PV Steuer und die Berechnung des Entnahmewert DV

  • Hallo,


    ich weiß, es wurde schon viel darüber geschrieben, aber je mehr ich gerade dazu lese, desto verwirrter werde ich. :?


    Meine Anlage ging 05.2012 in Betrieb.


    Da ich von der Berechnung der Umsatzsteuer etc. keine Ahnung habe, habe ich mir seinerzeit das Programm PV Steuer gekauft.


    Ich möchte deshalb folgende Frage, bezogen auf die Jahre 2014 und 2015 stellen:


    In den Grundeinstellungen werden die Beträge "Ansatz unentgeltl. Wertabgabe für die Ust." und "Entnahmewert DV für EÜR" eingetragen. Interessant ist für mich besonders der Entnahmewert DV. Für 2014 wird empfohlen, als Entnahmewert DV den Vergütungssatz einzusetzen. In meinem Fall 19.31 Cent.
    Für das Jahr 2015 kann der Wert mittels Tool errechnet werden. Gebe ich dort die erforderlichen Werte ein, so wird mir ein Wert von 9.78 Cent vorgeschlagen. In der Summe der EÜR macht das bei mir ca. 170€ mehr Verlust zu meinen Gunsten aus.
    Warum wird der Wert für 2014 nicht auf selbem Wege berechnet?
    Welchen Wert sollte ich 2014 und 2015 eintragen, den errechneten, oder den Vergütungssatz?

    Herzliche Grüße


    Christian


    Seit 05.2012: 4 Strings = 6,24KW/p; 2x SMA Sunny Boy 3000TL-21; SMA Sunny Home Manager; Energy Meter; 3x BT Steckdosen

  • Der "Entnahmewert DV" ist der Teilwert.
    Der Teilwert ist ein objektiv definierter Begriff - aber er ist nicht eindeutig definiert. (Man will anfügen: Und das muss auch so sein).
    Alle Teilwertvermutungen haben mindestens eine gemeinsame Eigenschaft: Sie sind widerlegbar.
    Es gibt keinen Teilwert, der den Anspruch haben könnte, der einzig richtige zu sein.


    Da sich nun mehrere Möglichkeiten anbieten - kann Paulchen das kaum anders programmieren.
    in Frage kommen
    a) Herstellungskosten: Extrem günstig... aber auch extrem schlecht zu verteidigen; bzw. extrem leicht zu attackieren
    b) Opportunitätskosten = entgangene Einspeisevergütung: meistens nicht ganz so extrem günstig (aber immer noch deutlich unter Bezugsstrompreis); extrem gut zu verteidigen - und extrem schwer zu attackieren.


    Nun musst Du entscheiden, was Du willst - und das Programm dazu bringen, den Wert zu verkaufen, für den Du Dich entschieden hast. Es ist einzig Deine Entscheidung.


    Soweit ich weiß, läßt Paulchens Tool da dem User die Wahl.
    Wobei die Herstellungskosten auch programmseitig ermittelt werden können. (Im ersten Jahr können sich dann allerdings utopische Werte ergeben).



    (Achja:... "Marktpreis" ist auch noch eine Phantasie, die Mitarbeiter beim Finanzamt hin und wieder haben. Die Jungs und Mädels sind dann in der Arbeitnehmerveranlagung bei der Bewertung von geldwerten Vorteilen geistig stecken geblieben. Der Wert ist natürlich beschissen hoch; aber dafür extrem leicht zu attackieren - und nicht zu verteidigen. Der Ansatz ist systematisch völlig falsch.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hallo,


    zum Entnahmewert für den DV, der bei der EÜR eine Rolle zur Berechnung der Entnahmesumme benötigt wird, ist Folgendes zu sagen:


    Der Entnahmewert wird über den sogenannten Teilwert ermittelt. Es gibt allerdings nicht "die eine" Teilwertvermutung, sondern ungezählt viele. Dementsprechend ist es nicht einfach, die passende auszusuchen. Man muss in der Lage sein, dem Sachbearbeiter am FA bei Bedarf klare Argumente für die Verwendung der eigenen Teilwertvermutung präsentieren zu können.


    Lange Zeit war es "in", den Entnahmewert mittels Herstellungskosten der Anlage zu berechnen - er war meist so schön günstig für den Anlagenbetreiber.
    Allerdings berichteten mir viele Kunden, dass ihr Sachbearbeiter diesen Wert nicht akzeptierte. Aus diesem Grund habe ich in einem der letzten Updates das Rechenblatt zum Ermittels des TW über die Herstellungskosten entfernt. Ich empfehle jetzt die ausdrücklich die Verwendung der "Opportunitätskosten" gleich dem Wert, zu dem der eingespeiste Strom vergütet wird.


    Mit ihm kann man gut argumentieren: Es ist der Wert, mit dem man die gleiche Summe erreicht, die ein reiner Einspeiser ohne DV mehr an Einnahmen in der EÜR angibt. Dieser Wert wird im allgemeinen von den SBn problemlos akzeptiert.


    Wer dennoch sein Glück mit dem kWh-Wert aus den Herstellungskosten probieren möchte, der kann sich das Rechenblatt aus dem Downloadbereich unserer Homepage als Extratool holen....
    https://www.pv-steuer.com/modu…php?file=28&id=1454782421
    ...denn, wie im Hilfstext "Grunddaten" unseres Programms steht:


    Welche Werte Sie für die unentgeltliche Wertabgabe und die Entnahme des Direktverbrauchs ansetzen, ist ganz alleine Ihre persönliche Entscheidung.


    Freundliche Grüße
    Paulchen


    Nachtrag: Da hätte ich mir ja einiges sparen können :D

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, und Direktverbrauchs-Anlagen für Windows und Mac-OS
    DV-Tools auch für MAC OS - DV-Tools für je 1 Anlage auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Okay, ich danke Euch!


    Dann bleibe ich bei meiner Einspeisevergütung als Entnahmewert DV. Damit mache ich vermutlich nicht viel falsch.
    Es hatte mich halt verwundert, dass bei gleichem Softwarestand unterschiedliche Lösungen für die beiden Jahre angeboten werden.


    Ihr seit echt SPITZE :idea::danke:

    Herzliche Grüße


    Christian


    Seit 05.2012: 4 Strings = 6,24KW/p; 2x SMA Sunny Boy 3000TL-21; SMA Sunny Home Manager; Energy Meter; 3x BT Steckdosen