Fronius Energy Package - Dauer Kalibrierungsladung

  • kannst noch die Anlage anschalten..
    Reihenfolge weiss ich nicht auswendig..
    glaube aber
    WR aus
    Batterie aus
    Automaten im zählerkasten aus..


    somit ist anlage "stromlos"


    15min (oder 2 Stunden) warten.. weiss es nicht mehr..


    dann alles wieder umgekehrt einschalten..


    die Kalibrierungsladung sollte dann beendet sein..


    mit betonung auf SOLLTE..


    es ist definitiv NICHT normal das die Kalibrierungsladung nicht fertig wird..


    würde jedenfalls beim technischen Support anrufen..

    5.0 kWp Fronius Energy Package 9kW
    Ausrichtung: DN ~ 35°, SSO


    Gräflicher JK: 35 D: 5
    LK: 2

  • Ok ich werde sie mal bis morgen Früh komplett aus machen und dann morgen den Support anrufen.
    Könntest du mir noch sagen wo ich das finden kann "Ist die Einstellung „Batterieladung aus EVU Netz erlauben“ aktiviert, erfolgt die Kalibrierladung mit konstantem Strom aus der PV-Anlage und dem EVU Netz.
    ich finde es irgendwie nicht wo ich das einstellen kann.
    Danke schonmal für die Antwort und einen schönen Abend noch.

    Einmal editiert, zuletzt von Daniel_M ()

  • egal ob der hacken gesetzt ist, es wird aus dem netz geladen beim kalibrieren..


    und findest beim punkt anlagenübersicht

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  • Hallo Alle,


    erstmal Danke an Alle, die zu den vielen Infos hier im Forum beitragen, hat mir schon viel weitergeholfen. :danke:
    Ich kann etwas grundsätzliches beitragen zur Kalibrierung, hilft evtl. zum Verständniss:
    (Achtung, ist viel Text, ist aber trotzdem einiges vereinfacht dargestellt..)



    Zum Thema niedriger Strom beim Kalibrieren:


    So wie die Module, sind auch die Zellen in den Modulen in Reihe geschaltet (wahrscheinlich 16 Stück - kennt jemand die genaue Zelle/hat das Datenblatt?). Anmerkung: eventuell gibt es in den Modulen eine Parallelschaltung, aber die ist dann "hart" zwischen den Zellen und die Serienschaltung erfolgt aus den jeweils gleich großen Zellpaketen und die Zellpakete sind im Folgenden als jeweils eine Zelle anzusehen.
    --> es gibt nur einen Strompfad, fließt Strom durch eine Zelle, fließt Strom durch alle Zellen; soll eine Zelle geladen werden, werden alle Zellen geladen.


    Da die Zellen aber wegen Toleranzen außeinanderdriften müssen sie gelegentlich unterschiedlich geladen werden. Dafür gibt es das Zellmonitoring, wahrscheinlich eine Platine in den Modulen mit jeweils einem sog. "Balancingwiderstand" pro Zelle. Dieser Widerstand kann mit einem kleinen Schalter parallel zu seiner Zelle geschaltet werden und entlädt diese entsprechend seinem Widerstandswert, typisch sind so 50 oder 100mA Balancingstrom.
    --> ist diese Zelle voll, soll also nicht mehr geladen werden, muss der gesamte Strom an der Zelle vorbei. Da der Balancingstrom auf 100mA limitiert ist und es nur einen Strompfad durch alle Zellen gibt, kann der gesamte Batteriepack nur noch mit 100mA geladen werden.


    --> ist die erste Zelle an ihrer Ladeschlussspannung, fällt der Batterie-Gesamtstrom sofort auf den maximal möglichen Balancingstrom. würde man den Strom erhöhen würde mehr Spannung am Balancingwiderstand abfallen, die Zelle würde überladen und zerstört. Es ist also nicht möglich den Strom zu erhöhen, wenn eine Zelle an ihrer Ladeschlussspannung ist.



    Zum Thema endloses Kalibrieren:


    wenn nur 100mA zur verfügung stehen ist es klar, dass das ganze ewig dauert, kleines Rechenbeispiel: 10% Zelldifferenz in einer 40 Ah Batterie dauern damit 40 Stunden, bei 50 mA 80 Stunden, das trifft euch besonders beim Nachrüsten wenn die Module nicht exakt gleichen Ladestand haben.
    --> Beim Nachrüsten und ersten Kalibrieren extrem Geduld mit bringen wenn ihr nicht "von Hand" angleichen wollt, hilft alles nix


    Klingt jetzt alles sehr physikalisch limitiert, also wie kann ein Firmwareupdate eure "normalen" Kalibriervorgänge beienflussen?
    Die beschriebenen Kalibrierungsexzesse vor dem Update klingen für mich, als hätte der erste Balancingwiderstand erst zugeschlagen als seine Zelle Ladeschlussspannung erreichte.
    Der Ablauf sah also etwa so aus: Hoher Ladestrom -> erste Zelle hat Ladeschlussspannung, schaltet Balancingwiderstand zu -> reduzierung auf Balancingstrom -> ewiges Warten, bis nacheinander die anderen Zellen Ladeschlussspannung erreichen und ihre Balancingwiderstände zuschalten und endlich die letzte Zelle voll ist.
    --> Cleverer ist es die "stärkste(n)" Zelle(n) schon vor Erreichen ihrer Ladeschlussspannung mit Ihrem Widestand zu beschalten, eventuell war das ein Teil des Updates und erklärt die Unterschiede. Aber auch hier gilt: hat die erste Zelle Ladeschlussspannung, gibts nur noch Ladestrom in höhe des Balancingstromes für alle anderen, ist einfach so beim passiven Balancing.



    Zum Thema 100%:


    die %-Angabe des SOC (State of Charge) ist leider nur ein "über-den-Daumen"-Wert, der für uns Endanwender eine schön übersichtliche Kennzahl zum Energieinhalt bietet. Führt man regelmäßig Kalibrierungen auf die Ladeschlussspannungen der Zellen durch kommt der Wert ziemlich gut hin und driftet ab je länger ich bei mittlerem SOC rauf und runter lade. Das liegt hauptsächlich an der Spannungskurve von Lithiumzellen, aber auch an allen möglichen Umgebungsbedingungen, vom aktuellen Strom bis hin zu vergangenen Lade und Temperaturverläufen.
    z.B. Bricht die Zellspannung ausgehend von ihrer aktuellen Leerlaufspannung bei Entladung abhängig vom Strom zunächst ein, sinkt dann abhängig von der (von allen möglichen Faktoren abhängigen) Spannungskurve und erholt sich bei Abschaltung in einer eFunktion wieder auf ihre dann neue (es wurde ja entladen) Leerlaufspannung.hier kann man sich schon alleine trefflich streiten wann ich denn jetzt die Leerlaufspannung messen darf: bei 0,0 oder auch 0,00bisschenwas? nach 1sec, 10 sec, oder x Minuten? (wegen der eFunktion)
    In diesem Bereich werden ganze Doktorarbeiten nur über Teilaspekte der SOC-Bestimmung verfasst, genaueres sprengt hier den (eh schon gesprengten) Rahmen.


    --> nicht wundern, wenn %-Sprünge auftreten, der Wert sollte aber im allgemeinen durch die vielen "echten" Ladeschlussspannungs-Kalibrierungen von Fronius ganz gut passen.



    Puh ist das doch etwas mehr geworden, hoffe es hilft euch weiter. Noch kurz zu mir: ich hab eine Zeit lang Batteriesysteme für Forschungsanwendungen gebaut, bin aber gerade im Bereich SiC-(Siliziumkarbid) Leistungselektronik unterwegs.
    Ich liebäugle gerade mit einem Fronius Energy Package und hab Platz für ca 7,5kWp, auch wenn mein Solateur von der sonnenbatterie ganz angetan ist, mal sehen.


    Wenn ich was unklar beschrieben hab einfach fragen.
    Viele Grüße aus dem Frankenland!
    Florian



    PS: hab hier noch einen Auszug aus der Bedienungsanleitung gefunden, S.29 unten, sind wohl unter 100mA Balancingstrom:
    Kalibriervorgang
    1. Die Startbedingungen müssen erfüllt sein
    2. Die Batterie wird mit einem Mindeststrom von 6,5 A oder mit der gesamten PV-Leistung
    auf 100% aufgeladen.
    3. Damit ein SOC von 100% pro Batteriemoduleinschub erreicht wird, muss eine der beiden
    folgenden Bedingungen für mindestens 2 Minuten erfüllt werden (für jede Zelle
    aller Batteriemodule):
    – Minimale Zellspannung größergleich 3,45 V und Strom < 100 mA
    – Minimale Zellspannung größer 3,5 V unabhängig vom Strom
    4. Erreicht ein Batteriemodul eine dieser Bedingungen, wird der Strom begrenzt, um eine
    Überlastung zu verhindern. Es fließt ein Strom im zweistelligen mA-Bereich über einen
    Bypass-Widerstand
    5. Nicht benötigte PV-Leistung wird wieder direkt verbraucht
    6. Haben alle Zellen aller Batteriemodule eine der beiden Bedingungen erreicht, wird der
    SOC auf 100% gesetzt und die Kalibrierladung ist abgeschlossen.

  • Hallo Mechatroniker,


    Frage an den Spezialisten:


    Diese Probleme gibt es offenbar nur beim unidirektionalen Batteriemanagementsystem ?


    Wie siehst du dies ?


    Aktives bidirektionales Batteriemanagementsystem:


    https://www.youtube.com/watch?v=CWdcAykha2I
    Verfahrensvergleich von Batteriemanagementsystemen für Lithium-Ionen Batterien. Passiv, Aktiv, BIDIREKTIONAL (TESVOLT)


    Sonnige Grüße



    Karl

  • Hallo Karl,


    das kommt im Grunde auf den maximal möglichen Balancing-Strom an, der bei passiven Systemen aber im Allgemeinen deutlich niedriger ist, als bei aktiven. Ist eine Zelle voll, dann muss auch beim aktiven System der gesamte Strom an der Zelle vorbei.


    Bei passiven Systemen hat man typischerweise 100mA, um die Verluste zu begrenzen. bei 3,5V Zellspannung gibt das 0,35W Verluste, das geht mit wenigen einfachen SMD-Bauteilen und ohne großen Kühlaufwand, aber die Verluste sind natürlich weg. Nehmen wir mal 50-60mA und 16Stk. 3,5V-Zellen beim Fronius an, dann wären das rund 3W, die ein Modul, dass sich komplett im Balancing-Modus befindet, verursacht.


    Aktive Systeme gibt es in verschiedenen Ausführungen (finde ich sehr cool, hab ich leider nie gebaut) und erlauben bis einige Ampere Balancingstrom. Das Tesvolt klingt ein bisschen nach LTC3300, erlaubt 2,5A Balancingstrom, bei Interesse: http://www.linear.com/docs/43100 So eine Schaltung ist natürlich auch Verlustbehaftet und wird wahrscheinlich nicht ohne Kühlmaßnahmen auskommen, aber selbst bei einem niedrigen Wirkungsgrad gewinnt man ja energetisch gegen passives Balancing. Nachteil sind hier Komlexität und Bauteilaufwand.


    Auch sonnige Grüße
    Florian

  • Zitat von Stefanfischl

    wie lange wirds bei mir wieder dauern?


    Echt mühsam bei dir! Hoffe das legt sich im sommer, sonst bringt dir der akku nid viel wenn die ganze nacht kalibriert wird,... mit dem aktuellen update wärs ja jeden tag dann...



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