28 kWp Anlage, 3000 kWh Eigenverbrauch: Speichersystem?

  • Liebe Community, ich benötige eure Ratschläge zu folgendem Szenario:


    Im Zuge eines Neubaues sollen auf der Süd-und Nordseite eines EFH sowie auf einem Carport insgesamt 28,5 kWp mit einem geschätzten Ertrag p.a. von 28.000 kWh verbaut werden.
    Der geschätzte Eigenverbrauch p.a. liegt bei ca. 3000 kWh, die über den ganzen Tag verteilt verbraucht werden (40% Tag, 60% Nacht bzw. nach Sonnenuntergang ;)).
    Da das Projekt in Bayern umgesetzt wird, wird neben der KfW 275-Förderung (sofern diese in 2016 fortgesetzt wird) auch eine Förderung über das 10.000-Häuser-Programm (Netzdienliche PV, T 3.2) in Erwägung gezogen (max. 50% Einspeisung).
    https://www.energieatlas.bayer…ogramm_-_Merkblatt_T3.pdf


    Dazu folgende Fragen:
    a) ist eine Speicherlösung zum heutigen Zeitpunkt (Preis!) unabhängig von einer möglichen staatlichen Förderung wirtschaftlich sinnvoll? Wenn ja, welche?
    b) könnte die Restriktion im 10.000-Häuser-Programm ([i]"Gefördert wird mit diesem Programm also nicht die Photovoltaikanlage als solche oder die Stromproduktion, sondern die gezielte Kappung von Einspeisespitzen in das öffentliche Stromnetz[/i]") dadurch umgangen werden, daß überschüssiger Strom in eine autarke "Community", wie sie beispielsweise Sonnenbatterie mit der "SonnenCommunity" plant, eingespeist (und vergütet) wird?


    Im Voraus besten Dank für eure Ideen!

  • Zitat von Unentschieden


    a) ist eine Speicherlösung zum heutigen Zeitpunkt (Preis!) unabhängig von einer möglichen staatlichen Förderung wirtschaftlich sinnvoll?


    Hi,
    ich sage eher ein. Schwarze 0 könnte drin sitzen, wird es wohl eher nicht.
    Bedenke, das du ohne Speicher ja auch einen gewissen Eigenverbrauch hast bzw. haben wirst.
    Ich kann nur von meinen Zahlen reden.
    Gesamtverbrauch ~ 4500kWh/a
    Eigenverbrauch ~2200kWh/a
    Macht ~ 49%.
    Mit einem Speicher könnte ich wahrscheinlich auf ~75% kommen. Hört sich viel an sind aber "nur"
    4500kWh/a * 0,75 = 3375kWh - 2200kWh = 1175kWh mehr.


    Die würden mir 1175kWh *0,2461ct/kWh = 289,17€ Ersparnis einbringen.
    In der Einspeisung verliere ich wenigsten 1175kWh (eher sogar mehr, wegen Speicherverluste) * 0,1471ct/kWh = 172,84€


    Macht ne Differenz von 289,17€ - 172,84€ = 116,33€.


    Das Ganze ist ohne Steuern gerechnet. Die Speicherpreise kennst Du?


    Also für 100€ im Jahr lohnt das mMn nicht, da ein Speicher das 45-70fache kostet... :oops:


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
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  • b) ist eine interessante Frage. Ich denke nein, weil das Ziel ja ist das Netz zu entlasten und die Community ja eben auch das Netz nutzt.


    Zum Speicher (3000kWh/a sind 40% deines Stromverbrauchs, Insgesamt also 7500kWh/a? ). Durch die 50% bräuchtest du sinnvollerweise selbst bei deinem stattlichen Verbrauch für 28kWp einen sehr großen Speicher, wenn du nicht zu viel verschenken willst. Im Sommer wirst du selbst dann wahscheinlich nicht alles über 50% selbst verbrauchen können.
    Das Programm ist super (du bekommst den Speicher quasi geschenkt), wenn die PV gut zum Verbrauch paßt, aber bei großer PV verlierst du da zu viel.

  • Ist zwar immer noch reichlich, aber macht die Situation nicht besser. Gefühlt hättest du schon bei 60% Probleme das drüber selbst zu verbrauchen, gerade bei der recht flachen Anlage (ich habe im anderen Thread geschaut), die im Sommer die höchsten Erträge liefert.
    Wenn du unbedingt einen Speicher willst, mach jetzt nicht wesentlich mehr als die minimalen 5kWp mit Speicher und den Rest in einem Jahr (vermutlich mit RSE). Müßte man aber nochmal schauen, ob der Zubau dann wirklich nicht doch begrenzt werden muß. Wird natürlich teurer, als jetzt alles zu bauen aber Speicher mit Förderung und 50 oder 60% sehe ich bei eienr so großen Anlage nicht.

  • Zitat von Unentschieden

    Im Zuge eines Neubaues sollen auf der Süd-und Nordseite eines EFH sowie auf einem Carport insgesamt 28,5 kWp mit einem geschätzten Ertrag p.a. von 28.000 kWh verbaut werden.


    28,5 kWp auf einem EFH!!! Reeespeeekt :!::!:
    Aber fast 1.000 kWh/kWp im Durchschnitt bei einer Nord-, Süd-Konstellation halte ich für "sehr ambitioniert".


    Zitat von Unentschieden

    Der geschätzte Eigenverbrauch p.a. liegt bei ca. 3000 kWh, ....


    Demgegenüber steht eine prognostizierte Erzeugung von 28.000 kWh. Da wird dann ja einiges eingespeist werden müssen.
    Geht ja schon fast wieder in Richtung Volleinspeisung, wobei du allerdings das ganze steuerliche Gedönse mit Eigenverbrauch und Abführung der EEG-Umlage (also sozusagen das volle Programm) hast.


    Die Förderforderung, dass nur maximal 50% der installierten Leistung am Netzeinspeisepunkt anstehen dürfen, wirst du mit deiner Süd-Nord-Konstellation schon fast ohne weitere Hilfsmittel (z.B. Eigenverbrauch oder Batteriepuffer oder Wasser erwärmen) erfüllen. Von daher würde sich die Technikvariante T3.2 schon fast anbieten, wobei die Mindestspeichergröße dann von dem Verhältnis Nord-Süd abhängen wird und der Speicher nur mittags geladen werden darf.


    Wirtschaftlich gesehen ist alles eine Rechensache. Mein Vorabbauchgefühl sagt mir aber, dass die Speicherförderung zwar dazu dient, dass der Speicher wirtschaftlich wird, dass du letztendlich aber einen großen Teil der Einspeisung über Norddachflächen realisieren musst und das dürfte bei der heutigen Einspeisevergütungshöhe ein wirtschaftliches Fiasko werden.
    Die Umwelt würde sich allerdings freuen!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Ich komme auf ca. 1000kWh/kWp für die Südseite und ca. 700kWh/kWp für die Nordseite (das haben manche bei Ost-West nicht), Standort zufällig in 93xxx gewählt.

    Zitat von Bento


    Die Förderforderung, dass nur maximal 50% der installierten Leistung am Netzeinspeisepunkt anstehen dürfen, wirst du mit deiner Süd-Nord-Konstellation schon fast ohne weitere Hilfsmittel ...


    Bei 20° Dachneigung? Habe ich da so einen großen Dnekfehler? Gerade im Sommer dürfte die Nordseite mittags auch ordentlich liefern.

  • Zitat von alterego


    Bei 20° Dachneigung? Habe ich da so einen großen Dnekfehler? Gerade im Sommer dürfte die Nordseite mittags auch ordentlich liefern.


    Ich hatte keine weiteren Thread hierzu gelesen. Bei 20° klappt das natürlich nicht!
    Wenn ich EFH lese, dann denke ich wohl immer automatisch an die ziegelgedeckten EFHs im Münsterland und die haben weit mehr als 20° Dachneigung. :D

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


    Einmal editiert, zuletzt von Bento ()

  • Teile doch deine PV auf z.B. 14 KW Netz u.14 KW Insel.


    Gruß
    Thomas

    9,99KWp Yingli 270W Ost/West, SMA9000TL-20, Home Manager.
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    2,7KWp Axitec AC-300M/156-60S Südausrichtung
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    Vectrix VX-1