Monokristallin oder Polykristallin für NRW mit Beschattung

  • Hallo,


    habe folgende Frage zum Auswahl der Module für mein Dach. Ich habe auch schon hier im dem Forum gesucht aber nicht so die richtige Antwort gefunden.


    Ich habe eine recht großes Dach eigentlich gute Süd Ausrichtung, aber in einem Abstand von ca 25 einen lichten Wald mit höheren Bäumen. Daher ist es so das bei Sonnenaufgang natürlich erst mein Fürst Sonne bekommt und dann natürlich etwas später das ganze Dach. Im Winter sieht es natürlich schlechter aus als im Sommer.


    Jetzt hat mein Solarbauer darauf verwiesen das Polykristalline Module gerade hier im Norden Deutschlands (NRW) deutlich besser wären. Sie würden sogar einen deutlich besseren Ertrag liefern vor allem auch bei nicht optimaler Sonneneinstrahlung, welche ja nur Mittags da ist.
    Monos hätten zwar einen höheren Peak aber über den Tag würden sie dann wieder verlieren.


    Meine eigenen Erfahrungen beschränken sich jetzt auf 4 Solaranlagen auf meinem Wohnwagen/Wohnmobil, die 4te Anlage ist jetzt eine Monokristalline und da finde ich das die gerade noch abends viel mehr liefert als die Polykristalline, welche zuvor montiert war. Ich sehe das an einem Solarlogger und auch an einem Batteriecomputer, allerdings ist damals natürlich auch der Solarlader gegen einen MPP getauscht worden und die Module hatten insgesamt mehr Leistung waren ja auch 8 Jahre neuer.


    Hat sich das heute so verändert, das man sagen kann Polykristalline liefern mehr Ertrag bei seitlicher "Anstrahlung" und bei schwierigen Verhältnissen, wie an der selben Stelle montierte Monokristalline Module?


    Das ist eigentlich der Kern der Aussage, die ich so verstanden habe.


    Angeboten wurden WinAico Poly 275 aber wie gesagt die Aussage geht mehr in die Richtung das ich mit Monos einen schlechteren Ertrag hätte.


    Über eure Meinung zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen.


    Vielen Dank


    Olaf

  • Hallo Olaf,


    ich habe (in NRW, PLZ 33611) nur 2 verschiedene Module in Süd-West-Ausrichtung, die aber im Hochsommer nur morgens von 09-11 und mittags von ca. 14-20 Sonne bekommen, da sie auf einem Fahrradschuppen stehen, der den Rest der Zeit im Vollschatten des zugehörigen Hauses liegt. Im Winter kriegen die gar keine Sonne, da die zu tief steht und über die Häuser auf der anderen Straßenseite nicht rüberkommt (Jetzt darf gerne jeder in Gedanken lästern, warum ich an so einem Standort Module aufstelle. Antwort: Ich möchte ggfs. später tatsächlich das Hausdach belegen, wollte aber erstmal abseits von Enthusiasten-Werten und anderen Schätzwerten mal sehen, wie viel so Module selbst an einem schlechten Standort bringen. Derzeit läuft meine Schätzung auf 150 kwh/Modul hinaus).



    Die beiden Module stehen direkt nebeneinander. Ein Modul ist ein MünchenSolar 245 Wp, Poly, das andere Modul ein Mono Sunrise Solartech Co. Ltd SR-M660260-B. Sie sind absolut unabhängig voneinander, aber mit nahezu identischer sonstigen Komponenten verkabelt (jeweils ein AE Conversion Micro-WR), das MünchenSolar hat sogar noch einen kleinen Vorteil, da es mit 15 Meter Kabel (2x6 mm²) an den Micro-WR angeschlossen ist, das Sunrise dagegen mit 20 Meter (2x6mm²). Gleicher Kabelhersteller. Die beiden WR sind beide im Keller im Haus und stehen direkt untereinander auf einem Regal, jeder auf einem separaten Regalboden.


    Auch wenn das Sunrise einen geringfügig höheren Peak-Wert hat, sind die von mir gemessenen Werte (Messung auf AC-Seite mit handelsüblichen Strommessgeräten, beide identisch, den Eigenverbrauch und Verlust der WR müsste man also eigtl. auf die Werte wieder draufrechnen) auch bei Tausch der WR bzw. Tausch der Messgeräte im Winter derzeit so, dass das Mono-Sunrise zur Mittagszeit bei hellem Wetter (wie gesagt, im Winter auch mittags Vollschatten) ca. 26 Watt liefert, also 10% seines Peak-Wertes, das Poly-MünchenSolar jedoch gleichzeitig nur ca. 20 Watt, würde es auch 10% liefern, müssten es ja 24 sein). Der Effekt ist auch zu schlechteren, also noch dunkleren Tageszeiten oder Wetterlagen, zu beobachten, dann sind da so Werte wie 10 Watt gegen 6 Watt oder Ähnliches.


    Bei mir ist es also so, dass das Mono-Modul signifikant mehr liefert. Ob man das nun einfach zu so einer plakativen Aussage wie "Mono liefert bei Schwachlicht mehr als Poly" vereinfachen kann, glaube ich aber nicht wirklich. Ich weiß aber auch nicht, wieso Dein Solarbauer meint, dass man es andersherum verallgemeinert behaupten könne.


    Gruß


    Christof

  • Da danke ich euch schon einmal sehr für die schnelle Antworten, villeicht gibt es ja noch andere Gründe, aber nach diesen Aussagen fahre ich wohl nicht schlachter mit Monos und die gibt es in viel Höheren Leistungen, hatte von LG jetzt welche mir 330 Watt gesehen, bei 35 Madulen macht das fast 2 KW aus 9.6 kw zu 11.5 kw.
    Also muss ich mal die Anschaffungskosten vergleichen und dann nochmal rechnen.


    Vielen Dank
    Olaf

  • Achtung! 10kWp Grenze für Abgaben auf Eigenverbrauch Sin Dir bekannt? Und Smartmetering über voraussichtlich 7kWp auch?


    Jan


    Mit freundlicher Unterstützung der Autokorrektur meines schnurlosen Telephons zur automatisch initiierten Verwirrung durch Wortverwurstung.

  • Zitat von oskar-pv

    hatte von LG jetzt welche mir 330 Watt gesehen, bei 35 Madulen macht das fast 2 KW aus 9.6 kw zu 11.5 kw.


    Module mit 300 W oder mehr scheinen doch verhältnismäßig teuer zu sein. Wenn Du Platz für 35 Module hast, würde ich Dir zu 285ern raten, habe ich übrigens selbst (von LG).
    Damit bist Du ganz knapp unter 10 kWp und musst keine EEG-Umlage auf Eigenverbrauch zahlen.


    Was das Smartmetering angeht, so ist meines Wissens noch nichts fest beschlossen. Da kann die Grenze bei 7 kWp liegen, muss aber nicht. Vor allem kann es leicht sein, dass dann kurze Zeit später auch Anlagen mit geringerer Leistung betroffen sein werden.


    Mich persönlich hat es nicht bewogen, deswegen unter 7 kWp zu bleiben, aber das muss jeder für sich entscheiden.

  • Hallo Olaf,


    das Magazin Photon veröffentlicht ja auch regelmäßig Ergebnisse von Testmessungen von Außenanlagen, bei denen Module an gleichem Standort aufgestellt sind und dann kann man sehen, was die so liefern. Du findest hier:


    http://www.photon.info/upload/…ual_Results_2014_5302.pdf


    die Ergebnisse von 2014. Da sind Mono und Poly bunt durcheinander gemischt, man kann hier keinen einheitlichen Trend ausmachen.


    Gruß


    Christof


  • "Photon" und "regelmäßig" in einem Satz!? Ist jetzt nicht dein Ernst, oder? :-o


    ;-)
    J

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Das Licht selbst besteht aus verschiedenen Wellenlängen; das Licht, welches wir als Menschen sehen, besteht aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau mit einer Wellenlänge von 750nm (Rot) über Grün (500nm) nach Blau (350nm).


    Der strahlungsintensivste Teil der Sonnenstrahlung liegt im Bereich 380nm-780nm. Ergo im sichtbaren Bereich.


    Bei mono- und polykristallinen Zellen liegt der Wirkungsbereich nahe dem Infrarotbereich, das Maximum etwa bei ca. 900nm. Also außerhalb des strahlungsintensivsten Teils des Spektrums.


    Die Empfindlichkeit der amorphen Zellen (Dünnschicht) liegt voll im sichtbaren und damit im strahlungsintensivsten Bereich.
    Der Grund für die höher Leistungsfähigkeit bei Monozellen liegt in der Dicke der Absorptionschicht.
    Bedingt durch die Tatsache, dass Systembedingt die monokristalline Zelle den höchsten Wirkungsgrad besitzt, die amorphen Siliziumzellen dafür im besseren Spektrum des Lichts arbeiten, ist wenn überhaupt, aus Sicht der Leistungsausbeute die Dünnschicht-Technologie bei Verschattung vorzuziehen.

    Viele Grüße
    Christian Bieber von Solartechnik Bayern

  • Nochmals vielen Dank für die weiteren Anregungen und Hinweise. Mit der 10 KW Grenze das hatte ich auch schon gehört und eben auch noch mal etwas nachgelesen. Ich denke wir werden dann knapp unter 10 KW bleiben.
    Nochmals zu den Modulen, hier muss ich trotzdem mal schauen, wenn weniger auf das Dach setze, dann ist halt mehr Platz für "Luftkollektoren" da sollen auch wenn möglich noch welche dazu.


    Noch eine Frage zu den Modulen, kann ich eigentlich Modul Leistungen mischen, wenn ich jeweils in einem String die selben verwende?
    Also alle die ganz oben am First sind besonders hochwertig LG 315 oder so, weil ich gerade morgens dann doch schnell einen ersten Ertrag haben möchte, für den Kaffee und so. Ich gehe davon aus, das mein Speicher morgens doch immer schon recht leer sein wird. Dann ist ja doch eine zeitliche Lücke in der Abnahem aber 1-2 Stunden später ist ja sowieso das ganze Dach dann unter Sonneneinstrahlung wenn denn diese scheint und dort dann LG 185 zum Beispiel.


    Also kann ich Strings mit unterschiedlichen Modulen (jeweils homogen) dann über einen Wechslerichter betreiben, oder spricht da etwas gegen?


    Macht es eigentlich Sinn einen Wechselrichter überzudimensionieren, damit er nicht so an seinen Bauteilen "leidet" und dann eventuell nicht so schnell "altert". Bei einem PV Speicher macht es ja auch Sinn diesen nicht so weit zu entladen um mehr Zyklen zu bekommen. Steht ja sogar so bei den aktuellen Lithium Speichern im Datenblatt.
    Also einfach einen 12 KW verwenden und den nur mit maximal 10 KW befüllen?


    Viele Grüße
    Olaf