Wie wird anteilige EEG Umlage errechnet, ohne Zähler?

  • Hallo,
    wie sind hier in der Pfalz, das EVU sagt mir, bei Neuanlagen unter 100kw und Überschusseinspeisung braucht nan
    im Zählerschrank nur noch einen Vor- Rück Zähler. Wie wird dann aber der Eigenverbrauch ermittelt, für den ja
    die verminderte Umlage fällig wird?
    Das kann doch nur geschätzt werden, oder?
    Und wie wird das abgerechnet?
    Danke.

  • schätzen geht nicht.
    https://www.clearingstelle-eeg…es/Empfehlung_2014_31.pdf (befasst sich eigentlich mit Kleinanlagen)


    Zitat

    § 61 Abs. 6 und 7 EEG 2014 enthalten hinsichtlich der EEG-Umlage bei Letztver-
    brauchern und Eigenversorgern folgende spezielle Regelungen zur Messung und Be-
    rechnung von Strom:
    „(6) Strom, für den die Übertragungsnetzbetreiber nach Absatz 1 die
    Zahlung der EEG-Umlage verlangen können, muss von dem Letztver-
    braucher durch geeichte Messeinrichtungen erfasst werden


    Es ist also im einfachsten Fall zusätzlich zur Messung von Einspeisung (und Bezug) die Erzeugung zu messen. Der Erzeugungszähler muss aber nicht im Zählerschrank sitzen.

  • WIe du genau mißt, bleibt dir überlassen, die Schemata sind nur Empfehlungen. Man könnte genauso den gesamten Verbruach des Hauses messen und den Bezug abziehen, hätte den Vorteil, daß man an der Stelle den Zähler auch für 70% weich gleich mitverwednen kann.
    Ergänzend dazu - die Eigenversorgung ist bis spätestens 31.5. des Folgejahrs zu melden, sonst fallen 100% EEG-Umlage an.

  • Das ist korrekt. Man kann den Eigenverbrauch nicht direkt messen. Daher muss man etwas Anderes messen um aus einer Bilanz heraus den Eigenverbrauch berechnen zu können. Das sind z.B. die Erzeugung oder der Gesamtverbrauch aus denen man im ersten Fall mit der Einspeisung und im zweiten Fall mit dem Bezug bilanzieren kann. Da offenbar von einer Anlage über 10 bis 100 kW die Rede war, kann die 70% Regel bis 30 kW infrage kommen oder auch nicht falls über 30 kW.

  • Danke für die Antworten, ich habe inzwischen auch mit den Pfalzwerken gesprochen.
    Das mit der 70% Regel habe noch nicht kappiert. Es stimmt, ich habe eine 30 kw Anlage, aber es kommt eine neue dazu:


    Wir bauen gerade ein neues Gebäude. 90kw Anlage auf Dach, Inbetriebnahme Dez. 2015 oder Januar 2016, kann ich mir aussuchen.
    In dem Gebäude befinden sich meine eingene Firma mit hohem Stromverbrauch und 4 ext. Mieter.
    Gebaut habe ich privat diese Anlage, das Gebäude gehört auch mir privat.
    Beim EVU (Pfalzwerke), wurde mir gesagt, das beste wäre Überschusseinspeisung. Ich brauche nur eine Vor-Rück Zähler,
    der Zähler für erzeugten Strom wird nicht mehr verlangt, unter 100kw PV.
    Jetzt habe ich erfahren, dass bei diesem Modell die volle EEG Umlage fällig wird. Das ganze würde sich also gar nicht mehr
    rechnen, wenn ich ca. 20 Ct/kW normal zahle und so bei Eigenverbrauch die Einspeisevergütung von ca. 11 Ct. + 6,7CT EEG zusammenrechne,
    dann komme ich fast auf das Gleiche.
    Also anderes Modell:
    Die Firma betreibt die Anlage, es wird ein Vertrag mit dem Eigentümer (ich) gemacht.
    Dann ist der Eigenverbrauch der Fa. mit der geringeren EEG Umlage 30-35% belastet.
    Die anderen Mieter darf ich dann aber nicht bedienen, die sind ganz normal an das EVU angeschlossen.
    Was mir aber nicht in den Kopf ging: Wie wird die Menge des Eigenverbrauchs ermittelt, wenn es nur noch einen
    Vor-Rück Zähler gibt? Das geht doch gar nicht. Woher soll man wissen, wie hoch der ist?
    Dazu brauche ich ja den Wert der erzeugten Strommenge.
    Eigentlich betrifft das ja jede Anlage unter 100kw.
    Die Pfalzwerke haben mir jetzt gesagt, ich muss den erzeugten Strom mit einem geeichten Zähler messen und vom
    gelieferten Strom abziehen. Das ist dann der Eigenverbrauch. und den muss ich melden.
    Wenn ich mir jetzt überlege, dass ich ja auch noch ne Wärmepumpe habe, die das ganze Gebäude versorgt.......
    Und was ist mit der 70% Regelung?
    Dake für Antworten.

  • Kann in § 9 EEG nachgelesen werden.


    Allgemein gilt die Verpflichtung am Einspeisemanagement teilzunehmen, d.h. die Anlage muss auf Anforerung des Netzbetreibers (z.B. über ein Funkrundsteuergerät oder künftig über ein intelligentes Messystem) die eingespeiste Leistung ferngesteuert reduzieren.
    Bei einer Anlagenleistung bis 30 kW können PV-Anlagen stattdessen die eingespeiste Leistung fest auf 70% der installierten Leistung (nach bisheriger Rechtsauffassung vor dem BGH-Urteil https://www.clearingstelle-eeg…151104_VIII_ZR_244-14.pdf verstand man daruter die Summe der Nennleistungen der Module) reduzieren.
    Die einfachste und daher oft angewandte Methode ist dabei, bereits die Ereugung im Wechselrichter auf diesen Wert zu begrenzen. Misst man jedoch den zeitgleichen Verbrauch, so kann die erzeugte Leistung auf die Nennleistung mal 70% plus Verbrauch begrenzt werden.


    Da du aber eh noch Pläne für eine größere Anlage hast, ist doch vielleicht das Einspeisemanagment der bessere Ansatz.

  • Zitat von waschle


    Eigentlich betrifft das ja jede Anlage unter 100kw.
    ...Und was ist mit der 70% Regelung?


    Es gibt da auch noch die Ausnahme, daß, wenn du dich vollständig mit Strom aus EE versorgst, keien Umlage fällig wird. Nur mit PV ist das in D aber nahezu unmöglich (vielleicht in einem selten genutzten Lager mit einem Stromspeicher).
    Bei 90kWp gibt es keine 70% da brauchst du einen RSE, wie gesagt, hatte auf dein Profil geschielt.


    Warum willst du die Anlage nicht ins Firmenvermögen übernehmen? Das wäre die sauberste Lösung, alle Lösungen mit irgendwelchen Verträgen (noch dazu mit mehr oder weniger sich selbst), haben in meinen Augen einen Beigeschmack.

  • Zitat von alterego

    Warum willst du die Anlage nicht ins Firmenvermögen übernehmen? Das wäre die sauberste Lösung, alle Lösungen mit irgendwelchen Verträgen (noch dazu mit mehr oder weniger sich selbst), haben in meinen Augen einen Beigeschmack.


    Das hat mehrere Gründe.
    1: gehört so eine Anlage zum Haus, also zum Besitzer des Hauses.
    Wenn ich heute die GmbH zumache oder verkaufe, habe ich ein Problem.
    2: Haftung. Wenn mit der GmbH was schiefgeht, ist die Anlage noch in meinem Besitz.
    3: Abrechnung. Es wird ein Nutzungsvertrag mit der GmbH gemacht, der die Anlage betreibt und mietet.
    Der Mietzins ist zb. 10% der Summe, was die Anlage gekostet hat, pro Jahr. Dafür entfällt die Abrechnerei des
    gesamt verbrauchten Stromes.Ausserdem ist der Mietzins über 20 Jahre gleich, die Finanzierung dauert aber zb.
    nur 10 Jahre,
    Ich habe einen solchen Vertrag schon mal gemacht, in Karlsruhe gibt es dazu einen Anwalt, der sich darauf spezialisiert hat.
    Im übrigen zum Beigeschmack: Das ganze PV Thema hat eigentlich Beigeschmack, weil all diejenigen, die kein Eigentum besitzen, bei der EEG Umlage sowieso die Deppen sind. Aber bei der Rendite, in diesem Fall um die 18%, kann man ja gar nicht anders.
    Gruss Waschle