Balancer für Bleiakkus

  • Hallo.


    Ich habe eine PV-Anlage mit etwa 4 kW. Die Blei-Akkus habe ich zu 24 Volt zusammengeschaltet. Es sind aber viel zu wenig Akkus, und außerdem teils schon defekt. Bald müssen neue her.


    Jedenfalls will ich diese dann mit einem Balancer betreiben, damit sich keine Spannungsunterschiede aufschaukeln. Und überhaupt, damit falls eine Batterie mal schwächer wird, sich das nicht gleich negativ (Tiefentladung) auf die restlichen parallel geschalteten Batterien auswirkt.


    Was für Balancer sind empfehlenswert? Gibt es welche, die auch piepsen, leuchten oder sonst irgendwie warnen, wenn die Spannungsdifferenze zu hoch ist, so dass man auf einen defekten Akku aufmerksam gemacht wird?


    Und was anderes: Manche meinen ja, Parallelschalten sei gefährlich, weil dann eine kaputte Batterie gleich die anderen noch in den Tod reißen könnte. Ist es also sinnvoll statt direkt parallel anzuschließen, dies auch über eine Art Balancer zu realisieren? Also ich meine jetzt in der Mitte, denn an den beiden Enden ist ja eh parallel geschaltet, weil ja alles zu den beiden Anschlussklemmen des Wechselrichters muss.


    Hier eine kleine Zeichnung der Verkabelung. Die BB sollen je eine 12 V-Batterie sein. Die ---- sind Kabel, die + sind Kabelverbindungen.


    Die Verbindung in der Mitte von oben nach unten wurde kritisiert.

    Code
    plus--+-BB-+-BB-+---minus
    | | |
    +-BB-+-BB-+
    | | |
    +-BB-+-BB-+
    | | |
    +-BB-+-BB-+


    Noch etwas: Habe genug Platz, was sind die preisgünstigsten Batterien? Die alten mit Flüssigkeit gefüllten, sind es wohl, stimmt das? Die halten auch ewig, wenn man sie ab und zu nachfüllt oder so, stimmt das auch? Was ist mit Staplerbatterien, halten die ähnlich lang? Muss man dann nicht nachfüllen, aber braucht jede Menge Balancer, um das System stabil zu halten, oder?


    Ganz schön viele Fragen auf einmal. :-)


    PS: Ich würde ja auch eine Abart von Li-Ion-Akkus kaufen/verwenden, aber die haben ja so eine hohe Speicherdichte, das passt überhaupt nicht zu meinem Platzangebot (viel). Und wahrscheinlich sind sie wohl auch deshalb vieeeeel teurer. Und meine Laderegler würden auch nicht passen (gut, könnte ich vielleicht verkaufen).

  • Hallo,


    ich hab eine 24V Batterie von einem Hubwagen in Verwendung. Die Batterie ist 6 Jahre alt gewesen, hält bei mir schon zwei Jahre, hat 420Ah für 450€ erworben.
    Der Verkäufer ist ein Gabelstaplerreparaturbetrieb aus der Nachbarschaft.
    Ich bin damit zufrieden.
    Hatte vorher gebrauchte Autobatterien, die haben nur Probleme gemacht.


    MfG Georg

  • Moin ui..., als langfristiger Speicher machen bei Blei nur 2V-Zellen in der richtigen Größe (=Kapazität) Sinn.
    Damit erübrigt sich dann schon die ungünstige Paralellschaltung. Bei Flüssigsäure-Zellen ( geschlossene= OPzS, PzS)
    hast Du immer die Möglichkeit durch gezielte Überladung (Ausgleichsladung) die Zellen zu balancieren.
    Bei hohen Spannungen(viele Zellen) macht eine Symmetrie-Überwachung Sinn, d.h die Bank bekommt ein
    Messkabel in der Mitte und beide Hälften werden verglichen, bei Differenz >xV wird Alarm gegeben.
    Aktive Einzelzellenbalancer für Blei sind noch Zukunftsmusik, sprich zu teuer. Bei sehr großen Zellen aber
    vielleicht trotzdem interessant (> 2000Ah)
    lg,
    Philip

  • Zitat von e-zepp

    Moin ui..., als langfristiger Speicher machen bei Blei nur 2V-Zellen in der richtigen Größe (=Kapazität) Sinn.
    .....
    lg,
    Philip


    Aha. Und warum verbauen dann fast alle Hersteller 12 Volt Blöcke?


    Gruß
    Thomas

    9,99KWp Yingli 270W Ost/West, SMA9000TL-20, Home Manager.
    48V 775Ah Bater an 2 Victron Multigrid
    2,7KWp Axitec AC-300M/156-60S Südausrichtung
    Victron BlueSolar 150/60-Tr

    Panasonic Aquarea 9KW Split

    Vectrix VX-1

  • Da muss man nur noch überlegen wofür die 12V-Blöcke verbaut werden und an den Spruch denken:
    "Was lange hält, bringt uns kein Geld" - diehe neudeutsch: "geplante Obsoleszenz". :juggle:

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,44kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Meister-Lusche L:44 (D:2)
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • Moin uiaenrtd,


    ob Du große Zellen nimmst oder mehrere kleine parallel schaltest ist technisch egal, vorausgesetzt die parallel geschalteten Zellen / Akkus ausreichend ähnlich sind d.h. gleiche Chemie, ähnlich alt, ähnlich benutzt und ähnlich in der Ladekennlinie. Das zu entscheiden ist nicht leicht, deshalb wird dem Unerfahrenen gewöhnlich richtigerweise empfohlen, Parallelschaltung zu vermeiden. Wenn Du aber kleine Akkus günstiger als die gleiche Kapazität von Großen bekommst, dann macht ein Versuch Sinn. Dazu lädst Du alle Akkuzellen, die Du parallel schalten willst, einzeln auf dieselbe Spannung und schaltest sie erst dann parallel, wenn die Spannungen bis auf +/- 0,02 V gleich sind. Achtung! Wenn sie nicht dieselbe Spannung haben fließen beim Verbinden der zweiten Pole starke Ströme, die Deine Verbinder aufglühen lassen können. Das ist zumindest unangenehm. Deshalb Sorgfalt :!: bei der Spannungsmessung. Die von Dir skizzierte Schaltung macht Sinn, denn wenn eine Zelle einen Zellenschluss erleidet, zieht sie nur die parallel geschalteten mit in den Tod und nicht alle übrigen auch noch. Am besten schaltest Du an jede Zelle eine Sicherung, dann passiert sowas nicht. Sie sollte das 1,3 fache des für eine Zelle zu erwartenden Lade- bzw. Entladestroms tragen können. Allerdings leiden die übrigen Zellen, wenn eine Sicherung gefallen ist und Du das nicht umgehend, zumindest vor dem nächsten Zyklus merkst. Deshalb ist eine Überwachung der Sicherungen wichtig, die Alarm gibt, wenn eine gefallen ist. Bei Bleiakkus wären das 2 V-Lämpchen, die Du parallel zu den Sicherungen schaltest und laufend im Auge behältst. Fällt eine Sicherung leuchtet das zugehörige Lämpchen auf. LEDs gehen nicht, weil die bei 2 V nicht leuchten. Ohne Sicherungen läuft man Gefahr, dass sich der Energieinhalt der ganzen Batterie in der Zelle entlädt, die einen Schluß entwickelt hat, und diese zum Kochen, wenn nicht gar Platzen ( vulgo Explodieren ) bringt.


    Alle Kritiker der Parallelschaltung seien darauf hingewiesen, dass in allen Akkus die Elektrodenpaare innerhalb derselben Zelle parallel geschaltet sind. Das geht, weil man sicher sein kann, dass dann alle Plattenpaare dieselbe Geschichte durchlaufen und damit immer ähnliche Eigenschaften haben. Aber auch hier reißt ein Kurzschluss zwischen zwei Elektroden alle anderen Elektroden derselben Zelle mit in den Sulfatierungstod weil die Plattenpaare nicht einzeln abgesichert sind.


    Freundliche Grüße
    pvx

  • :danke: , relativ, die hatte ich noch nicht wahrgenommen.


    Also berichtige ich meinen Beitrag: Diese LEDs ( HLMP 7000 von Avago ) sind mit Vorwiderstand von 30 Ohm zur Anzeige gefallener Sicherungen einzelner Bleiakkuzellen geeignet.


    Freundliche Grüße
    pvx

  • pvx, bei allem Respekt, aber hälst Du Deine Anleitung zur Paralellschaltung wirklich für praktikabel, geschweige denn
    für sinnvoll ? So ein Sammelsurium an Fehlerquellen ! Überall eher nicht vollisolierte Verbinder kreuz und quer,
    Sicherungen, LEDs :lol: ? Obendrauf noch billige Balancer um sonst gar nicht vorhandene Probleme halbwegs in den Griff zu bekommen ? Schon mal die Arbeit überlegt die das macht? Und wieviel erst wenn man es richtig macht??
    Und trotzdem wird`s ein riesen Murks. Soo billig können die vielen kleinen Akkus gar nicht sein, sorry.
    lg,
    Philip