Rechnung mit ausländischer MwSt

  • Ich erhielt von SMA einen Danfoss-Austauschwechselrichter mit 25 % MwSt und einer dänischen USt-ID


    Dänische oder sonstige ausländische MwSt kann man nicht als Vorsteuer geltend machen. Man braucht eine eigene USt-ID, die ich jetzt online beantragt habe, dann erfolgt die Lieferung USt-frei. Nachträgliche Korrektur der Rechnung ist nach Aussage von SMA nicht möglich, die USt-ID muss zum Zeitpunkt der Lieferung bestanden haben. Ich suche noch nach Möglichkeiten wie ich rein behördlich den Betrag von 277 € zurückerhalten kann.


    Ich bleibe an dem Thema dran, vielleicht hat jemand schon ein ähnliches Problem gehabt und kann berichten.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Ich kenne es nur aus dem Job, aber letztendlich ist PV für dich ja gleich Job.
    Das SMA aus DK die Rechnung am Ende mit USt ausgestellt hat, ist wohl richtig.
    Für die bist Du kein Unternehmer bzw. konntest den Nachweis dazu nicht bringen.


    Auf die Schnelle habe ich das hier als Einstieg für die Rückforderung der DK USt als ansässiger Unternehmer in DE nach dem UStG gefunden.
    http://www.steuer-schutzbrief.…umsatzsteuer-ab-2010.html


    Dieser kurze Leitfaden dürfte vielleicht auch hilfreich sein:
    https://www.stuttgart.ihk24.de…erfahren_in_der_EU/684822


    Ich wünsche viel Erfolg.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • SMA sollte doch in der Lage sein, ein solches Geschäft über einen Vertriebspartner in D laufen zu lassen.
    Ansonsten schalte ich bei solchen Sachen einen meiner Lieferanten dazwischen.
    Das ist für die kostenneutral.

    Wer, wenn nicht wir....


    wann, wenn nicht jetzt?????

  • SMA macht es sich da ein wenig leicht... und kundenunfreundlich... und schlicht und ergreifend falsch.
    Dummereise ist kein Kraut dagegen gewachsen.


    Es wurde ein Lieferung von einem Unternehmen mit Sitz in Dänemark (oder eines Unternehmens mit Sitz im übrigen Gemeinschaftsgebiet unter Verwendung einer vom MItgliedsstaat Dänemark erteilten USt-ID) von Dänemark in das übrige Gemeinschaftsgebiet erbracht.
    Es handelt sich hierbei um eine innergemeinschaftliche Lieferung.
    Die LIeferung ist in Dänemark steuerbar und steuerfrei.
    Der Erwerber hat den Bezug in Deutschland der Erwerbsbesteuerung zu unterwerfen.
    Somit ist der Erwerbsvorgang in D steuerbar und steuerpflichtig.


    An diesen Fakten kann nichts und niemand etwas ändern.
    Wirds anders gemacht - wird es falsch gemacht.
    Dummerweise ist diese Theorie in der Praxis nicht anzuwenden.


    Nicht als Beweis für das Vorliegen der Voraussetzungen (das wird oft falsch verstanden / zwangsweise falsch gelebt),
    sondern als Voraussetzung für eine mögliche Enthaftung des leistenden Unternehmers, kann dieser sich einen qualifizierten Nachweis über die VAT-ID seines Kunden einholen.
    Stellt sich zu einem späteren Zeitpunkt heraus, dass die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Steuerbefreiung nicht vorgelegen haben, ist der Vorgang beim leistenden Unternehmer grundsätzlich steuerpflichtig.
    Lediglich wenn er den Nachweis erbringt, dass ihm im Zeitpunkt der Lieferung eine gültige Bestätigung vorgelegen hat, kann er sich der Haftung entziehen.


    Es kann nun überhaupt keine Frage sein, dass SMA verpflichtet ist die Rechnung zu korrigieren - denn sie ist schlicht und einfach falsch.
    Aber: Pitz mal nem Bullen ins Horn... und schau mal was passiert.


    Für 67,- Euro (die Herabsetzung von 25% auf 19%) kannst Du keinen großen Krieg führen.


    Gelebt wird es nun mal so, wie SMA das hier auch tut. Da hast Du vermutlich besch.... Karten.


    Achja... Erstattung der dänischen Mwst. in Dänemark ist nicht möglich - bzw. nur dann, wenn die Behörde pennt und Fehler macht. Grund: Vergütungsfähig ist nur gesetzlich geschuldete Steuer. Die hier, wurde zu Unrecht erhoben. Der Vorgang ist in Dänemark nun mal steuerfrei. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich werde die Ausführungen von kpr zu keinem Zeitpunkt anzweifeln, aber ich verstehe sie nicht.
    USt ist EU-weit "gleich".


    Ich habe jetzt eine noch ausführlichere Version gefunden.
    https://www.stuttgart.ihk24.de…nen_EU_Binnenmarkt/684812


    1.1 Privatpersonen
    Die Umsatzbesteuerung von Warenlieferungen an Privatpersonen im EU-Binnenmarkt folgt prinzipiell anderen Vorschriften als die Besteuerung von Lieferungen zwischen Unternehmen. Während innergemeinschaftliche Lieferungen an Unternehmer grundsätzlich steuerfrei getätigt werden können und diese im Bestimmungsland vom Empfänger der Erwerbsbesteuerung zu unterwerfen sind, unterliegen Lieferungen an Privatpersonen anderen Regelungen. Der Grund hierfür ist, dass Privatpersonen von der Erwerbsbesteuerung regelmäßig ausgeschlossen sind.


    1.3 Erwerbsteuer des Abnehmers
    Verwendet der im EU-Ausland ansässige Abnehmer keine Umsatzsteueridentifikationsnummer, kann man regelmäßig davon ausgehen, dass er von der Erwerbsbesteuerung ausgeschlossen, das heißt wie eine Privatperson zu behandeln ist. Verwendet hingegen eines der angeführten Rechtssubjekte eine Umsatzsteueridentifikationsnummer, kann davon ausgegangen werden, dass es zur Gruppe der erwerbsteuerpflichtigen Personen gehört. [...]


    2. Die Regelungen im Einzelnen


    Für die Umsatzbesteuerung von Lieferungen an Privatpersonen, die in anderen EU-Mitgliedstaaten ansässig sind, ist danach zu unterscheiden,
    ◾ob die Waren in Deutschland vom Verkäufer an den Käufer übergeben werden, oder
    ◾ob diese im Wege des Versands von Deutschland in den anderen EU-Mitgliedsstaat gelangen.


    2.2 Versand von Ware in andere EU-Mitgliedstaaten
    Liegt keine Übergabe der Ware in Deutschland vor, sondern eine so genannte Versendungslieferung gelten abweichende Grundsätze.


    a) Innergemeinschaftliche Versendungslieferung
    Eine innergemeinschaftliche Versendungslieferung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
    ◾Die Ware gelangt von Deutschland in einen anderen EU-Mitgliedstaat.
    ◾Der Transport der Waren wird vom deutschen Unternehmer veranlasst. Dies ist gegeben, wenn
    - er die Ware selbst transportiert oder
    - einen selbstständigen Dritten mit dem Transport beauftragt (Beispiel: Spediteur, Kurierdienst, Fuhrunternehmer, Post, Bahn).


    b) Ort der Besteuerung
    Besteuerung im Ursprungsland
    Versendungslieferungen werden so lange im Ursprungsland, das heißt in Deutschland, besteuert, wie bestimmte Lieferschwellen nicht überschritten werden. Voraussetzung für eine Umsatzbesteuerung der Lieferung in Deutschland ist also, dass die Lieferungen in den betreffenden anderen Mitgliedstaat im vorangegangenen oder im laufenden Kalenderjahr einen bestimmten Umfang nicht überschreiten. Für die Höhe des Betrages ist dabei immer der von dem jeweiligen Land festgelegte Betrag entscheidend, in dem die Beförderung oder Versendung endet. Anders als bei der Bestimmung der Erwerbsschwelle (vergleiche dazu oben) ist hierbei nicht auf den Gesamtbetrag der jährlich erfolgenden Lieferungen in die EU-Mitgliedstaaten insgesamt, sondern auf den jeweils einzelnen Mitgliedstaat abzustellen.


    Die derzeit in den einzelnen Mitgliedstaaten geltenden Werte ergeben sich aus der folgenden Tabelle.


    Der Schwellenwert für DK liegt bei Dänemark 280.000 DKK und ich gehe bis jetzt davon aus, dass der TS weniger als diese
    280.000 DKK Umsatz in Dänemark macht.


    Im vorliegenden Fall ist mMn nur Deutschland durch Dänemark zu ersetzen mit der Folge:
    Ursprungsland ist hier DK -> Besteuerung mit 25% DK USt, die man sich zurück holen können sollte, da man ja doch Unternehmer nach dem USt ist.


    Und wenn doch nicht:


    http://www.haufe.de/unternehme…sk_PI11444_HI1139322.html


    "Bekommen Sie die Umsatzsteuer nicht vergütet, buchen Sie ausländische Umsatzsteuer zusammen mit den Aufwendungen als Betriebsausgabe bzw. ist diese zu aktivieren."

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Danke für alle Tipps und Antworten !


    Zitat von seppelpeter


    Auf die Schnelle habe ich das hier als Einstieg für die Rückforderung der DK USt als ansässiger Unternehmer in DE nach dem UStG gefunden.
    http://www.steuer-schutzbrief.…umsatzsteuer-ab-2010.html


    Dieser kurze Leitfaden dürfte vielleicht auch hilfreich sein:
    https://www.stuttgart.ihk24.de…erfahren_in_der_EU/684822


    Da arbeite ich mich durch.



    Zitat von Mr.10.000Volt

    SMA sollte doch in der Lage sein, ein solches Geschäft über einen Vertriebspartner in D laufen zu lassen.


    Zitat von kpr

    SMA macht es sich da ein wenig leicht... und kundenunfreundlich...


    Das ist auch das, was ich zuerst gedacht habe. Mit sowas rechnet man überhaupt nicht bei Bestellung in Deutschland :evil:


    Zitat von Mr.10.000Volt

    Ansonsten schalte ich bei solchen Sachen einen meiner Lieferanten dazwischen.
    Das ist für die kostenneutral.


    Hätte ich bloß über einen Solarteur bezogen... :roll:


    Zitat von kpr

    Für 67,- Euro (die Herabsetzung von 25% auf 19%) kannst Du keinen großen Krieg führen.


    Es geht um den vollen Betrag, ich bin doch Unternehmer. Alternativ kann ich immer noch den gesamten Betrag, also mit MwSt abschreiben, dann bleibt wenigstens ein Teil bei mir.


    Wenn ich die USt-ID habe kann ich sie für zukünftige Lieferungen bei SMA einpflegen lassen und mir wird fortan keine laufende USt mehr in Rechnung gestellt.


    Abgesehen von der USt-Geschichte finde ich den Austauschpreis
    ziemlich hoch, sogar auf die Frachtkosten wird die dänische MwSt. aufgeschlagen. Für ein Neugerät Danfoss FLX 15 pro habe ich im Frühjahr 2015 bei einem Händler 2200 € inkl. Fracht und deutscher USt bezahlt. Mit 5 Jahren Garantie statt einem Jahr bei Austauschgeräten. Von 6 WR musste ich inzwischen 3 ersetzen, einer war auf Garantie.

  • Sorry.. ja.. da war der Gaul durchgegangen. Du versteuerst ja nciht nur - Du ziehst auch noch.
    (Hups.. ob ich heute noch Voranmeldungen erstellen sollte? Oder mir mal lieber Fristverlängerung besorgen sollte?)



    UST auf die Frachtkosten: In dem Fall zwingend richtig. Nebenleistung zur Hauptleistung. Nebenleistungen teilen das Schicksal der Hauptleistung.


    Wie gesagt... Du kannst bei SMA auf Korrektur bestehen - die müssen ändern.
    Rechnung schon bezahlt? Wenn nein, hättest Du ja ein halbgares Druckmittel.
    Wenn ja... dann hast Du zwar immer noch Recht - aber keinen Prügel, um es durchzusetzen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Rechnung ist leider schon bezahlt, ich gehöre noch der Gattung an die immer gleich am Tag der Rechnung bezahlt, in Ausnahmefällen am nächsten Tag falls das Konto ins Minus rutschen würde.


    Ich suche noch nach einer behördlichen Lösung.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Zitat von Kollektor

    Ich erhielt von SMA einen Danfoss-Austauschwechselrichter mit 25 % MwSt und einer dänischen USt-ID


    Dänische oder sonstige ausländische MwSt kann man nicht als Vorsteuer geltend machen. Man braucht eine eigene USt-ID, die ich jetzt online beantragt habe, dann erfolgt die Lieferung USt-frei. Nachträgliche Korrektur der Rechnung ist nach Aussage von SMA nicht möglich, die USt-ID muss zum Zeitpunkt der Lieferung bestanden haben. Ich suche noch nach Möglichkeiten wie ich rein behördlich den Betrag von 277 € zurückerhalten kann.


    Ich bleibe an dem Thema dran, vielleicht hat jemand schon ein ähnliches Problem gehabt und kann berichten.


    http://www.bzst.de -> Vorsteuervergütungsverfahren

  • Nein. Vom Wiederholen wird es nicht wahrer.


    Steuerfreie Behandlung und Erwerbsbesteuerung vs. Vergütungsverfahren sind keine Optionen.


    Das Vergütungsverfahren kommt nur in Betracht, wenn ausländische Umsatzsteuer gesetzlich geschuldet wurde.
    Das ist hier aber nicht der Fall.
    Hier wurde keine dänische Steuer geschuldet - sie wurde zu Unrecht erhoben.


    Er hat nur eine einzgie Chance: SMA zu dem zu zwingen, wozu sie verpflichtet sind: Die Rechnung zu korrigieren.

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