EÜR - Welche Art der Abschreibung?

  • Wenn ich das richtig sehe, ist das einzig Nennenswerte, was den Gewinn mindert die Abschreibung. Die Rechnung dürfte ja für jeden etwa ähnlich aussehen, da Kosten der Anlage (um 2014 herum errichtet) und Ertrag sich ja in engen Grenzen halten.
    Also sagen wir mal 1500€/kWpp Kosten bei 150€/kWpp Ertrag (+/- 1000kWh a 0.15cent/Jahr/kWpp der runden Zahlen wegen). Über 20 Jahre macht das 75€ Abschreibung und 75€ steuerpflichtiger Gewinn. Lieg ich da richtig oder hab ich da wesentliche Punkte übersehen? (Außer Versicherung fallen mir keine mindernden Kosten ein, leider kann man Zeit und Nerven für die Abrechnung nicht ansetzen).


    Frage: Kann man nach dem ersten Jahr mit linearer Abschreibung noch in einen anderen Modus wechseln. Sollte sich in sagen wir 10 Jahren der Einkommenssteuersatz verringern (Rente bspw) macht das doch Sinn, oder?

  • Zur Zeit bestehen keine Bewertungswahlrechte bei der Normalabschreibung.
    Die Abschreibung der AHK erfolgt linear p.r.t über die Nutzungsdauer; bzw. der Restbuchwert wird über die Restnutzungsdauer abgeschrieben.


    §7g EStG (Investitionsabszugsbetrag) sieht als weitere Förderkomponente die Möglichkeit vor, im Jahr der Anschaffung und den vier Folgejahren bis zu 20% der AHK zusätzlich zur Abschreibung nach §7 Abs. 1 EStG vorzunehmen.


    Generell - sofern keine zwingenden Gründe dagegen stehen - gilt es im Rahmen der Steuerberatung immer darum, alle Wahlrechte stets so auszuüben, dass sich das geringste zu versteuernde Einkommen ergibt.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Dannke kpr. Allerdings komm ich nicht ganz mit Bewertungswahlrecht - welche Bewertung? AHK? p.r.t?


    Komme ich denn in den Genuß des §7g EStG bzw welche Vorraussetzungen gelten?


    Ich hab jetzt nur für 2014 anteilig die 5% genutzt. Steht ja nicht da dass man die 20% auf die ersten 5 Jahren gleichmäßig verteilen muss, sondern nur dass man bis zu 20+5*5=45% in 5 Jahren abschreiben könnte.

  • AHK = Anhängerkupplung; oder Anschaffungs- und Herstellungskosten


    p.r.t = pro rata temporis = zeitanteilige Abschreibung im jahr der Anschaffung oder Herstellung s


    §7g... Voraussetzungen = angeschafftes oder hergestelltes Wirtschaftsgut für das Jahr der Anschaffung oder Herstellung sowie im Folgejahr so gut wie ausschließich betrieblich genutzt; darüber hinaus Größenmerkmale die bei einer PV in haushaltsüblicher Größenordnung erfüllt sind.


    Ich hab nichts anderes geschrieben.
    Die Normalabschreibung nach §7 Abs. 1 IST vorzunehmen.
    Das Bewertungswahlrecht nach §7g KANN in Anspruch genommen werden.

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  • kpr schrieb:

    Zitat

    Generell - sofern keine zwingenden Gründe dagegen stehen - gilt es im Rahmen der Steuerberatung immer darum, alle Wahlrechte stets so auszuüben, dass sich das geringste zu versteuernde Einkommen ergibt.


    In der Zeit mit (positiv-)Zinsen spielte der "schnelle Geldrückfluss" noch eine größerer Rolle, also konkret sprach einiges für höherer Anfangsabschreibungen (Stichwort Sonder-AfA), ist jetzt eher untergeordnet.
    Ein kurzer Blick in die voraussichtliche Einkommensentwicklung für die nächsten 20 Jahre (Familiengründung, Beförderung etc.) schadet auch jetzt nicht, in der Praxis sind die Auswirkungen aber auch eher untergeordnet.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Mag alles stimmen - ändert aber nichts an der Aussage.


    Geht der Berater einen anderen Weg,
    a) ohne entsprechenden Auftrag
    b) ohne HARTE Gründe (keine in die Zukunft gerichteten "Prognosen")
    dann ist die Beratungsleistung mängelbehaftet. Fehlt nur noch der Eintritt von Schaden beim Mandant - und die Türen zum Versicherungsfall sind weit offen.


    Weswegen der Berater gut beraten ist, im Zweifel bestehende Wahlrechte stets so auszuüben, dass das geringste zu versteuernde Einkommen entsteht.

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  • Zitat von kpr

    Mag alles stimmen - ändert aber nichts an der Aussage.


    Geht der Berater einen anderen Weg,
    a) ohne entsprechenden Auftrag
    b) ohne HARTE Gründe (keine in die Zukunft gerichteten "Prognosen")
    dann ist die Beratungsleistung mängelbehaftet. Fehlt nur noch der Eintritt von Schaden beim Mandant - und die Türen zum Versicherungsfall sind weit offen.


    Weswegen der Berater gut beraten ist, im Zweifel bestehende Wahlrechte stets so auszuüben, dass das geringste zu versteuernde Einkommen entsteht.


    Das „durfte “ ich leider am eigenen Leibe (und Einkommen) erfahren. Ich habe allerdings nicht geklagt, sondern den StB gewechselt.
    Nu is besser. :)

    Anlage: 26 Aleo S 18 215 W Module mit 5,6 kWp,
    SMA SB 5000 TL-20; -50°(fast SO), DN 25°
    seit 14.9.09 am Netz Nähe Cuxhaven

  • #off topic


    hmmm.. versteh ich nicht.


    Wenn ich den Berater nicht wechseln will / kann, weil er im Unternehmen viel zu tief verwurzelt ist (und man das für einen Grund hält), dann kann ich es ja verstehen. Dann muss man sich einigen. Und es gibt nicht viel, was noch dämlicher ist, als dafür zu sorgen, dass der Steuerberater nicht mehr hochmotiviert ist. Da muss man dann halt mal in den sauren Apfel beissen - und auch noch lächeln und "hmmmmmm - lecker" sagen.


    Aber wenn man doch eh wechselt... hätte ich mir doch die Kohle wiedergeholt.

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