Anlagenplanung mit 1,30m Modulen an der Bergstraße

  • Hallo Liebe Forumsmitglieder,


    vielen Dank schon mal für die vielen tollen Beiträge, die mir bei meinen Recherchen sehr weiter geholfen haben.


    Ich plane in den nächten 3 Monaten mein Süd-Dach mit einer PV-Anlage auszurüsten.
    Aufgrund der Fenster und dem Balkon (siehe Bild) lässt sich das Dach wohl am besten mit 48er Module (ca. 1,30m x 1m) belegen. Längere Module passen sowohl von der Flächenausnutzung als auch optisch nicht.
    Ein Bild des Dachs und eine erste Planung mit 34 Modulen habe ich angehängt.
    Die Flächen oben links sollte frei bleiben für 10qm Solarthermie.
    Ausrichtung Süd, unverschattet, 30° Dachneigung. Foto von Ende Dezember mittags.


    An Modulen haben ich bis jetzt in der Auswahl:


    YINGLI PANDA YL200C-24b all-black 200W - 165,41 Euro: 0,827c/w
    oder
    Luxor ECO LINE P48/200W 200W - 167,10 Euro: 0,835 c/W


    Bei 34 Modulen wären das 6,8 kWp.


    Wobei ich zu Luxor tendiere, da a) deutscher Hersteller und b) ich mir nicht sicher bin ob "all black" auf einem roten Dach bis knapp an den Rand belegt nicht etwas "düster" aussieht.

    Als WR habe ich bis jetzt den "Fronius Symo 6.0-3-M" (1.325,00 €) mit 2 Strings a 17 Module geplant.
    Mit S0-Signal vom Einspeisezähler zum WR um auf 70% zu begrenzen.


    Bei den Modulen rechne ich:


    - UOC bei -10°C = 29,83 V + 29,83 V * ( -35K * -0,32%) = 33,17 V
    - UMPP bei -10°C = 24,55 V + 24,55 V * (-35K * -0,32%) = 27,30 V
    - UMPP bei 70°C = 24,55 V + 24,55 * (45K * -0,32%) = 21,01 V


    Und damit die Zahl der Module:


    - Anzahl Module max. = Max. zulässige Spannung / UOC (-10°C) = 1000 V / 33,17 V = 30,15
    - Anzahl Module min. = UWRmin / UMPP (70°C) = 228 V / 21,01 V = 10,85


    Unklar ist mir noch, wie ich von den 17 Modulen im String auf den Wirkungsgrad des WR schließen kann, wie ich es im Forum öfter gelesen haben. Aus den Kurven im Datenblatt zum WR sehe ich den Zusammenhang zur String Belegung noch nicht (https://www.fronius.com/cps/rd…mo_DE_292259_snapshot.pdf).


    Bisher tendiere ich zu Selbstmontage. Mir ist aber noch unklar, wie und wo ich einen Elektriker finde, der die Anlage in Betrieb nimmt. Den Zählertausch mit einem Zwei-Wege-Zähler nimmt ja der Netzbetreiber vor. D.h. der von mir beauftragte Elektriker müsste ja nur die AC-Sicherung und einen zusätzlichen Zähler setzen und wahrscheinlich ein Formular ausfüllen? Kann man dem von Netzbetreiber entsandten Elektriker beauftragen, das gleich mitzumachen?


    In einem anderen Beitrag habe ich jetzt gelesen, dass Solateure Anlagen durchaus "schlüsselfertig" für 1300 Euro / kWp anbieten. Viel günstiger würde ich das bei Eigenmontage wohl auch nicht hinbekommen. Allerdings ist es eben keine quadratische Fläche und es sind kleinere Module. (Das Haus steht im Kreis Bergstraße / Bensheim, falls jemand einen guten & preiswerten Solateur kennt).


    Ich bin für jeden Kommentar und Verbesserungsvorschlag zu der geplanten Anlage dankbar!

  • Ohne Zwang und den sehe ich bei Dir nicht, würde ich a) nicht mit 48-Zellern bauen (die sind selten/teurer und gibt es vielleicht irgendwann gar nicht mehr) und b) keine Thermie mehr auf das Dach Pflastern ... die Rendite davon ist auf Jahrzehnte tief rot.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo Ostwind, ich gebe seppelpeter hier uneingeschränkt Recht. Ich selbst habe eine Anlage mit 48 Zellern aus 2010, aber die damals geplanten Yingli, waren plötzlich nicht mehr verfügbar ( wie so vieles übrigens in Qu 2 in 2010 ). Meine Unterkonstruktion für geplante 51,84 kWp war auch fertig und daher blieb aus Zeitdruck keine Reaktionszeit mehr für mich übrig. ( 30.06.2010 war damals einer der höchsten Degressionssenkungszeitpunkte )
    Meine Anlage in Norddeutschland läuft seit 5,5 Jahren wie ein Uhrwerk ( toi toi toi ),



    Heute würde ich anders handeln und eine Modulgröße in der Planung berücksichtigen, welches am häufigsten weltweit gefertigt wird und da vermute ich, handelt es sich um die Maße von HxB 1650mm x 990mm.
    Selbst die 48 Zeller mit 1508mm x 808mm werden vermutlich irgendwann in der Zukunft "Raritäten" sein.
    Der Fronius Symo Wechselrichter ist jedoch ein gut ausgesuchtes Produkt.
    Optik wird oft auf dem Dach vernachlässigt, Du hast schon grundsätzlich Recht, das Augenmerk darauf zu richten. Ich wünsche Dir, dass Du eine geeignete Lösung findest, vielleicht auch mit den vielen "Helfenden" hier im Forum.
    1300.-€/kWp ist ein toller Preis für eine kleine Anlage, aber erkundige Dich bitte genau vorher, über die Firma, falls Du es in fremde Hände legst. ( Ist zu empfehlen )
    Achso, eines noch: Der Elektriker, den Du eventuell mit involvierst, hat wirklich etwas mehr auszufüllen ( heutzutage ), als eine DIN A 4 Seite.


    LG Jörg (ein Elektriker)

    Dateien

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019, 1,83 kWp auf dem Gartenhaus 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Hallo Seppelpeter & Jörg,


    die 165cm-Module scheinen wirklich viel verbreiteter zu sein als die 130cm-Module.
    Schade, denn die 130cm-Module wären wie für das Dach gemacht.


    Allerdings wird es in 15 Jahren das gleiche 165cm-Modul wohl auch nicht mehr geben.
    Dann müsste man ein Modul mit gleicher Leistung, Impedanz (und Optik) finden, oder?
    Vielleicht einfach 1 oder 2 Module mehr kaufen und aufbewahren?


    Ich habe mal mit 165cm-Modulen auf der gleichen Fläche geplant und bekomme jetzt 22 Module unter (siehe Bild).
    Das wären dann bei 265W-Modulen immerhin noch 5.7 statt 6.8 kWp.




    Ich bin fast überzeugt und tendiere zu diesen Modulen:
    Heckert Solar NeMo 60 P 260 Watt für 198,61 Euro: 0,763 euro/Watt
    oder
    Luxor Solarmodul Eco Line P60 260W für 187,00 Euro: 0,729 euro/Watt


    Jörg: Da du Elektriker bist: Ich habe einen leeren, gemauerten Kabelschacht vom Dach in den Keller und müsste im Keller einen Heizungsraum queren bis zum WR. Jetzt lese ich im Forum, dass der VDE Brandschutzkanäle (teuer!) oder eine Verlegung außerhalb des Hauses für die DC-Leitung empfiehlt. Was ist die gängige (und legale) Praxis?


    Vielen Dank,
    Stefan


    P.S.: seppelpeter Du hast Recht - Solarthermie von einem Heizungsbauer rechnet sich normalerweise tatsächlich nicht. Einen bestehenden Puffer im Eigenbau mit ein paar günstigen Kollektoren auszurüsten evt. schon - insbesondere wenn man 3 Töchter und einen Mieter hat, die gerne viel duschen & baden :) . Das ist aber ein Thema für ein anderes Forum ;-)

  • Zitat von ostwind

    die 165cm-Module scheinen wirklich viel verbreiteter zu sein als die 130cm-Module.


    Das sind die sogenannten Standard 60 Zeller, also 6 x 10 Zellen mit 156 x 156 mm.
    Ist die meistgebaute Type weltweit.

  • Zitat von ostwind

    P.S.: seppelpeter Du hast Recht - Solarthermie von einem Heizungsbauer rechnet sich normalerweise tatsächlich nicht. Einen bestehenden Puffer im Eigenbau mit ein paar günstigen Kollektoren auszurüsten evt. schon - insbesondere wenn man 3 Töchter und einen Mieter hat, die gerne viel duschen & baden :) . Das ist aber ein Thema für ein anderes Forum ;-)


    Ich würde jetzt keine Module auf Reserve kaufen.
    Die werden in der Garage nicht besser.


    Bei 22 Stück würde ich zu 280-290Wp Modulen greifen, um gute 6KWp zu erreichen, die dann 70-weich an einem 5-6KVA WR laufen können.


    Brauchst Du wirklich 10m² Thermie nur für WW?
    Mit wie vielen Modulen planst Du die Thermie und wie groß sind die Dinger?


    Da Platz kostbar ist würde ich hier eher auf Vakuumröhren setzen und davon dann ggfs. nur 1 oder 2 montieren.
    Das sollte doch eigentlich ausreichen, oder wie groß ist Dein Speicher? In der Nachbarschaft liegt auf einigen Dächern Thermie, das sind immer entweder ein Modul Vakuumröhre oder 2 Flachkollektoren.


    Mit weniger Thermie auf dem Dach, würde ich die PV anders legen und mehr legen ... Ziel <= 7KWp.


    Ich würde die Schüssel hinter den Kamin auf Nord setzen, damit Du da vom Dachfenster aus für Wartung dran kommst und die Thermie direkt oben rechts neben das Fenster. Dort wird noch Schatten vom Kamin auftreten und der Thermie ist das eher egal, als der PV!

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo Stefan, da auch ich versuche, möglichst vielen Erschwerungen aus dem Weg zu gehen, so sind auch wir in Bestandsbauten mit den DC Leitungen und dem Erdungskabel an den Außenwänden und wählen den kürzesten Weg, der innen möglich ist, für den Wechselrichterstandort.
    Ich hätte Dir gern eine informativere Antwort gegeben, aber wir bauen auch deutlich weniger Anlagen, als noch vor zwei Jahren.
    Tut mir leid.

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019, 1,83 kWp auf dem Gartenhaus 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Eine kurze Rückmeldung zu meinem Projekt:


    Die Anlage ist fertig montiert und wird mogen scharf-geschaltet.
    Am Ende habe ich es von einer Firma komplett installieren lassen, da die Einsparmöglichkeiten in keine Verhältnis zum Aufwand standen.


    Es sind 24 Astronergy-Module in Normalgröße mit je 290W geworden. Ein Modul (direkt neben dem Edelstahlkamin) wurde spontan als Blindmodul verlegt. Dort sollte eigentlich ein Modul weggelassen werden, wegen Verschattung. Da das Modul aber nicht mehr unterhalb des Haupt-Kamins gepasst hat, haben wir spontan umgeplant. Also insgesamt eine 6,7 kWp Anlage..


    Es wurde das Creotecc Alutec Montagesystem verwendet, welches ohne Modulklemmen auskommt und dadurch in der Breite den notwendigen Platz gespart hat. Die Module werden dabei einfach in die querliegenden Aluprofile "gesteckt", optisch top, anbei ein Bild.


    Vielen Dank nochmal für eure nette und ehrliche Beratung!

  • Und wieso hast du die zwei hellen Ziegel nicht unter den Modulen versteckt ?......

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !