Energiemarktreformen-Regierung setzt Stadtwerke unter Druck

  • Die FAZ schreibt:


    Energiemarktreformen - Regierung setzt Stadtwerke unter Druck


    Plant der Wirtschaftsminister eine Konsolidierung der Stadtwerke? Die Chefin des Verbands der Kommunalwirtschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen Sigmar Gabriels Energiemarktreformen.


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    Auf einen Nenner gebracht, lässt sich der Vorwurf Reiches so zusammenfassen: Die Regierung plant eine Marktbereinigung von oben. Mit dem Instrument der Regulierung solle die Zahl der Stadtwerke verkleinert, mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ihnen der Zugriff auf ihre Kundendaten und der Aufbau neuer Geschäftsfelder erschwert werden – nur die Verantwortung für die Versorgung bliebe bei den Stadtwerken, aber mit höheren Strafen als bisher bedroht.


    (...)


    Horrorszenario für die Stadtwerke


    Statt wie heute die eigenen Verbrauchsdaten zu sammeln und zu prüfen, bevor sie an die nächst höhere Netzstufe, die vier Betreiber des Übertragungsnetzes, weitergereicht würden, sollten diese die Daten künftig sofort und umfänglich bekommen. Es bliebe so nicht bei einer „Fernsteuerung“ der Stadtwerke durch die Übertragungsnetzbetreiber. Durch die geplante schrittweise Umrüstung aller Verbrauchsstellen auf „intelligente Zähler“ bekämen Kommunikationsanbieter Zugriff auf die Verbrauchsdaten. Schon stehe etwa die Telekom startbereit, um als „Gateway-Administrator“ zu dienen.


    Dabei, sagt Reiche, werde es nicht bleiben: „Wenn Airbnb heute der größte Zimmervermieter ohne eigene Zimmer ist, wenn Uber das größte Taxiunternehmen ohne Taxis ist, wer sagt dann eigentlich, dass nicht irgendein Kommunikationsunternehmen bald der größte Stromanbieter ist – ohne jede eigene Erzeugung, ohne eigenes Netz und ohne Systemverantwortung für die Stromversorgung?“


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    Quelle: FAZ.net


    Meinungen?

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Ich bin mir nicht sicher, ob ich gerade der Telekom mit meinen Daten über den Weg trauen würde. Bin aber im Rahmen eines fairen Wettbewerbs dafür, dass möglichst wenig monopolisiert wird. Bei den Netzbetreibern ist ein echter Wettbewerb aber nicht wirklich denkbar, pro Haushalt ist eben nur ein Anschluss sinnvoll – gleichzeitig sollten sich Netzbetreiber aber wirklich nur um die Dinge kümmern dürfen, die nur als Monopol funktionieren.


    Bei den Zählern und deren Betrieb ist ein Wettbewerb denke ich schon interessant. Und an die Daten sollte dann natürlich nur herankommen, wer sie wirklich braucht. Messstellenbetreiber natürlich, der Lieferant auch zur Abrechnung, aber bei den Netzbetreibern würden für die Regelung vielleicht auch zusammengefasste Daten mehrerer Haushalte in einem Anschlussbereich genügen? Das weiß ich nicht. Wenn die Stadtwerke meinen Zählerstand nicht mehr wissen müssen, dann sollen sie ihn auch nicht bekommen, nur weil sie traditionell dafür zuständig waren, jedes Jahr einen Mitarbeiter in den Keller hier zu schicken, um den Zähler abzulesen und die Zahl weiterzugeben. Das geht ja zukünftig automatisch.


    Es klingt schon ein wenig danach, dass man Angst hat, dass die Monopol-Felle davon schwimmen. Und dann werfen die schönen Kohlekraftwerke kaum noch Geld ab, arme Stadtwerke… :mrgreen:


    Andererseits kann ich auch nicht so richtig glauben, dass Gabriel etwas richtig macht. Kann jemand, der mehr Ahnung von der Materie hat, der Argumentation der Stadtwerke etwas abgewinnen? Sollte man tatsächlich verhindern, dass andere Anbieter auf den Zählermarkt drängen und das "Zählerwesen" womöglich günstiger machen als bei den Stadtwerken bisher?

  • Hallo und danke noch einmal für die Info Dringi.Das bedeutet auch für die Endverbraucher nichts Gutes.Ich hab unabhängig von dieser Info der FAZ schon für nächstes Jahr den Elektroniker bestellt,damit ich alle Vorbereitungen treffe,wenn es heist Leinen los.Ich will auf keinen Fall an der Digitalisierung der Energiewende teilnehmen.Gruss Bernd

  • Leinen los bedeutet er löst sein Schiff ( Haus) von der Anlegestelle (Netzbetreiber) :mrgreen: oder?


    Man wenn ich solche Dinge lese da wird mir Angst und bange. Bald kann man nicht mehr aufs klo gegen ohne das der Kanalnetzbetreiber dann weiss was man gemacht hat!

    4,24 kWp Fronius Energy Package 9kW - Ausrichtung: DN:25°, -30° SSO
    3,19 kWp @ Symo 3.7-3 - Ausrichtung: 90°, +60° SSW


    Panasonic G(H)eisha seit 08-2018

    ZOE Zen 22kwh 05-2019


    Commetering Zähler 05-2018

    Stromanbieter: aWATTar 01-2020


    Mitglied SFV

    Mitglied DGS


    FAQ -> komprimiertes PV Wissen, optimal für Neulinge!


    Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat's gemacht.


  • Ja,was soll der Elektroniker machen,das ganze Inselnetz muss regeltechnisch stabil arbeiten ohne Ausfälle.Das ganze ist eine sehr komplexe Angelegenheit,wohin mit dem Strom, wenn nach Sonne-Wolkenwechsel schlagartig 50Kw anliegen und umgedreht wenn die wieder schlagartig wegbrechen.Ich hab dafür 50Tl Puffer,das geht dann nur noch stufenlos über Thyrysterregelung.Da gibts noch nichts von der Stange,das will erst entwickelt werden.Gruss Bernd

  • Duke - in Japan gibt es Klos die drucken dir nachdem du es besucht hast sogar deine Werte aus.....


    Und wenn die die Werte dann gleich an die Krankenkasse schicken würden...... :lol::lol::lol:

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Die Netzbetreiber brauchen die Zählerstände ja um die Netzentgelte mit den Versorgern abzurechnen. Da theoretisch jeder Haushalt/Zähler an einem Trafo einen anderen Versorger haben kann, helfen Summendaten dafür nur bedingt. Für den reinen Netzbetrieb wären die aber imo völlig aussreichend.
    Irgendwo hier ist ein Dukument veröffentlicht, anch dem die VNB davon ausgehen, daß man schon eine (glaube mittlere) 6-stellige Zahl "Zähler" braucht, damit der ganze Aufwand (das sind ja nicht nur die Zähler selbst, da muß ja auch eine, hoffentlich sichere, Infrastruktur dahinter stehen, die erst mal einiges kostet) mit den intelligenten Meßsystemen rechnet. Schon jetzt machen viele kleienre Stadtwerke die Abrechnungen nicht mehr selbst sondern schließen sich zusammen, weil auch da der Aufwand immer größer wird (EEG mit z.B. bis vor kurzem monatlich wechselnder Vergütung für PV läßt grüßen).
    Mir scheint aber da auch viel Gejammere dabei, schon jetzt dürfte die Mehrheit der Versorger (was die Anzahl angeht, nicht die versorgten Kunden) keine eigenen Kraftwerke mehr haben und die Stadtwerke haben wohl noch nciht gemerkt, daß sie die Ausnahme sind sowohl Kraftwerke als auch Netz in einer Hand zu haben. Außerdem sollen sie auch mal selbst schauen, wofür sie alles Subunternehmer einsetzen, Kabelbau dürfte kaum jemand selbst machen, Zählermontage wird auch schon die Ausnahme sein, ...