Eigenverbrauch Dach pachten 10 kwp / noch lohnenswert?

  • Hallo,


    ich könnte ein Dach pachten und darauf eine 10 kwp PV Anlage installieren.
    Ist dies aktuell noch lohnenswert? Was darf so eine Anlage ca. kosten?


    Wäre ein Speicher empfehlenswert?
    Eigenverbrauch Annahme des aktuellen Strombeziehers in dem haus liegt bei ca. 20-30% (ohne Speicher)


    wie sieht eine Vorlage / vertrag für den potentiellen Strombezieher aus, welcher den Strom über mich dann günstiger beziehen könnte. gibt es hierfür vorlagen?


    danke und viele grüsse
    andi

  • Hallo Andi,


    mit der Konstellation wird es schwierig.


    Du möchtest also ein (kleines) Dach pachten und einen Teil des Stroms an den Hausbewohner verkaufen?
    Hierbei fällt auch bei unter 10 kwp die EEG-Umlage an!


    Sinnvoller wäre es z.B. wenn der Dachbesitzer und Stromverbraucher selber die PV-Anlage errichten würde.


    Wenn es am Kapital scheitern sollte könntest du ja einen Privat-Kredit geben und bei der Sache mitverdienen. :wink:


    Speicher kenn ich mich (noch) nicht aus, wenn man der Mehrheit des Forums glauben schenkt lohnt es sich (noch) nicht.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Servus Toni,


    diese Variante geht leider nicht.


    Wie hoch wäre denn die EEG Umlage?
    Auch bei unter 10 kwp fällt diese an?


    Danke und Vg
    andi

  • Außerdem ist auf fremden Dächern noch eine erstrangige Dienstbarkeit im Grundbuch dringend anzuraten, kostet auch extra.
    EEG-Umlage findest du immer aktuell unter http://www.netztransparenz.de/de/EEG-Umlage.htm (natürlich) netto.


    Denkbar ist auch noch die Anlage komplett zu vermieten, daß also der Nutzer der Betreiber wird (sonst gibt es keien Ausnahme bei der Umlage, wenn wir von energieintensiven Unternehmen absehen). Weil die Umlage frißt dir den größten Teil des Vorteils auf und für den Rest lohnt der Aufwand dann kaum noch.

  • Hallo


    Wir haben bereits eine Dienstbarkeit auf dem Dach eingetragen da wir bereits eine Anlage auf dem Dach haben


    Wie hoch waere die EEG Umlage.
    Vermieten der Anlage geht nicht.


    Es besteht nur die Option eine weitere Anlage mit bis zu 10 kwp zu errichten und den Strom per eigenverbrauch an den Vermieter zu verkaufen

  • Hallo Andi0306,


    das willst du dir nicht wirklich antun.


    Die EEG-Umlage für 2016 beläuft sich auf 6,354 Cent/kWh.
    Die darfst du bei einer Stromlieferung dem Gebäudeeigentümer in ganzer Höhe in Rechnung stellen und musst sie jedes Jahr an deinen Übertragungsnetzbetreiber abführen.


    Und jetzt rechnen wir mal:
    Ich habe mir gerade mal einige aktuelle Stromtarife angesehen und festgestellt, dass der Netto-Arbeitspreis um die 17,5 Cent/kWh liegt. Mehr wird dein Gebäudeeigentümer auch nicht bezahlen wollen. Unterstellt, er würde nichts an der Umstellungsaktion verdienen wollen, dann müsstest du deinen PV-Strom also für 12,15 Cent/kWh verkaufen, damit inkl. EEG-Umlage dann 17,5 Cent/kWh rauskommen.
    Selbst als Volleinspeiser bekommst du da mehr, nämlich 12,31 Cent/kWh und dabei sparst du dir zusätzliche Zählergebühren, die Abrechnungen rund um die EEG-Umlage und natürlich auch die Abrechnungen mit dem Gebäudeeigentümer.


    Edit:
    Ach ja.......die Frage, ob es sich noch lohnt:


    Bei folgenden Annahmen für Volleinspeisung,
    - Kaufpreis 1.200 €/kWp
    - Ertrag: 900 kWh/kWp
    - keine Finanzierung
    - Wartung, Rep., Versicherung: 120 €/a
    - Zählermiete + Sonstiges: 40 €/a
    - Dachpacht: 100 €/a
    komme ich auf eine Rendite von 3,3%, dann darfst du aber keinen Steuerberater gebrauchen und smart-metering musst du dann auch in den kommenden Jahren abwehren. :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


    2 Mal editiert, zuletzt von Bento ()

  • herzlichen Dank für die nette und kompetente Antwort. Also lohnt sich nicht mehr.... dachte ich mir schon fast :-)


    Fällt die EEG Umlage immer an oder gibt es hier noch Befreiungen?

  • Zitat von Andi0306

    Fällt die EEG Umlage immer an oder gibt es hier noch Befreiungen?


    EEG-Umlage fällt schon mal grundsätzlich nur für Eigenversorger und/oder Letztverbraucher an. Schau mal auf deine Stromrechnung........da bist du Letztverbraucher. :wink:


    Bei Volleinspeisung hast du also mit EEG-Umlage nichts am Hut.


    Aber auch bei Eigenversorgung gibt es Ausnahmen bzw. Minderungen der EEG-Umlage, aber dafür musst du Eigenversorger sein und das geht auf fremdem Dach schlecht.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Na ja, 3,3% sind immer noch mehr als 0,5% am Sparbuch ;)
    Bei nur einer Einheit im Haus, ist der Zusatzaufwand gegenüber Volleinspeisung imo noch überschaubar. Erzeugungszähler/Einspeisezähler bruacht man auch bei Volleinspeisung, bleibt also wirklich nur die Abwicklung der EEG-Umlage mit dem ÜNB (Einmalig Anmeldung, jährlich Zählerstände übermitteln und Rechnung bezahlen). In dem Fall hat man das Glück nicht den gesamten Strom des Mieters selbst durchleiten zu müssen, der kann ganz normal weiter seinen Anbieter wählen und direkt mit dem einen Vertrag schließen.
    Dem Mieter bietet man z.B. 20ct/kWh netto für den Strom an, den er aus der PV verbraucht, bleibt einem immer noch ein guter Cent mehr als bei Einspeisung, bei 1000kWh also gut 10 Euro im Jahr. Preisänderung bei Änderung der gesetzlichen Umlagen behält man sich (wie fast alle Versorger) vor.
    Ach ja - da man sowieso schon Umlage zahlt, kann man das Dach auch voll machen, da spielen die 10kWp keine Rolle mehr. Eher die 7, 15 bzw. 30kW bei der wahrscheinlich kommenden Einbaupflicht intelligenter Meßssysteme.

    Zitat

    da wir bereits eine Anlage auf dem Dach haben


    wird das aber auch keine große Rolle mehr spielen.