Noch einmal: Umstellung auf Kleinunternehmer-Regelung

  • Hallo Forum,
    nachdem meine PV-Anlage nun 5 Jahre läuft, ist mir in Erinnerung gekommen, dass man nach 5 Jahren auf die Kleinunternehmer-Regelung (KUR) umstellen kann.
    Frage 1: Ist das richtig, dass man sich dadurch die jährliche Umstatzsteuer-Erklärung spart.?
    Durch einige Beiträge in diesem Forum bin ich in dieser Frage verunsichert worden.


    Außerdem hat mir ein Bekannter, der beim Finanzamt arbeitet, gesagt, dass ich zwar dem EVU, an asn ich meinen Strom liefere, die Umstellung melden muss, dass aber trotzdem weiter die Vergütung brutto ausgezahlt wird. Ich glaube das nicht so richtig, denn wenn ich die KUR in Anspruch nehme, muss ich ja keine Umsatzsteuer mehr abführen. Wenn das so stimmt, hätte man ja einen (kleinen) finanziellen Vorteil.
    Frage 2: Stimmt es, dass das zuständige EVU auch nach der Umstellung die Einspeisevergütung brutto auszahlt?
    Gut wäre eine Antwort von jemandem, der die KUR nutzt.


    Bin gespannt auf eure Antworten.
    Bernd

    PV-Module: 12 x Sovello SV-X-210, 2,5 KWp
    Wechselrichter: Sunny Boy 2500HF-30
    Dach: 19m², Ausrichtung -30°, Neigung 15°, zeitweise teilweise abgeschattet
    Ertrag pro Jahr etwa 1600 kWh, davon gut 40% Eigenverbrauch

  • 1. Nein, wird aber anders ausgefüllt
    2. Nein, im EEG steht, daß die Vergütung (wie bei Unternehmern üblich ;) ) netto ist
    BTW: für einen Anlage bis 3/2012 mit vergütetem Eigenverbrauch sehe ich keinen Grund auf KUR zu wechseln, der müßte wo anders (z.B. weitere gewerbliche Tätigkeit) begründet liegen.

  • zu 1. Im Jahr der Umstellung musst Du noch einmal eine Erklärung abgeben. Wie alterego sagte, "anders ausgefüllt". Danach wird in der Regel vom Finanzamt darauf verzichtet. Bei einigen Ämtern reicht statt der Erklärung auch eine entsprechende Mitteilung zusammen mit der Jahreserklärung.
    Ich würde Deinem FA das vor Abgabe der Jahreserklärung schriftlich mitteilen, dann werden sie entsprechend reagieren. Dann sparst Du Dir vermutlich die Umsatzsteuererklärung.


    zu 2. Da würde ich mal Dein Netzbetreiber anmailen.

    15x IBC Solar Monosol 265EX
    Kostal Piko 4.2
    Buderus WPT 270/2 A

  • Zitat von bros

    Frage 2: Stimmt es, dass das zuständige EVU auch nach der Umstellung die Einspeisevergütung brutto auszahlt?


    Bin gespannt auf eure Antworten.
    Bernd


    Moin Bernd,


    natürlich nicht. Und dem EVU musst das mitteilen, denn denen hast Du ja ursprünglich Deine Berechtigung zur Umst mitgeteilt.
    Dann bekommst die EEG Vergütung logischerweise nur noch netto ausbezahlt.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Euch allen vielen Dank für die schnellen Antworten.
    Mein Fazit: Ich bleibe bei der bisherigen Regelung ("never touch a running system"). Die USt-Erklärung ist ja nicht sonderlich aufwändig. Und wenn ich sonst keinen Vorteil von der Umstellung habe, kann auch alles so bleiben.

    PV-Module: 12 x Sovello SV-X-210, 2,5 KWp
    Wechselrichter: Sunny Boy 2500HF-30
    Dach: 19m², Ausrichtung -30°, Neigung 15°, zeitweise teilweise abgeschattet
    Ertrag pro Jahr etwa 1600 kWh, davon gut 40% Eigenverbrauch

  • und wann ging die Anlage in Betrieb?

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • durch die Umstellung zur Kleinunternehmer Regelung entfällt die Besteuerung des Eigenverbrauches, etwa 4cent / kwh( unentgeltliche Wertabgabe)

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    durch die Umstellung zur Kleinunternehmer Regelung entfällt die Besteuerung des Eigenverbrauches, etwa 4cent / kwh( unentgeltliche Wertabgabe)


    Aber wenn dann mal ein neuer Wechselrichter her muss, was ja innerhalb von 20 Jahren irgendwann wahrscheinlich ist,
    kriegt man die Mehrwertsteuer nicht wieder.

    6,82 kWp Würth CIS-Solarmodul WSF 155 Wp mit luxra SK-L 8300 - Wechselrichter
    Ort: Bielefeld

  • Aha, es gibt also doch noch etwas zu beachten.


    Meine Anlage ging am 8.9.2011 in Betrieb.
    Ich "verbrauche" (eigentlich kann man Strom nicht verbrauchen) einen Teil der erzeugten Elektro-Energie selbst, also wohl keine Volleinspeisung (den Begriff kannte ich noch gar nicht).


    Die Anlage ist allerdings mit 2,5 KWp recht klein. Sie bringt pro Jahr etwa 1600 KWh, wovon ich etwa 40% selbst "verbrauche".


    Ist unter diesen Bedingungen die Umstellung auf KUR doch sinnvoll?
    Gruß
    Bernd

    PV-Module: 12 x Sovello SV-X-210, 2,5 KWp
    Wechselrichter: Sunny Boy 2500HF-30
    Dach: 19m², Ausrichtung -30°, Neigung 15°, zeitweise teilweise abgeschattet
    Ertrag pro Jahr etwa 1600 kWh, davon gut 40% Eigenverbrauch