Zahlung der Vorsteuer für Dachsanierung nach fast 5 Jahren!

  • Hallo!


    vor einigen Tagen haben einen Bescheid vom Finanzamt bekommen, in dem es um den Vorsteuerabzug einer im Jahr 2011 durchgeführten Dachsanierung geht. Ich habe den Bescheid angehängt (nur persönl. Daten sind unkenntlich gemacht). Die Dachsanierung wurde im Frühjahr 2011 kurz vor der Installation der PV-Anlagen gemacht, um die asbesthaltige Eternit-Eindeckung zu entfernen. So weit ich weiß, gab es 2012 ein Urteil zu diesem Thema, das das Verhältnis der erzielbaren Mieten für Dach und Gebäude als Bemessungsgrundlage für den abzugsfähigen Teil der Vorsteuer festlegt. Dennoch war ich über die späte Rückmeldung (nach fast 5 Jahren!) verwundert und frage mich
    - Kann der Anspruch des FAs auf die Vorsteuer irgendwann verjähren?
    - Sind die angesetzten Zinsen rechtens? Schließlich liegt die lange Bearbeitungsdauer nicht in meinem Einflussbereich.


    Gruß maz

  • 2012 die Jahreserklärung eingereicht.. somit Festsetzungsverjährung 31.12.2016.
    Hier war scheinbar zudem noch ein Einspruch offen.
    Abgabenrechtlich alles sauber.


    Zinsberechnung stimmt ebenfalls. Es kommt nicht drauf an, wer die Verzögerung zu vertreten hat.


    Früher wars mal so, dass man Steuerschulden "bis zum sankt-nimmerleinstag" versucht hat zu ziehen.
    Wo bekam man ein Darlehen zu weniger als 6% ohne Sicherheiten???
    Sieht heute etwas anders aus. Heute muss man schauen, dass mit Beginn des zinslaufes bloss keine Steuerschulden mehr offen sind.
    Das FA hat keinen Antrieb, hier besonders schnell zu sein. Die verdienen ganz gut an der Situation.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke! Verstehe ich es richtig, je länger das FA braucht, desto mehr verdienen sie an den Zinsen? Find ich etwas seltsam diese Regelung - ich hätte die Vorsteuer ja 2013 auch bezahlt wenn mir das FA das mitgeteilt hätte. Für die Bearbeitungsdauer kann ich schließlich nichts :-(
    Meinst Du ein Einspruch gegen die Zahlung der Zinsen hat Aussicht auf Erfolg?

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  • Du verstehst es richtig - interpretierst es aber falsch.
    Du hättest die Steuer ja bezahlen können - Du musst ja derjenige gewesen sein, der de Rechtsbehelf eingelegt hat.


    Nein. Der Einspruch ist zwar zulässig, aber unbegründet.
    Wenn Du hier denjenigen suchst, der es verbockt hat: Morgen früh... beim Zähneputzen und Rasieren -. da steht er vor Dir.

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  • Zitat von kpr

    ….
    Das FA hat keinen Antrieb, hier besonders schnell zu sein. Die verdienen ganz gut an der Situation.


    Das habe ich im letzten Jahr gemerkt. Ich hatte als braver Steuerbürger die Umsatzsteuer für 2012-2014 ordnungsgemäß und zeitgerecht abgeführt und bekam sie rund fünf Monate später wieder zurücküberwiesen. Da habe ich mich gefreut; allerdings nur, bis eine Mahnung kam, samt Mahngebühr und Zinsaufschlag. Da ich aber belegen konnte, daß sie die Steuer schon mal hatten und nicht wollten, bekam ich dann einen großmütigen Bescheid, man verzichte auf die Zusatzkosten. :D
    Der Grund für den Heckmeck: meine Steuernummer hatte sich geändert. Das war den hochwohlgeborenen Herrschaften zwar bekannt, aber sie konnten den Betrag trotzdem nicht verbuchen.

    Anlage: 26 Aleo S 18 215 W Module mit 5,6 kWp,
    SMA SB 5000 TL-20; -50°(fast SO), DN 25°
    seit 14.9.09 am Netz Nähe Cuxhaven

  • Nochmal zur Klarstellung: Ich bin natürlich bereit den fälligen Betrag für die Vorsteuer zu zahlen, nur die Regelung mit den Zinsen finde ich etwas unfair. So drängt sich bei mir der Eindruck auf, das FA hätte möglichst lange mit der Bearbeitung gewartet, um möglichst viele Zinsen abzuräumen. Klar hätte ich damals keinen Einspruch gegen die Vorsteuer einlegen müssen, aber die Rechtsprechung damals war eben unklar. Warum sollte ich jetzt dafür mit einer besonders langen Bearbeitungsdauer "bestraft werden"?


    Gruß maz

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  • Moin


    Ich kann ähnliches berichten, vor Jahren wurde vom Finanzminister das "Steuersparmodel" mit Verlustzuweisungen bei Wind- und Solarbeteiligungen abgeschafft. Bei mir wurden bei zwei verschiedenen Gesellschaften diese Anfangsverluste ordnungsgemäß nicht mehr in der Steuererklärung der Gesellschaft angegeben, sondern vorschriftsmäßig nur mit zukünftig zu erwartenden Gewinnen verrechnet.
    In meiner Steuererklärung rechnete das Finanzamt aber die Verluste an, was für mich eine Steuererstattung brachte, in dem Moment schön, aber nach Jahren bemerkte das Finanzamt seinen Fehler, und ich konnte nachzahlen, plus 6 % Zinsen!
    Von einem Kommanditisten aus Hannover weiß ich, der gleich seinen Sachbearbeiter anrief, ihn auf die falsche Verlustanrechnung hinwies, dem interessiere das aber nicht.


    Sonnige Grüße


    Jürgen

  • Zitat

    Nein. Der Einspruch ist zwar zulässig, aber unbegründet.


    Unbegründet fände ich einen Einspruch zwar nicht, aber vielleicht aussichtslos. Wenn dem so ist, spar ich mir die Zeit und die Nerven. Mir scheint das Vorgehen des FAs (bzgl. der Bearbeitungsdauer und den daraus resultierenden Zinsen) etwas willkürlich zu sein. Wie aussichtsreich ein Einspruch ist, kann ich nicht abschätzen.

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  • Es gibt am Ende nur zwei Arten von Einsprüchen:
    a) unbegründete (der Bescheid wird nicht geändert)
    b) begründete (es wird Abhilfe geschaffen; regelm. durch Änderung des Bescheids)


    Er ist völlig aussichtslos - da kein Rechtsfehler vorliegt.
    Du "fühlst" Dich "verarscht" - weil Du immer noch den Gedanken nicht ablegst, "Du kannst ja nix dafür".
    Lies die entsprechenden Bestimmungen im Gesetz; vielleicht glaubst Du dann, dass die Vollverzinsung verschuldens - oder verursachungsunabhängig geregelt ist. Wer dran Schuld ist - spielt überhaupt keine Rolle.
    Es ist Sache des Steuerpflichtigen hier sorgfältig zu planen - oder zu zahlen.
    (Wie gesagt: 15 Jahre zurück.... und das war alles kein Thema. Verändert hat sich nicht das Gesetz - sondern das Zinsniveau.)

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