Eigenverbrauch Inbnahme 2011 - bitte Rat wg lfd. Einspruchs

  • Hallo Leute,


    es wäre super, wenn mir jemand mir einen kurzen Rat zur weiteren Vorgehensweise geben könnte. Ich hatte Einspruch gg. die m.E. fehlerhaft festgesetzte USt und EkSt eingelegt und stehe nach der Antwort vom FA jetzt auf dem Schlauch :oops:


    Situation:


    • Eckdaten: PV 3.7 kWP, Inbetriebnahme 06/2011, Eigenverbrauch via Rücklieferung knapp 30%


    • Eingereicht: EkSt und USt 2014, mit

      • Sachentnahme Eigenverbrauch <30% kalkuliert mit 12.36 ct/kWh, konsistent mit Abrechnung Stromlieferant
      • Eigenverbrauch in USt nicht angegeben in der Annahme, dass Umsatzsteuer auf rückgelieferter Strom umsatzsteuerlich nicht mehr fällig ist


    • Einspruch erhoben gegen EkSt und korrigierte USt Festsetzung, denn in den Bescheiden wurde:

      • Sachentnahme Eigenverbrauch mit 20 ct/kWh kalkuliert :?:
      • der Eigenverbrauch doch in die USt aufgenommen :?:


    • Die erhaltene Antwort auf den Einspruch lautet: das FA sieht keine Möglichkeit, dem Einspruch abzuhelfen und fragt nach, ob ich den Einspruch aufrechterhalte :?: Falls ja, wird "förmlich entschieden".


    Euer Rat zu den 3 Punkten unten wäre mir sehr wertvoll:


    • Soll ich den Einspruch zurückziehen oder nicht :?: Ich kann nicht einschätzen, was hinter der "förmlichen Entscheidung" steckt ...
    • Muss ich die 20 ct/kWh akzeptieren für Kalkulation des Vorteils des Eigenverbrauchs :?:
    • Ist der Eigenverbrauch doch USt relevant entgegen meiner Annahme bei Anlagen mit Inbetriebnahme 2011 und Rücklieferung :?:


    Herzlichen Dank im voraus für eine kurze Rückmeldung :danke:. Selbst wenn sie lauten sollte: Mann du hast keine Ahnung, vergiss es und geh für 2015 zum Steuerberater ... Asche auf mein Haupt ...


    Viele Grüße,
    Peter.

  • Bei Anlagen mit fiktiver Volleinspeisung mit Rücklieferung (vor 4/2012) brauchst Du nur die Volleinspeisung angeben (komplette Erzeugung mal Einspeisevergütung). Fiktive Rücklieferung des Eigenverbrauchs ist ein ganz normaler Kauf wie der Bezug vom EVU auch.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von sdfog3493


    Euer Rat zu den 3 Punkten unten wäre mir sehr wertvoll:


    • Soll ich den Einspruch zurückziehen oder nicht :?: Ich kann nicht einschätzen, was hinter der "förmlichen Entscheidung" steckt ...
    • Muss ich die 20 ct/kWh akzeptieren für Kalkulation des Vorteils des Eigenverbrauchs :?:
    • Ist der Eigenverbrauch doch USt relevant entgegen meiner Annahme bei Anlagen mit Inbetriebnahme 2011 und Rücklieferung :?:


    Zu 1.
    Mit der förmlichen Entscheidung wird der Vorgang erst richtig geprüft, auf der nächst höheren Ebene. Ich empfehle den Einspruch aufrecht zu erhalten, wenn Du die 12,36 ct/kWh als regulären Bezugsstrom (kein Wärmepumpentarif) nachweisen kannst. Diesen Beweis gleich mitsenden.


    Zu 2.
    Nein, wenn Du die 12,36 ct/kWh als regulären Bezugsstrom (kein Wärmepumpentarif) nachweisen kannst.


    Zu 3.
    Ja, hast ja auch beim Kauf der Anlage auch die Ust zurück erhalten.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von sdfog3493


    ...
    es wäre super, wenn mir jemand mir einen kurzen Rat zur weiteren Vorgehensweise geben könnte.
    ...


    Dazu müsste man erst einmal wissen, ob du das Prinzip des UStAE 2.5 verstanden und auch dementsprechend deine Steuererklärungen abgegeben hast.

  • Zitat von sdfog3493

    Sachentnahme Eigenverbrauch <30% kalkuliert mit 12.36 ct/kWh, konsistent mit Abrechnung Stromlieferant
    ...


    Viele Grüße,
    Peter.



    Sind die 12,36 ct/kWh nicht die Vergütung, die du für den Selbst verbrauchten Strom bekommst bei <30% :roll:


    Bei meiner 12/2011er Anlage gelten folgende Vergütungssätze:
    - Einspeisung ins Netz = 28,74 ct/kWh
    - Eigenverbrauch <30% = 12,36 ct/kWh
    - Eigenverbrauch >30% = 16,74 ct/kWh


    Beim Eigenverbrauch sparst du dir dann auch noch die Strombezugskosten ( ~ 20 - 25 ct/kWh ).



    So Long


    Insane

  • Donnermeister hat es eigentlich schon auf den Punkt gebracht.
    Anlagen aus 2011 unterliegen der UST 2.5
    Es wird nicht nach Einspeisung und Direktverbrauch unterschieden.
    Berechnungsgrundlage ist ausschließlich die erzeugte Energie, die mit 28,74 CT/KWH vergütet wird.
    Der Eigen-oder Direktverbrauch in der Rückberechnung ist Privatsache und findet keine Auswirkung in der Steuer.
    Alle Überlegungen, dies irgendwie aufzuschlüsseln bringt zusätzliche, aber irrelevante Zahlen, die nur verwirren.
    Sonnige Grüße

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • zu 1) auf keinen Fall. Selbst wenn das Ding in die Buchsen gehen sollte, willst Du wenigstens ein mehrseitiges Rechtsgutachten haben.
    "Förmliche Entscheidung" = Es ergeht ein Einspruchsentscheid.


    zu 2) Nein.
    Aber Du brauchst natürlich eine Begründung Deiner Rechtsauffassung. Wer falsch begründet - verliert.


    zu 3) Auf den rückgelieferten Strom fällst selbstverständlich Umsatzsteuer an; aber nicht bei Dir - sondern beim VNB. Es ist ja eine Lieferung vom VNB an Dich. Bei Dir ist es nicht abzugsfähige Vorsteuer
    Es gibt gute Gründe (sogar viele) warum ein Sachbearbeiter hier den Überblick verliert. Hilfreich ist ein "sachgerechter Ausweis". Ich empfehle wie folgt zu gliedern:


    I. Betriebseinnahmen
    1. Vereinnahmte Kundenzahlungen, netto, 19% 1.000 EUR
    2. USt aus Kundenzahlungen, 19%; 190,- EUR
    3. Erlösschmälerungen (fiktive Rücklieferung), nicht steuerbar -357,- EUR


    Bei der Darstellung taucht der Erlös aus der Volleinspeisung netto auf; sowie die zugehörige USt.
    Das kann man gegeneinander verproben - und findet die gleichen Werte auch in der USt-Erklärung wieder.
    Rechnet man den ganzen Müll zusammen... sieht man den tatsächlich geflossenen Geldbetrag.
    Dabei wird man nochmal mit der Nase ins Stempelkissen gedrückt, dass bei Pkt. 3 USt und ESt halt unterschiedliche Wege gehen.... denn ertragsteuerlich gibt es keine Rücklieferung.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von kpr


    ... denn ertragsteuerlich gibt es keine Rücklieferung.


    Aber eine Sachentnahme, die taucht in der Ertragsteuer auf. Da ist dann die entgangene Einspeisevergütung (entgangener Erlös) in Höhe von 0,1638 €/kWh ein guter und leicht zu begründender Wert. Stichwort Opportunitätskosten

  • Rücklieferung = Eine LieferBEWEGUNG von einer Person zu einer anderen. (Bewegte Lieferung = Ware bewegt sich; bei Strom wird die Bewegung unterstellt)


    Selbst umsatzsteuerlich ist diese Bewegung gleich doppelt fiktiert.
    a) Die Vorstellung von "fließendem" Strom ist ja schon eine "Eselsbrücke" (nur Fiktion)
    b) das hier Strom vom VNB zum Anlagenbetreiber fließt.... (wenn er denn fließen würde) ist auch nur fiktiert.


    Ertragsteuerlich gibt es hier nichts (außer Geld) was vom VNB an den Anlagenbetreiber "fließt" / = bewegt wird.


    Gerade diese Stelle muss man verstanden haben, um dann den Rest wieder zu verstehen:
    Dort, wo sich die Umsatzsteuer bei der Wahl zwischen "Fiktierte gegenläufige Lieferbewegung" vs. "unentgeltiche Wertabgabe" für die Lieferbewegungen entschieden hat,
    steht ertragsteuerlich eine Sachentnahme (die ihr umsatzsteuerliches Pendant eher in der unentgeltliche Wertabgabe hat).


    Das die Sachentnahme mit dem Teilwert zu bewerten ist;
    zur Bestimmung des Teilwertes eine Teilwertvermutung erforderlich ist;
    und der Ansatz der entgangenen Vergütung eine sehr belastbare Teilwertvermutung ist,
    weil damit das Besteuerungziel "Ermittlung des von Entnahmen und Einlagen des Unternehmers nicht beeinflussten Unternehmensergebnisses" absolut exakt erreicht wird.... (und "Ermittlung des beim Unternehmer angekommenen in Geldeinheiten bewerteten, wirtschaftlichen Vorteils" gerade nicht das Ziel ist),
    das steht dann wieder auf einem anderen Blatt.

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