Möglichkeiten zur Umgehung der 10kwp Grenze

  • Hallo,


    wir sind in der Planungsphase des Neubaus eines 2 Familienhauses.
    Geplanter Baubeginn wäre Frühjahr 2017, geschätzter Eigenverbrauch ca. 7000-8000kwh/a (z.B. durch WP).
    Je nach Modultyp passen ca. 25kwp - 30kwp auf das Dach.
    Man könnte das Dach in 3 Schritten vollzumachen und jeweils 12 Monate zwischen den Ausbausstufen warten.
    Gibt es noch andere Möglichkeiten?
    Das Ziel wäre es alles auf einmal bauen zu können und trotzdem rechtlich getrennte Anlagen zu haben? - z.B. Anlage-1 gehört mir, Anlage-2 meiner Frau, ...


    Ich bin für jeden sinnvollen Vorschlag dankbar.

  • als Erstes würde ich dir empfehlen daß du dein Haus so planst daß du nicht 7.000 - 8.000 kWh Eigenverbrauch hast (das würde ca. 20.000 kWh Gesamtverbrauch bedeuten)
    30 kWp auf einem Zweifamilienhausdach?
    Scheint mir ein recht ungewöhnliches Bauvorhaben zu werden.

  • Ich hab vergessen den Strom-Speicher zu erwähnen, geplant ca. 10-15kwh nutzbar.
    Sorry falscher Begriff: Eigenbedarf ca. 7000kwh-8000kwh
    Das Haus hat 3 Etagen und ca. 280m² Wohhnfläche, auf das Pultdach passen z.Z. locker 91 Module.

  • Moin,
    schau mal hier
    http://www.photovoltaikforum.c…g-eeg-umlage-t101285.html
    Auf Seite 2 ist ein Link von mir zu einem Schreiben der Clearingstelle EEG...


    Wenn Du die Anlagen auf unterschiedlichen Namen betreibst, kann dich das wieder ärgern, da im §61 EEG - Umlage für Letztverbraucher und Eigenversorger (https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__61.html)


    immer vom Letztverbraucher = Eigenverbraucher gesprochen wird. Und nur in dieser Kombi ist man von der EEG-Umlage befreit, in Verbindung mit der ein oder andere weiteren Vorgabe....


    Du könntest ja auch z.B. nur 10kWp als Eigenversorgungsanlage betreiben und den Rest als Volleinspeiseanlage....
    Ich hoffe er meint 7000-8000kWh Gesamtstromverbrauch....ansonsten wäre es wirklich sehr viel....


    Andersrum, wenn ich wirklich 30kWp aufs Dach setzten kann und einen hohen EV habe, macht es die EEG-Umlage auch nicht fett...es gibt zur Zeit 11,97ct/kWh Einspeisevergütung (10-40kWp) bei unter 10 kWp 12,31ct/kWh.
    Die Höhe der EEG-Umlage 2016 beträgt 6,354ct. Für 2016 wären davon 35% für den EV anzurechnen.....macht 2,2239ct.


    Dann würde dich eine kWh EV 11,97ct + 2,2239ct kosten = 14,19ct (ich lass mal die Umsatzsteuer bewußt weg.)


    Meine kWH EV kostet mich gemittelt 14,71ct....ohne EEG Umlage (Anlage aus 06/2013 und 06/2014)


    Wenn Du wirklich immer anbauen möchtest, dann must du aber jetzt schon alle Stringkabel ziehen, die gesamte Unterkonstruktion aufs Dach setzen, den Wechselrichter zukunftstauglich kaufen (sprich einen Großen und nicht 3 Kleine) und eben alles, damit der Solarteur später nur noch die Module aufs Dach legen und befestigen muss.
    Alles andere würde keinen Sinn machen bzw. wäre auch teurer....und natürlich hoffen, dass es Deine Module dann noch gibt, damit die Optik wieder passt.


    Zum Thema Speicher gibt es hier sehr viele Threads....einfach mal nach suchen.


    Was möchtest du damit erreichen?
    Einfach nur eine hohe Autarkie und/ oder mehr Unabhängigkeit?
    Falls ja.....dann kannst du es machen, falls Du Dir


    aber mehr Rendite dadurch versprichst....muss ich Dich leider enttäuschen.
    Für deinen Geldbeutel springt da weniger viel bis gar nichts bei rum. Eine schwarze 0 wäre evtl. drin....aber mehr auch nicht.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
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    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Das Schreiben von der Clearing-Stelle hat mir sehr weitergeholfen.


    Deine Idee mit der Volleinspeisung gefällt mir! Nehmen wir mal man würde das genauso machen.
    Dann könnte ich doch nach 12 Monaten die Verschaltung so umbauen, dass ich ein paar Strings von der Volleinspeise-Anlage auf die Eigenverbrauchsanlage umhänge. Natürlich vorrausgesetzt der/die WR sind dafür geeignet.
    Gibts hierbei einen Haken oder etwas zu beachten?


    Bzgl. Speicher: Das mache ich nicht aus Rendite-Gründen, sondern aus einem Autarkie-Gedanken. Mit 25-30kwp + Speicher könnte man fast schon die dunkle Jahreszeit überstehen.
    Vielleicht passiert dieses Jahr noch was bei den Preisen, dank Tesla und BMW, dann wird die schwarze Null greifbar.
    Die Speicher-Threads hier im Forum lese ich eigentlich alle mit.

  • Hi,
    dann müsstest du mMn erst entweder die Überschußeinspeiseanlage oder den Volleinspeiser bauen und dann nach 12 Monaten die andere. Je nachdem mit welcher Du anfängst.
    Denn § 32 Förderung für Strom aus mehreren Anlagen (https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__32.html) sagt:


    (1) Mehrere Anlagen gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung des Anspruchs nach § 19 für den jeweils zuletzt in Betrieb gesetzten Generator als eine Anlage, wenn
    1.
    sie sich auf demselben Grundstück oder sonst in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden,
    2.
    sie Strom aus gleichartigen erneuerbaren Energien erzeugen,
    3.
    der in ihnen erzeugte Strom nach den Regelungen dieses Gesetzes in Abhängigkeit von der Bemessungsleistung oder der installierten Leistung der Anlage finanziell gefördert wird und
    4.
    sie innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind.


    denn innerhalb von 12 Monaten wird es "aufgerechnet" und du hättest theoretisch wieder eine Anlage und EEG Umlage.


    Wenn > 12 Monate ist es egal.


    Hier der Link zur Erläuterung der 12 Monatsregel
    https://www.clearingstelle-eeg.de/hinwv/2009/13
    Hinweis 2009/13 Seite 10


    In diesem Thread
    http://www.photovoltaikforum.c…6843&hilit=clearingstelle
    findest du weiter unter Messkonzepte...wie man unterschiedliche Anlagen anschließen kann.


    Gruß
    Red5FS

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  • Bei geplantem Baubeginn in 2017 wird bis dahin das EEG mindestens noch einmal geändert :mrgreen:


    Nach heutigem Recht zählt das als eine Anlage für Vergütung und EV Regeln, wenn innerhalb von 12 Monaten in Betrieb genommen. Ich sehe verschiedene Möglichkeiten:


    1) So groß bauen wie möglich (unter 30 kWp bleiben, auf jeden Fall unter 30 kVA). Die Kosteneffizienz, das in einem Rutsch zu machen, schlägt mMn die Nachteile bei EEG Umlage auf Eigenverbrauch.


    2) So groß bauen wie möglich (unter 30 kWp bleiben, auf jeden Fall unter 30 kVA), aber jetzt nur 10 kWp in Betrieb nehmen. Nach 12,5 Monaten dann die nächsten 10 kWp einstöpseln und in Betrieb nehmen, nach weiteren 12,5 Monaten die letzten 10 kWp einstöpseln. Entgangene Einspeisung von 20 kWp über 1 bzw. 2 Jahre zeigen schon wie idiotisch diese Lösung ist, um ein bisschen bei der Umlage zu sparen.


    3) Tatsächlich in 10 kWp Abschnitten bauen. Aber, alleine die Gerüstkosten fürs Nachlegen nach 12 Monaten zahlen die EEG Umlage auf über 20.000 kWh Eigenverbrauch. Das Gerüst fürs zweite Nachlegen nach 24 Monaten zahlt dann für die EEG Umlage der nächsten 20.000 kWh EV. Von zusätzlichen Kosten für Solateur/Elektriker haben wir da noch gar nicht gesprochen. Vom Risiko, dass die Module nicht mehr zu haben sind und das Dach etwas scheckig wird auch nicht.


    In jedem Fall die Zähler so aufbauen, dass alles an einem Hauptzähler hängt und alle Wohneinheiten sowie WP dranhängen (keine separater WP Tariff, wenn es sich vermeiden läßt). Abrechnung der Wohneinheiten mit privaten Unterzählern. Dann kann man der eigenen Wohnung und der WP möglichst viel vom Eigenverbrauch zurechnen (Personenidentität von PV Betreiber und Verbraucher --> 2,4 c/kWh EEG Umlage) und den anderen Wohneinheiten möglichst viel vom Bezugsstrom zuweisen (volle EEG Umlage auf EV).


    Fazit: Man muss nicht immer auf Teufel komm raus Steuern und Abgaben sparen. Manchmal ist es besser, auf die Gesamtkosten zu schauen.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von JayM

    Bei geplantem Baubeginn in 2017 wird bis dahin das EEG mindestens noch einmal geändert :mrgreen:
    ...
    Fazit: Man muss nicht immer auf Teufel komm raus Steuern und Abgaben sparen. Manchmal ist es besser, auf die Gesamtkosten zu schauen.


    Genau. Ergänzend vielleicht noch, daß vielleicht irgendwann auch mal die Feinheiten zur EEG-Umlage auf die Eigenversorgung geklärt werden. Noch haben Clearingstelle und BMWI ja recht unterschiedliche Ansichten, was da im Gesetz angeblich steht.


    Sonst kann man bei an die 30kWP und 60% (der TS hatte vor ein par Wochen mal KfW 40 Plus geplant) nur raten den Speicher nicht zu klein zu machen, wenn er denn sein muß. Die "haushaltsüblichen" Größen bis 10kWh sind da zu klein, sollen ja auch zwei Haushalte/Wohnungen dran.


    edit: auf keinen Fall sollte PV+Speicher über 30kVA kommen, da der Speicher bei dieser Grenze (zumindest bei einigen VNB) mitzählt


  • Jetzt wirds spannend, denn die Clearingstelle schreibt dazu:

    Zitat von Clearingstelle Empfehlung 2014/31


    Ebenfalls nicht einbezogen werden Anlagen, die vom Eigenversorger nicht zur „Eigenversorgung“ betrieben werden. Wenn also z. B. der Eigenversorger auf demselben Grundstück eine Anlage in Volleinspeisung betreibt, gilt diese jedenfalls nicht gemeinsam mit der zur Eigenversorgung betriebenen Anlage als „eine Anlage“ im Sinne von § 61 Abs. 2 Nr. 4 EEG 2014.44 Denn § 61 Abs. 2 EEG 2014 gilt nur für „Eigenversorgungen“. D. h. die in § 61 Abs. 2 Nr. 4 EEG 2014 genannten Stromerzeugungsanlagen, für die die Zusammenfassungsregelung in § 32 Abs. 1 Satz 1 EEG 2014 entsprechend anzuwenden ist, können nur solche sein, deren Strom überhaupt (teilweise) selbst verbraucht wird bzw. werden kann. Eine mögliche leistungsseitige Zusammenfassung der Anlagen nach § 32 Abs. 1 Satz 1 EEG 2014 (oder Vorgängerregelungen) zur Bestimmung der EEG-Förderung bleibt hiervon allerdings unberührt, dahierbei nicht nach „Eigenversorgungen“ differenziert wird.


    Mir gehts primär darum, nicht für meinen Eigenverbrauch zu zahlen.
    Dann hätte ich erstmal 10kwp Eigenverbrauch und 15-20kwp Volleinspeisung. Die Volleinspeisung könnte dann zusätzlich auch namentlich über meine Frau laufen.
    Nach 12.5 Monaten würde ich dann gerne einen Teil vom Volleinspeise-System an den Eigenverbrauch-Strang hängen.
    Diese Lösung wäre momentan mein Favourit.

  • Zitat von nurF


    Jetzt wirds spannend, denn die Clearingstelle schreibt dazu:


    ...
    Nach 12.5 Monaten würde ich dann gerne einen Teil vom Volleinspeise-System an den Eigenverbrauch-Strang hängen.
    Diese Lösung wäre momentan mein Favourit.


    Dann trifft das aber nicht mehr zu und da sie das selbe IBN haben, werden sie zusammengefaßt. Außerdem sieht das BMWI die Sache anders, da steht aber irgendwann (nach schlappen 1,5 Jahren) eine Klärung an, was denn nun gilt.