Hilfe erbeten! PV-Anlage auf Titanzinkblechdach

  • Guten Tag an alle hier!


    Ich bin absoluter Neuling in diesem Forum und auch insgesamt noch ein ziemlicher "Solar-Laie".
    Meine Situation: Hauskauf Mitte 2015, auf dem Haus befindet sich eine PV-Anlage seit 4/2011 (12,16 kWp, 64 Module; überwiegend Stromeinspeisung an den regionalen Grundversorger, teilweise Eigennutzung). PVA wurde separat mit erworben.


    Das Haus hat ein Titanzinkblechdach (Baujahr 2002; sehr flache Dachneigung, genauen Winkel habe ich nicht parat)), die PVA ist mit Klemmen an den Falzen befestigt (die Unterkonstruktionsträger sind von der Firma Schletter, die Klemmen aber scheinbar nicht). Die Module sind flach (nennt man das "dachparallel"?) montiert. Die Falze wurden von der damaligen Solar-Firma (inzwischen nach meiner Recherche insolvent) für das Anbringen der Klemmen aufgebogen! Die gesamte PVA ist als eine große Einheit - also "am Stück" - montiert.


    Im Winter hatten wir nun einen Einriss am Dach, exakt an der äußeren Kante der PV-Anlage, neben den dort sitzenden Klemmen. Meine bisherigen Recherchen (Internet, Solarfirmen, Dachklempner) hat folgende Informationen ergeben:
    Generell ist scheinbar das Montieren von PV-Anlagen auf einem solchen Dach sehr umstritten und problematisch, da das Dach sich bewegt durch Temp.schwankungen und es such die Befestigung an den Falzen daran gehindert wird. Titanzinkblech ist ja offenbar bei niedrigen Temperaturen recht spröde. Es gibt wohl nur 2 Optionen zur Befestigung - eben Klemmen oder Lösungen, die das Dach durchdringen. Das Aufbiegen der Falze hat den Dachklempner erschüttert.


    Es gab jetzt 2 Überlegungen zur Lösung:
    Entweder Aufteilen der PVA in mehrere kleinere Einheiten, dabei Schließen der Falze und Verwendung anderer Klemmen (Kostenaufwand geschätzt mind. € 6.000,-). Aber auch dabei bleibt wohl scheinbar ein ständiges Restrisiko für weitere Beschädigungen des Daches.
    Alternative: Verkauf der PVA (würde mir natürlich eigentlich nicht gut gefallen).


    Meine Frage/Bitte an Euch: Haltet Ihr einen Weiterbetrieb der Anlage nach entsprechendem Umbau für "gefahrlos" machbar? Gibt es noch andere Optionen zur Befestigung? Oder wäre ein Verkauf die beste (= sicherste) Lösung?


    Vielen Dank für Eure Hilfe im Voraus!
    Viele Grüße!


    Jo
    PS: Nach den bislang abschätzbaren Werten erzeugt die Anlage wohl auch noch deutlich weniger Strom als aus den beim Verkauf vorgelegten Abrechnungen hervorgeht (Abrechnung 2014 = ca. 10.000 kWh, aktuelle Hochrechnung 1.4.15 bis 1.4.16 = ca. 7.000 kWh!). Es besteht hier der durchaus begründete Verdacht, dass die vom Vorbesitzer gemeldeten Zählerstände nicht korrekt waren (begründet deshalb, da beim Gasverbrauch des Hauses ebenfalls mit falschen Werten gearbeitet wurde - dies ist inzwischen zweifelsfrei bewiesen).

  • ein weiteres Problem bei der von dir beschriebenen Montage ist die Einleitung der Kräfte in die Unterkonstruktion.
    Der Anlagenerrichter hat die Unterkonstruktion der PV-Anlage mit Klemmen an den Falzen der Blecheindeckung befestigt.
    Die Blecheindeckung ist normalerweise über genagelte Haften an der Dachschalung befestigt.
    Diese Haften und deren Nägel müssen bei dir jetzt die zusätzlichen Lasten der PV Anlage abtragen.
    Normalerweise weiß aber keiner, wo und wieviele Haften und Nägel verbaut sind.
    Eine Prüfung oder ein Nachweis ist also praktisch nicht möglich.
    Im schlechtesten Fall fliegt die PV mitsamt der Blecheindeckung vom Dach

  • Ja, davon hatte ich auch schon gehört bzw gelesen - kommt noch erschwerend hinzu. Wohl eher auch ein Argument für den Verkauf.

  • Weiterbetrieb sollte möglich sein. Allerdings sollte zwecks thermischer Ausdehnung die Anlage alle 6m unterbrochen werden.
    Die gerissenen Stellen kann man verschließen, allerdings hält aus eigener Erfahrung das nachträgliche Löten auf bereits verwittertem Blech nicht recht lange. Bewährt hat sich bei mir eine Lösung aus Flüssigkunststoff.