Photovoltaik-Anlage in Kolumbien, Planung

  • Hallo,


    ich lebe in Kolumbien in der Nähe von Bucaramanga, 12 Stunden Sonne täglich (mit wenigen Ausnahmen), keine Jahreszeiten, wegen der Äquatornähe. Hier kann man die Sonneneinstrahlung von Bucaramanga sehen: http://www.gaisma.com/en/location/bucaramanga.html
    Daraus ergibt sich eine Einstrahlung von etwa 1650 kWh/qm/Jahr.


    Pro Jahr verbrauchen wir 3000 kWh. Eine kWh kostet etwa 450 Pesos (je nach Wechselkurs zwischen 0,12 und 0,18 EUR) was gemessen an den übrigen Lebenshaltungskosten recht teuer ist (ein Mittagessen oder ein Friseurbesuch kosten etwa 1,95 EUR).


    Ich möchte einerseits einen Großteil der Stromrechnung reduzieren (mindestens die Hälfte), andererseits einen Puffer für die recht häufigen Stromausfälle (1-2 Mal pro Monat, manchmal öfter) schaffen, ich dachte hier an die Zwischenspeicherung von 4 kWh in Akkus, was für eine Nacht gut reichen sollte. Hier gibt es vor allem 12 V Autobatterien und solche: http://articulo.mercadolibre.c…pssistema-panel-solar-_JM


    Ich kann hier Solarpanele zu 120 Watt für etwa 120 EUR bekommen, z.B. diese hier:
    http://articulo.mercadolibre.c…0watts-policristalino-_JM
    oder
    http://articulo.mercadolibre.c…aico-solar-panel-100w-_JM


    Ich dachte estmal an 10 Paneele á 120 Wp


    Ich möchte einerseits den Großteil des Stroms möglich effizient einspeisen und andererseits aber die Akkus immer voll halten. Wenn die aber voll sind, sollte der Strom idealerweise nicht über die Akkus gehen, sondern direkt ins Netz (110 V) eingespeist werden. Im Fall eines Stromausfalls soll der Strom von den Akkus ins Netz eingespeist werden.


    Mich interessiert jetzt vor allem, was ich neben den Paneelen und Akkus an Gerätschaften brauche und wie ich die zusammenbringe und mit dem Hausstrom verbinde. Ich denke mal Laderegler (wie viel Amper?), Micro Inverter (wieviel Watt? Welche weiteren Eigenschaften?). Es gibt in Kolumbien nicht so viel Auswahl, ich habe diesen hier gefunden:
    http://articulo.mercadolibre.c…ed-mppt-110-o-220-vac-_JM
    Den gibt es in 300 W, 600 W und 1200 W. Aber hilft der mir auch zum Invertieren des Stroms aus den Akkus?


    Brauche ich Filter oder weiteres Gerät? Ich bin absoluter Laie auf dem Gebiet und die wenigen Solarfirmen in Kolumbien nutzen ihre quasi Monopolstellung für Mondpreise, die das ganze wenig wirtschaftlich machen. Außerdem kommen die nicht in die Dörfer.


    Bin für jede Hilfe dankbar.


    Viele Grüße
    Micha

  • Danke für den Link. Leider habe ich da vor allem Fotos einer Anlage gefunden, und auch viel Lob, aber wenig Infos, um was für eine Anlage es sich eigentlich handelt. Zugegeben ich habe auch nicht alle 55 Seiten gelesen...

  • Dannt frage ich mal etwas konkreter: Kann ich an dieser Grid Tie Inverter 10 Paneele a 100 W anschließen?


    Grid Tie Inverter:
    http://articulo.mercadolibre.c…-inversor-1000-oferta-_JM


    Paneele:
    http://articulo.mercadolibre.c…aico-solar-panel-100w-_JM


    Der Verkäufer behauptet, man könne nur 4 Paneele a 250 W anschließen, die er mir auch gleich verkaufen will. Da die aber gut 400 EUR teurer sind, bevorzuge ich die Lösung mit 10 Paneele a 100 Watt. Der Verkäufer sagt, das ginge nicht, will das aber nicht begründen.


    Hat jemand hier Erfahrung mit diesen Invertern?

  • Wenn du lange Freude am Wechselrichter haben willst, dann lass die Finger von dem Teil.
    Das ist ein wunderbares Produkt aus der PRC... :mrgreen:


    Ich verstehe, dass du die 55 Seiten nicht lesen willst - ich kanns auch nochmal zusammenfassen.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Hast du schon mal bei Enerssin in Bogota nachgefragt?


    Diese Inverter sehen ja fürchterlich aus, die halten bestimmt nicht lange.


    Ich habe mal nachgeschaut, bei 15° Anstellwinkel der Module und Einstrahlungen zwischen 4.6 und 5.4 kWh/m²/Tag könntest du mit einer 1.5 kWp Anlage (Eigenstrom ohne Speicher) tagsüber schon ganz schön was an kWh pro Jahr einsparen.
    6 Module mit 250 Wp und ein Netzinverter.
    Ob es sich rechnet, ist noch eine andere Frage. Zur genaueren Betrachtung müsste man dein Verbrauchsprofil tagsüber kennen. Die funktioniert allerdings nicht bei Stromausfall.
    Wenn du mit Speicher arbeiten willst, empfehlen sich OPzS Batterien, nur nicht diese Autobatterien.
    Die sind wegen der geringen Eignung (Zyklenzahl) sicher bald hin (1-2 Jahre) und zu klein (100 Ah).
    Was für eine Netzspannung und Frequenz habt ihr?
    Da die Einstrahlung nur gering schwankt (4.6 / 5.4) wäre auch eine Inselanlage möglich, wobei der Stromanschluss erhalten bleibt und bei Bedarf zuspeist.

  • Kalle bond, wir haben einen Grundverbrauch von 300 W/h (Kühlschrank, Ventilatoren, Modem, Überwachungskameras), der wird nie unterschritten und ist nachts wenn wir schlafen konstant. Tagsüber kommt es durch Spülmaschine und Waschmaschine zu Verbräuchen von bis zu 850 Watt/h außerhalb dieser Spitzen sind es 400 bis 450 Watt. Insgesamt sind es etwa 8-10 kWh pro Tag.


    Ich wollte jetzt erstmal die oben verlinkten Module kaufen, 8 Stück a 140 W, davon wollte ich 7 Stück zum Einspeisen verwenden und eins zum Laden von 2 Autobatterien a 150 Ah. Im Falle eines Stromausfall stöpseln wir dann die wichtigen Geräte um, also Kühlschrank, Ventilator, Lampe, Modem und Computer.


    Einspeisen und dies vergüten lassen geht hier noch nicht. Ob der Zähler bei Überschuss rückwärts läuft, weiß ich auch nicht, es ist ein digitaler Zähler. Ich denke aber, solange es zwischen zwei Stromrechnungen nicht zu einem Minus kommt, würde das nicht groß auffallen, und falls doch, wird nicht viel passieren. Einmal war der Zähler kaputt und es kamen drei Monate lang Rechnungen zu 0,00 Pesos. Hat niemand gemerkt, bis ich das gemeldet habe.


    Also die Ersparnis wird daher wohl nur während der 8 Sonnenstunden möglich sein, während derer wir zwischen 3,5 und 4,5 kWh verbrauchen (wenn die Waschmaschine oder Spülmaschine läuft).

  • Moin MichaM, eine Reduktion deiner Stromkosten kannst du nur erreichen, wenn die Erzeugung des elektrischen Stroms weniger kostet als der Bezug vom öffentlichen Netz. Du kannst ganz grob kalkulieren, dass (bei deutschen Bezugspreisen und die sind international gesehen relativ niedrig) die Erzeugung einer kWh rund 6-8 Cent kostet, wenn du die Anlage selber aufbaust. Die Speicherung einer kWh in einer Batterie kostet mindestens 10 Cent.


    Die einzig sinnvolle Anlagenauslegung ist folglich eine Halbinsel, die du aber mehr oder weniger wie eine unterbrechungsfreie Stromversorgung realisierst. In einer Halbinsel brauchst du auf jeden Fall eine Batterie. Versuche dich mal schlau zu machen, was Batterien für Gabelstapler kosten (alternativ: baterias de tración). Die sind mit Sicherheit günstiger als irgendwelche 'Solarbatterien'.


    Ich kann dir beschreiben, was du brauchst, aber ich habe keine Ahnung, wo du so etwas bekommen kannst (wahrscheinlich wird es eine Eigenentwicklung sein müssen); vielleicht hat Kalle eine Idee. Die Batterie wird nur für die Zeit benötigt, wenn das öffentliche Netz keinen Strom liefert. Die Batterie ist also normalerweise nur im Standby. Wenn die Sonne scheint und die Batterie hinreichend voll ist, dann wird das Netz weggeschaltet und die Stromversorgung geht über die Panele und wenn die Energie nicht reicht, liefert die Batterie. Kommt also keine Energie mehr von den Panelen, dann wird die Batterie entladen und ihre Spannung sinkt. Wenn die Spannung unter einen definierten Wert absinkt (und der sollte recht hoch angesetzt sein), dann wird auf das Netz umgeschaltet (das wäre der normale Tagesbetrieb). Da die Batterie eigentlich ständig fast voll geladen ist, altert sie sehr langsam.


    Wenn das Netz tagsüber ausfällt, dann stört das nicht, weil man sich sowieso selber versorgt. Wenn das Netz nachts ausfällt, dann muss auf die Batterieversorgung umgeschaltet werden. Um die Batterie vor einer Selbstzerstörung zu bewahren, muss es eine weitere Spannungsüberwachung geben, die bei (Bleibatterie) spätestens bei 12 Volt alles wegschaltet.


    Der Effekt ist, dass man sich tagsüber weitgehend selber versorgt und nachts auf das öffentliche Netz zugreift, weil das billiger ist, als Strom aus der Batterie. Wann immer man das Netz bräuchte, aber ein Netzausfall vorliegt, dann bedient man sich aus der Batterie.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • micha,


    erkundige dich doch zuerst mal (erkundigen heißt nicht kaufen!) bei Enerssin, was die dir vorschlagen. Würde mich echt interessieren. Vielleicht haben die was von Outback.
    Wenn du etwas Geld hättest, könntest du dich sogar fast unabhängig machen. Davon träumen hier in DE viele Foristen. Sie können es nur nicht umsetzen, weil der Winter alles zunichte macht. 4 Monate keine richtige Einstrahlung, während es bei dir die Delle im April/Mai gibt, bei 4.3 kWh/m²/Tag. Da träumt man von. Mit einer 4-5 kWp Anlage wärst du fast unabhängig.
    Allerdings käme da eine "richtige" Batterie dazu. Bei deinem Verbrauch würdest du um die 25-30 kWh benötigen, 48 V.
    Sonst plädiere ich oft für die kleinen 36 Zeller, bei dir funktioniert das ebenfalls, nur mit 6 x 250 Wp am Anfang wäre es einfacher. Fang nur nicht mit diesen Autobatterien an, das kostet nur zusätzlich wg öfteren Austausch.