Richtiger Laderegler - Gedankenspiele

  • Hallo,


    ich plane eine Erweiterung meiner bestehenden Inselanlage. Im einzelnen: Ich habe zurzeit 6 Module a 100 Wp auf meinem Gartenhaus bzw. Schrebergarten zum Eigenverbrauch. Weiterhin habe ich 400 Ah an Solarakkus und einen 30a PWM Laderegler. Ich komme oft an die Leistungsgrenze, da ich auch keine ideale Dachneigung und Schattenwurf habe. Ich möchte daher um knapp 500 Wp aufrüsten und brauche daher einen neuen Laderegler. Da ich gelesen habe, dass ich mit einem MPPT einen knapp 10 bis 30 % besseres Ergebnis einfahren kann, will ich mir einen MPPT holen.


    Ich habe daher an einen 50a MPPT Laderegler gedacht. Der kann 1200 W managen. Da ich aber weiter plane, überlege ich, dass der nächste ein 60a oder 100a Regler 2400 W verwalten kann.


    Meine Frage wäre, ob der 50 a ausreicht bzw. ein 100 a Regler sogar kontraproduktiv wäre. Eine andere Frage wäre, ob ich auch 24 V Module anschalten kann. Ich habe im Moment eine 12 V Anlage. Ich könnte natürlich alles in Reihe schalten, damit ich aus meinen 12 V eine 24 Anlage machen kann. Vorteil wäre aber die 24 V Module einfach parallel zu stecken sonst müsste ich wieder aufs Dach.


    Danke für Eure Erfahrungen :juggle:

  • Hast du dir schon ein 24 V Modul ausgesucht?
    An die Leistungsgrenzen deiner Anlage kommst du nur, wenn du mehr verbrauchst, als erzeugt wird. Wie sieht dein Energieprofil aus - im Sommer und im Winter? Es ist nur ein Gerücht, dass man mit einem MPPT bessere Ergebnisse erzielen kann, besonders wenn man schon 36 Zellen Module einsetzt. Bei 72 Zellern und 12 V Systemspannung dagegen musst du einen MPPT einsetzen. Du kannst allerdings auch zwei PWM (auch MPPT) parallel an deine Batterien anschließen.
    Eine Erhöhung der Systemspannung auf 24 V macht Sinn. Noch größere Anlagen arbeiten mit 48 V.
    Wie sieht es mit deinem Inverter aus? Wenn er 12 V DC Eingangsspannung hat müsstest du ihn gegen ein 24 V Model austauschen. Die jetzigen 6 Module kannst du durch Umverkabelung der Module (je zwei in Reihe) und Umverkabelung der Batterie (ist allerdings ins Blaue gesprochen, da ich noch nicht weiß, welche Batterien du einsetzt) in eine 24 V Anlage umbauen. Auf's Dach wirst du sowieso müssen oder installieren sich die neuen Module von selbst :)

  • Da du doch eh 12 V Module hast, reicht dir doch ein größerer PWM Lader.
    Auch wenn du auf 24 V umstellst, reicht ein PWM.
    Was du dir mal anschauen kannst sind die PIP 12V und 24V. Da wäre auch ein WR schon mit drin - den darfst du aber auch nicht in die Steckdose stecken.... :lol:
    Da kosten die Gesamtgeräte so viel wie oft nur ein LR....

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Also würde auch der bestehende Laderegler ausreichen? Ein "Spitzenverbrauch" habe ich mit knapp 70 W gemessen. Der Vorteil bei einem MPPT wäre auch ein DC:DC Wandler. Das bedeutet ich könnte mit meinen 24 V auch 12 V Batterien laden! Korrekt?


    Wenn ich den 12 V Inverter direkt an den Batterien anschließe, könnten meine Panels auf der Eingangsseite auch 24 V haben? Ist das richtig?
    Ich habe gelesen, dass eine Parallelschaltung halt den Vorteil hat, dass man, sollte ein Modul ausfallen, durch die Parallelschaltung keinen großen Leistungsverlust hat. Das gleiche gilt auch für Schattenwurf - richtig oder habe ich mit 24 V eine "bessere" Ausnutzung?

  • Bei 24 V (48 V) hast du auf der Modulseite den Vorteil, dass du eine optimiertere Verkabelung hast und geringere Ströme.
    Wenn du einigermaßen brauchbare Module kaufst und mit 4 mm² ordentlich verkabelst, fällt dir normal für lange Zeit kein Modul aus. Also da ein wenig Sorgfalt, das spart späteren Ärger mit Fehlersuche.
    Bei 12 V brauchst du doppelt soviel LR wie bei 24 V - pauschal gesagt.
    Im Detail steht es in den Betriebsanleitungen, wie viel Module man an den LR anschließen kann, bei 12 V oder 24 V Betrieb.
    Richtig, mit einem MPPT hättest du den Vorteil, dass du mit 24 V (oder 2 x 12 V in Reihe) arbeiten kannst, um eine 12 V Batterie zu laden.
    Den Schatten solltest du bei der Planung genauer untersuchen. Bevorzugt sind Aufstellungen, wo die Module nach Süden ausgerichtet sind. Bei einer Ganzjahresanlage brauchst du einen Anstellwinkel von ca 60°, falls es mehr Sommerbetrieb ist ca 30°. Alles möglichst schattenfrei installieren. Wenn Schatten auftritt (zu welcher Tages- und Jahreszeit?) solltest du herausfinden welche Module verschattet werden. Lohnt es sich dann, dort überhaupt Module zu installieren? Wenn sie nur einige Stunden pro Tag verschattet sind oder nur morgens und abends - schon.

  • Ich hab halt auf der "Sonnenseite" nicht so viel Fläche. Bei den Modulpreisen von 90 Eur für 100 Wp macht das m.E. nicht mehr den "Bock fett". Durch den Sonnenstand im Winter geht halt die Sonne erst Mittags auf und um 16.30 Uhr ist die schon weg.


    Bekommt man von PIP 12 oder 24 V auch was auch eine deutsche Beschreibung? Das ist ja alles in Englisch?

  • Zitat von kalle bond

    Es ist nur ein Gerücht, dass man mit einem MPPT bessere Ergebnisse erzielen kann, besonders wenn man schon 36 Zellen Module einsetzt.


    Wie groß der Vorteil tatsächlich ist hängt auch vom Eigenverbrauch der Regler ab. Bei Kleinanlagen kann da der Vorteil des MPPT-Reglers natürlich auch schnell weg sein.


    Ohne Berücksichtigung des Eigenverbrauchs ist ein PWM-Regler ist exakt dann genauso gut wie MPPT-Regler wenn der MPP des Modul exakt mit der Ladespannung überein stimmt. Dies ist bei einem 35/72 Zellenmodul allenfalls an einigen sehr heißen Tagen im Sommer zu den Mittagsstunden der Fall. Zu allen anderen Zeiten liefert ein MPP-Regler mehr Strom, insbesondere zu Zeiten außerhalb des Sommers. Ob sich ein MPPT-Regler also lohnt hängt letztlich davon ab ob jemand nur im Sommer, oder aber ganzjährig Strom braucht.

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  • egn,


    im Winter holt ein MPPT vielleicht bei leerer Batterie ein paar % mehr heraus. Aber das sind dann ein paar % von so gut wie nichts. Deshalb ist es zunächst wichtig, die PV richtig auszulegen. Dazu gehört die Kenntnis über den Verbrauch während des Tages und Nachts, Betrieb der Anlage im Sommer oder zB ganzjährig. Gerade wenn die Anlage im Winter gefordert wird, nutzt nur ein entsprechend größerer Solargenerator etwas, aber kein MPPT oder PWM. Da steht erst mal die Wp Menge im Vordergrund. Aus einem zu klein ausgelegten Solargenerator kann auch ein MPPT nicht mehr rausquetschen, die PV ist dann zu gering kalkuliert. Wenn die PV Anlage im Winter ausreichend kalkuliert ist, hast du im Sommer meist große Überschüsse, dafür braucht es dann auch keinen teuren MPPT. Also erst mal bei einer Inselanlage herausfinden, was ist unter Berücksichtigung aller Umstände und Komponenten die sinnvollste und monetär am besten vertretbare Lösung. Da die Module heutzutage sehr preiswert sind, braucht man an dieser Stelle nicht zu sparen. Es kann für jede Anwendung durchaus mehrere Lösungen geben.
    Und einen guten MPPT für schmales Geld gibt es eigentlich nicht. Da kann man wieder überlegen, mehr Geld in die PV Module zu stecken und mit einem bewährten (auch nicht billig) Markenregler zu arbeiten.
    Billig kauft zweimal :)

  • Der Mehrertrag macht im Winter locker 30 % aus. Du brauchst doch nur die Differenz zwischen MPP-Spannung und Ladespannung im Verhältnis zur Ladespannung setzen. Die Art des Reglers hat gerade in der dunklen Jahreszeit einen signifikanten Einfluss auf den Ertrag.


    Letztlich kommt es doch nur darauf an was günstiger ist, entsprechend mehr PV-Module oder aber ein MPP-Regler. Mehr PV-Module gehen nur wenn man auch die Fläche zur Verfügung hat.


    Mit den Victron Reglern gibt es durchaus preiswerte MPP-Regler mit ausgezeichneter Qualität. Und da man den Regler über belegen kann, braucht man ihn und auch die PV nur so groß wählen dass die Energie zum Nutzungszeitpunkt mit dem schlechtesten Ertrag reicht, während man bei PWM-Reglern sicherstellen muss, dass sie für die Zeit mit der höchsten Einstrahlung ausreichen.

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