Blitzschutz notwendig

  • Zitat von Duke_TBH

    Danke für die Antwort Patba.


    Das mit dem "bergauf" war mir gar nicht bewusst.


    Bergauf ist eigentlich egal, ist ja keine Wasserleitung. Bei der möglichst geradlinigen senkrechten Verlegung geht es mMn um Induktion.


    Zitat von Duke_TBH

    So wie es jetzt ist kann es definitiv nicht bleiben, weil sonst der Dachstuhl brennen könnte. Das 6mm geht ja direkt durch die Dämmung ins Gebäude.


    Mal ganz praktisch gedacht, wenn Du einen direkten Blitzeinschlag in die Antenne hast, läuft der Blitzstrom auch an den Antennenkabeln entlang ins Haus. Willst Du Schäden verhindern, musst du einen kompletten äußeren Blitzschutz aufbauen und alle ins Haus führenden Leitungen mit entsprechenden Überspannungsableitern absichern.


    Zitat von Duke_TBH

    Wie nennt man den die Blitzfachleute bzw. unter welcher Bezeichnung stehen die im Branchenbuch?


    Wenn es um den Potentialausgleich an einer SAT Schüssel geht? Die nennt man Elektriker ;-) Wenn man mehr Sachverstand in Sachen Blitzschutz haben will: Blitzschutzfachkraft.


    Gruß
    Jochen

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    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von Duke_TBH

    Was mich bei unserer Installation richtig stört und wo ich mir nicht sicher bin, dass es so richtig gemacht wurde ist, dass das PE Kabel von der Sat Anlage.
    Da wir 2. Besitzer sind, kann ich nur auf Bildern vom damaligen Bau nachvollziehen, wie es tatsächlich verlegt wurde. Darauf erkennt man, dass es im Estrich des Dachgeschosses liegt, durch die Decke ins 1. OG geht, dort durch eine Ständerwand geht und dann wieder im Estrich des 1. OG liegt.


    Vor einigen Jahren sah ich in Spanien in einem Haus (ein Blitz war wahrscheinlich in die Stromzuführung eingeschlagen), wie es aussehen kann, wenn ein Teil der Blitzenergie ins Haus kommt. Auf rund 4 Metern Länge waren das Kabel und die Steckdosen aus der Wand geschossen. Die Energie eines Blitzes möchte man definitiv nicht im Haus haben.


    Die Forderung ist, dass der Potentialausgleich (fast immer identisch mit der Erdung) immer sternförmig erfolgt (es darf also keine Maschen geben). Es ist also möglich, den PA der Sat-Antenne auf dem Dach mit dem PA der PVA zu verbinden. Die Verbindung zum Hauserder sollte, falls irgend möglich, nicht gemeinsam mit anderen Kabeln erfolgen (nach ein paar Kilometern durch die Luft hat ein Blitz kein Problem mit ein paar Millimetern Plastik). Falls die getrennte Verlegung nicht möglich ist, könnte man den PA auch in einem Schutzrohr unterbringen, das blitzstromtragfähig ist und unten mit dem PA verbunden ist.


    Und nachdem ich jetzt ein wenig Panik verbreitet habe die gute Nachricht: Die Einschlagwahrscheinlichkeit in ein Wohnhaus ist sehr gering (je nach Lage gibt es Ausnahmen) und Photovoltaikanlagen und Sat-Schüsseln sind keine ausgeprägten Blitzlockmittel. Sehr viel größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Blitzeinschläge in der Nähe (das können Kilometer sein) zu Sekundärschäden führen, weil Spannungsspitzen durch die Kabel wandern. Überspannungsableiter zwischen den Kabeln, die ins Haus kommen, und dem lokalen Erdpotential sollten normalerweise völlig hinreichend sein (diese Aussage ist selbstverständlich ohne Gewähr). Wie hieß es so schön auf dem Cover des 'Hitchhikers Guide through the Galaxi': "Don't panic!"

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Danke für Eure Antworten.


    Ich wette, dass das PE Kabel der PVA mit den DC+ und - in einem Kabelkanal verlegt wurde und dan gemeinsam durch die Schornstein Belüftung gelegt wurde.


    An den Teil mit den Satkabeln habe ich gar nicht mehr gedacht. Die wurden genau wie das PE Kabel direkt mit in den Estrich verlegt. Alles schön zusammen und verteilen sich dann schön auf 4 Räume. (Da wir nur eines nutzen, könnte ich 3 stilllegen)


    Die anderen Alternative wäre die Schüssel ganz vom Dach zu nehmen und unter das Dach zubringen. (Stimmt es dass ich dann keine PE bräuchte?) Dann müsste ich irgendwo das Kabel wieder ins Haus bekommen.

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    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.


  • Guten Morgen Duke TBH,


    wenn das Bild mit PV-Anlage und Schüssel auf Deinen Beiträgen noch aktuell ist, würde ich vor allem die metallischen Aufsätze auf den Kaminen über 16 mm² Kupfer außen oder durch den Kamin mit der Erde verbinden. Diese sind offenbar die höchsten Punkte über Deinem Haus. Dort wird der Blitz einschlagen, weil er da die höchste Feldstärke "sieht". Dann kannst Du die Erdung der Schüssel so lassen wie sie ist.
    Außen, mit gehörigem Abstand zu allem brennbaren Material ist der Ableiter sicher am besten angebracht. Wenn innen, dann ebenfalls mit Abstand zu brennbarem Material und anderen Kabeln. Nicht nur wegen der Induktion von Spannungsspitzen, sondern auch weil der Ableiter durch den Blitzstrom, der leicht einige 10 Millisekunden lang 100 000 A betragen kann, kurz aufglüht und dann Brennbares entzündet. Aus dem gleichen Grund sollten dafür keine isolierten Leiter verwendet werden, vor allem keine wie üblich mit PVC isolierten. Beim Aufglühen des Leiters entsteht aus dem PVC nicht nur ein ekelhafter Gestank sondern auch PCDD und PCDF ( vulgo Dioxine ), die sehr giftig sind und sich mit dem Ruß aus dem Qualm in der Umgebung niederschlagen. Das ist wenig bekannt. Wo darauf geachtet wird, ist die Brandsanierung extrem aufwändig und unterbleibt deshalb häufig. Die von den Giften ausgelösten, erst Monate oder Jahre später auftretenden Krankheiten bringt dann niemand mehr mit dem Kabelbrand in Verbindung.


    Freundlichen Gruß
    pvx

  • Danke pvx.


    Das Bild ist noch aktuell. Ich will links den Kaminschornstein noch 50cm kürzen, dann ist der Schatten nicht so lang der auf die Module fällt. Aber ich komme über Dach nicht mehr dran. Wenn ich für die Fassadenanlage eine Hebebühne hole, dann löse ich diese Problem.


    Dann ist dieser Schornstein aber immer noch über der Schüssel. Ob oben auf dem Schornstein vom Öler überhaupt Metal ist, muss ich mal schauen. Wenn es wieder trocken ist. Der ist aber definitiv der höchste Punkt am Haus.

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  • Zitat von JayM


    Bergauf ist eigentlich egal, ist ja keine Wasserleitung. Bei der möglichst geradlinigen senkrechten Verlegung geht es mMn um Induktion.


    Das mit "bergauf" war auch gedacht im übertragenen Sinne "entgegen des el. Feldes", das sich zwischen Wolke und Erde aufbaut. Bei der Konstellation mit dem Erder über den Kamin-Luftschacht halte ich es für rel. wahrscheinlich, dass der Blitz gar nicht in die SAT-Schüssel einschlägt, sondern gleich in den Leiter oben am Kamin. Was nicht weiter schlimm wäre.


    Zitat von pvx

    Guten Morgen Duke TBH,


    wenn das Bild mit PV-Anlage und Schüssel auf Deinen Beiträgen noch aktuell ist, würde ich vor allem die metallischen Aufsätze auf den Kaminen über 16 mm² Kupfer außen oder durch den Kamin mit der Erde verbinden. Diese sind offenbar die höchsten Punkte über Deinem Haus. Dort wird der Blitz einschlagen, weil er da die höchste Feldstärke "sieht". Dann kannst Du die Erdung der Schüssel so lassen wie sie ist.


    Ich fürchte, dass der Abstand Kamin <-> Schüssel zu groß ist bzw. der Kamin zu nieder, als dass die Schüssel normgerecht innerhalb des Schutzbereichs des Kamins liegen würde. Der Radius, in dem ein hochgelegener Ableiter (bzw. Blitzableiter) schützt, ist nicht so groß, wie der Laie denkt. Weitere Lektüre: Google: Blitzkugelverfahren
    Eine Erdung des Metallanteils am Kamin wäre m.E. ein "Blitzschutz", bzw. nur wenn er ein solcher ist, würde er eine Reduzierung des Querschnitts des PE-Leiters an der Antenne erlauben. Ein solcher muß aber, fachgerecht ausgeführt, bestimmte Mindestabstände zu anderen Leitern einhalten, näherungsweise meines Wissens 1m. Das wäre vermutlich hier nicht gegeben, wenn die PV-Kabel über den Kamin laufen. Außer man definiert das ganze im Sinne der Abb. 7 im von mir weiter oben verlinkten Dehn-Artikel nicht als Blitzschutz.


    Womit wir bei einem Kontext wären, der mich immer nachdenklich stimmt. Bei einem blitzstromtragfähigen Erdungsleiter, der i.d.R. trotzdem innerhalb des Gebäudes geführt wird, gib es solche Mindestabstände meines Wissens nämlich nicht bzw. es schert sich zumindest keiner drum. Das 16mm² PE-Kabel der PV-Anlage dürfte sonst nie zusammen mit dem PV-Kabel geführt werden. D.h. ohne fachgerechten Blitzschutz ist das immer eine halbherzige Sache. Diese 16 mm² verhindern bei einem Einschlag nur den sicheren Kabelbrand mit Folge-Brandschäden und tragen vorrangig dem Personenschutz bei Berührung (=Potentialausgleich) Rechnung. Trotzdem ist danach einiges kaputt. Einen weit besseren Schutz bietet nur ein fachgerechter äußerer Blitzschutz. Wie weiter oben schon geschrieben wurde, ist das Risiko für einen Blitzeinschlag wenigstens sehr gering.


    Zusammenfassend: Blitzschutz ist komplex und von Potentialausgleich und Erdung getrennt zu betrachten. Wenn es fachgerecht sein soll, geht das nicht übers Forum, sondern nur mit einer Fachkraft for Ort.


    Zum Kamin-Kürzen: Du weißt, dass es auch hier Mindesthöhen gibt? Mit 50cm kürzen fürchte ich bist Du drunter. Das hat nicht nur Sicherheitsgründe, sondern wirkt sich auch auf das Zugverhalten des Kamins bei ungünstigen Wetterlagen aus. Meine Schwiegereltern haben z.B. so einen Kamin wir zu wenig Dachüberstand, mit dem Ergebnis, dass sie bei Nordwind den Kachelofen praktisch nicht zum Laufen bringen -> würde ich mit dem Kaminkehrer absprechen.


    Patrick

  • Zum Kamin: habs ausgerechnet. Passt genau mit der Kürzung (der Schornsteinfeger hatte mir ein Bild mit den aktuellen Richtlinien geschickt, an Hand welcher ich es dann ausgerechnet habe)


    Den schlechten Zug hat er schon. Am Anfang war es sogar 1m kürzer. Das war aber zu knapp.


    Genug OT :-)

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    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.