Weltklimavertrag

  • Zitat

    Die Delegierten auf der UN-Klimakonferenz in Paris haben einen historischen Durchbruch erzielt. Nach zweiwöchigen Verhandlungen einigten sich die Vertreter von 196 Verhandlungspartner auf einen neuen Klimavertrag. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius stellte als Konferenzvorsitzender die Entscheidung fest. "Ich sehe den Saal, die Reaktion ist positiv, ich höre keine Einwände", sagte Fabius, bevor er die Einigung per Hammerschlag besiegelte. Die Delegierten feierten die Einigung mit minutenlangem Applaus.


    http://www.sueddeutsche.de/wis…en-klimavertrag-1.2780233

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  • Bin ja mal gespannt - bisher reine Absichtserklärung ohne konkrete Maßnahmen!

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Ich finde die Einigung super. Nach der Katastrophe von Kopenhagen hatte ich nicht mehr daran geglaubt, dass die Welt mit 195 Staaten überhaupt noch einen gemeinsamen Nenner beim Klimaschutz findet. Natürlich reichen die Zusagen bislang noch nicht aus, aber die Einigung darauf, dass die Reduktionsziele alle 5 Jahre verschärft werden sollen, ist schon beachtlich - finde ich. Erstmals sogar schon 2018, wenn ich das richtig verstanden habe!? Da muss dann auch unsere Regierung Farbe bekennen! Weil wir sind ja nun leider auch überhaupt nicht auf Kurs in Bezug auf unsere eigenen Klimaschutzziele. Der Druck, jetzt endlich aus der Kohle auszusteigen, wird durch Paris weiter steigen!


    Und früher oder später wird man die Solarenergie dann auch in Deutschland wieder stärker ausbauen müssen. Wobei ich befürchte, dass da die Bürger dann weitestgehend außen vor sein werden und stattdessen die großen Konzerne die Geschäfte wieder an sich reißen. Aber DAS ist ein innenpolitisches Problem (Danke Siggi!) und hat nichts mit der Einigung von Paris zu tun.


    Beste Grüße,
    Theoden

    Einmal editiert, zuletzt von Theoden ()

  • Ja, es sind keine konkreten Maßnahmen getroffen worden, wie auch?


    So viel verstehen die Politiker denn doch noch, von der Psychologie der Märkte, den Empfindlichkeiten der Großkonzerne und der Strategie des ganz großen Geldes.


    Wie werden ABB, GE, Siemens & Co. reagieren?


    Werden sie weiterhin die Strategie verfolgen und Wettbewerber übernehmen, die auf Öl, Kohle und Gas setzen?
    Werden sie noch große Budget freigeben, um die Fossilien Kraftwerkstechnologien zu entwickeln?
    Werden die darauf setzen, dass die Schwellenländer die Expansion der Fossilien Kraftwerke vorantreiben?
    werden sie fossile Projekte in Afrika und sonst wo in der dritten Welt akquirieren?


    Einige Vorstände werden wahrscheinlich kaum davon lassen, aber alle?


    Aber was machen die Anleger?
    Was machen die Staatsfonds?
    Was machen die Pensionsfonds?
    Was machen die Risiko Anleger, FO u.ä. Räuber?


    Auch wenn die Strömung noch sehr sehr schwach ist, warum gegen die Strömung schwimmen wollen? Und das schon Einiges geht und eines auch schon recht gut funktioniert, hat sich selbst bis RWE und e-on rumgesprochen, selbst eine Total ist PV nicht sonderlich fremd.


    Nicht die Einsicht wird uns weiterbringen, sondern die Aussicht auf gute Geschäfte. Die Märkte sind nicht anders als Schulkinder , mit Verboten und Strafen erreicht man wenig, mit Aussicht auf Taschengeld, Lob und Beteiligung alles.


    Die vielen NGO, die vielen Menschen, die diesen 'minimalen' Erfolg errungen haben, werden ja nicht locker lassen und befinden sich überall und haben immer noch Stimme, Einfluss und Kapazitäten.


    Dass die 100 Mrd. $ nicht festgeschrieben wurden ist fast ein Segen, es wäre viel wichtiger, dass die Industrieländer die Entwicklungsländer als Chance betrachten und erkennen, dass das Nicht-Handeln zu Flüchtlingsströmen führt, die keine CSU, kein Zaun und nix aufhalten wird.


    Die Energiewende, bzw. der Weg von den fossilen hin zu den EE ist der einzige Weg für diesen Planeten, um auch unseren schönen Wohlstand zu erhalten. Die Menschen sind nicht so blöd, wie man glaubt!


    Paris ist der Start, der in den Geschichtsbücher ganz sicher weit mehr Bedeutung bekommen wird, als wir uns heute vorstellen können. Paris war ja schon mehrmals Ausgangspunkt relativ 'unbedeutender' Ereignisse, die meist eher umspektakulär (Quantität) ihren Anfang nahmen.

  • Ich würde es außerordentlich begrüßen, den 12. Dezember zum weltweiten Feiertag als internationalen Klimatag zu etablieren und dafür evtl. einen anderen Feiertag mit weniger wichtigem Gedenkcharakter abschaffen.


    Ein internationaler Klimatag mit entsprechenden Veranstaltungen würde das Bewusstsein der Bevölkerung für das Klima schärfen und einen stärkeren Druck auf die Programme der Parteien ausüben.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Es ist zu spät für die 2 grad, aber vielleicht noch nicht zu spät für 5grad


    Das ist leider die Realität
    Was die Jungs da machen bedeutet immer noch eingefahrener lange Steigerung des Ausstoßes pro Jahr......


    Grus
    Blacki

    11,14 kWp O/W 4x Solarmax WR (2012)
    43,30 kWp Anteil Solarpark Dreieich (2011)
    71,08 kWp Anteil Solarpark Hof (2012)
    70 kWp auf Hühnerställen (2012)
    301 kWp Brandenburg (2018)

  • Ich finde die Vereinbarung von Paris super! Endlich haben sich alle relevanten Staaten zusammengefunden und das Thema CO2 Reduzierung angepackt.
    Natürlich gibt es wie bei jedem Vertrag Hintertüren aber die Richtung steht jetzt.
    Am besten finde ich das nun endlich das unsägliche nichtstun in Deutschland überwunden werden kann. Ich höre fast jeden Tag das ist zu teuer und wenn wir CO2 Einsparen bringt das gar nichts da ja die bösen Chinesen, Inder, ........ viel mehr CO2 produzieren. Mit diesen Argumenten wird versucht die Erneuerbaren Energien und die Energieeinsparung madig zu machen, das beste Beispiel war die großangelegte Kampanie gegen den ach so teuren PV Strom oder in letzter Zeit der massive Versuch die EnEV 2016 zu verhindern. Die Argumente sind meist fadenscheinig ind geprägt von Unwissen sowie persönlicher Profitgier.
    Für alle die in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien beruflich tätig sind sowie für die vielen Privatnutzer ist Paris ein wichtiges Signal.
    Auf gehts machen wir den Politikern in Deutschland Druck das wir jetzt endlich rasch aus der Kohle aussteigen und den Verkehrsektor sowie die Gebäude so rasch wie möglich auf Effiziens trimmen. Den wir müssen den anderen Zeigen das ein wirtschaften sowie ein gutes Leben auch mit viel weniger CO2 Ausstoß funktioniert.

  • Pressemitteilung Agora Energiewende

    Pariser Abkommen verlangt von Deutschland einen Dekarbonisierungsfahrplan 2030


    Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende, erklärt zum Klimaschutzabkommen von Paris:


    "Das Klimaschutzabkommen von Paris ist ein Signal an die Welt: Die globale Energieversorgung muss mittelfristig ohne Kohle, Öl und Gas auskommen, weil sonst das 2-Grad-Ziel und damit verbunden die Klimaneutralität in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts nicht erreichen werden kann. Deutschlands Entscheidung für die Energiewende mit dem Ziel 100 Prozent Erneuerbaren Energien wird damit bestätigt.
    Nach Paris, wo die 2030er-Ziele der Nationen verbindlich festgeschrieben wurden, müssen wir jetzt hier in Deutschland unsere Hausaufgaben machen und ebenfalls unseren Blick auf 2030 richten. Das Jahr 2016 wird das Jahr der Umsetzung unseres Klimaschutzziels 2030 sein müssen. Denn Deutschland hat sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Dieses 2030er-Ziel bedeutet eine ganz andere Kraftanstrengung als das 2020er-Ziel.


    Das von Deutschland für 2030 festgelegte Klimaschutzziel von minus 55 Prozent heißt letztlich, die Dekarbonisierung von Strom, Wärme und Verkehr unumkehrbar zu machen. Denn die Erreichung des Klimaschutzziel 2030 bedeutet, dass wir dann
    • mehr als die Hälfte unseres Stroms aus Erneuerbaren Energien gewinnen,
    • mehr als die Hälfte unserer Kohlekraftwerke abgeschaltet haben,
    • sechs Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen haben
    • die Hälfte unserer Gebäude auf Niedrigstenergiestandard saniert haben.

    Diese Transformation des Strom-, Wärme- und Verkehrssystems geschieht nicht über Nacht. So, wie die damalige Bundesregierung bereits 2007 das „Integrierte Energie- und Klimaprogramm" zur Umsetzung des 2020-Klimaschutzziels beschlossen hat, so müssen auch jetzt die Weichen für 2030 gestellt werden. Die Aufgabe des Jahres 2016 ist es, einen „Klimaschutzaktionsplan 2030“ zu beschließen. Dieser Plan muss die Dekarbonisierung Deutschlands konkret durchbuchstabieren. Wichtige Bestandteile davon sind ein Kohlekonsens zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung, eine Verdopplung der Anstrengungen in der Gebäudesanierung und ein massiver Ausbau der Elektromobilität.“
    Für redaktionelle Rückfragen:
    Christoph Podewils, Leiter Kommunikation


    christoph.podewils@agora-energiewende.de
    http://www.agora-energiewende.de

    Agora Energiewende erarbeitet wissenschaftlich fundierte und politisch umsetzbare Wege, damit die Energiewende gelingt. Wir verstehen uns als Denk- und Politiklabor, in dessen Mittelpunkt der Dialog mit den energiepolitischen Akteuren steht. Zusammen mit Akteuren aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln wir ein gemeinsames Verständnis der Energiewende, ihrer Herausforderungen und der Handlungsoptionen. Das tun wir mit einem Maximum an wissenschaftlichem Sachverstand, zielstrebig, handlungsorientiert und jenseits ideologischer Festlegungen.