Von Insel zu EEG auf Mehrfamilienhaus - lohnt das?

  • Servus von der Insel! ;)


    ich bin eigentlich ganz zufrieden mit unserer Insel, die seit April letzten Jahres unsere Wohneinheit versorgt. Da ich letzens öfter den Ratschlag von Solateuren bekommen habe, mein 130m³ Süddach, 20° mit PV vollzumachen bis "kein Rot" mehr sichtbar ist, will ich doch langsam mal über meinen Tellerrand (oder besser Inselrand) schauen, ob eine EEG-Anlage mit Staplerakku und der Verkauf an meine beiden Mieter und ans EVU lohnt. Ich liebäugle da mit den Infini 10kVA.


    Leider kenne ich mich mit Einspeisen und EEG überhaupt nicht aus. Ich hab mir die Insel aufgebaut, weil ich anfangs nichts mit Papier zu tun haben wollte, und weil es hieß, es lohne sich eh nicht mehr.


    Eckdaten:


    Gewerbeeinheit (Arztpraxis - GmbH) im EG mit 8500kWha, PV-Stromabnahme steht schon im Mietvertrag. Preis wie Yellowstrom Gewerbe
    Meine Wohneinheit im OG mit 2500kWha läuft jetzt über Insel
    vermietetes DG seit 1.2.16 läuft schon über geeichten Zähler, zwei Personen, ca. 2500kWha
    Süddach, 20Grad, zwei kleine Dachfenster 19 x 10 m
    Bin selber Elektriker, bis jetzt hab ich alles alleine aufgebaut und kann das wieder so machen...
    Die Überlegung ist auch, etwas sinnvolles mit übrigen Geld zu machen, anstatt es auf die Bank zu legen.


    Vielleicht könnt ihr mir mit Argumenten helfen, ob das alles Sinn macht, oder ob ich lieber meine Insel geringfügig erweitere


    Vielen Dank!

    9,3kWp Insel, 2x Pip5048MS paralell, Pzs 625 Ah, SOC-Überwachung über BMV 700, solpiplog,
    Überschuss-Verbraucher (bestellt): Renault Zoe Z.E. 50 (R135) (50kwh, 135 PS)
    gelernter Elektroinstallateur - jetzt Owner-Driver mit 40t Autotransporter

  • Bedenke, daß du beim Verkauf an Dritte immer 100% EEG-Umlage abführen mußt und wer weiß, was das neue EEG so alles bringt, obwohl man von denen die die Entwürfe schon gesehen haben in diesem Punkt nichts hört.
    Bei einem Gewerbetarif bleibt da nichts bis fast nichts an Mehrerlös gegenüber einspeisen, dafür aber Mehrarbeit bei der Abrechung. Einen Speicher kannst du von der DIfferenz garantiert nicht finanzieren, egal wie bilig der ist.
    Erst mal alles einspeisen und bestenfalls vorbereiten für die Lieferung (wenn du das selbst machst, ist es aber auch schon egal). Wenn die Differenz zwischen Bezug und Einspeisevergütung plus EEG-Umlage dann mal höher ist, kann man immer noch umstellen.
    Überlegen könnte man die Insel z.B. als USV zu deklariert, komplett zu vermieten, wenn du nur den Strom lieferst, gilt der erste Satz (habe jetzt extra nachgesehen, bei Stromlieferung an Dritte gibt es keine Ausnahme). Für die USV machst du dann einen Wartungsvertrag, wobei das aber schon wieder grenzwertig ist, weil es nach Umgehung aussieht.

  • Moin Vollkorn, schau dir die Zubauzahlen an, dann weißt du, dass es sich regulär nicht lohnt (mit regulär meine ich, dass du dir die Anlage hinstellen lässt). Soweit ich weiß gibt es Zuschuss nur für Neuanlagen und wenn die Batterie gleich mit dabei ist (und es muss jemand offiziell sieben Jahre Garantie auf die Batterie geben; die Unterschrift kostet!). Als nächstes kommt es darauf an, wie teuer es wird, eine kWh in der Batterie zu speichern und wieder zu entnehmen. Mein Milchmädchen nimmt die Kosten hierfür immer mit 10 bis 12 Cent an (andere reden bisweilen auch von über 30 Cent). Die Erzeugung kostet 8 bis 10 Cent, also hat man Kosten von 18 bis 20 Cent, wenn man nachts eine kWh aus der Batterie entnimmt. Jetzt kommt es sehr stark darauf an, wie der Lastgang ist, also wie viel tagsüber und wie viel nachts verbraucht wird. Darüber kommst du zu einem Durchschnittspreis für die kWh und da kommen noch mal 4 Cent fürs Finanzamt (Selbstentnahme) drauf. Anders ausgedrückt: Mit dem Tagesverbrauch subventionierst du nur die Batterie!


    Also, mein Rat wäre, lass die Insel, wie sie ist und wenn du mehr PV machen willst, dann pack dir eine reine Einspeiseanlage zusätzlich aufs Dach. Dann kannst du zumindest deine eigene Arbeitszeit rausrechnen. Wenn du normalerweise Kosten von 10 Cent hast und eine Vergütung von 12 Cent, machst du 2 Cent Gewinn, von denen noch die Einkommensteuer abgeht. Wenn du durch Eigenleistung auf 7 Cent Kosten runter kommen kannst, dann sieht das besser aus.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Du hast ca. 190qm.Damit könntest du je nach WG der Module zwischen 28kWp und und 38kWp bauen. Eine 10kWp für den Eigenverbrauch und die zweite als Volleinspeiser.



    Roadster 2.5 Model S P85+ Signature Red

    Tesla P85+ seit 8/13 >452.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.

  • Hallo


    Alterego: Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht einen Staplerakku, neuwertig habe ich aber bereits...


    jdhenning: da ich den Akku ja schon ein Jahr lang hab, wird das mit der Förderung eh nichts. Die Praxis braucht schätzungsweise 80% übern Tag. Also hauptsächlich Direktverbrauch. Aber gut, dass du mir die Augen öffnest, dass es sich hier kaum lohnt. Also ich glaube, der Preis wäre hier 20 Cent netto. Wären noch ein paar Cent mehr wie man fürs Einspeisen bekommt.
    Die Kapazität vom Akku würde ich ja weiterhin weitgehend selber nutzen und spare mir so Strom in der Nacht teuer zu kaufen. Und beim Verkauf an den Mieter in der DG-Wohnung würde ich 27Cent brutto bekommen, da lohnt sich auch Akkustrom. Mein Staplerakku kostet mich so ganz grob 7 Cent pro kWh und ca. 10 - 15 kWh kann ich netto nutzen. Durch die große PV-Fläche bekomme ich ihn auch bei schlechten Wetter wohl täglich voll.


    Dann wäre auch noch die Frage, ob ich die monatliche Umsatzsteuererklärung mit meiner Geschäftsbuchhaltung zusammen machen kann, weil ich ja eh Einzelunternehmer bin. Dann könnte ich das Gedöns in einem mitmachen.


    Falls ja, sollte ich vielleicht sogar aufteilen in 10kWp Insel und 10kWp-EEG? Bringt das was?


    Falls nein, werde ich deinen Rat folgen und mir das Gedöns sparen und bei meiner Insel bleiben und eventuell noch 1,5kWp dazu machen, um den Autharkiegrad etwas zu erhöhen.


    PS:
    eba. Kann gut sein, die Quadratmeter waren ursprünglich geschätzt. Die Masse habe ich von einem PV-Angebot, das ich schon ewig vom Elektriker rumliegen hatte. Ich versteh dich jetzt aber nicht ganz. Die 10kW Netzparallel? Hier wäre dann keine Ökosteuer fällig, und könnte meinen Akku wieder verwenden, wenn ich das jetzt richtig sehe...


    Vielen Dank erstmal!

    9,3kWp Insel, 2x Pip5048MS paralell, Pzs 625 Ah, SOC-Überwachung über BMV 700, solpiplog,
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  • richtig die 10kWp als EV-Anlage



    Roadster 2.5 Model S P85+ Signature Red

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  • Aich hier die interessante Frage: darf man eine HalbInsel(ohne Infini,der könnte ja einspeisen!) INNERHALB einer Eigenversorgungsanlage betreiben und diesen Strom an Mieter verkaufen?


    Gesendet von meinem ST21i mit Tapatalk

  • Klar lohnt das, aber nur für denjenigen der dir die Sachen verkauft. :mrgreen:
    Wie von Jdhenning erwähnt

    Zitat

    Die Erzeugung kostet 8 bis 10 Cent,


    kommt noch EEG umlage drauf ca 7 cent.
    Andersrum nimm ein Gewerbetarif fürs gesammte Haus für 18cent und verkauf dann an die Mieter.
    Brauchst die Anlage nicht Bauen und hast kein Risiko das mal was kaputt geht.Die Marge ist viel
    zu klein! => Dach ist neu zu decken nach 10 jahren?Alles abbauen kostet.....
    Eigenverbrauch Infini 150w....hält er 10 Jahre?
    Für 27 cent an die Mieter zu verkaufen ist gewagt .Freier anbieter Careenergie(19,99cent) und andere
    sind ebenfalls günstig. :juggle:

  • Vielen Dank schon mal soweit.


    Wie hoch ist der Ökopfennig? 7Cent??


    Aber langsam wird mir schon klar, wohin die Reise geht...

    9,3kWp Insel, 2x Pip5048MS paralell, Pzs 625 Ah, SOC-Überwachung über BMV 700, solpiplog,
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  • bei Volleinspeisung kann man eigentlich nix verkehrt machen. Bei Anlagenkosten von 1200€ / kwp wären das Kosten je kwh von 6 cent, für die Einspeisung bekommst du dann 12 cent. Es lohnt sich also auf jeden Fall. Gute Geldanlage.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!