Was kostet mich selbst erzeugter Strom bei Eigenverbrauch?

  • Hallo,
    ich habe eine PV-Anlage mit 15,37 kW-Peak auf meinem Ost-, Süd- und West-Dach (Walmdach, 15° Dachneigung).


    Inbetriebnahme war im August 2013, daher bekomme ich auch eine Einspeisevergütung von 14,8 Cent (bis 10 kW) und 14,04 Cent (über 10 kW). Das ergibt einen durchschnittlichen Vergütungssatz von 14,53 Cent/kWh.
    10% vom Gesamtertrag bekomme ich nur zum Börsen-Strompreis vergütet, also sollte ich mindestens auch diese 10% selbst nutzen - ich bekomme sonst ja quasi nichts dafür.


    Nun meine Frage:
    Wie kann ich rechnen, was mich die kWh Eigenverbrauch kostet im Vergleich zum gekauften Strom?


    Bei den ersten 10% ist das ja sehr lukrativ für mich. Börsenpreis nur wenige Cent dafür Ersparnis voni ca. 25 Cent für zugekauften Strom. Aber was ist mit dem Eigenverbrauch darüber?
    14,53 Cent + ??? = ???


    Was kommt da noch alles oben drauf? Mit welchem Wert kann ich hier rechnen? Kann mir hier jemand weiterhelfen?

    15,37 kWp (mit 70% hart)
    Module: 58 x Q.Cells Q.peak 265W G2 black auf O + S + W (Walmdach, 15° Neigung)
    WR: SolarMax 13 MT-3

  • Wenn du auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet hast, kommt erstmal die Umsatzsteuer von 19% auf den Preis, den du für Stromankauf incl. Grundgebühr im Durchschnitt zahlst. Und dann macht sich das noch ertragssteuerlich bei deiner Einkommensteuer bemerkbar. Für Details suche nach Beiträgen von KPR.

  • Ich habe die Vorsteuer erstattet bekommen, also keine Kleinunternehmer-Regelung.


    Gehen wir mal von einem Strompreis (incl. Grundgebühr) von 0,25 Euro/kWh aus. Das wären 5 Cent MwSt.


    Also 14,53 + 5 = 19,53 Cent.


    Wieviel macht das bzgl. der Einkommensteuer aus? Das rechnet man so?
    Beispiel:
    Eigenverbrauch 1000 kWh x 0,1453 = 145,30 Euro x 30% Steuersatz = 43,59 Euro Einkommensteuer?
    43,59 / 1000 = 4 Cent


    Also 19,53 + 4 = 23,53 Cent




    Hallo??? Ich zahle 22 Cent für Strom bei meinem Versorger. Kann das so stimmen? Fehlt wahrscheinlich noch die Abscheibung usw? Das kommt jetzt hier garnicht vor? Da ich dadurch steuerlich ja nicht sonderlich viel Gewinn mache, wird das wohl nicht so gerechnet werden können?


    Und mit Ökostrom-Umlage war doch da auch noch was? Da kommt doch auch noch was dazu oder?



    Also sollte ich meinen Eigenverbrauch möglichst auf die 10% begrenzen und darüber so gut es geht einspeisen - vom finanziellen her gesehen?

    15,37 kWp (mit 70% hart)
    Module: 58 x Q.Cells Q.peak 265W G2 black auf O + S + W (Walmdach, 15° Neigung)
    WR: SolarMax 13 MT-3

  • Hier ein Beispiel
    Die korrekte Berechnung
    bei einem Stromverbrauch von beispielsweise insgesamt 4.000 kWh
    (Strombezug aus dem Netz 2.900 kWh) wie folgt:


    1.100 kWh Eigenverbrauch zu 21 Cent, zuzügl.
    12 Monate x 5,50 Euro x (1.100/4.000) =


    231 Euro zuzügl. 18,15 Euro = 249,15 Euro


    darauf 19% USt. = 47,34 Euro


    Oder als Bemessungsgrundlage pro kWh gerechnet:
    21 Cent + (12 Monate x 5,50 Euro / 4.000) = 21 + 1,65 =22,65 Cent


    Eine Nachfrage beim Bundesfinanzministerium hat ergeben, dass diese
    Berechnungsweise korrekt ist. 8)

  • Du rechnest recht wirr. Einerseits gehst Du von einem Strompreis von 25 ct aus und rechnest darauf die MWst. dann regst Du Dich auf und schreibst, dass Du nur 22ct Strompreis hast. :roll:


    Und nein, Ökostromumlage zahlt man erst ab August 2015 bei Anlagen größer 10 kWp.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Ich bezahle an den Stromversorger 22 Cent für die kWh Strom. Dazu kommt noch die Grundgebühr, die darin noch nicht enthalten ist.


    Dafür habe ich mal als fiktive Zahl die 25 Cent/kWh in den Raum geworfen, damit ich eine Rechengröße für die Berechnung der MwSt habe. Also geschätzt 22 Cent + 3 Cent Grundgebühr = 25 Cent.


    Die Grundgebühr muss ich aber privat ja sowieso zahlen, egal ob ich nun mehr Eigenverbrauch habe oder mehr Strom beziehe. Daher habe ich sie bei der Nennung meines Strompreises mal aussen vor gelassen, weil mich das hier nicht interessiert.


    Die errechnete MwSt usw sind jetzt nicht auf den 1/10-Cent genau anzusehen, mir gehts lediglich um die grobe Richtung.


    Rentiert sich der Eigenverbrauch für mich bei einem privaten Strom-Ankaufspreis von aktuell 22 Cent oder soll ich lieber den Eigenverbrauch drücken und besser Strom dazukaufen und den eigenen Strom zu 90% einspeisen?


    Wieviel Cent ist der eigenverbrauchte Strom ungefähr billiger/teurer (nach Einberechnung aller relevanten Abgaben, Steuern usw) als der gekaufte Strom?

    15,37 kWp (mit 70% hart)
    Module: 58 x Q.Cells Q.peak 265W G2 black auf O + S + W (Walmdach, 15° Neigung)
    WR: SolarMax 13 MT-3

  • bei der Einkommenssteuer macht sich der stattdessen verkaufte Strom allerdings auch bemerkbar, wenn auch nicht unbedingt in identischer Höhe, da einmal die Einspeisevergütung, zum Anderen der Teilwert anzusetzen ist. Man kann ihn auch gleich annehmen, dann gibt es keine Auswirkung auf die Einkommenssteuer.

  • Also entweder rechnest Du richtig und packst die Grundgebühr anteilig mit auf den Strompreis oder Du kannst Dir das Ganze mit jedem Furz reinrechnen sparen.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Und wie rechne ich die Grundgebühr "richtig" auf einen variablen Wert im Vorraus um?


    Ich kann jetzt dieses Jahr 5000 kWh verbrauchen, dann habe ich:


    Angenommene Werte: 0,22 Euro/kWh + 100 Euro Grundpreis
    5000 kWh x 0,22 Euro= 1100 Euro
    1100 Euro + 100 Euro = 1200 Euro
    1200 Euro / 5000 kWh = 0,2400 Euro / kWh


    Also kostet mich im Einkauf bei 5000 kWh Bezug die kWh Strom 0,2400 Euro



    Das selbe bei 6000 kWh Bezug im Jahr:


    6000 kWh x 0,22 Euro= 1320 Euro
    1320 Euro + 100 Euro = 1420 Euro
    1420 Euro / 6000 kWh = 0,2367 Euro / kWh


    Jetzt kostet mich die kWh Strom nur noch 0,2367 Euro.




    Ich will doch nur die Tendenz wissen. Rentiert sich bei meinen Vorraussetzungen Eigenverbrauch (über die 10% hinaus) oder nicht? Und wenn ich gerade mal 1 Cent/kWh durch Eigenverbrauch einsparen könnte, dann rentiert es sich für mich aus persönlicher Sicht nicht, dann ist schon jeder Aufwand, darüber nachzudenken, wie ich den EV erhöhen könnte, zuviel des guten.


    Richtig witzig wirds dann, wenn man sich überlegt, einen Akku anzuschaffen. Da fragt man sich - wozu???

    15,37 kWp (mit 70% hart)
    Module: 58 x Q.Cells Q.peak 265W G2 black auf O + S + W (Walmdach, 15° Neigung)
    WR: SolarMax 13 MT-3

  • Richtig erkannt: Der Strompreis inkl. Grundgebühr sinkt mit einem höheren Verbrauch und steigt mit einem sinkenden Verbrauch, da der entsprechende Anteil der GG sinkt bzw. steigt.


    Und dass sich ein Akku aus rein monitären (noch) nicht lohnt wurde hier im Forum schon 100-fach vorgerechnet.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“