Geschäftsmodell Ladestellen.

  • Geschäftsmodell Ladestellen auf Parkflächen, mit wechselnden Nutzern.


    Ich konnte das im Betreff nicht vollständig ausschreiben. Mir geht es weniger um 'Schnellladung' und technische Fragen, sondern um die Aufarbeitung von Argumenten für den Bau und den Betrieb von Ladestellen.


    Was ist eine Ladestelle? Ein Anschlussmöglichkeit für ein e-Mobil jeglicher Art
    Was ist eine Ladesäule? Das Teil, wo die Technik drin steckt. Eine Ladesäule kann 4 oder mehr Ladestellen haben.


    Bisher war es so, das Ladesäulen bestenfalls 2 Ladestellen/ Stecker haben. Das halte ich für 'mein' (Überlegung) Geschäftsmodell nicht tauglich. Daher meine ich, das man zuerst Parkflächen aktivieren sollte, wo Minimum 4 Autos/ Mobile sich die Ladesäule teilen können. Da das Wirrwarr der Systeme und Stecker immer noch erheblich ist, braucht diese dann wahrscheinlich 12 Anschlüsse.


    Die Nachfrage nach 44 KW u.ä. Ansprüchen würde ich insoweit begrenzen, in dem das erheblich teurer gestaltet wird, als die normale 3 bis 5 KW Ladung. Aber möglich sollte dies von Anfang an sein, damit die Werbung (Google u.ä.) auch gut funktioniert.


    *echte Schnellladung mit 44KW oder 150 KW oder ?? sehe ich eher an Verkehrsadern. Da ist eh kein rankommen, wenn ich mich nicht irren sollte. Ein 50 KW DC Anschluss (Potential) sollte aber auch heute jede Ladesäule bekommen.


    Zuerst würde ich mich auf Standorte konzentrieren, wo man Minimum 3 solcher Ladesäulen aufstellen kann und wo schon Heute Mehrfachnutzung stattfindet. Soll heißen, die Parkflächen werden über den ganzen Tag von wechselnden Nutzer angesteuert. Daher würde ich auch bewirtschaftete Flächen deutlich bevorzugen, eigentlich ausschließlich.


    In den nächsten 5 Jahren wird die Nutzung der Ladesäulen sicher noch nicht reichen, um flächendeckend an allen Säulen Gewinn zu machen, bzw. die Abschreibung zu verdienen. Da aber meine Überlegungen zum Geschäftsmodell der Ladestellen aus dem Blickwinkel der Immobilenwirtschaft stattfinden, ist das kein Beinbruch. Man muss halt erst mal Angebot schaffen, um echte Nachfrage zu generieren. Da die jährliche Abschreibung je Ladesäule nicht sehr hoch ist (Erdbau, Leitung über 25 Jahre; Säule über 10 bis 15 Jahre) darstellbar. Inwieweit man Fördergelder aktivieren kann, lasse ich außen vor.


    Die Standortwahl erscheint mir 'warum auch immer' der Knackpunkt zu sein. Ein großes Parkhaus sollte auf jeder Etage Minimum 10 Stellflächen bekommen und jede Etage sollte auch jeden Anschluss zumindest einmal vorhalten.


    Es gilt hier der Grundsatz: (fast) jede Nachfrage kann auf jeden Fall befriedigt werden.


    Vertraglich muss gesichert sein, dass man auf der Fläche der einzige Anbieter bleibt. Im Gegenzug verpflichtet man sich, auch nachzusteuern. Was insoweit kein übergroßes Problem sein sollte, da man die Leitungen ohnehin auf Maximum auslegt (Anzahl und Querschnitt) um nur einmal den Aufwand des Leitungsverlegen und der notwendigen aufwendigen Bauarbeiten zu haben.


    Selbstverständlich ist das eine Wette auf den starken Zuwachs an e-Mobilen in den nächsten 5 Jahren! Okay, damit kann ich leben, wenn ich sehe, was mir sonst so an Angeboten und Ideen über den Weg läuft.


    Da mir die Ladesäulen alle nicht gefallen und Tesla bestimmt ein anders Branding kaum akzeptieren wird, muss man sich was einfallen lassen. ich meine, die Kosten dafür überschätzt man eher. Zum Innenleben sage ich mal nix weiter, da gibt es ja genug schlaue Experten. Ist auch eher Nebensache: Das Ding muss das können und kostet so viel!

  • Fragen wir uns mal wo geladen wird (ich habe ein E-Auto, einen Smart EV)
    1. zu Hause
    2. bei der Arbeit
    3. beim Einkaufen
    4. unterwegs auf Langstrecke


    1, 2 und 3 sind kostenlos, bzw. werden es oft sein.
    Es Bedarf also Ladestationen in Ballungsräumen ausserhalb der Einzugsgebiete 1 und 2. Wo fahren die meisten Leute, ist also Ladebedarf, eher in der Stadt.
    Ein Geschäftsmodell erschließt sich mir für einen kleinen Anbieter nicht. Wenn ein Autohersteller einsteigt, war es das. Es gibt dort auch keine Garantie auf den Standort. Nebenan macht ein Neuer auf.
    Das Hauptproblem ist aber der fehlende elektrische Anschluß in der Leistung.


    Bei uns in der Autowaschanlage wird das Laden für Kunden kostenlos sein, 2 Ladeboxen werden bald gebaut. Mein Ansatz ist das die Fahrt für die Kunden zum Einkauf/Dienstleister kostenlos ist.
    Der Fahrer wird doch eine Lademöglichkeit wählen welche auf seine Verweildauer zugeschnitten ist. Also warum jetzt 15min warten und bezahlen wenn ich nachher 1h Einkaufen bin und kostenlos laden kann, selbst mit zB nur 11kw.


    Wenn ich Einkaufen fahre lade ich kostenlos beim ADAC, bald auch beim Aldi, oder hier jetzt schon bei Obi. Lademöglichkeiten für die ich bezahlen würde gibt es nicht, ausser für den seltenen Fall ausserplanmäßig zu fahren und laden zu müssen.
    Bei Langstrecke müßte ich ein Fahrzeug mit Schnellladern haben das in max 15min voll ist, das kann gerne etwas kosten.


    Ich sehe den Markt noch nicht, es gibt noch zu wenige E-Autos und es nicht nicht absehbar wie das Ladeverhalten wird. Vor allem was machen die Autohersteller. Wenn es keine Steuern auf Strom gäbe, kostet die kwh nur 3cent. Für 3cent verschenkt sich Strom sehr schnell. VW kann zB Strom an der Börse einkaufen und dem Kunden die ersten 100.000km Strom schenken. Abrechnung über deren Ladeboxen, bzw. einen Anbieter der mit VW einen Vertrag hat. Dann ist man der Tankstellpächter der nur 3cent pro Liter Benzin bekommt. Davon kann man nicht leben.
    Vielleicht kommt der Staat auch auf die Idee die EAutos in der Form zu fördern. Man weiß nicht was die Lobbyarbeit da bewegt.


    EDIT: es dauert noch ein paar Jahre bis wir wissen wie es wird. Kommt Google und Apple mit einem selbstfahrendem Auto ändert sich noch mehr. Das Auto parkt selber, bzw. fährt während man einkaufen ist selber laden, waschen, zur Werkstatt. Wo ? Wohin es Google schickt ! In Großstäden wird sich eher Carsharing durchsetzen. Das Auto ist kein Statussymbol mehr, in der Großstadt lästig. Dort ist der größte Markt, der kleine Rest auf dem Lande.

  • Meine bescheidene Meinung ist auch, daß sich die Ladestellen an den Discountern/beim Einklaufen durchsetzen werden.


    Weil dort die Leute 30-60min Verweilen und somit auch bei geringer Ladeleistung wieder weiter kommen ohne eine Tanklstelle anzufahren. Die haben gleichzeitig die Möglichkeit die Kosten umzulegen oder für kleines Geld bin ich auch bereit beim Einkaufen zu bezahlen denn ich muss ja nicht noch eine Tankstelle anfahren.


    Parkhäuser wären noch eine Möglichkeit aber da ist wieder das Problem, daß in den Innenstädten die Verweildauer außer am Wochenende ehr kurz ist. Und an Park&Ride Parkplätzen diese den Ganzen tag belegt sind => wenig Wechsel auf dem Stellplatz.


    Bsp. Bei meiner Schwiegermutter in einem Frankfurter Vorort konnte man ein paar Stellplätze realisieren. Die Lage ist Gut da eine Straßenbahnendhaltestelle nur ein paar Meter entfernt ist. Nur das wären dann ja fast nur Dauerparker. Im Umkreis von 500 m sind aber ein Einkaufszentrum und ein paar Discounter => kein Wirtschaftlicher Betrieb von Ladesäulen möglich



    Django

  • Also aus Erfahrung kann ich sagen, bei Ladeleistung unter 11kW hole ich unterwegs kein Kabel raus. Der Aufwand steht dazu in keinem Verhältnis zum Nutzen. An 22kW Ladesäulen lade oft und gerne unterwegs z.B. bei Aldi. Aber nur weil es nichts kostet. Für Geld lade ich lieber Zuhause. Da baumelt das Ladekabel an der Wand und ist schnell eingesteckt.
    Wesentlich Geld würde ich auf Langstrecken für Ladepunkte direkt neben der Autobahn bezahlen. Da geht es eben nicht anders, kurze Wege und Zeitersparnis sind mir dann einn paar Euro wert. Anbieten würden sich da die dicken Anschlussleistungen an PV-Freiflächen oder WKA entlang der BAB. Die gibt es ja gerade genug. Vorteil: Nahezu keine Kosten des Netzanschlusses da leistungsfähiger Anschluss vor Ort. Auch für 10 mal 50kW beispielsweise.


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  • Zitat von PV-Berlin


    Selbstverständlich ist das eine Wette auf den starken Zuwachs an e-Mobilen in den nächsten 5 Jahren! Okay, damit kann ich leben, wenn ich sehe, was mir sonst so an Angeboten und Ideen über den Weg läuft.


    Du brauchst aber an der Stelle auch investoren, die diese Wette mitgehen.
    Und das ist nicht so leicht, außer man ist Elon Musk. :D

  • Investoren zu überzeugen, ist das geringste Problem, das sagte ich schon. Zuerst muss mir erst mal klar werden, was geht und wie man das umsetzt.


    Dass das Laden am Laden für ewig umsonst ist, bzw. dass dies hier einige User geradezu erwarten, zeigt mir, dass diese von Geschäftsmodellen genau gar keine Ahnung haben.


    Zum Beispiel scheint mir die Bezahlung des Stromes über die Parkautomaten ein gangbarer Weg zu sein. Auch ist es möglich, bewirtschaftete Parkplätze großer Firmen etc. so aufzuwerten und den Unternehmen, die ganze Abwicklung und die Investitionen abzunehmen. Industrie und Handel werden wahrscheinlich nicht bereit sein, sich die nötigen Investitionen in die Bücher zu holen.


    Z.B. die Stellflächen der BFA in Berlin entsprechend aufzurüsten, wäre einer der o.g. Fälle. Pendler u.ä. Dauernutzer benötigen ja keine aufwendige Ladesäule. Über die obligatorischen 6 bis 9,5 h Arbeitszeit bekommt man genug Saft in den 'Tank' selbst wenn man nur mit 5 KW Spitzenleistung die Ladestelle fährt.

  • Zitat von PV-Berlin

    Auch ist es möglich, bewirtschaftete Parkplätze großer Firmen etc. so aufzuwerten und den Unternehmen, die ganze Abwicklung und die Investitionen abzunehmen. Industrie und Handel werden wahrscheinlich nicht bereit sein, sich die nötigen Investitionen in die Bücher zu holen.


    Ok unter diesem Aspekt kann es gelingen.
    Ist nur die Frage ob die Firmen mitmachen oder genau wie beim PV erst dagegen sind und es dann doch selber machen.


    Wenn die Parkplätze bei den Firmen günstig liegen kann man ja auch die Parkplätze mit PV "überdachen"/verschatten und den eigenen Strom zum Laden erzeugen.


    Hat bei uns in der Nähe ein Burger K.. gemacht. Die haben ihre ca. 30 Parkplätze komplett mit PV überdacht. Der Nebeneffekt ist der,daß im Sommer da Auto im Schatten steht und sich nicht so stark aufheizt.



    Django

  • Seit ich in irgendeinem Video bei Dutubst gesehen habe, wie schnell man das Akkupack bei einem Elektroauto wechseln kann, spukt mir immer noch ein Gedanke durchs Hirn, der sowohl für schnelle Bereitstellung von Fahrleistung als auch zur Verstetigung der Nutzung von Wind-/PV-Kraft sorgt. Man lädt die bereitgehaltenen Akkus damit, tauscht sie tagsüber bei Kundenautos (gegen ein kleines Entgelt ;)) und speist nachts mit allen nicht genutzten Akkus ins Netz ein. Dafür gibt es ebenfalls Geld, wenn auch nicht alleine kostendeckend.
    Das würde selbstredend voraussetzen, daß die Hersteller der Autos ihre Akkus wechselbar machen. Diese Möglichkeit wäre aber in meinen Augen ein Totschlag-Verkaufsargument: „Versorgen Sie Ihr E-Auto mit neuer Energie in der Hälfte der Zeit, die ein vergleichbares Auto mit ICE zum Volltanken braucht!“ :)
    Ist das bloß Spinnerei?

    Anlage: 26 Aleo S 18 215 W Module mit 5,6 kWp,
    SMA SB 5000 TL-20; -50°(fast SO), DN 25°
    seit 14.9.09 am Netz Nähe Cuxhaven

  • Ja, daran ist bereits betterplace (Shai Aggassi) gescheitert.


    Der Akku ist irgendwie schon etwas persönliches. Je nachdem wie man ihn nutzt verschleißt er auch.
    Insofern wird der Nutzer ungern wild Akkus durch die Gegend tauschen.
    Das würde nur komplett über Mietakkus gehen, die dann verliehen werden und der Nutzer nur eine nutzungsabhägige Gebühr (Strom+Akkunutzung) bezahlt. Nur dazu brauchst du auch die Hersteller wieder im Boot.

  • Ich habe keine direkte Anwort auf das Geschäftsmodell.
    Der meiner Meinung nach wichtigste Markt (im Sinne von Volumen) sind die Parkplätze von Arbeitgebern. Millionen von Arbeinehmern fahren jeden Tag zur Arbeit und parken auf einem Parkplatz des Arbeitgebers (Parkflächen, Parkhäuser usw).
    Das sind planbare, jeden Tag identische Pendlerstrecken und langen Parkzeiten (meistens eben >8h, d.h. z.B. bei einer Fahrstrecke von 40km zum Arbeitgeber müssen dann in 8h nur 10KWh nachgeladen werden)


    Am einfachsten wäre natürlich, wenn der Arbeitgeber das als Leistung dem Arbeitnehmer ohne jeglichen Overhead kostenfrei zur Verfügung stellen könnte. Jeder Verwaltungsaufwand (steuerlich) übersteigt den Nutzen erheblich.
    Ich geh mal davon aus, wenn man z.B. 3KW Ladesäulen steuerlich für Arbeitgeber komplett freistellen würde (also kein geldwerter Vorteil für den AN der versteuert werden muß), dann würde das ziemlich kicken.