Generatorfeld auf fremdem Grundstück - Einige Fragen

  • Hallo zusammen,
    lange nicht mehr hier gewesen, aber bei meinem jetzigen Problem natürlich direkt die erste Adresse.


    Auf mein Privatdach passt leider keine PV-Anlage (Gaube etc.), so dass ich gerne auf eine Scheune, die meiner Mutter und einer Erbengemeinschaft (unter anderem mir) gehört, ausweichen würde.


    Die Scheune ist an einem eigenen Hausanschluss angeschlossen. Da der Stromverbrauch jedoch so gering ist (Scheune + Wohnhaus), würde ich den Strom gerne in meinem Haus verbrauchen (ca. 110 m Kabellänge). Ich denke generell sollte das kein Problem sein, oder?


    Dazu hab ich jedoch noch mehrere Fragen:
    - Das Dach ist zurzeit noch mit Eternit belegt. Dieses muss entsorgt werden und mit Trapezblech + Anlage belegt werden (max. 30% der Fläche wird mit der Anlage belegt (ca. 10 kW)). Kann man die Kosten für die neue Dacheindeckung oder die Entsorgung (wenn auch vielleicht nur anteilig) in die Anlagenkosten mit einbeziehen?
    - Es müssen auch zusätzlich Sparren ausgetauscht werden um die Tragfähigkeit zu erhöhen. Wie sieht es damit aus?
    - Abnahme des Stroms von zwei Parteien scheint ja nicht möglich zu sein, da dadurch zwei Anschlüsse verbunden würden. Wenn dann einen Anschluss abmelden und unterverteilen.


    Ich freu mich schon auf eure Antworten!


    Beste Grüße aus der Eifel!

    52x Bosch Solar c-Si M 60 M245 3BB (12,74 kWp) mit SMA Sunny Tripower STP 12000 TL-10

  • als Erstes würde ich da eine Wirtschaftlichkeitsberechnung unter Einbeziehung aller Kosten aufstellen.
    Ich kann mir beim Besten Willen nicht vorstellen daß die auch nur ansatzweise aufgeht.
    Dafür bist du so acht bis zehn Jahre zu spät dran
    Schon das Geld für die 110 Meter Kabelanschluß wirst du nicht wiedersehen, geschweige denn das was du ins Gebäude investieren musst.
    Ich würde mir was anderes überlegen, vielleicht brauchst du beim Haus einen Carport, etc?

  • Also die Scheune braucht so oder so ein neues Dach. Das wird auch gemacht, wenn keine Anlage darauf kommen würde, daher war die Frage eher, ob man dadurch zusätzlich zum Strom noch einen Benefit erzielen kann.
    Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung werde ich natürlich auch nochmal im Detail durchführen. Das hab ich damals schon mal gemacht, aber da wollte ich noch den Strom in dem dazugehörigen Wohnhaus nutzen. Da jedoch der Jahresverbrauch bei ca. 2000 kWh liegt, wollte ich zumindest die Möglichkeit ausloten, den Strom bis ins Wohnhaus zu "transportieren".


    Vielen Dank aber schon mal für deine Rückmeldung!

    52x Bosch Solar c-Si M 60 M245 3BB (12,74 kWp) mit SMA Sunny Tripower STP 12000 TL-10

  • Wenn du das Kabel in Eigenregie auf Privatgrund legen kannst, könnte das schon gehen, sobald du über fremde Grundstücke, insbesondere öffentliche, mußt, vergiß es. Auf jeden Fall würde ich es zusammen mit der Dachnuztung ins Grundbuch als Dienstbarkeit eintragen lassen, das Grundstück mit der Scheune gehört dir ja auch nicht komplett.
    Wenn du einen Anschluß abmeldest, sparst ja auch die Grundgebühr, da kommen mit der Zeit auch ein paar Euro zusammen.
    Zum Rest frag einen Steuerberater, aber wen du da nennenswert was reinnimmst, macht die PV bei den aktuellen Vergütungen nur noch Verlust, das macht sich nicht gut.


    Wenn du die Fläche und das Kleingeld hast, mach bis 30kW voll, die EEG-Umlage wird stark überschätzt.

  • Das Kabel kann ich selber legen. Die Dienstbarkeiten wollte ich natürlich auch eintragen lassen.
    Den Steuerberater lass ich auch noch ran. :)


    Welche Grenze erreich ich denn mit 30 kWp? Es gibt doch nur über 10 kWp - 40 kWp oder auf was spielst du an?


    Viel erschreckender ist das hier:
    http://www.bundesnetzagentur.d…_blob=publicationFile&v=1


    Bedeutet das, dass meine Einspeisevergütung bei 8,91 Cent liegt, weil es sich um eine "Anlagen auf Nichtwohngebäuden im Außenbereich, Dachanlagen bis 10 MWp" handelt?


    Beste Grüße!

    52x Bosch Solar c-Si M 60 M245 3BB (12,74 kWp) mit SMA Sunny Tripower STP 12000 TL-10

  • Außenbereich hattest du noch nicht erwähnt (wenn man einmal nicht nachfragt, wäre da jetzt mit Wohnhaus und so auch nicht draufgekommen), hast aber Glück, weil wenn da Eternit drauf ist, dürfte die Ausnahme §53 Abs. 1


    zutreffen, dann gibt es die normale Gebäudeförderung.

  • Nochmal zu der Sache mit dem Außenbereich:


    Für Anlagen auf Nichtwohngebäuden kommt es zunächst darauf an, ob sich diese im Außenbereich nach § 35 des Baugesetzbuches (link is external) (BauGB) befinden. Der Außenbereich ist eine Gebietskategorie des Bauplanungsrechts und bezeichnet Gebiete, die weder im Geltungsbereich eines Bebauungsplans (§ 30 BauGB) noch innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile (§ 34 BauGB) liegen.


    Ich habe das anscheinend falsch verstanden und gehe davon aus, dass es sich dann doch nicht um einen Außenbereich handelt, da die Scheune in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus befindet (5m). Desweiteren kommt sonst wohl tatsächlich die Ausnahme von alterego zum tragen. :)


    Der Hinweis mit der 70% Grenze ist natürlich auch sehr hilfreich, danke!

    52x Bosch Solar c-Si M 60 M245 3BB (12,74 kWp) mit SMA Sunny Tripower STP 12000 TL-10

  • Zitat von Eifel_PV

    ... und gehe davon aus, dass es sich dann doch nicht um einen Außenbereich handelt, da die Scheune in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus befindet (5m).


    ob es sich um Außenbereich handelt oder nicht, hängt nicht davon ab von was jemand ausgeht, und auch nicht ob die Scheune 5 Meter von einem Wohnhaus entfernt ist.
    Ob das Objekt im Geltungsplan eines Bebauungsplanes liegt, kann bei der Gemeinde in Erfahrung gebracht werden.
    Die Frage, ob innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile, lässt sich oft nicht einfach entscheiden, schon gar nicht von Laien. Ortsrandlagen sind da gefährlich.


    Da diese Frage für die Vergütung entscheidend ist, würde ich das zuverlässig abklären.

  • Alles klar!
    Ich werde mich erkundigen. Vielen Dank!

    52x Bosch Solar c-Si M 60 M245 3BB (12,74 kWp) mit SMA Sunny Tripower STP 12000 TL-10