Anschaffung 2015 / Inbetriebnahme 2016

  • Hallo,
    wie in meinen anderen Threads geschrieben, habe ich eine PV-Anlage angeschafft - da gab es zeitlich Verzögerungen aufgrund des Baufortschritts - und meiner nicht ganz ausgeprägten Entscheidungsfreude ;)
    Nun ist die Anlage seit November auf dem Dach, der Wechselrichter im Keller, 90% als Abschlag (mit MWSt) gezahlt - aber auf Empfehlung des Anlagenbauers und des Energieversorgers soll die Inbetriebnahme erst im Januar 2016 erfolgen (dann wird die garantierte Einspeisevergütung 20 Jahre und 11,5 Monate gezahlt), vorher wird das Haus auch nicht bewohnt. Erst nach Inbetriebnahme - also Anschluss ans Netz - erfolgt die Schlussabrechnung des Solateurs.
    Wie läuft das aber nun mit der Steuer? Wann melde ich mich da beim FA wegen der Erstattung der MWSt?
    Noch dieses Jahr weil da schon ein Großteil des Kaufpreises geflossen ist - oder erst 2016, weil da die Inbetriebnahme erfolgt?
    Danke im Voraus.
    thx001

  • Vorsteuer ist abzugsfähig
    - bei nicht ausgeführten Leistungen: Wenn die Zahlung geleistet ist, und eine (korrekte) Rechnung vorliegt
    - bei ausgeführten Leistungen: Wenn die Rechnung vorliegt.


    Die Leistung ist ausgeführt mit Verschaffung der Verfügungsmacht.
    Bei Werklieferungen ist dies im Zeitpunkt der Abnahme der Fall; bzw. im Zeitpunkt des mit der Abnahme überlicherweise zivilrechtlich einhergehenden Übergangs von Eigentum und Gefahr.


    Die Inbetriebnahme spielt überhaupt keine Rolle.


    Anhand obiger Kriterien kannst Du nun selbst jeden Zahlungsfluss bzw. jede Rechnung beurteilen, wann die Vorsteuer daraus abzugsfähig ist.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zusatzfrage:


    Wie sieht es da mit der Abschreibung aus?
    Schon 1/12tel in 2015?
    Sonder-Afa schon 2015 möglich?
    AfA wie bei PV üblich über 20 Jahre?

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Danke - dass heißt, ich bekomme dann 2015 die MWSt für die 2015 geleistete Zahlung wieder und 2016 die MWSt für die Restzahlung? Oder kann ich das auch in "einem Aufwasch" nächstes Jahr machen?
    Oder hätte ich mich vorher schon beim FA melden müssen?



    Edit: War doch nicht alles so klar...

  • Eisbaer


    Abschreibungen bei angeschafften Wirtschaftsgütern sind vorzunehmen ab dem Zeitpunkt des Eigentums- und Gefahrenübergangs.
    (Die "Betriebsbereitschaft" spielt bei hergestellten Wirtschaftsgütern eine Rolle).


    Die Angaben des TO reichen nicht aus, um den Zeitpunkt zu bestimmen.


    thx001
    Gegenfrage: Warum haben Laien immer ein Interesse daran, sich auf unebene Wege zu begeben?
    Sag ich jetzt "nein".. ist das schlicht falsch (und zu Recht hagelt es dann hier "hab ich aber so gemacht - hat funktioniert"
    Sag ich jetzt "ja" brauch ich einen Roman, um Dir zu erklären, wo die Fallen liegen; worauf man achten muss- und wann es teuer wird.


    Gibt einen guten alten Grundsatz: Warum falsch - wenns richtig genau so gut geht?


    Klar kann man das in einem Abwasch machen. Und in 99 von 100 Fällen wird niemand etwas sagen.
    Insbesondere kein alter Hase.
    Dummerweise bearbeiten jedoch eher junge Hüpfer die PV-Fälle - und die können die Dinge shcon mal 150%-ig nehmen.
    Da sollte man dann dem Sachbearbeiterin der AO fachlich überlegen sein.... und dann kriegt man ihn wieder eingefangen.

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  • Danke.
    Ich wills ja richtig machen :)
    Was für Infos werden benötigt? Momentan habe ich seit Ende November 9,6 kwP-PV-Platten auf dem Dach liegen, im Keller ist ein Wechselrichter - der ist aber weder angeschlossen oder gar am Netz. Derzeit kann ich also mit der Anlage nix anfangen, noch nicht einmal einen Eigenverbrauch.
    Aber - und darauf scheint es anzukommen: Ich gehe davon aus, dass die Anlage schon mir gehört, da mit der Immobilie fest verbunden - Eigentums- und Gefahrübergang dürfte da schon erfolgt sein.
    Falls mit der Anlage was passiert - ändere ich meine Meinung ;)


    Nur als Hintergrund für die Frage mit dem "einen Aufwasch": Da Umzug ins Haus mit PV erst 2016 erfolgt, müsste ich aktuell mein Wohnsitz-FA (130 km weg) beteiligen, ab dem Umzug dann (weil neues FA zuständig ist), ein anderes. Darum wollte ich es mir etwas einfacher machen... Und ob ich die MWSt von 90% Kaufpreis noch im Dez oder Mitte Januar bekomme, macht beim Hausbau das Kraut auch nicht fetter ;)

  • Eigentums- und Gefahrenübergang bei Werklieferungen.... ich glaube, ich würde es locker auf ein Nachschlagewerk mit 200 Seiten bringen.


    Wenn das alles ordentlich gelaufen ist, dann gibt es einen Werkvertrag... in dem ist geregelt wie die Abnahme stattzufinden hat.
    Optimalerweise ist eine förmliche Abnahme vorgesehen und alle anderen Formen der Abnahme sind ausdrücklich ausgeschlossen.
    Somit gilt dann... einfach und simpel... das Datum auf dem Abnahmeprotokoll.


    Alles andere sprengt hier den Rahmen. Möglichkeiten gibt es vermutlich mindestens hunderte.
    Das geht schon los, dass ein Kaufvertrag statt ein Werkvertrag abgeschlossen wurde.
    Im Kaufrecht ticken die Uhren komplett anders.
    Im Werkvertragrecht könnte die "Fertigstellung der ARbeiten" oder "Ingebrauchnahme" in Frage kommen.
    Das kann man unmöglich hier durchspielen.


    Du hast einen wunden Punkt schon angesprochen: Eigentum .. am Bau. Die Zivilrechtlich ist es überhaupt nicht so eindeutig wie man meint, dass die PV kein Grundstücksbestandteil wird. genau deswegen stellt man auf Eigentum und Gefahr ab.
    Der Gefahrenübergang hängt dann an der Abnahme; selbst wenn Eigentum schon durch Verbindung mit dem Grundstück übergegangen ist.

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  • Ich habe mir das Angebot, auf dessen Grundlage der Vertrag abgeschlossen wurde, nochmal genau angesehen.
    Geschuldet wird Lieferung, Montage und Anschluss einer PV-Anlage (näher spezifiziert durch Module, WR...) - 90% zu zahlen nach Montage von Modulen... - "Rest nach Abnahme". Außerdem bleibt "bis zur vollständigen Bezahlung die Anlage im Eigentum" des Solateurs. Nach all dem würde ich nun behaupten, dass Eigentum und Gefahr noch nicht übergegangen sind, weder ist vollständig bezahlt worden, noch hat eine Abnahme stattgefunden.
    Dass heiß - noch keine Abschreibung.


    Trotzdem noch mal die explizite Nachfrage: Wann muss der FA-Fragebogen ausgefüllt werden, jetzt schon - oder hätte es vor Abschlagzahlung sein müssen?