Gerüst zur Wartung absetzen

  • Moin moin,


    bin gerade dabei meine Umsatzsteuer Erklärung für 2015 zu machen da fällt mir ein das ich letztes Jahr ein 10m Alu Gerüst gekauft habe. Kann ich dieses, bzw. die MwSt davon absetzen unter der Begründung es zur Wartung meiner PV Anlage zu benötigen?


    Hab kurz im Forum danach gesucht, aber da nur die Thematik gefunden wenn es zur Errichtung einer PV Anlage gekauft hat.


    Bonusfrage, wenn man es Absetzen kann: Die Mwst wird bei Elster in Feld 62 "Vorsteuerbeträge aus Rechnungen von anderen Unternehmen" eingesetzt, richtig?

  • Ganz eindeutige Antwort: Versuch macht kluch.


    Entweder wird es abgenickt (bzw. gar nicht betrachtet)... sowohl
    - bei der UStVA (blinde / vollautomatisierte Betrachtung
    - als auch bei der späteren manuellen Veranlagung zur ESt und USt


    .... dann ist alles gut. (Chance: 60:40)


    Oder: Irgendjemand stolpert drüber. Dann führt die Nummer vermutlich ins Abseits.
    Es wird der Vorhalt kommen, dass das gute Stück zu wesentlichen Teilen auch für andere Zwecke genutzt wird;
    man wird es nicht entkräften können (vermutlich stimmt es sogar)
    und niemals würde man mit so einer Nummer in einen Rechtsbehelf oder gar eine Klage gehen
    (Es sei denn, Casino und Roulette haben nicht mehr genug Reiz).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hallo,
    dann habe ich mal eine Frage dazu.
    Ich habe im letzten Jahr eine Reinigungsbürste inkl. Teleskopgestänge für die Reinigung meiner PV Anlagen gekauft...
    Jetzt ist es ja so das eine PV kaum auf dem Boden steht, bzw. vom Boden aus gereinigt werden kann.
    Als gewerblicher Betreiber habe ich ja gewisse Arbeitssicherheitsdinge einzuhalten, dazu gehört auch das man z.b. von einer Leiter aus nicht arbeiten darf, sondern ein Gerüst zu benutzen hat.
    Wenn ich jetzt 2xJahr ein mobiles Gerüst leihe bin ich bei mind. 100€ Kosten/p.a.
    Ein passendes Gerüst bekomme ich für 400-500€ ohne folgekosten.


    Klar kann man ein Gerüst auch für was anderes als die Wartung/Reinigung einer PV einsetzen, aber das gilt ja für nahezu alles was gewerbliche beim Finanzamt angeben....


    Könnte man hier dem FA zuvorkommen und z.b. 50% der Summe ansetzen und den Rest für anderweitige private Nutzung deklarieren, oder würde ich damit schlafende Hunde wecken und müsste direkt damit rechnen das man mir den gewerblichen Nutzen nicht glaubt??


    gruss
    Jörg

  • Es wird in diesen Dingen immer bei der Antwort "Versuch macht kluch" bleiben.


    Dir nützt keine Abhandlung über die Behandlung gemischt genutzter Aufwendungen in der Theorie - weil die Praxis halt anderes läuft.
    Und Dir nützt keine Abhandlung über die Praxis, weil jeder Input jedes Ergebnis zur Folge haben kann - und die entscheidenden Größen (Umstände bei Sachbearbeiter) vollkommen unwägbar sind.


    Deine Vermutung ist absolut richtig.
    Genau so gut kann es aber sein, dass Du selbst beim Halbhaarspalter das Verhältnis aus Chance zu Arbeitsaufwand so in den Keller jagst, dass selbst der den Bleistift nicht mehr spitzen mag.

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  • Guten Morgen,


    ich bin auch kurz davor PV Anlagen Besitzer und damit zum "Unternehmer" zu werden, so wie es überall deklariert wird. Man hat dann ein Unternehmen und darf sich von Außenstehenden diktieren lassen, welche Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen sind und was man darf.


    Die ganze Geschichte ist echt ein Witz!!!


    Wenn man Unternehmer ist, sollte man auch die Freiheit haben, wie man sein Unternehmen führt (auch wenn man nicht nur an die Wirtschaftlichkeit denkt).


    Ob das Unternehmen ein Gerüst kauft, um mehrfach im Jahr die Paneele zu reinigen (um den Ertrag hoch zu halten und die Paneele zu kontrollieren weil es mir wichtig ist) oder ob ich einen Speicher für die PV Anlage nachrüste, weil ich als Unternehmer mehr selbst nutzen will um als Unternehmer mehr für die Energiewende und die Umwelt zu tun.


    Steuern darf man fleißig zahlen.
    Der kleine Mann wird in diesem Land nur gearscht ...


    So, Käffchen

  • Sorry.. aber viel polemischeren Unsinn kann man kaum schreiben.


    Selbstverständlich hast Du als Unternehmer die Freiheit Deine eigenen Entscheidungen zu treffen.
    Ich bin hier über Jahre nicht müde geworden zu erklären, dass die besondere Bedeutung des Begriffes "betrieblich veranlasst" gerade darin liegt, dass das FA nicht der Super-Manager ist, der die betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit von Betriebsausgaben zu prüfen hat.


    Was Du willst, ist Dein eigenes Einkommensteuergesetz. Jemand der Dir nochmal übers Köpfchen streichelt und Dich lobt wie in der Grundschulde "Och... das hast Du aber ganz toll gemacht.... und auch noch für die Umwelt. Komm her.. kriegst nen Keks".
    Sorry. Aber das ist nicht die Aufgabe des Einkommensteuerrecht.


    Bei Aufwendungen die einer privaten Teilnutzung fähig sind, ist eine unwirtschaftliche Entscheidung halt immer ein scheinbares Indiz für eine private Mitveranlassung. Ob das wirklich so ist oder nicht - interessiert nur diejenigen, die sich mit so einer Sache noch vertrauensvoll an die Finanzgerichtsbarkeit wenden.


    Der Speicher ist nun mal grundsätzlich privat veranlasst. Die Förderung der Energiewende darf kein Ziel der Einkommensbesteuerung sein.


    Der kleine Mann sollte in diesem Land sich mal dran gewöhnen, dass er auch das Bein heben können muss, wenn er mit den grossen Hunden pissen will.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von kpr

    Bei Aufwendungen die einer privaten Teilnutzung fähig sind, ist eine unwirtschaftliche Entscheidung halt immer ein scheinbares Indiz für eine private Mitveranlassung. Ob das wirklich so ist oder nicht - interessiert nur diejenigen, die sich mit so einer Sache noch vertrauensvoll an die Finanzgerichtsbarkeit wenden.


    Wenn die Firma eine gewisse Größe hat, dann juckt es keinen ob er sich das Gerüst kauft, da wird es akzeptiert weil die private Mitveranlassung nach Hinten rückt. Ob die Mitarbeiter sich dann das Gerüst ausleihen könnten, um ihr Haus zu malern juckt dann keinen mehr.


    Zitat von kpr

    Der kleine Mann sollte in diesem Land sich mal dran gewöhnen, dass er auch das Bein heben können muss, wenn er mit den grossen Hunden pissen will.


    Der kleine Mann muss auch was tun. Keine Frage. Er soll nicht darauf warten, dass ihm ohne sein zu tun alles hinterher getragen wird. Völlig unstrittig. Darum geht es nicht.


    Vielmehr geht es um die Ungleichheit mit der verbundenen Ungerechtigkeit in unserem System. Und jetzt legen sie das nicht wieder als Gejammer aus. Ist es nicht. Es ist schlichtweg eine Tatsache. Das Geld wird immer schneller von denen die arbeiten, zu denen die oben die Hände aufhalten, umverteilt.


    Um an ihr lockeres Sprüchlein direkt anzuknüpfen: Wenn dem kleinen Mann beim Pinkeln das andere Bein weg getreten wird oder er permanent hin und her gestoßen wird, kann er sich noch so anstrengen wie er will.


    Die großen Hunde, wie sie sie liebevoll nennen, habe ihre Betreuer, die ihnen so ziemlich alles ermöglichen und ihnen den Weg ebnen. Die großen Hunde haben ihre Berater, die den Betreuern genau sagen, was für die großen Hunde wirklich gut ist und was zu machen ist, damit es denen gut geht. Nichts anderes passiert in unserem Wirtschaftssystem.


    So lange die Berater unsere Regierung aus den Großkonzernen kommen, die ihr eigenes Ziel der Gewinnmaximierung vertreten, im Bundestag ein uns aus gehen, wird meiner Meinung nach kein großer Wurf in der Energiewende kommen und es wird auch nichts entscheidendes wenn es um Steuerreform geht.


    Die Möglichkeiten die Energiewende zu fördern gäbe es schon längst. Die Technik ist vorhanden. Egal ob freie Dachflächen, kleineren Windkraftanlagen ... aber es würde die Gewinne der Großkonzerne schmälern und schon ist es nicht mehr gut.


    Die Elektroautos waren schon vor 20 Jahren so weit entwickelt, dass es diese an den Mann gebracht werden konnten. Durch die Ölindustrie mit Hilfe der Politik wurde das abgewürgt. Kann man sich auf Youtube ansehen: https://www.youtube.com/watch?…9LHPvoCvZEcoiOBiEpHBHOT7J "Warum das Elektroauto sterben musste"

  • Wenn nix mehr hilft... macht man halt eine Grundsatzdiskussion "um das Ganze" daraus.
    So löst man keine Probleme - so schafft man unendliche Diskussionen.


    Bei der Steuererhebung spielt die gleichmäßige Steuererhebung eine entscheidende Rolle. Das heisst aber nicht, dass bei jedem Fall die identischen Prüfungshandlungen angesetzt werden - sondern eine skalierte Prüfung stattfindet. Am Ende muss die Steuererhebung auch wirtschaftlich sein.
    Der angespielte Fall kommt natürlich in der Praxis tausendfach vor. Du vergisst allerdings, dass das wie mit Abseitstoren und Fehlentscheidungen beim Fussball ist - auf Dauer gleicht sich das alles aus. (Was bei einer Micro-Entity eben nicht der Fall ist).


    Alles andere was Du anschneidest, sind meines Erachtens politische Themen. Und wie es mir scheint, bist Du von den etablierten Parteien sehr enttäuscht. Das eint uns. Ich habe eine Alternative für mich (und für Deutschland) gefunden. Sei herzlich willkommen!
    Nichts desto trotz... das gehört einfach nicht in die Fachdiskussion der ertragsteuerlichen Würdigung eines Sachverhaltes.

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  • Zitat von kpr

    Wenn nix mehr hilft... macht man halt eine Grundsatzdiskussion "um das Ganze" daraus. So löst man keine Probleme - so schafft man unendliche Diskussionen.


    Vielleicht muss man aber genau das mal machen, genau dieses Ganze sich betrachten. Es kann ja nicht sein, dass Politik für einige wenige gemacht wird und nicht mehr für das Volk. So empfinde ich es und wenn ich mich nicht irre, dann geht es ihnen und vielen anderen im Forum nicht anders.


    Es muss sich grundsätzlich etwas ändern.


    Zitat von kpr

    Alles andere was Du anschneidest, sind meines Erachtens politische Themen. Und wie es mir scheint, bist Du von den etablierten Parteien sehr enttäuscht. Das eint uns. Ich habe eine Alternative für mich (und für Deutschland) gefunden. Sei herzlich willkommen!


    Die Politik bereitet aber nun mal das Spielfeld vor und legt auch die Regeln fest.


    Parteien ..... ohhhh ha ...


    Unsere Politiker haben alle ganz anderes gelernt und übten ganz andere Berufe aus. Sie werden von Vertretern der Wirtschaft und Hochfinanz beraten oder bekommen schon komplette Vorlagen für Gesetze in die Hand gedrückt als Empfehlung. Ihre eigene Qualifikation spielt überhaupt keine Rolle. So wie es im Moment läuft, könnte da meiner Meinung nach jeder sitzen. Durch den Fraktionszwang werden oben die Entscheidungen getroffen und die Basis wird vor vollendete Tatsachen gestellt und muss mitziehen. Das Volk wird komplett in der Entscheidungsfindung und auch sonst generell ignoriert. Im Bundestag redet vorne einer. Aus anderen Parteien wird er nieder gemacht, der Rest versucht sich wach zu halten oder ist gar nicht erst da. Richtige Diskussionen und Debatten, egal zu welchen Themen, finden nicht statt. Jeder der anderer Meinung ist, wird vor die Tür geprügelt weil er die Ruhe stört.


    Mehr sage ich dazu mal nicht, es ist Sonntag und auch sonst driftet das völlig ab und hat hier nichts verloren.


    Das Steuerrecht wird in jedem Jahr umfangreicher und komplizierter.


    In dieser Materie stecken sie mit Sicherheit tiefer drin als ich. Das ist auch gut so. ;o)


    Dann finden wir mal den Weg zum Thema zurück:


    Zitat von kpr

    Nichts desto trotz... das gehört einfach nicht in die Fachdiskussion der ertragsteuerlichen Würdigung eines Sachverhaltes.


    Das stimmt. Fachlich gesehen passt das hier nicht rein. Wir sollten es dabei belassen. Ihre Tipps waren sicherlich richtig.


    Ich würde es mit dem Gerüst auf jeden Fall probieren und damit begründen, dass ich die Paneele jedes Jahre reinige und auch die Wartung übernehme. Ist sicher nicht von der Hand zu weisen, auch wenn es dann auf den Finanzbeamten an kommt, der es abnickt oder einen Strich durch macht.

  • Du würdest das so empfehlen.
    Nun weiß ich nicht, wie viele Jahre Erfahrung Du in wieviel tausend Veranlagungen gesammelt hast.
    Möglicherweise bist Du mir da ja um Längen voraus - und das akzeptiere und respektiere ich dann ohne Murren.


    Mein Rat:
    Erst mal flach tauchen. Darauf setzen, dass sich kein Arsch dafür interessiert.
    Evtl. braucht es dann keine Begründung.
    Wenn jemand fragt - kann man ja nur mit der Wahrheit reagieren: Es wird zu Reinigungszwecken benötigt.
    Auf die Rückfrage: Und zu sonstigen Zwecken - kann man nur mit "aus heutiger Sicht nicht erkennbar; nicht geplant; nicht beabsichtigt" reagieren.
    Und dann bleibt hoffen.



    Also am Aufruf zum Sturz der freiheitlich demokratischen Grundordnung beteilige ich mich nicht. Dafür liebe ich genau diese Freiheit viel zu sehr. (Heute scheint da was in der Luft zu liegen..,. erst Gabriel (der jeden, der sein linkes Gesülze nicht gut findet einfach als kriminell hinstellt und verbieten lassen will)... jetzt Du... der direkt das Ganze anzweifelt... und das in einem Zusammenhang, wo eigentlich alles bestens funktioniert.)


    Was ich irgendwie schizophren finde:
    Einerseits erkennst Du richtig, dass im Bundestag nur Berufspolitiker, Beamte und Lehrer sitzen. Also all die, die nix richtiges gelernt haben. Oder anders. Von Tuten und Blasen keine Ahnung haben.
    Wenn die sich nun von Experten unter die Arme greifen lassen(= Leute, die in dem Fach beruflich aufgestellt sind, und ihre Familie damit ernähren), dann ist gleich die Hölle los.


    Ich hab nun lange genug am Grünbuch zur Umsatzsteuer mitgewirkt. Unser Team bestand aus einem unglaublich kompetenten Abteilungsleiter des BMF...... wo ich noch heute Gott dem Herrn auf Knien danke, dass ich neben diesem Genie so viele male im Flieger sitzen durfte. Neben einigen Vertretern der Finanzverwaltung (naja.. deren Interessen müssen auch gewahrt sein), saßen dann ein paar Politiker mit am Tisch. (Und halt Interessenvertreter der Wirtschaft)
    Man müsste das Volk eigentlich davor bewahren, dass die Politiker überhaupt am fachlichen Gesetzgebungsverfahren teilnehmen dürfen. Schwache Berufsschüler sind denen um Längen überlegen.


    Was den Fraktionszwang angeht: Ja.. immer feste druff. Keine Stammtischparole ist billig genug, als das man sie mal kritisch betrachtet.
    Letztlich wird ein Politiker nur gewählt, weil ihn seine Partei nach oben gespült hat.
    Er wird gewählt, weil er für die Politik einer bestimmten Partei steht.
    Mir gefällt die Politik meiner "Stammpartei" natürlich auch nicht. Und wenn ich zwei Glas Wein intus habe, wünsche ich mir, mein Wahlkreisabgeordner hätte "Klötze inne Buchse" und würde abweichen.
    Um mich ganz schnell wieder zurückzunehmen. Vieles ist zu ertragen - aber keine unsicheren Kantonisten.
    Eine Fraktion funktioniert wie ein Orchester. Es reicht nicht zusammen zu spielen; man muss auch noch das gleiche Lied spielen. Und selbst das reicht nicht: Selbst die Bratscher muss man dazu bekommen, im gleichen Takt zu spielen; dem Trompeter muss man beibringen, dass sein Instrument mehr dynamische Spielstellungen kennt als "zu laut" und "tacet"... und sogar die Harfe muss nach dem 7. Takt immer noch gestimmt sein.
    Beachtet ein Orchester diese Grundregeln nicht - wird es nicht viel ernten. Und keinen würde es wundern.
    Nur von der Politik.. bzw. vom Politiker... da soll die Welt anders funktionieren.


    Aber wir wollten ja keine Grundsatzdiskussion,.

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