Umsatzsteuervoranmeldung Netzeinspeisungsbetrag?

  • Hallo,


    nach dem ich meine Umsatzssteuervoranmeldung jetzt schon ein paar Mal gemacht habe. kommt jetzt eine Frage nach dem Gespräch mit einem FA Sachbearbeiter auf.


    Ich habe bisher immer meine tatsächlichen Werte- abgelesen aus dem Sunny Home Portal eingeben und daraus meine UMST errechnet.


    Die hiesigen Stadtwerke überweisen mir ja einen Pauschalbetrag, den wir zusammen festgelegt haben monatlich. Nun hat mir der FA Sachbearbeiter aber gesagt, ich müsse diesen Pauschbetrag zur Netzeinspeisung angeben, egal, ob der den tatsächlichen Wert entspricht oder nicht, eine Verrechnung würde dann später erfolgen.


    Ist das denn richtig???


    Eine korrekte Abrechnung mit den Stadtwerken erfolgt ja Monate später, also meine Umsatzsteuererklärung muss ja zum 30.5. erfolgen, die Abrechnung mit den Stadtwerken erfolgt aber erst frühesten Ende 2016, wer hat denn jetzt recht?


    Und wie verrechne ich denn dann die abweichenden Daten von der tatsächlichen Netzeinspeisungen und den Gutschriften der Stadtwerke?


    Vielen Dank für Aufklärung.


    LG
    Gabi

  • Er hat schlicht Recht. Was Du gemacht hast, fällt in den Bereich "grober Unfug".


    Wenn Du die Ist-Versteuerung gewählt hast ("Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten") dann braucht man nichts mehr zu erklären. "nach vereinnahmten Entgelten" das sagt alles.


    Wenn Du die Soll-Versteuerung gewählt hast (eher unwahrscheinlich), dann wären die Abschlagszahlungen Anzahlungen auf nicht ausgeführte Leistungen, die per lex spezialis wiederum der Ist-Besteuerung unterliegen.



    Beispielsachverhalt:


    Ein PV-Betreiber habe mit seinem VNB die jährlich nachschüssige Zahlung mit monatlichen Abschlägen vereinbart.
    Jeweils zum 15. eines jeden Kalendermonats überweist der VNB von Jan bis Dez 100 Euro + 19 Euro USt = 119 Euro brutto.


    Der tatsächliche Vergütungsanspruch für das Jahr 01 betrage 1.500 Euro netto. Die Abrechnung und Regulierung erfolgt im Februar 02.
    Auch für Jan bis Dez 02 zahlt der VNB unverändert einen Abschlag von 100,- Euro netto.
    Die Abrechnung des Jahres 02 erfolgt im Jahr 03 und sei nicht Gegenstand des Sachverhaltes.


    Lösung


    I. Umsatzsteuer
    Im Jahr 01 sind monatlich zu versteuern: 19% USt aus einem Zahlungseingang von 119;
    somit 119 x 100/119 = 100,- Euro
    Die Zahllast beträgt monatlich 19,-Euro


    Im Jahr 02 ist zusätzlich im Februar 02 die Abrechnung von 01 zu berücksichtigen:
    abzurechen = 1.500; vorausgezahlt = 1.200; verbleiben 300,-. Euro (netto
    Zusätzlich zur Abschlagzahlung gehen also weitere 357,- Euro an Kundenzahlungen ein.


    Somit steuerpflichtiger Umsatz Februar 02: (119+357) = 476,-
    100/119 x 476 = 400,- Euro; Steuerschuld = 400 x 19% = 76,- Euro

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Wir stellen uns mal die Frage, was wird in der USt-VA angemeldet?


    Steuerpflichtige Umsätze zum Steuersatz von 19 %


    Also Umsätze. Was sind denn nun Umsätze?


    Wikipedia sagt


    https://de.wikipedia.org/wiki/Erl%C3%B6s

    Zitat


    Der Erlös oder die Erlöse (syn. Umsatz) bezeichnen in der Betriebswirtschaftslehre den Gegenwert, der einem Unternehmen in Form von Geld oder Forderungen durch den Verkauf von Waren (Erzeugnissen) oder Dienstleistungen sowie aus Vermietung oder Verpachtung zufließt.
    ...


    Abgekürzt also Geld, welches dir zufließt. Wie viel Geld ist dir nun jeweils zugeflossen? Der Abschlag oder so viel, wie du eingespeist hast?


    Ist wohl dann doch der Abschlag gewesen. Somit ist der Abschlag der Umsatz.


    Da der Abschlag brutto, also inklusive Umsatzsteuer ist muss man für die USt-VA den Nettowert ermitteln. Das geht mit einfacher Mathematik.


    Abschlag / 119 * 100 = Umsatz


    In der USt-VA wird also immer das angegeben, was im betreffenden Monat zw. dem Monatsersten und Monatsletzten zugeflossen, sprich auf deinem Konto eingegangen ist.


    Das gilt auch für die USt-Erklärung. Da erscheint alles, was zw. dem 1.1. 0:00 Uhr und 31.12. 24:00 Uhr zugeflossen ist. Ohne Ausnahme, keine 10-Tages-Regel wie in der EÜR. Der Umsatz aus der Abrechnung fließt erst im nächsten Jahr zu, wird somit auch erst im nächsten Jahr bei der USt-VA bzw. USt-Erklärung angegeben.


    Alles Klar? :D

  • Sehr gut erklärt :wink:

    Hausdach:

    9,36 kWp, 70% dynamisch; 36x Heckert NeMo 260W
    Fronius Symo 8.2
    180° Süden, 40° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)
    Inbetriebnahme am 20.01.2016


    Terassenüberdachung:

    7,455 kWp, 70% dynamisch; 27x SI-Saphir 165W und 10x Heckert NeMo 300W

    Fronius Symo 6.0 light

    180° Süden, 5° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)

    Inbetriebnahme am 29.03.2019


    JK: 23 (D2, T1)

  • Hallo,
    kpr, das habe ich leider nicht so ganz verstanden, donnermeister1 eher.


    Also, zusammengefaßt: Ich versteure ab sofort den Betrag, den mir die Stadtwerke aufs Konto überweisen, also die 20,-- oder 25,-- Euro, muss nochmals nachsehen, die haben ja erst 2 x bezahlt, d.h. davon dann die 19 % als Umsatzvorsteuer. Unbesehen davon bleiben dann die UST für eigenproduzierten und eigenverbrauchten Strom, die ich mir ja monatlich errechnen muss. Richtig?


    Und wann stelle ich das denn dann klar, welche Werte hauptsächlich geflossen sind? Ich bin ja noch neu, unsere Anlage läuft erst seit dem 30.9.2015. Habe also noch keine Umsatzsteuererklärung gemacht, da graust es mir vor, hoffe, das ich dann hier in dem Forum noch Hilfe dazu finde.


    LG Gabi

  • Bitte die Begriffe lernen. Vorsteuer ist, wenn du für die Firma etwas kaufst und dem Lieferanten die Ware plus Umsatzsteuer bezahlst. Diese bezahlte Umsatzsteuer ist für dich dann Vorsteuer. Die bekommt man als Firma vom FA zurück.


    Wenn du 25 € aufs Konto bekommen hast, dann hattest du 25 / 119 * 100 = 21,01 € Umsatz. Da in der USt-VA auf volle € gerundet eingetragen wird, gibst du bei Steuerpfl. Umsatz zu 19 % nun 21 € an.


    Die unentgeltl. Wertabgabe für den Direktverbrauch müsste man eigentl. auch monatl. angeben. Es macht aber beim FA keiner ein Faß auf, wenn man das erst in der letzten, also der Dezember USt-VA macht. Hat den Vorteil, dass man am 31.12. die Zähler abliest und somit den genauen Wert kennt.


    Das ergibt dann bei der USt-Erklärung nur die übliche Rundungsdifferenz zur Summe der USt-VAen.

  • Hallo Gabi,
    ich möchte Dir das PV Steuer Programm von unser Paulchen, hier aus dem Forum, ans Herz legen.
    aber vielleicht hast du ja schon sogar.
    Das vereinfacht die Sache enorm


    Gruß
    Fritz

    Fritz

  • Hallo,
    danke, ich glaube, jetzt habe ich es kapiert.


    ich gebe es noch über Elster ein, aber ich schaue mir gerne was anderes an, WISO für 2015 habe ich auch, muss ich aber nochinstallieren.


    LG Gabi