Auszug aus Elternhaus mit eigener PV-Anlage

  • Hallo,


    ich werde dieses Jahr aus meinem Elternhaus ausziehen, auf welchem ich 2014 eine 5,76 kWp große Eigenverbrauchsanlage verbaut habe.
    Momentan führe ich meine Buchhaltung über Das PV-Steuer Tool (https://www.pv-steuer.com/pages/willkommen.php), welches ich echt gut finde.


    Nun meine Fragen:
    Bin ich gezwungen bei Auszug eine EEG Umlage zu zahlen, da ich den Strom ja nicht mehr selbst verbrauche?
    Wenn ja wo muss ich das anmelden?


    Sollte ich eine EEG Umlage zahlen müssen, wäre ich wohl gezwungen Rechnungen an meine eigenen Eltern zu stellen.
    Da stellt sich wiederrum die Frage wie ich den Preis pro kWh am besten berechne. (Wert der kWh, EEG Steuer, Ust....)
    Und zu guter letzt, wie bzw. mit welchem Programm buche ich das ganze dann? Über das PV-Steuer Tool ist das wohl nicht möglich. (Auch im Bezug dazu, das evtl. noch ein bis zwei Anlagen dazu kommen).


    Ich bedanke mich jetzt schon für eure Antworten :)


    MfG Stefan

  • Hallo und Willkommen im Forum,
    ich glaube das ist jetzt hier: http://www.netztransparenz.de/de/Datenmeldung-EEG-Umlage.htm
    Das sind ganz normale Einnahmen, wie das Geld vom VNB auch und die Umlage ist bei dir eine Ausgabe.


    Die pragmatische Lösung wäre
    a) nicht im Sinne des EEG, daher nicht legal - keien schlafenden Hunde wecken und nichts machen
    b) die Anlage komplett (inklusive Betreiberrisiko) an deine Eltern vermieten, dann machen deine Eltern die Steuer (du kannst ihnen ja helfen, aber machen müssen sie es selbst oder ein Steuerberater) und zahlen weiter keine EEG-Umlage. Die Miete ist bei denen dann Betriebsausgabe und bei dir Einnahme.

  • Zitat von ffcsr

    Sollte ich eine EEG Umlage zahlen müssen, wäre ich wohl gezwungen Rechnungen an meine eigenen Eltern zu stellen.


    wer sollte dich denn dazu zwingen?

  • Naja... "Rechnungen schreiben".... pure paperworks.... die kommen ganz am Ende der Kette.
    Und ganz ehrlich: 12 Blatt papier können kein Problem begründen.


    Wie Du selbst erkannt hast... am Anfang steht die EEG-Umlage. Die frisst Geld.
    In Abhängigkeit davon wie Du diese Herausforderung meisterst, gibt es unterschiedliche steuerliche Konsequenzen:


    a) Du machst beim VNB gar nichts..... ("Schlau stellt sich dumm"). Und auch Deine Eltern zahlen Dir kein Entgelt für die Stromlieferung.
    (Das Sie dafür das Weihnachts- und Geburtsagsgeschenk etwas üppiger bemessen - ist ein anderes Thema).
    Nun liegt steuerlich weiterhin eine unentgeltliche Wertabgabe vor.


    Logisch - da muss man keine Rechnungen schreiben.


    b) Du vermietest die Anlage
    Die Verpachtung des Betriebes an Deine Eltern wäre steuerpflichtig.
    Somit wären Rechnungen über die Pacht auszustellen - da Deine Eltern ebenfalls Unternehmer sein würden.
    Bei Deinen Eltern wiederum ist der Direktverbrauch eine unentgeltliche Wertabgabe.


    c) Du informierst den VNB und lieferst Strom an Deine Eltern gegen Entgelt.
    Dann liegt zwar eine entgeltiche LIeferung vor - die natürlich der Umsatzsteuer unterliegt und die als Einnahmen der Einkommensteuer unterliegen,
    aber "Rechnungen schreiben" musst Du nicht; darfst aber. (Ob Du es tust oder nicht, hat aber keine Auswirkung auf die Besteuerung)


    Weiter Varianten sind denkbar - die man dann alle step by step für jede Steuerart beurteilen muss.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke schon mal für die super Antworten! :)


    Also ich denke auch das ich znächst einfach mal niemanden was sagen werde bzw. mich doof stelle.
    Vermieten kommt für mich nicht in Frage, da ich ihnen die Verwaltung nicht zumuten will und ich auch nebenbei viel Freude an der Anlage habe.
    Habt ihr eventuell ein gutes geeignetes Buchhaltungsprogramm für mich? Ich spiele mit dem Gedanken zu expandieren und Solaranlagen auf anderen Häusern zu verbauen, inklusive Stromlieferung.

  • Seh ich genauso. Einfach den Stromanschluß am "Zweitwohnsitz" auf Dich laufen lassen, und die Geschenke werden wie schon oben genannt etwas üppiger bemessen. Ganz einfach.


    Gruß Torsten

    15,81 kWp: 1 SMA SB4200TL mit 29xAleoS03 1 SMA SB2100TL mit 16xAleoS03 sowie 2 SMA SB3300 mit 48xAleoS03
    seit 2007 sowie seit 03/2012 12,675 kWp 1 SMA STP12000TL mit 65xSchott Mono 195
    17,745 kWp 2 SMA SB5000TL+ 1 SB4000TL mit 91xSchott Mono 195

  • Zitat von kpr

    b) Du vermietest die Anlage
    Die Verpachtung des Betriebes an Deine Eltern wäre steuerpflichtig.
    Somit wären Rechnungen über die Pacht auszustellen - da Deine Eltern ebenfalls Unternehmer sein würden.
    Bei Deinen Eltern wiederum ist der Direktverbrauch eine unentgeltliche Wertabgabe.


    Hallo,
    es gibt ja auch die Möglichkeit der Anlagen-Teilmiete vom DGS Franken. Wie sieht es da mit der unentgeltlichen Wertabgabe für den Mieter aus?


    Grüße
    forstarbeiter

  • wenn die Anlage dem Eigenverbrauch dient, gilt die Freigrenze von 10 Mwh selbst verbrauchten Stromes bei Anlagengrößen bis 10 Kwp.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von Jonnycash

    Zu Variante 1:
    Zur "Sicherheit" könnte man noch den Zweitwohnsitz im Elternhaus anmelden...


    Hallo,
    das dürfte wohl die einfachste Lösung sein, sich bei Ummeldung dort nicht abmelden, dann hat man automatisch seinen Zweitwohnsitz dort!
    Allerdings lohnt das nur wenn in dem Objekt, bzw. Ort die Gebühren für z.b. Müll nicht personengebunden anfällt so wie es hier z.b. der Fall ist (Stadt schreibt xxLiter Tonnenvolumen/Person/Woche vor) und danach berechnet sich die Gebühr.
    Desweiteren gibt es mittlerweile einige Städte die eine Zweitwohnsitzsteuer erheben....alles "Fallen" die die Ersparniss klein aussehen lassen gegenüber der zu erwartenden Ersparniss auf die Abgaben des Eigenverbrauchs.
    Wobei der Zweitwohnsitz noch vorteile haben kann wenn die Eltern mal unterstützung benötigen und der Arbeitgeber z.b. zusätzliche freie Tage gewährt wenn die Eltern unterstützung (Pflege) benötigen oder wenn einem auf dem Weg vom Arbeitsplatz nach hause mit Abstecher bei den Eltern vorbei ein Unfall passiert, dann zählt dieser idr. rechtlich als Wegeunfall.


    Also erst am alten Wohnort nachsehen ob und wenn welche Kosten Personenbezogen anfallen und dann entscheiden welche Variante man auswählt.


    gruss
    Jörg