10-Tage-Regel für Umsatzsteuererklärung

  • Hallo zusammen,


    bei der USt-Voranmeldung gibt es ja die 10-Tage-Regel, nach der ich die Anfang Januar getätigte Voranmeldung noch der EÜR des Vorjahres zuschreiben darf / muss.
    Wenn man nun nicht bis 31.05. warten möchte, gilt die Regel auch für die Umsatzsteuererklärung?
    Kann ich das Ergebnis einer Anfang Januar gemachten Umsatzsteuererklärung auch dem Vorjahr zurechnen?


    Viele Grüße


    Photvo

  • Diese Regel ist eine rein ertragsteuerliche Regelung.
    Sie existiert in der Umsatzsteuer nicht.



    Diese ertragsteuerliche Regelung sieht vor, dass "regelmäßig wiederkehrende Ein- oder Auszahlungen" die im Korridor von +/-10 Tagen um den Abschlussstichtag fließen, nicht nach dem Zuflus-Abfluss-Prinzip, sondern nach der wirtschaftlichen Zugehörigkeit dem einen oder anderen Jahr zugeordnet werden.
    Zu diesen betroffenen Zahlungen gehören auch die Umsatzsteuerzahlungen.
    ABer hier geht es um die ertragsteuerliche Erfassung der Umsatzsteuerzahlungen (eine zwangsläufige Besonderheit der 4-III-Rechnung), nicht um die Ermittlung der Umsatzsteuer oder die Zuordnung von Umsätzen zu einem umsatzsteuerlichen Besteuerungs- o. Voranmeldungszeitraum.,

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von Photvo

    Kann ich das Ergebnis einer Anfang Januar gemachten Umsatzsteuererklärung auch dem Vorjahr zurechnen?


    Um kpr's Erläuterungen noch kurz auf Deine Frage zu präzisieren: wenn Du es schaffst, Deine Jahreserklärung so rechtzeitig abzusenden, dass die Umsatzsteuer schon bis zum 10.01. fällig wird: ja (je nach Inbetriebnahme Deiner Anlage und möglichem Eigenverbrauch ist es allerdings schon theoretisch unmöglich).

  • Danke für Eure Ausführungen!
    War meine Frage aus fachmännischer Sicht auch falsch formuliert, hat sie doch zur gewünschten Antwort geführt. :wink:


    Die Überlegung war, ob ich als von der Vorsteueranmeldung Befreiter, anhand des Zeitpunktes meiner Umsatzsteuererklärung den Gewinn eines Jahres gezielt drücken kann.
    Konkret: Gebe ich die Erklärung gleich Anfang Januar 2016 ab, steht die Umsatzsteuer noch bei den Ausgaben 2015 und verringert den Gewinn in 2015.


    Dass die Vorsteueranmeldungen als "regelmäßig wiederkehrend" gelten, hatte ich hier im Forum schon gelesen. Bei der Umsatzsteuererklärung war mir das nicht so klar.


    Grüße


    Photvo

  • Du kannst ja auch ohne USt-Erklärung dennoch ans FA einen Betrag X überweisen - mit eindeutiger Verwendungsbestimmung: "ausschließlich auf Umsatzsteuer 2015 zu verbuchen".


    Ist sicherlich völlig untypisch.
    Vom Prinzip her aber regelmäßig praktiziert.
    Z.b. bei Steuerbescheiden "nach BP". Sobald eine zusätzliche Steuerschuld "so gut wie sicher" ist.... bekommt das FA (oder die Gemeinde) eine freiwillige Vorauszahlung - um den Zinslauf zu stoppen.
    Oder... früher gerne gemacht.... einfach eine kräftige Summe Kirchensteuer ans FA überweisen.


    Könnten allenfalls ein paar Widerstände im Markt auftreten. Braucht vielleicht ein paar Nerven.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von Photvo


    Konkret: Gebe ich die Erklärung gleich Anfang Januar 2016 ab, steht die Umsatzsteuer noch bei den Ausgaben 2015 und verringert den Gewinn in 2015.


    fast OT: in diesem Jahr war Elster bis dahin noch gar nicht verfügbar (Papierformulare weiß ich nicht) :juggle: bleibt nur der von kpr aufgezeigte Weg.

  • Nochmal der Hinweis, dass dieser Weg ein steiniger Weg werden kann.
    Ich hab es gerade wieder hinter. Die Abläufe sind auf so eine Aktion nicht eingestellt; manche zweifeln an, dass es rechtlich überhaupt möglich ist, auf diese Weise den Zinslauf zu stoppen (andere denken gar nicht drüber nach). In anderen Fällen bekommt man dieses vermeintliche Guthaben von der nächsten Vorauszahlung abgezogen.
    Wer den Weg geht: Bitte.. da muss man aber proaktiv jederzeit die Kontrolle übers Verfahren behalten.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von alterego

    In diesem Jahr war Elster bis dahin noch gar nicht verfügbar (Papierformulare weiß ich nicht) :juggle: bleibt nur der von kpr aufgezeigte Weg.


    ElsterFormular bzw. ElsterOnline ja, andere Anbieter sind da schneller.
    Bei Aufgabe des Unternehmens ist der Unternehmer ja auch zur umgebenden Abgabe der Jahreserklärung nach der Aufgabe verpflichtet...also geht Papier auf jeden Fall.

  • Zitat von Photvo

    Konkret: Gebe ich die Erklärung gleich Anfang Januar 2016 ab, steht die Umsatzsteuer noch bei den Ausgaben 2015 und verringert den Gewinn in 2015.


    Du wirst den USt.-Bescheid nie bis zum 10. Januar erhalten, geschweige denn die Lastschrift bis dahin auf dem Konto gesehen haben! Oder hattest du daran gedacht, die USt. direkt nach Abgabe der Erklärung ans FA zu überweisen? Hoffentlich können die damit zu dem Zeitpunkt was anfangen? Das könnte aber klappen.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)