EEG-Umlage bei Einspeisung und Direktverkauf

  • Hallo mit der Bitte um Hilfe.


    Anlage von 2015, kleiner 10kwp, kein geeichter Erzeugungszähler, Betreiber und Verbraucher nicht personenidentisch
    Als Anlagenbetreiber speise ich ein zu ca. 0,12 EUR und verkaufe an einen Hauseigentümer zu 0,3 EUR.
    Der Hauseigentümer kauft vom Versorger und von mir und verkauft an seine Mieter zu 0,3 EUR.


    Da hilft kein EEG-Entscheidungsbaum mehr :cry:


    Wie lautet meine Rechnung an den Eigentümer (bin UST-Pflichtig)?
    Wem muss ich den, an den Hauseigentümer, verkauften Strom melden?
    Darf ich das überhaupt ohne geeichten Erzeugungszähler?


    Muss der Hauseigentümer die Stromkosten an die Mieter aufschlüsseln (wenn sie es nicht verlangen)?

    Gruß
    Lakritzium

  • Wenn du abrechnest und zudem noch UsSt ausweist musst du einen geeichten Zähler haben.
    Alles andere ist nicht zulässig und KANN Ärger machen....


    Sagt mein Steuerberater....

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Ich mache mal einen Vorschlag:

    Zitat von Lakritzium

    Wie lautet meine Rechnung an den Eigentümer (bin UST-Pflichtig)?


    Je nachdem, ob du mit dem Eigentümer einen Netto- oder Bruttopreis vereinbart hast:
    ...kWh x 0,2521 €/kWh = .....€
    ....zzgl. 19% USt...........+....€
    ....................Zahlsumme:.....€


    oder


    ...kWh x 0,30 €/kWh = .....€
    ....zzgl. 19% USt........+....€
    .................Zahlsumme:.....€


    Zitat von Lakritzium

    Wem muss ich den, an den Hauseigentümer, verkauften Strom melden?


    Dem Übertragungsnetzbetreiber, da du mit ihm bis zum 28.02.2016 die EEG-Umlage auf Lieferung an Dritte abrechnen musst.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Also muss ich in meiner Rechnung an den Hauseigentümer die Zusammensetzung der Kosten nicht erläutern?


    also in etwa


    1000 kwh * 0,2521 Euro
    = 252,1 Euro
    + 19% Mwst
    = 300 Euro

    Der Rechnungsbetrag enthält 18,51 Euro EEG-Umlage


    Ich könnte das schreiben. Aber muss ich?
    Warum schreiben es die Energieversorger auf Ihre Rechnung?


    Dem Übertragungsnetzbetreiber melde ich eben diese z.B. 1000 kwh und er schick mir eine Rechnung für 2015 über 18,51 Euro, da die PVler "nur" 30% der EEG-Umlage zahlen müssen.
    Korrekt?

    Gruß
    Lakritzium

  • Zitat von Lakritzium

    Dem Übertragungsnetzbetreiber melde ich eben diese z.B. 1000 kwh und er schick mir eine Rechnung für 2015 über 18,51 Euro, da die PVler "nur" 30% der EEG-Umlage zahlen müssen.
    Korrekt?


    Nee, du zahlst die volle EEG-Umlage!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Nett :!:


    Und warum? Ich betreibe doch kein Kohlekraftwerk.


    Irgendwas habe ich gelesen, wenn Bestandsanlagen da waren (ist bei mir der Fall) und man in 2015 um weniger als 30% erweitert hat (dürfte der Fall sein), dann würde keine Umlage anfallen...

    Gruß
    Lakritzium

  • Zitat von Lakritzium

    Nett :!:


    Und warum? Ich betreibe doch kein Kohlekraftwerk.


    Irgendwas habe ich gelesen, wenn Bestandsanlagen da waren (ist bei mir der Fall) und man in 2015 um weniger als 30% erweitert hat (dürfte der Fall sein), dann würde keine Umlage anfallen...


    Warum? Weil es im Gesetz steht. Nur wer den Strom selbst verbraucht kann von der Bestandsregelung profitieren.Für Lieferung und Verbrauch durch Dritte wird die volle EEG-Umlage fällig.


    Lies selbst im EG nach: https://www.clearingstelle-eeg…les/EEG-150703-150629.pdf
    §61

  • Zitat von letsdoit

    Wenn du abrechnest und zudem noch UsSt ausweist musst du einen geeichten Zähler haben.
    Alles andere ist nicht zulässig und KANN Ärger machen....


    Für Abrechnungszwecke sind schon immer geeichte Zähler einzusetzen, das hat mit der USt gar nichts zu tun. Zusätzlich steht das im EEG nochmal, daß zur Ermittlung der EEG-Umlage geeichte Meßeinrichtungen zu verwenden sind.
    OT: als Mieter würde ich den Anbieter wechseln, wenn mir jemand Strom für 30ct/kWh anbietet, wäre mir viel zu teuer

  • Hallo Lakritzium,


    ich habe seit 2012 eine ähnliche Konstellation (allerdings ohne Weiterkauf des Stromes an Mieter) und mache es folgendermaßen:

      - In der Rechnung weiße ich zuerst die verkaufte Strommenge [kWh] aus
      - Diese wird mit dem Nettopreis [Euro/kWh] für den Kunden multipliziert => Nettostrompreis
      - Dann weise ich den EEG-Umlagenbetrag inkl. Berechnung aus, für 2015 also 6,17 cent/kWh x Strommenge => EEG-Umlagenbetrag
      - Die Summe aus beiden ergibt den Nettobetrag der Rechnung
      - Darauf kommen die 19% Umsatzsteuer (natürlich einzeln ausgewiesen)
      - Fertig ist der Brutto-Rechnungsbetrag


    Aus 13,5 cent/kWh Nettostrompreis (die mir zugute kommen) wurden somit in 2015 genau 23,41 cent/kWh Bruttostrompreis, die mein Kunde zahlen muss. Den letzteren Wert weise ich dann zum besseren Verständnis für den Kunden auch noch einmal aus.


    Da mein Kunde auch Teil meiner Familie ist, habe ich auf den Einbau eines geeichten Zählers verzichtet. Ich erinnere mich auch dunkel, dass es damals (2012) öffentlich hieß, dass kein geeichter Zähler notwendig ist. Ich habe somit einen normalen Verbrauchszähler installieren lassen, so dass sich der Stromverkauf aus der PV-Anlage als Differenz zwischen Verbrauchszähler und Bezugsstromzähler (vom VNB) ergibt. Falls es im neueren EEG jetzt der Fall ist (wie alterego beschrieb), dass tatsächlich ein geeichter Zähler genutzt werden muss, wäre dies natürlich weniger schön, da teurer.


    Mit dem Übertragungsnetzbetreiber zur Meldung der EEG-Umlage solltest du dich schnell in Verbindung setzen. Bei mir ist 50Hertz zuständig, die ein sehr gut funktionierendes Online-Portal zur Datenmeldung haben. Allerdings musst du monatlich die erwarteten Stromlieferemengen als Prognose angeben (das macht man am besten einmal am Anfang des Jahres), so dass dir ggf. monatliche Rechnungen für die EEG-Umlage zugeschickt werden. Allerdings muss man bei 50Hertz mindestens 5 Euro an monatlicher Umlagensumme angeben, bevor man eine Rechnung geschickt bekommt. Bleibt man darunter, gibt es nur die Jahresrechnung... Also alles ganz entspannt.


    Viel Erfolg
    Südbrandenburger

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    8,575 kWp
    35 x Yingli YL245P-29b , 1 x Danfoss TLX+ 8k, 1 x Solar-Log1000
    Ausrichtung: -50° (SO), Neigung: 47°
    Inbetriebnahme: 09/2012

  • Hallo,


    für Eigenverbrauch ist ja auch kein Geeichter Zähler von nöten, aber du verbrauchst halt nicht Selber!!


    Gruß Kater