROB etwas aussagen zu können.
    Wir brauchen hier Futter :-D

  • Ne, das Haus steht noch nicht und es gibt leider im Netz jetzt auch keinen Plan. Ich habe einen, aber den müsste ich irgendwo hochladen. Liefer ich noch nach!


    Ich meinte damit auch nicht das Forum, sondern eher diese Info-Portale mit zweifelhafter Unabhängigkeit.

  • Wenn du noch an den Dachabmessungen, also dem Überstand, etwas spielen kannst, wäre es sinnvoll die Pläne zügig einzustellen, nicht, daß dir später 10cm fehlen.
    Bei den meisten Bauträgern gibt es (Beispiel-)Bilder auch im Netz, Abmessungen kannst du dann ja selbst aus dem Plan ergänzen. 4-5kWp sind aber für ein EFH eigentlich die perfekte Größe. Liefert guten Eigenverbruach und der Preis bleibt deutlich im Rahmen (da wird die Küche mehr kosten, falls du solche Argumente bruachst).
    OT: Bekommen die Mitarbeiter der Versorger den Strom, insbesondere den mit Sperrzeiten/RSE, nicht biliger?

  • Erstmal vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe mal versucht ein Bild hochzuladen, allerdings ist das vll. nicht so gut lesbar.


    Das Haus ist das "untere" der beiden in der Grafik links (die Rückseite der Garage ist logischerweise zum Garten hin). Die Breite des Dachs sind 7,00m, davon entfallen 3,60 m auf den Bereich ohne Dachgaube, und 3,4 auf den "mit" Dachgaube, der sich direkt an den Bereich des Nachbarn anschließt.


    Die Garage unten ist östlich, die Garage oben ist "westlich". Die Ausrichtung ist fast direkt südlich, minimal nach Osten hin, und 40Grad Dachneigung. Leider habe ich keine genaue Berechnung der Dachlänge. Ich komme aber wohl auf ca. 4-5m an der langen Seite, an der Dachgaube ca. die Hälfte.


    Ich dachte übrigens bisher immer, dass 10qm = 1kWp ist, also bei ca. 25-30 qm maximal 2,5-3,0 kWp. Ist das mittlerweile nicht mehr so, bzw. was kann man aus so einer Fläche an Maximalleistung herausholen, wenn man "vernünftige" Module verbaut?


    Danke euch,


    Michael

  • Also bei 10 qm pro kWp hast du schon miese module ;-)
    Aktuell zu "vernünftigen" Preisen kannst du so Module holen, die so ca. 170 W/qm an Peakleistung haben

  • Zur Leistung je Fläche:


    Aktuell werden meist so 260- 290 Watt Module eingesetzt, bei etwa 1,66 m2 Fläche. Ergibt aklo etwa 1,7 KWp auf 10 Quadratmetern.
    Zu deinen Angaben oben (41 KWh/m2/a). Das müsste dein Heizbedarf für dein Haus wiederspiegeln. Also 5330 KWh + Frauenwohlfühlzuschlag[emoji1]



    MfG


    gelig

  • Ich danke Euch für die Antworten. Das bedeutet, dass ich wahrscheinlich doch eine ganz ordentliche PV Anlage aufs Dach setzen kann.


    Der Netzbetreiber war gerade so nett und hat mich einmal zurückgerufen, weil ich Fragen für den Hausanschluss hatte.
    Er meinte zunächst, für die Wärmepumpe gibt es in Hamm keine Abschaltzeiten und ich darf sie ohne weiteres an dem Zähler für den Hausanschluss betreiben. Das ist schon mal gut, ich denke damit werde ich auf einen zweiten Zähler auf alle Fälle verzichten. Einen Mitarbeiter-WP Tarif gibt es bei meinem Arbeitgeber übrigens nicht.


    Außerdem meinte er, unter 10kWp müsse man für Eigenstrom keine EEG Umlage bezahlen?!?! Ist das so richtig, ich dachte immer, dass auch Anlagen unter 10 kWp EEG-Umlage zahlen müssen?




    Michael