Inselanlage in Mexiko

  • Hallo zusammen,


    wir haben hier in Mexiko ein Grundstück, wo wir jetzt folgende Inselanlage haben installieren lassen:
    6x Panel a 255W ( jeweil 2 in Reihe )
    12xBatterien (Gel) a 115Ah ( 3x48V )
    Wechselrichter 120V 60hz Leistung 6kW
    Controller 80A


    Im Jahresdurchschnitt sollen die Panels 4,8kWh erzeugen
    Wir sind hier auf einer Höhe von 1800m


    Die Intention um diese Anlage jetzt zu installieren war eine Alarmanlage mit Kameras und elektrischem Zaun zu versorgen. Wir haben die Anlage so groß gewählt, weil in Zukunft noch weitere Verbraucher dazukommen werden.


    Was haltet ihr davon?
    Ich selbst bin absoluter Laie.


    Vielen Dank schon einmal vorab.


    Gruß Macro

  • Hallo Macro,


    willkommen im Forum.


    An welchem Standort steht deine Anlage? Es geht um die Einstrahlung.
    Da kann man nur was dazu sagen, wenn entsprechende Infos vorliegen, wo die Anlage steht.
    Was für einen Anstellwinkel für die Module hast du gewählt?
    Wird die Anlage das ganze Jahr betrieben?
    Vom WR her sehe ich, dass ihr 120 V 60Hz habt.
    Passen die Kameras und der E-Zaun dazu?
    Sind die 4.8 kWh der gesamte Verbrauch (pro Tag?) oder gibt es noch andere Verbraucher?

  • Moin Marco und herzlich willkommen im Forum. So ganz im Prinzip wäre es schlauer, erst zu fragen und dann zu kaufen (oder hast du uns zu spät gefunden?).


    Ob die Ertragsangaben wahrscheinlich stimmen kannst du hier prüfen: http://pvwatts.nrel.gov/
    Einfach als Location 'Mexico' angeben und dann die Positioniermarke dorthin verschieben, wo ihr seid. Dann Anlagengröße und Ausrichtung eingeben und Sekunden später hast du das (überschlägige) Ergebnis. Die Einstrahlung ist in Mexico nur minimal schwankend übers Jahr, was für eine Insel angenehm ist.


    Die Speicherkapazität ist mit ungefähr 12 kWh nutzbar auch nicht schlecht (kommt aber drauf an, was du an Verbrauchern dran hast). Bei Gel-Batterien musst du aufpassen, dass die nicht überladen werden, sonst sind die ganz schnell hinüber. Dieses Wiki ist zwar hauptsächlich für Flüssigsäure, aber einiges grundlegendes über Batterien kannst du dort lernen: http://wiki.polz.info/doku.php Schließlich sind die Batterien ja nicht ganz billig.


    Ob die Batterien oder Laderegler oder Wechselrichter sinnvoll sind, kann man dir nur sagen, wenn du genauer angibts, was das für welche sind und auch deinen aktuellen und späteren Verbrauch.


    Mist, Kalle war schneller.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hi Marco, mit den Akkus hast Du nicht grade einen Glücksgriff gemacht auch wenn ich den Hersteller (noch) nicht kenne.
    Da Du 12 Blöcke a` 6Zellen(12V) hast sind jetzt insgesamt 72 Zellen am Start! Neben leicht unterschiedlichen Kapazitäten
    schon von der Herstellung her neigen Bleizellen leider dazu mit der Zeit etwas auseinander zu driften. Bei Gel-Akkus allgemein
    und bei 12V-Blöcken im Besonderen verstärkt sich das Problem mit der Zeit- einige Zellen werden überladen und andere
    verhungern, da sich Dein Laderegler immer nur nach der Gesamtspannung richten kann! Eine vernünftige , regelmäßige
    Ausgleichsladung wie bei Flüssigsäure-Akkus geht bei Gel nur sehr schwierig/langwierig und deswegen werden so viele
    Blöcke miteinander verschaltet meistens nicht sehr alt. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist solltest Du Dich nach
    OPzS-Zellen in der richtigen Größe umschauen!
    lg,
    Philip

  • Hallo Kalle,
    vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Die Anlage steht bei Aguascalientes im zentralen Hochland (1800m ) ca. 500km nördlich von Mexiko Stadt.
    Den Anszellwinkel kann ich nur schätzen ca. 20-30° Ausrichtung Süd.
    Ja, die Anlage wird das ganze Jahr über betrieben.
    Kameras und E-Zaun haben wir letzte Woche in Betrieb genommen, passt also.
    Die 4,8 kWh sollen der durchschnittliche Ertrag der Panels im Jahr sein.
    Es wird hier im Jahresdurchschnitt mit 6,8 Sonnenstunden gerechnet ( was ich persönlich sehr niedrig angesetzt empfinde ).
    Es sollen später noch andere Verbraucher ( Licht, Kühlschrank u.s.w. ) dazukommen.
    Der Controller ist auf 80A ausgelegt, obwohl 60A für die 6 Panels gereicht hätten, das heißt die Anlage könnte noch um 2 Panels erweitert werden.
    Gestern ( sonniger Tag ) zeigte der Controller einen Ladestrom von ca. 60V an.


  • Das mit den Gel-Akkus wußte ich so nicht, das heißt dann wohl, dass ich wohl nur mit einer kurzen Lebensdauer der Akkus rechnen kann?
    Danach OPzS? Zellen was immer das ist. ( Kann ich aber googeln. )
    Im Moment haben wir noch kaum Verbraucher am Netz, wie verhält es sich denn, wenn nicht genug abgenommen wird, sprich die Akkus sind meist um 100% geladen.


  • OK.
    Ich werde mal Fotos von der Anlage und den einzelnen Komponenten machen und sie dir zukommen lassen.
    Vielen Dank aber erst einmal.
    Hier die Auftragsbestätigung mit den Daten der Anlage ( natürlich auf spanisch, aber doch verständlich denke ich )

    Dateien

    • Solar.pdf

      (161,26 kB, 102 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • O.k., der Umrechnungskurs von mex. Pesos zu Euro ist 18,7 zu 1.


    Somit kosten die Panele 1.100 Euro pro kWp; das kommt auf 1,10 Euro pro Wp, was ein wenig teuer ist (in D zahlt man um die 0,70).
    Die 6 Batterien kosten 1.280 Euro. Das sind 310 Euro pro Kwh Nennkapazität. Wenn man in Deutschland eine PzS (Panzerplatte Standard; die findet man in Gabelstaplern und Flurförderfahrzeugen) von Bater (Polen) kauft, dann kostet die unter 150 Euro pro kWh mit allem drum und dran.
    Über den 'inversor' (also Wechelrichter) kann ich nichts sagen. Bei 1.866 Euro sollte der aber schon gut sein (das weißt du nach ein paar Jahren).
    Der Laderegler liegt bei 60 Euro, das kann also nichts besonderes sein. Kann man bei dem Teil irgendwelche Einstellungen verstellen? Du wirst wahrscheinlich nicht drum herum kommen einen neuen 'cargador' zu kaufen (das hängt mit der Batterie zusammen; erkläre ich gleich).


    Jetzt muss man allerdings noch sagen, dass (zumindest vor kurzer Zeit noch) in den USA alles, was mit PV zu tun hatte, doppelt so teuer (war) ist wie in Deutschland. Von daher kann es sein, dass es durchaus ortsüble Preise sind.


    Wegen den Batterien brauchst du dich nicht zu grämen (zumindest nicht allzu sehr). Bei einer Blei-Traktionsbatterie sollte man auf Dauer nicht mehr als 80% der Energie entnehmen (besser nur 70%). Bei Entnahme von 100% (man hat dann 11,6 Volt pro Block) muss der Wechselrichter abschalten, damit die Batterie nicht irreversibel geschädigt wird. Der Laderegler darf beim normalen Laden nie eine höhere Spannung als 14,4 V auf die Batterie geben, denn bei dieser Spannung fängt die Batterie an zu gasen (die exakte Spannung sollte im Datenblatt der Batterie stehen). Das bedeutet, dass das Wasser im Gel durch Elektrolyse gespalten wird; ein Teil des Gases verlässt die Batterie, die Batterie trocknet also aus. Wenn das sozusagen täglich passiert, dann kannst du die Batterie in deutlich weniger als einem Jahr wegwerfen. Wenn die Batterie nahezu voll ist und du dann ein zischendes oder pfeifendes Geräusch hörst, dann muss der LR so schnell wie möglich ersetzt werden (die Batterien waren ja teuer genug).


    Hast du ein Datenblatt für die Batterien bekommen? Falls ja, ein pdf draus machen und einstellen. Batterien nutzen sich ungefähr proportional mit den durchgeschleusten kWh ab. Gel-Batterien für Solarzwecke machen meisten 600 Zyklen á 80% mit (wenige auch mehr). Die Batterien sollten also rund 7.500 kWh durchschleusen können, bevor sie auf 80% der Nennkapazität runter sind (die sind dann noch nicht kaputt!). Wenn du jede Nacht aus der Batterie 2 kWh entnimmst, dann sollte die Batterie rund 10 Jahre lang halten (allerdings wäre die Batterie dann um den Faktor 5 zu groß geplant).

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von Macro

    Es wird hier im Jahresdurchschnitt mit 6,8 Sonnenstunden gerechnet ( was ich persönlich sehr niedrig angesetzt empfinde ).


    Da unterliegst du sicher einem weit verbreiteten Irrtum oder missverstehst etwas.
    Gemeint sind hier nicht die Tagessonnenstunden allgemein, sondern das umgerechnete Äquivalent mit der vollen Einstrahlkraft von 1.000 W/m². Mit diesem Wert kann man einfacher rechnen.
    Man bezeichnet das auch als Vollsonnenstunden.
    Bei einem Anstellwinkel der Module von 15° kannst du mit 5.7 (Dez und Jan) kWh/m²/d rechnen. Das Max liegt über 7.
    Nur würde ich bei der Auslegung lieber etwas zu den geringeren Werten hin auslegen. Falls du bei 6.8 Sonnenstunden bleibst, gehen dir um Weihnachten die Lichter aus! Das will keiner :D
    Für deine Angaben - 4.8 kWh/Tag (später mehr!) - würde ich mit 9 Modulen á 255 Wp rechnen.
    Leider gehen die Batterien und wohl auch der Regler überhaupt nicht, da gab es schon Kommentare.
    Du benötigst eine größere Kapazität als angeboten, um die 18 kWh.
    Und bitte mit größeren Einzelzellen. Mit diesen Batterien wirst du nicht glücklich. Da würde ich noch mal bei dem Händler nachfragen. Hat der übrigens Referenzen? Wie lange bietet der schon PV an? Bei einem kleinen Solar Home System mag man solche Batterien einsetzen, für deine Anlage sind sie nicht mehr geeignet.
    Als Regler könnte ich mir den Morningstar MPPT 60 vorstellen.

  • Vielen Dank für eure Antworten bis hierhin.


    Der größte Schwachpunkt scheinen dann wohl die Batterien zu sein.
    Bei einem anstehenden Tausch ( der hoffentlich noch etwas auf sich warten läßt ) werde ich sie dann gegen Bleibatterien austauschen.


    Alle Komponenten sind übrigens Made in USA und mußten importiert werden, hier in Mexiko kommt man da kaum günstiger dran.


    Erst einmal frohe Weihnachten euch allen.
    Ich melde mich dann wieder mit Bildern.


    Gruß Macro