Kabel zwischen Wechselrichter und Hausanschlussraum

  • Hallo,


    nachdem ich mir die allgemeinen Planungshinweise durchgelesen habe, sind leider noch einige Fragen offen geblieben.


    Wir als Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) überlegen, ob wir in ein paar Jahren eine 17 KWp-Anlage auf dem Dach unseres Mehrfamilienhauses installieren lassen. Das Gebäude hat ein Walmdach mit SW und SO Ausrichtung und 15° Neigung welches als Blechfalzdach ausgeführt ist. Im Spitzboden über dem Dachgeschoss haben wir mehr als genug Platz für den Wechselrichter. Eine Blitzschutzanlage ist nicht vorhanden.


    Da wir in der nächsten Zeit die Rohrleitungen erneuern müssen und dazu die Versorgungsschächte geöffnet werden, wollen wir die dazu notwendigen Kabel gleich mit einbringen. Daher steht die Frage, an welche Kabel wir zwischen Wechselrichter und Hausanschlussraum denken sollten.


    Nach jetzigem Erkenntnisstand wären diese:


    - 1x NYM-J 5x16mm² AC-Anschluss
    - 1x Telefonkabel für S0-Bus zum Hausanschlusszähler zwecks Abregelung am Einspeisepunkt


    Wenn ich es richtig Verstanden habe, muss der Potenzialausgleich zwischen Modulgestell und der Potenzialausgleichsschiene im Hausanschlussraum blitzstromfest sein und daher mindestens 16mm² CU haben? Kann dazu der Schutzleiter des NYM-J Kabels verwendet werden ?


    Habe ich sonst noch etwas vergessen ?


    Vielen Dank
    Elektron

  • Das 5 * 16 ist überdimensioniert - da reicht ein 4 * 10 mm2 ohne Schutzleiter.
    Telefonkabel ist ok.
    Lass dann noch ein 1 * 16 gelb grün reinlegen wegen Potentialausgleich. Das Kabel muss ungeschnitten von der Potentialausgleichschiene im Keller ins Dach geführt werden. Dort kannst du auch wieder eine Potischiene setzen.
    Da kannst du dir dann die Erdung zum WR herziehen.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Hallo elektronxyz,


    erstmal willkommen im Forum! Je nach Länge, (wieviele Meter sind es?) würde auch 4 bzw. 5 x 6 mm² reichen, ohne Probleme. Ich würde eher zum 5-adrigen tendieren. Bei 20 m 4 bzw. 5 x 6 mm² hast Du im Mittel etwa 0,3 % Verlustleistung, also 3 kWh pro 1.000 kWh, oder etwa 50 kWh im Jahr. Vielleicht ist die Leitung auch kürzer. Wenn sie länger ist, würde ich auch auf 10 mm² gehen.


    Was ganz anderes: Wenn irgendwie möglich, würde ich den WR garnicht in den Dachboden, sondern in den Keller hängen! Da ist es mit Sicherheit deutlich kühler, und das kommt der zu erwartenden Lebensdauer des WR definitiv entgegen. Also am besten mindestens drei Leerrohre in ausreichendem Durchmesser verlegen, je eines für die Plusleitungen und eines für die Minusleitungen, das dritte für Steuerleitungen und Potentialausgleich. Das wäre die deutlich bessere Lösung.


    Schönen Abend
    Torsten

    15,81 kWp: 1 SMA SB4200TL mit 29xAleoS03 1 SMA SB2100TL mit 16xAleoS03 sowie 2 SMA SB3300 mit 48xAleoS03
    seit 2007 sowie seit 03/2012 12,675 kWp 1 SMA STP12000TL mit 65xSchott Mono 195
    17,745 kWp 2 SMA SB5000TL+ 1 SB4000TL mit 91xSchott Mono 195

    Einmal editiert, zuletzt von bt.mail ()

  • Vielen Dank für die Tipps. Ich werde gleich ein 8-adriges Netzwerkkabel ziehen lassen, so dass wir zukünftig weitere Ausgänge des WR nutzen können.


    Ich wäre halt schön gewesen Potenzialausgleich und AC in einem Kabel zu haben. Aber wenn es ungeschnitten sein muss, werden wir um zwei Kabel nicht herum kommen. In welcher Norm finde ich die Vorschrift, dass es ungeschnitten sein muss ?

  • Warum willst du da eine Norm ? Ich denke, das lernt man im ersten oder zweiten Lehrjahr, dass das so ist.... Allgemeiner Stand der Technik, Erdung

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Das Problem mit dem Wechselrichter im Keller ist, dass das DC-Kabel dann feuerfest durch das ganze Haus verlegt werden muss. Zwischen dem derzeitige geplanten Standort des Wechselrichters und dem Hausanschlussraum sind es ca. 40m.


    Die Geräte sind ja für Umgebungstemperaturen bis 60°C ausgelegt. Kommen wir da mit einem ungedämmten Dach in dem Problembereich ?

  • Ungedämmtes Dach ist schlecht. Ich würde dann den WR einfach größer auslegen - dann wird er nicht so warm. Preislich sollte das egal sein. Nimm dann auf jeden Fall einen mit Ventilatoren - die wirbeln wenigstens den Mief dann um.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Die Geräte funktionieren zwar vielleicht bis 60 °C, aber regeln evtl. oder fast sicher die Leistung herunter (Derating), besonders im ungedämmten Dach.
    Die Lebensdauer des WR wird deutlich geringer sein, als wenn er in einem kühlen Raum hängen würde, da kannst Du sicher sein.
    Die Verlustleistung des WR von etwa bis zu 300 Watt kommt noch also zusätzliche Heizung des ohnehin schon heißen Dachbodens dazu. Dort oben wird es brütend heiß im Sommer, das gibt echt Probleme!


    Größer auslegen würde ich den WR deswegen nicht, dann läuft er seltener im optimalsten Betriebsbereich und kostet mehr. Mit den Ventilatoren hat letsdoit zwar Recht, aber der (sogar ungedämmte) Dachboden ist der denkbar schlechteste Ort für einen Wechselrichter. Im Keller oder sonstwo hat man ihn auch immer eher im Blick.


    Also umplanen und WR in den Keller!!! Das kann ich hier echt nur raten!
    Du brauchst zwar dann mehr Stringkabel, klar, aber in denen hast Du dann auch aufgrund der höheren Spannungslage wesentlich weniger Leitungsverluste zwischen Modulen und WR. Den WR im Keller kannst Du dann je nach Länge mit wenigen Metern 5 x 4 mm² oder 5 x 6 mm² anklemmen, geht auch einfacher zu verlegen als 10 mm².


    Gruß
    Torsten

    15,81 kWp: 1 SMA SB4200TL mit 29xAleoS03 1 SMA SB2100TL mit 16xAleoS03 sowie 2 SMA SB3300 mit 48xAleoS03
    seit 2007 sowie seit 03/2012 12,675 kWp 1 SMA STP12000TL mit 65xSchott Mono 195
    17,745 kWp 2 SMA SB5000TL+ 1 SB4000TL mit 91xSchott Mono 195

    2 Mal editiert, zuletzt von bt.mail ()