Planung einer 10KW- Anlage.

  • Hallo erstmal,


    ich habe mich hier schon öfters umgesehen und nun mich doch mal dazu entschlossen mich anzumelden :D .
    Ich habe mir vor 3 Jahren einen Altbau aus den 60er Jahren im Landkreis Forchheim (Bayern) gekauft. Nun ist es an der Zeit zum Anbauen. Beim Anbau wird das Haus verlängert und das Dach erneuert. Der Vorbesitzer hat vor 5 Jahren das ganze Haus mit Marmorheizungen ausgestattet. Das heißt wir heizen auch mit Strom.


    Bis vor ein paar Monaten hatten wir die Sonnenkraft gar nicht auf dem Schirm. Dann hab ich die Werbung von der Eon bekommen. Naja seit einigen Wochen informier ich mich in diesem Bereich. Wie ich hier schon erfahren habe, ist man von der Eon selbst nicht begeistert :D . Wir haben nun 2 Elektrofirmen kommen lassen und ich bekomme morgen das erste Angebot.


    Nun eine Frage an sich, da man so viele unterschiedliche Meinungen hört. Lohnt sich in der heutigen Zeit (2016) eine Solaranlage fürs Haus oder ist es durch die Umlagen im Kostenverhältnis, Wartungen und Versicherungen ein Minusgeschäft?
    Wartungen sind jährlich für knapp 180€. Im Winter läuft die Heizung voll durch, aber die Tageszeiten sind kürzer. Im Sommer brauchen wir weniger Strom, erzeugen dafür aber mehr. Dort gäbe es ja die Möglichkeiten für einen Speicher.


    Wir selbst haben einen Jahresverbrauch von 11KW. davon knapp 4KW Lichtstrom und 7KW für die Heizung. Geplant wäre eine 10KW eventl. etwas kleinere Anlage falls es mit der Fläche nicht reicht.
    Warmwasser wollen wir dann auch mit der Anlage erzeugen.


    Doch wie ist das mit dem Speicher über die Batterien? Wir sind ja tagsüber außer Haus und am Abend laufen bei uns die Geräte (PC, Fernseher, Waschmaschine etc.) und die Meinungen hier gehen auch auseinander? Zumindest was ich bisher gelesen habe.



    Ich bin im Moment total unsicher, da mir jeder was anderes erzählt. Die Elektrofirmen reden es natürlich nicht schlecht, sie wollen es ja verkaufen. Andere sagen das es alles Blödsinn ist.
    Deswegen wollte ich mich an die Leute mit der Erfahrung wenden, wenn jemand bescheid weiß, dann doch die Leute die auch eine haben. Sorry für den langen Text!


    Gruß Michl

  • Mal ganz kurz und knapp vorweg; man kann mit PV-Strom nicht nennenswert Heizen.


    Zu der Zeit mit dem höchsten Verbrauch (80% gehen von November bis Februar durch) hast Du fast keine Erträge, bei Schnee auf dem Dach, was in Bayern ja durchaus mal vorkommen kann, ist der Ertrag Null!


    Zitat von Michl86

    Im Winter läuft die Heizung voll durch, aber die Tageszeiten sind kürzer. Im Sommer brauchen wir weniger Strom, erzeugen dafür aber mehr. Dort gäbe es ja die Möglichkeiten für einen Speicher.


    Das Problem hast Du ja schon selbst erkannt und nein, ein Speicher verbessert die Rendite nicht, da viel zu teuer.


    Bei 11.000KWh Jahresverbrauch, davon 4.000KWh HH-Strom und 7.000KWh Wärmestrom macht die PV an sich schon Sinn, aber Heizen kann man damit eben nicht.
    Je nach Dämmstand würde ich die Sauerei jetzt komplett machen und entweder klassisch auf Gastherme oder alternativ auf Holzpelletsofen oder Wärmepumpe ggfs. in Ergänzung mit Kamin setzen.


    Den Verbrauch kann man auch als berufstätiger mit einfachsten Mitteln in die Ertragszeit der PV legen.
    Eine Zeitschaltuhr an die Spüli, Startzeitvorwahl an WaMa und Trockner und die größten Verbraucher sind versorgt.


    Ich würde Dir empfehlen jetzt eine normale PV ohne Speicher zu bauen und die problematische (hohe Betriebskosten) Heizung gesondert zu sanieren.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Das Dach wird jetzt dann neu gedämmt. In den Anbau ca. 50m² kommt ein Heizkamin. Dort wird mit Holz geheizt. Fürs restliche Haus würden dann nur noch 4 Marmorheizungen die bleiben. Im Altbau wurde vor 3 Jahren alles komplett saniert und erneuert. Leider haben wir keinen Gasanschluss, sonst wären wir umgestiegen. Neue Heizung ist aufgrund von Dreck und den Kosten erstmal nicht in Planung. Vorallem da der Ofen kommt und im Erdgeschoss schon ein Schwedenofen im Betrieb ist.

  • Zitat von Michl86

    Lohnt sich in der heutigen Zeit (2016) eine Solaranlage fürs Haus oder ist es durch die Umlagen im Kostenverhältnis,


    Welche Umlagen? Zum Glück sind Anlagen bis 10kWp von der reduzierten EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch befreit, aber egal, auf den Bezug zahlst du immer die volle Umlage.

    Zitat

    Wartungen sind jährlich für knapp 180€.


    Woher weißt du das schon, wenn du noch nicht mal weist, was du bauen wilst?


    Ich denke mal du hast einen eigenen Zähler für die Elektroheizung und bei 7000kWh wäre es auch nicht sinnvoll das zu ändern. Da wirst du keien PV anschließen dürfen - macht auch wenig Sinn, wie seppelpeter schon geschrieben hat, läuft die Heizung ja vorwiegend, wenn die Sonne nicht scheint.
    Hast du wenigstens zentrale Warmwasserversorgung um eien Brauchwasserwärmepumpe (BWWP) nutzen zu können oder Durchlauferhitzer (DLE)?
    Ob sich die PV im Geldbeutel lohnt, hängt an den Produktionskosten für den Strom, also im wesentlichen am Preis der Anlage. Den Strom unter 10ct/kWh zu produzieren (da ist Wartung und Versicherung schon dabei) sollte bei 10kWp am Dach möglich sein, für die Einspeisung bekommst du gut 12ct/kWh. Wenn du jetzt Angebote für 20000€ netto für 10kWp bekommst, wirf sie in die Tonne, das rechnet sich nur, wenn man es schönrechnet.

  • Naja wie gesagt das Angebot kommt morgen. Geschätzt haben beide unabhängig voneinander bei einer 10Kw Anlage um die 13.000€. Da meinte er die Wartung liegt jährlich bei 180€. Hat er auch direkt gesagt. Bisher haben wir einen Durchlauferhitzer. Der sollte wenn durch eine Pumpe ausgetauscht werden. Warmwasserversorgung auch nochmal rund 3.000€ extra. Die beiden lagen bisher fast immer komplett gleich auf wenn man die Kosten sieht.


    Der erste Anbieter meinte im System PV mit der Pumpe fürs Warmwasser sollten wir ca. die Hälfte vom Verbrauch einsparen. Da war ich halt etwas skeptisch.

  • Die DLE sind bei den 4000kWh dabei? Er meinte ganz sicher davon dann die Hälfte, das dürfte drin sein, aber da sind die erwähnten Zeitschaltuhren schon sinnvoll.
    Natürlich bekommst du den Strom nicht geschnekt, dir entgeht ja die Einspeisevergütung. Das mit den Steuern machen wir später, wird imo völlig überbewertet.
    Preise für WP - keine Ahnung, schreib das hier ruhig mal rein, auch da kenen sich hier einige aus. Das Angebot für die PV gehört dann in den Angebotsbereich.

  • Zitat von Michl86

    Der erste Anbieter meinte im System PV mit der Pumpe fürs Warmwasser sollten wir ca. die Hälfte vom Verbrauch einsparen. Da war ich halt etwas skeptisch.


    was soll eine WW Wärmepumpe denn einsparen, wenn die Beheizung des Hauses auch elektrisch erfolgt?
    Das was die Pumpe einspart musst du an Heizenergie zusätzlich aufwenden.
    Da kannst du gleich beim Durchlauferhitzer bleiben und die 3000€ besser in die Wärmedämmung investieren.
    Normalerweise ist aber für Warmwasser das Sanitär Handwerk zuständig.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Ein typischer machtnix, was hat die BWWP mit der Hausheizung zu tun? Man kann die Wärme aus der Raumluft beziehen, normal macht man das aber anders.
    Gerne werden hier moderne Splitklimaanlagen als Ersatz für Elektrodirektheizung empfohlen, die kann man gut nachrüsten ohne zu viel aufreißen zu müssen. Man muß ja im Sommer nicht kühlen, einfach mal suchen.