Grundgebühr in die PV Betriebsausgaben?

  • Hallo,
    ic h weiß nicht ob ich es bisher nur falsch machte bzw vergessen habe oder ob es doch richtig war.
    PV Anlage mit Eigenverbrauch...


    Bisher habe ich Folgendes getan:
    Da die Kosten meiner PV wegen Baumfällungen im zweiten und Sonderabschreibung im ersten Jahr, hoch waren,wurde für die einkommenssteuerliche Seite immer der netto EK vom Bezug,bzw genauer den Bezugsvollkosten inkl. GG und abzüglich gfs. Boni, angesetzt, was Jahr 1 und 2 angeht.


    In Jahr 3 schauts nun anders aus, das ich erstmalig mit Kosten/ KW erzeugt unter dem netto Bezugspreis lande, nun kam mir die Grundgebühr auf der PV Ausgabenseite in den Sinn, die ich bisher nie wirklich beachtet hatte.


    Jetzt fiel mir auf,eigentlich könnten die Grundgebühren des Netzanschlusses in die Betriebsausgaben der PV gehören,klar die Privatentnahme wird entsprechend teurer. Aber der Landwirt mit seiner Halle am Feld drückt die Netzanschlusskosten,wie auch die Grundgebühr sicher auch in die Betriebskosten der PV.


    Bei mir ist:
    - Netzbezug ca. 1200kw
    - EV: ca. 1000KW
    - Einspeisung ca 6500-7000KW


    Also könnte ich doch sagen, angenommen 1200+1000+6500KW=8700KW
    Die Grundgebühr bei uns,sind stolze 118,90€ (dafür ist der KW Preis niedriger als beim Regionalversorger...bevor da jemand meint es ginge günstiger...) abzüglich 13,79% für Netzbezug (1200/8700*100), sind Betriebsausgaben der PV, die Restsumme von 102,5
    Man könnte den EV raus lassen,da der ja nicht am "Netz" vorbei kommt,allerdings ist die Grundgebühr ja nun ein Anlagenkostenblock und daher hat der EV seinen Anteil am Kostenblock "Anschlußgebühr", zuml bei nichtvorhandener PV Anlage wäre die Grundgebühr bei den Gesamtkosten pro KW ja auch in jedem Netzbezogenen KW anteilig vorhanden.


    Bei meiner freiberuflichen Tätigkeit bin ich auch gezwungen meinen PKW wegen beruflicher Nutzung >60% zum notwendigen BV umzuwidmen und habe keine Wahl ihn privat laufen zu lassen.


    Wenn doch der Netzanschluss auch größer 50> betrieblich genutzt wird durch die gewerbl. Pv Unternehmung, gehört die GG doch auch,reduziert um die Anteiligen Kosten des Netzbezuges, in die PV Kosten...


    Oder was meinen die Spezis dazu?

    8,6KwP
    34x JT200M -25° SO/28°
    9xJT200M 65° SW/45°
    SMA7000TPL20@70%
    Landkreis VB PLz 63...

  • Man kann nu raten, um was es Dir geht. Es geht wohl um die steuerliche Berücksichtigung des Direktverbrauchs.
    Da Du so überhaupt nicht auf die Trennung der Steuerarten eingehst.... ist Dir die möglicherweise gar nicht klar.
    Du verwendest ertragsteuerliche Begriffe..... im Zusammenhang mit einer schlicht falschen Bewertungsmethodik;
    Und Du gehst einen Rechenweg.. der eher zur Umsatzsteuer passt - und widmest Dich dort längst gelösten Problemen.


    1. Umsatzsteuer
    a) Für den Fall, dass Deine Anlage vor dem 1.4.12 ans Netz gegangen ist:
    Bitte Info.... da greift eine völlig andere Methodik; mir scheint das hier im Moment unwahrscheinlich


    b) Für den Fall, dass Deine Anlage nach dem 31.3.12 ans Netz gegangen ist:
    Der Direktverbrauch ist umsatzsteuerlich eine unentgeltliche Wertabgabe.
    Diese ist mit dem Bruttoeinkaufspreis incl. aller Nebenkosten (jedoch ohne Umsatzsteuer) zu bewerten.
    Machen wir es kurz:
    Man nehme einen bestimmten Abrechnungszeitraum - der sei zufällig 1 Kalenderjahr.... und bestimmte die Bezugsmenge (5.000 kWh)
    Man schaue, was man insgesamt unter Berücksichtigung aller Boni, Rabatte, Sofortboni, Treuerabatte, Pönalen oder weiss der HImmel was bezahlt hat. (Geldeinheiten). Sagen wir 1.190 Stück Euro sind für 5.000 kWh geflossen.
    Also 1.000 Euro netto.,
    Dann ist die Bemessungsgrundlage = 20 Cent


    Amen.


    II. Einkommensteuer
    Komplett andere Welt. Bitte einmal Reset-Taste drücken.. und alles obige vergessen. (Kein Scherz. Es hilft!!)
    Einkommensteuerlich ist der Direktverbrauch eine Sachentnahme.
    Sachentnahmen sind immer (IMMER) (ja. IMMER) (Nein.. keine Ausnahmen. IMMER) mit dem Teilwert zu bewerten.
    (Sage ich schon, dass dies IMMER so ist?)
    Der Teilwert ist ein objektiver Wertbegriff. Aber der Teilwert ist (absichtlich!) kein eindeutig definierter Wertbegriff.
    Man braucht erst eine Teilwertvermutung, um den Teilwert zu bestimmen.
    Teilwertvermutungen gibt es soviele, wie es Sandkörner am Meer gibt.
    Alle denkbaren Teilwertvermutungen haben mindestens eine Eigenschaft gemeinsam: Sie sind widerlegbar!
    Und keine Teilwertvermutung hat die Eigenschaft "die einzig richtige zu sein".


    In die nähere Auswahl kommen eigentlich nur zwei Teilwertvermutungen; das FA versucht mit Hütchenspielertricks gerne eine Dritte (und viele fallen auch drauf rein):


    a) Herstellungskosten
    Die Herstellungskosten sind in den EStR definiert.
    Sonderabschreibungen werden nie einbezogen.
    Bei degressiver Abschreibung (gibts nicht mehr) könnte man zu Beginn wählen, ob man die in einer Schattenrechnung durch die lineare AfA ersetzt - oder über alle Jahre hinweg mit der degressiven rechnet.
    Irgendwelche Sondereffekte (wie Baumfällarbeiten)... ja.. da geht der Streit los
    Sind das "Fertigungseinzelkosten" oder "Sondereinzelkosten der Fertigung"... nun.. dann gehören sie ohne wenn und aber in die HK hinein.
    Sieht man sie als "Kosten der allgemeinen Verwaltung" an... dann gehören nur angemessene Teile in die HK.
    Ein hübsches Streitthema .. bei dem man sie erstmal rauslässt... und schaut, was das FA macht.
    (Im Zweifel hat man hier wohl verloren; ich würde darin auch eher Einzelkosten sehen)


    Zinsen dürfen einbezogen werden. Von diesem großzügigen Angebot des Gesetzgebers macht der gemein PV-Betreiber keinen Gebrauch. Bescheidenheit ist eine Zier!


    Die Rechnerei ist simpel: Alle einzubeziehenden Kosten in einen Top - und durch die Erzeugungsmenge geteilt. Voila.


    Die Herstellkosten haben einen großen Nachteil: Wenn jemand ein wenig Ahnung hat, braucht er etwa 5 Minuten und den nötigen Willen, um die Herstellkosten ad absurdum zu führen. Sie verfehlen glatt das Besteuerungsziel.
    Bei vielen (allen?) anderen Branchen nimmt man zwar als Teilwertvermutung immer die HK - aber damit löst man Probleme, die der PV-Betreiber nicht hat (Absatzrisiko, Wertschwankungsrisiko). Der PV-Betreiber hat eine Abnahmegarantie und eine Vergütungszusagen. Gesetzlich.


    Deswegen: Nicht traurig sein, wenn das FA nicht mitspielt. Da hätten sie einfach Recht.


    b) Die entgangene Einspeisevergütung (sog. Opportunitätskosten)
    Du bewertest mit dem Wert, den Du vom VNB erhalten hättest, wenn Du den DV eingespeist hättest.
    Diese Teilwertvermutung wartet bis heute noch darauf, widerlegt zu werden. Mir ist kein einziger Fall bekannt.
    Dieser Wert ist grausam leicht zu verteidigen (weil ere ohne jedes Wenn und Aber genau das Besteuerungsziel trifft) und genau das ist der Grund, warum es kaum möglich ist, diesen Wert zu attackieren.



    c) Vom Finanzamt gerne genommen:
    Die Bezugskosten.
    Klarer Fall von "keine Ahnung" oder "fachlich im Themengebiet verirrt".... oder aber auch "Versuch macht kluch".
    Wir sind nicht in der Arbeitnehmerveranlagung; wir bewerten keine Sachbezüge. Wir wollen nicht wissen, was das wert ist, was derjenige, der vom Direktverbrauch profitiert hat, bekommen hat. Komplett falsche Denke.


    Wir wollen den steuerlichen Gewinn eines Unternehmens ermitteln; und zwar bereinigt um die Effekte aus Entnahmen und Einlagen.
    Nun Brat mir einer einen Storch.... aber wenn Du 1 kWh eingespeist statt selbst verbraucht hättest - dann wäre Dein Gewinn nicht um 20 Cent höher. Never ever.


    Und deswegen ist dieser Ansatz auch wirklich der fachlich dümmste und faktisch schlechteste. (Aus Sicht des Stpfl.)
    Aus Sicht des FA: Schlau stellt sich dumm.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Moin VB Solar und KPR,
    VB Solar "spricht mir aus dem Herzen"
    Solar Strom, erzeugen, und den Strom auch zu verkaufen, geht immer noch nicht ohne Netznschluss !
    Also gehören, die Grundgebühr auch zur Stromerzeugung, wie auch zum Strombezug.
    Und das ist auch bei der Umsatzsteuer relevant.
    Das bedeutet nach meinem Verständnis, daß ich beim Bezugspreis der Stromes, die Grundgebühr in diesem Fall, von
    VB Solar, durch 8700 kwh teilen muss ?
    Das wäre bei der Umsatzsteuer, wie auch bei der Teilwertvermutung doch meiner Meinug zweifelsfrei, belegbar ?
    oder?
    Gruß
    Fritz

    Fritz

  • Vielen Dank fürs Feedback ;-)


    Sorry.. aber ich habe oben auch zu kurz geschossen:


    Zitat

    Man nehme einen bestimmten Abrechnungszeitraum - der sei zufällig 1 Kalenderjahr.... und bestimmte die Bezugsmenge (5.000 kWh)
    Man schaue, was man insgesamt unter Berücksichtigung aller Boni, Rabatte, Sofortboni, Treuerabatte, Pönalen oder weiss der HImmel was bezahlt hat. (Geldeinheiten). Sagen wir 1.190 Stück Euro sind für 5.000 kWh geflossen.
    Also 1.000 Euro netto.,
    Dann ist die Bemessungsgrundlage = 20 Cent


    Der BMF gestattet es ja, dass die Gesamtkosten nicht nur auf den tatsächlichen Bezug (hier 1.000 kWh), sondern auf einen fiktiven Bezug, bestehend aus tatsächlichem Bezug plus Direktverbrauch umgelegt werden.



    Ist mir im Eifer durchgegangen. Tut mir leid. (Liegt daran, dass ich überzeugt bin, dass das Entgegenkommen des BMF in einem Vertragsverletzungsverfahren gekippt würde - oder alle anerkannten Kommentare einer grammatischen Korrektur bedürften).


    Hier nun auch noch die Einspeisung einzubeziehen, ist dann wirklich durch nichts mehr zu decken.
    Es geht nicht darum zu errechnen, was eine verbrauchte kWh Strom anteilig kostet;
    es geht darum zu berechnen, zu welchem Preis sich der Unternehmer selbst versorgen könnte.


    Da gibts verschiedene Möglichkeiten.


    Sagen wir 20 Euro monatliche = 240 Euro jährliche Grundgebühr
    20 Cent pro kWh
    Bezug = 5.000 kWh; Direktverbrauch = 2.000 kWh


    a) Hirnflatulenz des BMF..... absurde Annahme, die 2.000 kWh müssen in einem zusätzlichen Vertrag gekauft werden
    Somit 240 + 2.000 x 0,20 = 640 Euro; pro kWh= 0,32


    b) So wie es kommentiert ist ("zu dem Preis, zu dem der Unternehmer (...) BEZIEHT"
    240 + 5.000 x 0,2 = 1.240; pro kWh = 0,25


    c) So wie der BMF es auslegt ("zu dem Preis, zu dem der Unternehmer (...) BEZIEHEN WÜRDE"
    240 + 7.000 x 0,2 = 1.640; pro kWh = 0,23


    Hier nun eine Variante d) zu erfinden:
    240 + (7.000 + 6.500) x 0,2 = 2,940; pro kWh = 0,22
    macht keinen Sinn.
    Weder kauft der Unternehmer Strom zu 0,22 Cent (er kauft zu 0,25);
    noch könnte er 2.000 weitere kWh zu 0,22 Cent beziehen (er würde sie zu 0,23 Cent beziehen können)



    An den Preisen ändert sich ja nichts... egal ob nun eine PV vorhanden ist - oder nicht; egal ob eingespeist wird oder nicht.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich glaube du hast nicht wirklich verstanden, was der TS will ;)


    Er fragt schlicht, ob die Grundgebühr (anteilig) Betriebsausgabe ist. Ohne Anschluß keine Grundgebühr aber auch kein Stromverkauf, das ist sein Gedankengang.
    Am Rande - ich verstehe nicht wirklich, wie die EVU das berechnen. Weil bei allen mir bekannten VNB kostet ein Zweirichtungszähler mehr als ein einfacher Bezugszähler, hier behaupten aber alle Betreiber nicht mehr Grundgebühr an das EVU zu zahlen, als hätten sie keine PV. daß die EVU solche Gutmenschen sind und das selbst aus ihrer Marge bezahlen, kann ich nicht glauben ;)

  • Just my 50¢:
    Der TS setzt zwar elektrische Leistung (KW) und elektrische Arbeit (kWh) gleich ;), argumentiert aber sonst für mich plausibel: er nutzt seinen Netzanschluß überwiegend gewerblich (6.500-7.000 kWh Einspeisung), verglichen mit privat (1.200 kWh Bezug). Also möchte er die Grundgebühr (anteilig) als gewerbliche Kosten geltend machen. Ob das wirklich geht, übersteigt meine finanztechnischen Fähigkeiten erheblich.

    Anlage: 26 Aleo S 18 215 W Module mit 5,6 kWp,
    SMA SB 5000 TL-20; -50°(fast SO), DN 25°
    seit 14.9.09 am Netz Nähe Cuxhaven

  • Das hab ich ja am Anfang geschrieben, dass ich nur im Nebel stochere... was er eigentlich will. Hinweise gibts auf vieles.


    Zugegeben... dass es hier nur darum geht, ob die dem EVU geschuldete Grundgebühr anteilig als Betriebsausgabe anzusetzen - darauf war ich nicht gekommen.


    Hier komme ich zu einem klaren: "Versuch macht kluch".
    Rein über die lautere Lehre, sehe ich hier definitiv keine betriebliche Veranlassung.


    Die Grundgebühr wird gegenüber dem EVU geschuldet; der hat mit der PV überhaupt nichts zu tun. Hier gibt es keine Kausaliltät. Das EVU schuldet ja gegenüber dem Anlagenbetreiber auch wirklich rein GAR NICHTS, was die PV betreffen würde.



    Kann aber gut sein, dass.. wenn man es einfach mal ansetzt... (zunächst mal OHNE Begründung... oder nur mit einer kurzen erläuternden / Verwirrung stiftenden Rechenzeile)...., dass man dann auch einen dummen findet, der nen Haken dranmacht.
    Halte das sogar für recht wahrscheinlich.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • [quote="kpr"….
    Kann aber gut sein, dass.. wenn man es einfach mal ansetzt... (zunächst mal OHNE Begründung... oder nur mit einer kurzen erläuternden / Verwirrung stiftenden Rechenzeile)...., dass man dann auch einen dummen findet, der nen Haken dranmacht.
    Halte das sogar für recht wahrscheinlich.[/quote]
    Na dann: ßumps app!
    :)
    Ich hoffe, VB-Solarer berichtet, wenn er es versucht, über das Ergebnis.

    Anlage: 26 Aleo S 18 215 W Module mit 5,6 kWp,
    SMA SB 5000 TL-20; -50°(fast SO), DN 25°
    seit 14.9.09 am Netz Nähe Cuxhaven

  • wenn er schlau ist - tut er es nicht.
    Wenn so ne Nummer mal die Runde macht - ist sie schnell tot.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Tach,
    ich werde die anteilige Grundgebühr in die Betriebskosten der PV nehmen.
    Ist natürlich nur ertragssteuerlich relevant.


    USt Seitig ist das ja wumpe,da eh der "echte" netto EK Preis als Grundlage für die USt gilt und den "echten" EK habe ich schon lange genommen, da er immer unter dem Nettopreis der direkt auf der Rechnung stand,lag.



    Mal sehen was das FA damit macht..
    Da Sie auch 20% auschal an Telefon anerkennen, müssen sie eine genaue Aufschlüsselung der Verteilung der GRundgebühr auf die Nutzung eigentlich auch akzeptieren.
    Ansonsten gibts halt wieder Einspruch...kenne da seit 10 Jahren nichts Anderes.

    8,6KwP
    34x JT200M -25° SO/28°
    9xJT200M 65° SW/45°
    SMA7000TPL20@70%
    Landkreis VB PLz 63...