4 kWp und ca. 50% EV => Kleinunternehmerregelung sinnvoll?

  • Hallo Forumsgemeinde,


    ich habe viel über Pro und Contra der KUR im Forum gelesen und habe eigentlich soweit verstanden, dass es selbst bei kleineren Anlagen mit viel Eigenverbrauch sinnvoll wäre, die KUR nicht in Anspruch zu nehmen. Besser wäre die Wahl der Regelbesteuerung und ein Wechseln in die KUR nach 5 Jahren, um ab dann die MwSt. auf den Eigenverbrauch zu sparen.


    Gilt diese Grundsatzhaltung auch bei so kleinen Anlagen wie unserem geplanten Projekt: 4 kWp auf dem eigenen Hausdach, Eigenverbrauchsquote von ca. 50% (wird erreicht durch aktive Nutzung des Stroms zur Trinkwassererwärmung)? Ein Stromspeicher, der die EV-Quote weiter erhöhen könnte, ist in den nächsten Jahren erst einmal nicht vorgesehen.


    Oder ist es vielleicht doch sinnvoll, die KUR zu wählen (wegen den hohen MwSt.-Ausgaben für den eigenverbrauchten Strom)?


    Vielen Dank vorab.
    Südbrandenburger

    -----------------------------------------------------------------------
    8,575 kWp
    35 x Yingli YL245P-29b , 1 x Danfoss TLX+ 8k, 1 x Solar-Log1000
    Ausrichtung: -50° (SO), Neigung: 47°
    Inbetriebnahme: 09/2012

  • Bei grob 1400,- pro KWp und 4KWp kostet die Anlage 5600,- netto oder 6664,- brutto.
    Die VSt Erstattung wären dann 1064,-.
    USt auf DV sind rund 50,- pro Jahr. :wink:


    Wie erfolgt die Trinkwasser- oder auch Brauchwassererwärmung?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von seppelpeter


    USt auf DV sind rund 50,- pro Jahr. :wink:


    Bei 2000kWh sind es schon eher 80-100 Euro im Jahr.
    Aber egal, derzeit ist es nicht vorstelbar, daß KUR sofort sich bei PV finanziell lohnt, dafür bräuchte man andere Gründe. Mit sinkenden Anlagenpreisen und steigenden Strompreisen wird das aber irgendwann bei hohem Eigenverbrauch passieren. Beides ändert sich derzeit aber nicht großartig, wird also noch dauern.

  • Es wäre halt mal interessant zu wissen, wie hoch überhaupt der Jahresstromverbrauch ist und wie die Lösung zur Trinkwasser- oder auch Brauchwassererwärmung aussehen soll?


    Wenn das der Heizstab im Speicher ist, dann lässt man den besser weg.
    Eine WP oder Gastherme kann das effektiver und 1:1 Strom für WW auch noch bei USt und ESt berücksichtigen zu müssen ... ist nicht wirklich sinnvoll.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • aus Vereinfachungsgründen würde ich immer wieder zur KUR optieren.
    Gerade bei Kleinanlagen mit hohem Eigenverbrauch kann dadurch die Besteuerung des Eigenverbrauches entfallen.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Wenn du zur KUR wechselst, dann gilt das nicht nur für die neue Anlage, sondern für alle Anlagen die du hast. Für deine Anlage aus 2012 ist das ein Eigentor. Da wirst du die USt auf den DV nicht mit der KUR los.

  • Hallo seppelpeter und alterego,


    vielen Dank für eure Antworten.


    Die Trinkwassererwärmung wird (außerhalb der Heizperiode) mit Heizstab in einem 300 l Warmwasserspeicher erfolgen. Während der Heizperiode wird allerdings die Gasbrennwerttherme die Trinkwassererwärmung vornehmen. Wir sind bisher erst zu zweit in unserer jungen Famiie, so dass durch die Trinkwassererwärmung in den ersten Jahren deutlich unter 1.000 kWh an zusätzlichem PV-Strom-Verbrauch ausgelöst werden sollte.


    Die Nutzung einer Trinkwasserwärmepumpe sehe ich bisher bei uns kritisch, da einerseits der Hauswirtschaftsraum ein recht kleines Volumen hat (<25m³). Andererseits wird in das Haus eine kontrollierte Be- und Entlüftung eingebaut (Paul Novus), so dass es m.E. zu Problemen käme, wenn man zusätzlich innerhalb des HWR eine weitere Luftwälzung (durch die Trinkwasserwärmepumpe) hätte. Es stellt sich mir darüberhinaus auch die Frage, ob die Zusatzkosten der Wärmepumpe jemals wieder durch den höheren Anteil an PV-Stromverkauf eingespielt werden könnten.


    Viele Grüße
    Südbrandenburger

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    Inbetriebnahme: 09/2012

  • Vergiß das mit dem Heizstab bis auf weiteres. Die Gastherme müßte schon schlecht sein, wenn du das Wasser damit nicht für 12ct/kWh netto (Einspeisevergütung) warm bekommen würdest, selbst wenn man die Steuern mal wegläßt.
    Einige "experimentieren" hier in so einem Fall mit der Ariston Nuos rum, einfach suchen. Im Sommer sehe ich mit der KWL keien großen Probleme mit einer kleinen WP.


    Die ANlage aus deiner Signatur ist im selben Haus?
    Donnermeister: 9/12 ist doch kein Problem, hat ja (in aller Regel) keinen vergüteten Eigenverrbauch mehr