1. Umsatzsteuervoranmeldung

  • Hallo zusammen,


    wie so viele hier, fange ich gerade an, mich mit der steuerlichen Behandlung meiner Anlage zu beschäftigen. Ich wollte mich eigenständig in die Materie einarbeiten, aber je mehr ich gelesen habe, desto mehr sind mir die Begrifflichkeiten durcheinander geraten. :roll:
    Ich würde mich daher sehr freuen, hier Unterstützung zu erhalten.


    Hier Daten und Fragen:
    PV-Anlage seit 09/15 in Betrieb
    Strompreis: 0,2366 €/kWh brutto
    Grundpreis: 95,40 € brutto
    Strom vom EVU: 232 kWh (davon 61 seit 09/15)
    Direktverbrauch: 60 kWh
    Abschlagzahlungen des Netzbetreibers seit 10/15: 3 x 30 € brutto
    Quartalsweise Abgabe der UV
    Die für die Anlage gezahlte Steuer habe ich mir schon im III. Quartal zurückgeholt.


    Daraus habe ich als uWA 0,47 €/kWh = 28,20 € + 5,36 € (19%) errechnet. Ist das soweit korrekt?


    Nun zu den Buchungen:
    Die 3 Abschlagzahlungen habe ich als Einnahmen gebucht.
    Die uWA ist ebenfalls als Einnahme zu buchen, wenn ich alles richtig verstanden habe?
    Sind dafür die Konten 8910 - 1776 - 1880 richtig?


    Ich möchte schon vorher um Nachsicht bitten, da ähnliche Fragen hier schon beantwortet wurden, dabei ging es manchmal aber so durcheinander mit älteren Anlagen, dass ich den Überblick verloren habe.


    Dank im voraus.

  • Hallo niem4nd und Willkommen im Forum,


    zumindest ich habe da noch ein paar Verständnisprobleme:

    Zitat von niem4nd

    Strom vom EVU: 232 kWh (davon 61 seit 09/15)


    Soll das bedeuten, dass du von Jan. bis Aug. 2015 (ohne PV-Anlage) nur insgesamt 232-61=171 kWh Strom aus dem Netz bezogen hast??????


    Zitat von niem4nd

    Direktverbrauch: 60 kWh


    Und von Sept. bis Dez. 2015 hast du nur insgesamt 61 (EVU)+60 (Eigenverbrauch)=121 kWh verbraucht??????????


    Zitat von niem4nd

    Quartalsweise Abgabe der UV


    Ist zwar für deine Fragestellung uninteressant, aber war das mit dem FA abgesprochen bzw. von denen so vorgegeben? Normalerweise haben die UStVAn anfangs monatlich zu erfolgen.


    Hier (https://www.pv-steuer.com/pages/downloads.php) findest du ganz viele nützliche Dinge, u.a. ein Berechnungs-Excel-tool "Berechn. unentgeltliche Wertabgabe". Damit solltest du klarkommen.


    Zitat von niem4nd

    Sind dafür die Konten 8910 - 1776 - 1880 richtig?


    Willst du das wirklich über Konten machen?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo Bento,


    ja, hast Du richtig verstanden, der Verbrauch ist tatsächlich so. Haus ist noch nicht bezogen und wird b.a.w. von mir alleine instandgesetzt.


    Zitat

    Ist zwar für deine Fragestellung uninteressant, aber war das mit dem FA abgesprochen bzw. von denen so vorgegeben? Normalerweise haben die UStVAn anfangs monatlich zu erfolgen.


    Ich bin bereits als Freiberufler USt-pflichtig. Da ich nach Anmeldung der PV-Anlage nichts vom FA gehört habe, habe ich die quartalsweise VA beibehalten.


    Die Excel-Dateien habe ich mir schon geladen. War nur aufgrund der "Begriffsverwirrung" meinerseits nicht mehr sicher, die richtigen Werte auch in die richtigen Felder eingetragen zu haben ...


    Zitat

    Willst du das wirklich über Konten machen?


    Muss wegen der Freiberuflichkeit ohnehin buchen und wollte die Buchführung einheitlich fortführen. (Wiso Steuer Sparbuch)
    Wenn mir jemand sagt, wie die Zahlen in der VA auszusehen haben, reicht mir das auch.

  • O.K., aber so ganz hab ichs noch nicht verstanden.
    Du schreibst im Titel "1.UStVA" und sagst gleichzeitig, dass du dir die Vorsteuer schon im 3.Quartal zurück geholt hast. Wenn du also nicht mit Waffengewalt ins FA eingedrungen bist, dann hast du vermutlich Anfang Oktober für das 3. Quartal deine 1. UStVA gemacht!? Und jetzt geht es um die 2. UStVA und du möchtest die unentgeltliche Wertabgabe berücksichtigen!?


    Diese würde sich m.E. wie folgt berechnen:



    Und jetzt zitiere ich einfach mal einen Satz von kpr aus einem anderen Thread:

    Zitat von kpr

    Beide Umsatzbestandteile (Einnahmen, ueW) zusammen ergeben die "Umsätze zum STeuersatz v. 19 v.H."


    Also kommen die "Netto-Abschlagszahlungen", die du in 2015 auf deinem Konto verbuchen konntest, dazu.


    Beispiel:
    Du hast tatsächlich 3x30,- € = 90,- € brutto in 2015 erhalten. Das wären dann 90,- x 100/119 = 75,63 € netto
    Zusammen mit der unentgeltlichen Wertabgabe auf den Eigenverbrauch gibst du also 75,63 € + 28,82 € = 104,45 € im Wiso-Programm unter
    --> Lieferungen und sonstige Leistungen --> Steuersatz 19% --> Umsatz
    ein und erhälst damit als Ergebnis eine USt. von 19,84 €. Wenn du keine Vorsteuer in dem Zeitraum ziehen kannst und auch sonst nicht anderes dazu kommt, dann wars das.

  • Vielleicht zu kreativ, aber ich würde das FA da mit dem hohen Wert für die KWh DV als Ansatz für die ueWA erst gar nicht auf ein falsches Pferd setzen. Nachher wolle die das jedes Jahr in der Höhe so haben, wenn die Hütte bewohnt ist.


    Ich würde entweder ganz simpel auf 20 Cent die KWh abstellen, oder unter der Annahme eines voraussichtlichen Jahresstromverbrauchs und ggfs. zu erwartender Bonuszahlungen etc. einen niedrigeren Satz als die 20 Cent ausrechnen.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Bento
    Du hast auch jetzt wieder recht, ich hätte schreiben müssen: die 1. UStVA, die mir Kopfzerbrechen bereitet. :wink:
    Es war, wie Du richtig anmerkst die 2.


    Wenn ich mir Dein Beispiel ansehe, dann scheine ich es ja doch kapiert zu haben.


    seppelpeter
    Ich hatte bezüglich der Höhe schon einen ähnlichen Gedanken.


    Kann mir vielleicht jemand "verlässlich" sagen, ob das FA bei 20 Ct. mitspielt und wie ich ggf. argumentiere?

  • Das FA spielt nicht mit. Es schaut nicht hin.
    Argumentieren? Ganz einfach "Tut mir leid... war ein Versehen."


    Den Ansatz sehe ich an anderer Stelle:
    "Das Haus ist nicht bewohnt"... naja... dann wirst Du ja wohl noch an anderer Stelle Strom kaufen. Vermutlich deutlich billiger.
    Dann ist die obige Berechnung eh "falsch".
    Du sollst auf die ueW ja genau soviel USt bezahlen, wie Du sonst bezahlt, wenn Du Strom kaufst.
    Der BMF hat das ja schon als "wie Du Strom kaufen würdest" uminterpretiert.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat

    Das FA spielt nicht mit. Es schaut nicht hin.
    Argumentieren? Ganz einfach "Tut mir leid... war ein Versehen."


    Mal abgesehen von "mitspielen" oder "nicht hinschauen", willst Du damit sagen, dass ich 20 ct. ansetzen kann???


    Zitat

    "Das Haus ist nicht bewohnt"... naja... dann wirst Du ja wohl noch an anderer Stelle Strom kaufen. Vermutlich deutlich billiger.
    Dann ist die obige Berechnung eh "falsch".


    Ich wohne zur Miete. Da beziehe ich natürlich auch Strom, ca. 2400 kWh. Aber wieso ist die Berechnung dann falsch? Hat doch nichts mit der PV zu tun. Bitte um Erklärung.

  • zu 1) Nein. Das wollte ich nicht sagen. Wenn Du das so handhabst - ist das Dein Ding.
    (Entspricht nicht meiner Strategie. Nach von Clausewitz positioniert man sich immer in einer relativen Überlegenheit.
    Wähle ich eine (falsch) Vereinfachung, die ich hinterher nicht durchsetzen kann - bringe ich mich in eine Position der Schwäche. Widerspricht allem, was ich gelernt habe.
    "Versuch macht kluch" ist eine zulässige Strategie. Da ich mir aber ungerne von einem Inspektorenanwärter beim FA eine Trainerstunde geben lasse - scheidet das für ich an der Stelle aus.)


    zu 2)
    Nimm Dir erst nochmal das Ziel vor Augen (ein gängiger Fehler; nicht nur bei Laien. Vor lauter Rechnerei vergisst man, worum es eigentlich geht. Aber die Rechnung stimmt).


    Du sollst soviel Strom auf den DV bezahlen, wie DU (DU!!!!) beim Bezug von Strom bezahlst.
    Weder ist gefordert, WO noch VON WEM dabei Strom bezogen wird. Sondern ganz generell "Deine persönliche Kondition für den Bezug von Strom".


    Daraus müsste man schlussfolgern, dass es der Mischpreis des gesamten von Dir bezogenen Stromes ist.
    Auf gar keinen Fall nur der Strom, der zufälligerweise in räumlicher Nähe der Anlage bezogen wird; und zufälligerweise vom DV-.Strom substituiert wurde.
    (Diese Lesart ist von jedem anerkannten Kommentar so umgesetzt. Dort wird immer auf den tatsächlichen eigenen Einkaufspreis abgezielt).
    So weit würde ich freiwillig nicht gehen. Ich würde nur den günstigeren Preis nehmen. Dass es da zwei Bezugsstellen gibt.. da soll erstmal jemand drauf kommen. So ein Fehlerchen ist dann auch nicht der Beweis fachlicher Defizite - sondern geht als kleines Späßle durch.


    Die Situation mag "verwirrend" erscheinen. Die Ursache liegt darin, dass durch die (wohlwollende!!!!!) Auslegung des BMF ("Bezugspreis, der entstanden wäre, wenn der DV gekauft worden wäre") zwangsläufig genau dieser Kausalzusammenhang zwischen DV und Bezugsstrom suggeriert wird, auf den Du in Deiner Fragestellung abzielst.


    Die Frage muss umgekehrt lauten: Why the f### sollte da ein Kausalzusammenhang bestehen? Wo steht das geschrieben?
    Antwort: Nirgends!

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