Direktvermarktung an Mieter?

  • Wir haben im Jahr 2015 eine PV-Anlage (9kWp) mit Speicher (6,72kWh) auf einem Wohnhaus erstellt, dass ich an meinen Sohn vermietet habe. Der im Haus direkt verbrauchte Strom aus der PV-Anlage fällt damit wohl nicht unter Eigenverbrauch, sondern müßte nach der Ausfüllhilfe der Bayrischen Steuerverwaltung
    (http://www.finanzamt.bayern.de…sfuellhilfe-EUER-2014.pdf)
    unter die Kategorie "sonstige Erlöse (z.B. aus Direktvermarktung)- netto ohne USt" fallen.
    D.h. ich schreibe meinem Sohn eine Rechnung mit MWSt, damit ich auch weiter die Kleinunternehmerregelung vermeide und die MWSt auf den Anschaffungspreis absetzen kann.
    Da ich den Strompreis zwischen Einspeisepreis und Strombezugspreis ansiedle, müßte auch die abzuführende USt geringer ausfallen, als bei einer Eigennutzung.
    Habe ich etwas übersehen?
    EEG-Abgabe und Netzgebühren dürften nicht anfallen!?

  • Rechnung mit USt an den Sohn ist richtig. So mache ich es bei zwei Pachtdächern auch. EEG Umlage fällt beim Verbrauch durch Dritte in voller Höhe an, also ab 2016 6,354 c/kWh. Dafür muss man sich beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber anmelden.


    Eine interessante Gestaltungsmöglichkeit wäre vielleicht eine Warmmiete inkl. Strom. Ob das heute noch geht, weiss ich nicht, müsste man mal
    recherchieren.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • und es sind auch keine sonstigen Erlöse - sondern Umsatzerlöse genau wie die, die der VNB zahlt.
    ("sonstige Erlöse" = alles, was nicht dem eigentlichen Unternehmenszweck dient. Und der "Verkauf von Strom" ist wohl so ziemlich der einzige Unternehmenszweck, den Dein Unternehmen überhaupt hat. Klassiker der "sonstigen Erlöse": Erlöse aus Kaffeeautomat, Versicherungsentschädigungen, Kfz-Nutzungsanteile (Abzugslohnarten), Einspeisevergütungen (aus der PV eines Produktionsunternehmens), Standplatzmieten (wenn der Supermarkt 3 Parkplätze an eine rollende Fritte vermietet).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von sielemke

    Der im Haus direkt verbrauchte Strom aus der PV-Anlage fällt damit wohl nicht unter Eigenverbrauch


    wenn es dein Haus ist, und der Strom durch das Haus verbraucht wird, warum soll es dann kein Eigenverbrauch sein?

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von JayM

    Rechnung mit USt an den Sohn ist richtig. So mache ich es bei zwei Pachtdächern auch. EEG Umlage fällt beim Verbrauch durch Dritte in voller Höhe an, also ab 2016 6,354 c/kWh. Dafür muss man sich beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber anmelden.


    Eine interessante Gestaltungsmöglichkeit wäre vielleicht eine Warmmiete inkl. Strom. Ob das heute noch geht, weiss ich nicht, müsste man mal
    recherchieren.


    Gruß
    Jochen


    Wo muss man sich anmelden? Wie läuft das Ganze ab? Und wenn einer es nicht tut?



    Gruß,

    9,9 Yingli/Platinum,

    64kWh Kona EV

  • machtnix
    Lies den Sachverhalt.
    PV auf vermietetem Haus.
    = umsatzsteuerlich eine bewegte Lieferung an den Mieter.
    Unentgeltliche Wertabgabe = unentgeltliche Entnahme von Leistungen durch den Unternehmer oder die sonstigen im Gesetz genannten Personenkreise.


    Und das ist auch gut so!
    Die Bemessungsgrundlage für die unentgeltliche Wertabgabe ("Eigenverbrauch" gibt es seit gefühlt 10 Jahren nicht mehr) ist der Bezugsstrompreis. Bemessungsgrundlage für die Lieferung an den Mieter ist das Entgelt. Da ergeben sich gewisse implizite Handlungsspielräume....



    Frischwind
    "Anmeldungen".... ich weiss jetz tnicht was Du anmelden willst - und warum (was nicht schon angemeldet wäre).
    Aldi meldet beim Finanzamt auch nicht jeden neuen Kunden.


    Aber selbstverständlich sind diese einnahmen zu deklarieren. Wenn Du das nicht tust, nennt man die verbleibende Kohle landläufig "Schwarzgeld". Ich glaube das ist strafbar... bin mir aber nicht sicher.


    "Warmmiete" halte ich für eine beschränkt gute Idee.
    Zum einen weil ich immer noch so konservativ bin, und Geschäfte unter nahen Angehörigen meide, wie der Teufel das Weihwasser. Und wenn es schon unumgänglich ist... dann werden die formal doppelt so aufwändig und sauber abgehandelt, wie ich das mit jedem anderen tun würde. Da mag man denken wie man will... und innerhalb der Familie mag die Warmmiete akzeptabel sein.


    Ansonsten: Warmmiete = die Stromlieferung wird zivilrechtlich und umsatzsteuerlich zur Nebenleistung im Mietvertrag.
    Das hat schon einige Nachteile.
    a) steuerlich: Über Vorsteuerabzug muss man sich - wenn zu Wohnzwecken genutzt - keine Gedanken mehr machen. Der ist weg.
    b) Zivilrechtlich: Bei Nichtzahlung darf die Stromlieferung nicht eingestellt werden; genausowenig, wie man dem säumigen Mieter verbieten kann, das Treppenhauslicht zu benutzen oder durchs Treppenhaus zu gehen. Da zwangsläufig immer auch die Belieferung mit Bezugsstrom dahintersteht...... kann der Mieter mit dem Strom tun und lassen was er will (ob verboten oder erlaubt.. ganz egal; er kann damit Heizlüfter im Garten, Tauchsieder im nahegelegenen Baggersee betreiben.. oder den Strom an den Nachbarn verkaufen).... Der Vermieter muss weiter beliefern... und an das EVU zahlen.
    (Etwas anderes würde gelten, wenn es einen vom Mietvertrag gesondert geregelten Stromliefervertrag gäbe; das verträgt sich allerdings mit der Warmmiete nicht.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat

    Frischwind
    "Anmeldungen".... ich weiss jetz tnicht was Du anmelden willst - und warum (was nicht schon angemeldet wäre).
    Aldi meldet beim Finanzamt auch nicht jeden neuen Kunden.


    Ich denke, der Fragesteller meint die Anmeldung zum Abführen der EEG-Umlage!

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von Eisbaer

    Ich denke, der Fragesteller meint die Anmeldung zum Abführen der EEG-Umlage!


    Danke,
    genau das meine ich, die EEG(6,3cent/kW)

    9,9 Yingli/Platinum,

    64kWh Kona EV