gebrauchtes EV: Akkukapazität

  • Servus,


    wir möchten gerne unseren Zweitwagen austauschen, Stinker weg - EV her!


    Das typische Fahrprofil für dieses Fahrzeug sind Kurzstrecken nahezu täglich zwischen 2 und 30 km: Kinder durch die Gegend kutschieren, Einkaufen, kurze Dienstfahrten usw.
    Dazu steht das Vehikel tagsüber oft stundenlang in der Garage, könnte also problemlos mit eigenem PV-Strom geladen werden. Meines Erachtens ideale Voraussetzungen für EV.


    Allerdings möchten wir kein Neufahrzeug, ein Gebrauchter reicht uns.


    Hier stellt sich mir nun die Frage der Fragen: Der Akku. Wie kann bei einem Gebrauchtfahrzeug der Zustand des Akkus beurteilt werden. Es gibt ja hierzu auch Tests. Läßt sich das auch an der Laufleistung festmachen?


    Grüße
    Allgäulix

  • Falls Renault-Modelle eine Option sind, dort bleibt der Akku Eigentum von Renault und wird ausgetauscht wenn eine bestimmte Kapazitätsgrenze unterschritten ist.
    Dafür kostet der Akku dann auch Miete (ab 30€ mtl., je nach jährlicher Fahrleistung).

  • Wenn man schon ein wenig EV-Erfahrung hat, kann eine ausgedehnte Testfahrt /Reichweitentest Klarheit bringen.


    Ich habe nicht nur wegen der 10kW-AC-Schnellladeoption einen Stromos gewählt. Sondern auch, weil "stinknormale" Winston-LiFePO4-Zellen verbaut sind. Sollte doch mal etwas sein - Ausstausch möglich.

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,44kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Meister-Lusche L:44 (D:2)
    Kaiserlicher Jäger-König:79(D:12,T:3,Q:1)

  • Hallo Allgäulix,


    ich fahre nun fast 4 Jahre einen I-ON, und das war das beste Elektrofahrzeug, welches ich in meiner fast 20-jährigen
    EV-Erfahrung hatte. Ich wurde von der Mitsubishi-Technik nie im Stick gelassen und habe mir nun, weil sich die Anfordeungen etwas geändert haben, einen Berlingo gekauft, der den Antriebsstrang samt Akku vom Mitsubishi I-Miev eingebaut hat.
    Da die Drillinge 5 Jahre Garantie, mein Berlingo sogar 8 Jahre Garantie auf den Antriebsstrang haben, würde ich mir wegen dem Akku mit geringer Laufleistung keine Gedanken machen. Es ist ein ausgereiftes Fahrzeug mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.


    Gruß
    Manfred

  • joe , wobei man ja momentan für stinknormale z.B 30kWh Winston LiFeYPO4-Zellen ohne BMS mehr als 12k€ ausgibt,
    knapp das Doppelte von z.B einem kompletten 30kWh leaf-Akku (in den USA) :(
    Eine ausgiebige Testfahrt bei schön niedrigen Temperaturen sollte doch bei einem gebrauchtem EV
    wirklich ausreichend Klarheit bringen. Wenn der Verkäufer das ablehnt weiß man auch Bescheid...
    lg,
    Philip

  • Das mit der Reichweite funktioniert wahrscheinlich nicht so gut, nur als ein grober Test, weil halt jeder etwas anders fährt, besonders fahren "eingefleischte" E-Fahrer ganz anders als E-Neulinge. Und jeder hat halt eine andere Fahrstrecke zum Test. Der Nissan Leaf zeigt beispielsweise seine noch vorhandene nutzbare Akkurestkapazität mit kleinen Balken im Fahrerdisplay an, die normalerweise 12 Stück sind und mit der Zeit / intensiver Nutzung weniger werden. Bei mir sind allerdings, wie bei den meisten, nach über 2 Jahren Nutzung noch alle Balken da.Von anderen E-Autos ist mir teilweise bekannt dass man die eingeladenen kwh auslesen kann (Auch beim Leaf, Zoe...) Ein guter Test um die vorhandene Kapazität zu ermitteln ist den Akku so leer wie möglich zu fahren und mit einem guten true RMS Energiemessgerät (beispielsweise Conrad / Völkner EKM-Serie oder einem gängigen Hutschienen-Zähler für die Hausverteilung ) die kWh für eine Volladung netzseitig zu messen. Hierbei muss der Wirkungsgrad des Ladegerätes allerdings noch berücksichtigt werden, etwa 85-90%.
    Generell verlieren alle Akkus abhängig hauptsächlich von ihrem Alter, der Summe der Nutzungszyklen und den Betriebstemperaturen sowie wie lange sie voll geladen herumstehen ( Li ) nicht unerheblich an Kapazität. Wobei die Hersteller sowieso nicht die volle Akkukapazität ausnutzen. Beispielsweise kann der Kunde im Interesse der Akku-Lebensdauer von 24kWh beim Leaf (neuerdings 30kWh) nur 20(25) kWh nutzen. Der Rest wird ihm weder angezeigt noch ist er nutzbar.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Danke schon mal für die Inputs.


    Da ich bisher gar keine Erfahrungen mit EV habe, ist so eine Testfahrt ja was schönes, nur einen Vergleich kann ich daraus nicht ableiten, was den Akku betrifft. Also bin ich auf das geballte Wissen der EVler aus dem Forum angewiesen. :)


    Wir möchten gern einen der Drillinge. Die werden ja im allgemeinen recht gelobt.


    Ein Verkäufer will mir eine Kapazitätsprüfung des Akkus vorlegen. Was sagt so ein Test aus?


    Nochmal zur Laufleistung. Gibt es mittlerweile Erfahrungen, um wieviel Kapazität ein Akku im Mittel verliert je 10.000 km, je Jahr Alterung? Oder läßt sich dazu keine vernünftige Aussage machen? @Boelckmoeller beschreibt ja, daß auch ganz andere Einflussfaktoren zu berücksichtigen sind.


    Grüße
    Allgäulix

  • Die Batterien altern eher kalendarisch als durch Zyklenverschleiß.
    Mein Roadster hat noch 85% der ursprünglichen Kapazität, nach über 5Jahren und 168.000km.



    Roadster 2.5 Model S P85+ Signature Red

    Tesla P85+ seit 8/13 >414.000km gefahren. Seit 2/19 Smart ed cabrio aus 10/13. PV 10 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 13,8kWh und Wallbox. Weitere 18kWp PV an Solaredge. Gesamt PV-Leistung 28,049kWp. Jetzt habe ich ein Jahr Zeit, wie ich weitere 1,95kWp (=6x325W) aufs Dach bekomme.

  • Die Batterie ist durch die Miete abgesichert, wird sie zu schwach, zahlt die Batterie Leasing die Neue.


    Wenn man einen Gebrauchtwagen von Privat kauft, hat man keinerlei Sicherheit. Jede Reparatur zahlt man selber.
    Kauft man als Privatperson vom Händler, greift zuerst die Sachmängelhaftung, dann eine evtl. GW Garantie.
    So wird min. in den ersten 6 Monaten jede Reparatur durch den Händler bezahlt (Batterie ausgenommen), danach die GW Garantie.


    Überlege noch ob Du eine Schnellladeoption benötigst, bzw. nimm sie auf jeden Fall (wenn das Fahrzeug das bietet).
    Im Nachhinein bin ich froh die 22kw Ladeoption beim Smart zu haben. Nur mit 3kw zu laden hätte mir den Wagen doch vermiest. Ein Zwischenlanden unterwegs ist so vernünftig möglich. Ich dachte mein Streckenprofil kommt täglich ohne Nachladen aus. Nein, denn die Reichweite ist geringer als man denkt, im Winter noch weniger und die Planbarkeit der Fahrten mit einem 20min Ladestop viel besser. Und ich fahre damit mehr als ich dachte.


    Habe jetzt 2 Elektroautos. Einen Smart EV und einen Audi Benziner. Der Audi hängt jetzt nur noch am Ladegerät, da die 12V Batterie nach 2 Wochen Standzeit entladen ist. Ich fahre ihn viel seltener als ich dachte.

  • Ich kann akzeptabel beipflichten. Das Akkupack in unserem Mievi ist die nächsten Jahre kein Thema.
    Es wird auch bei jedem Service in der Werkstatt geprüft, also vollständiger Zyklus.
    Daneben ist der Vorteil der Drillinge neben dem Leaf natürlich Chademo. Damit ist er Bi-fähig. :lol:
    Also meinerseits viel Spass zu deinem Vorhaben!... :idea:
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.