Überspannungsschutz mit Fronius-WR und Mittelschutz in HV

  • Ich hoffe, das Thema ist hier richtig. Ansonsten bitte verschieben.


    Neue PV-Anlage knapp 10 kWp, 2 MPPs wegen O/W, kein Äußerer Blitzschutz, WR Fronius 7.0-3-M, Daten-/Sensorleitungen gibt es keine (Ertragsüberwachung per Wlan an Router).


    Offizielle Fronius-Bestätigung: Passiver Überspannungsschutz nach EN 62109-1, auf AC-Seite Typ 3, auf DC-Seite Typ 2, aus Herstellersicht ist es ausdrücklich erlaubt, auf externe Überspannungsbegrenzer bei AC und DC zu verzichten.


    Fronius-Aussagen per Mail: Überspannungsschutz aber nicht zertifiziert, da nicht auswechselbar. Besteht aus Varistor und Gasableiter, der DC-seitig mit einem Typ 2 vergleichbar ist.


    Meine Fragen:


    1. Spontan dachte ich: Gut, man braucht keinen externen Schutz für DC. Aber wäre der doch "besser" ?
    2. Und ist bei Überspannungsschaden am Schutz dann nur dieser externe Schutz auszutauschen und nicht der ganze WR ? Oder hält sich ohne einen externen Schutz eine WR-Reparatur wegen des von Fronius gelobten Platinentauschkonzepts auch in Grenzen ?
    3. Müßte der eingebaute Schutz statt der genannten EN 62109-1 nicht der in EN 62305-3, Beiblatt, 5.6.1, Tabelle 1 entsprechen ? Also auf DC-Seite der EN 50539-11 ? Oder gilt letzteres nur für externe Schutzgeräte ?


    Der WR ist nur 3m Kabellänge vom Zählerkasten entfernt. Dort wollte ich einen Mittelschutz einbauen lassen.
    4. Wird der Mittelschutz im Zählerkasten zwischen Zähler und FI eingebaut ?
    5. Von der HES geht Cu 16mm² zum HAK und Cu 10mm² zur HV im Zählerschrank und zur UV im EG. Reicht es dann, daß der Mittelschutz keine eigene Cu-Leitung zur HES hat, sondern an PE in der HV angeschlossen wird ?
    6. Als Mittelschutz z.B. DEHNguard 952 406 oder reicht 952 401 ?
    7. Wofür ist der FM-Kontakt beim 952 406 gedacht ?
    8. Ein Kombiableiter Typ 1+2 oder gar 1+2+3 macht bei fehlenden Äußerdem Blitzschutz keinen Sinn, da bei direktem Blitzeinschag ins Haus/in den Generator auch der Typ 1 nicht ausreicht und für die indirekten Überspannungen ein reiner Typ 2 ausreicht und günstiger ist ?
    9. Gibt es auch ÜSG Typ 2+3 für die Hutschiene und sind die sinnvoll ?


    Der alte Ferraris-Zähler muß vom Bayernwerk noch gegen einen Zweirichtungszähler getauscht werden. Vom Zähler geht es bei uns weiter zum FI im Zählerschrank=Verteilschrank für das KG, und es geht hoch ins EG zum FI in der UV für das EG und DG.
    10. Ist es erlaubt und kommt es günstiger, nun zuerst die Leitungen vom Zähler zum ÜSG im Zählerkasten zu führen und von da erst zum FI im Zählerschrank und zum FI in der EG-UV ? Oder braucht es da unbedingt ein zweites ÜSG in der UV im EG ?


    11. Gehört ein WR zum Geltungsbereich der Wohngebäudeversicherung, da "fest mit dem Objekt verbunden"?


    Danke.

  • Zitat von krebs8

    11. Gehört ein WR zum Geltungsbereich der Wohngebäudeversicherung, da "fest mit dem Objekt verbunden"?
    Danke.


    Nein - der gehört zur PV und muß über erweiterte Wohngebäudeversicherung - nicht empfehlenswert - oder über PV Elektronikversicherung versichert werden.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 84V

  • ich würde den PV Wechselrichter bei Gewitter vom Netz trennen. DC seitigt ist eine EMV gerechte Verlegung der Leitungen sowie ein Potentialausgleich sinnvoll und ausreichend.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • zu 11. Habe vorhin die Frage mal an die HUK24 gestellt. Antwort eben: "Sofern Ihre Photovoltaikanlage mitversichert ist, sind die daran befestigten Teile der Anlage ebenfalls mitversichert." Na, denn.


    Aber die anderen Fragen 1-10 sind für mich im Moment sowieso viel interessanter.

  • Ich verbaue immer einen Kombi 1-2 Ableiter auf AC (50kA) und DC (5kA) Seite. Wichtig ist der durchgängige Potausgleich von Dach über DC Ableiter, WR zum AC Ableiter, dann aufs Fundament.


    Gehört einfach dazu. Klar kann man den nach Vorschrift weglassen und hoffen dass die Versicherung zahlt...

    Sonnige Grüsse
    Michi
    14 x Schott Poly 235/ Solarmax 4000P/ Sonnenbatterie eco 4.5
    9x XTH 8000-48/ 16kWp PV- 3x VS120/ 260kWh Saft/ 35kW CAT, so sieht eine Insel aus:-)

  • Zitat von krebs8

    zu 11. Habe vorhin die Frage mal an die HUK24 gestellt. Antwort eben: "Sofern Ihre Photovoltaikanlage mitversichert ist, sind die daran befestigten Teile der Anlage ebenfalls mitversichert." Na, denn.


    Eben - Du wirst Dich wundern, wann die zahlen. Entweder Du machst 'ne externe Elektronik Versicherung, oder Du wirst leider vera....... Die zahlen vielleicht bei Hagel, Feuer.... - aber wehe, es ist was, was nicht explizit steht. Und bei PV kann sehr viel unangenehmes passieren. Zur Not musst eben Lehrgeld bezahlen. Wir hatten die letzten 3 Jahre einige Schäden....


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 84V

  • Gemäß Versicherungsbedingungen sind Überspannungsschäden mitversichert. Und ich habe letztes Jahr auch schon einen solchen Schaden an der Heizungssteuerung und am Sat-LNB (!) ersetzt bekommen.


    Und meine Frage an die HUK24 war ja auch, ob der WR bzgl. Überspannungsschäden mitversichert ist und nicht bzgl. Feuer, Hagel, Sturm, ...


    Bei der Erfahrung, der Frage und dieser Antwort, beides schriftlich, gehe ich schon davon aus, daß ein Überspannungsschaden am WR wirklich mitversichert ist und ich mich darauf verlassen kann.

  • Zitat von krebs8

    "Sofern Ihre Photovoltaikanlage mitversichert ist, sind die daran befestigten Teile der Anlage ebenfalls mitversichert."


    da steht kein Wort das die Photo mitversichert ist, also auch kein Wechselrichter. da steht Sofern und schliesst es aus.

  • Dann hat er sich schlecht ausgedrückt. Gemäß den Bedingungen ist eine Photovoltaikanlage ausdrücklich mitversichert, nach Nachfrage sogar auch für Marderbiss.
    Werde eben nochmal nachhaken und es mir exakt formuliert bestätigen lassen.


    Aber das hat mich eigentlich am wenigsten interessiert.
    Viel wichtiger sind für mich derzeit die Fragen 1.-10.
    Wenn mir dazu jemand antworten könnte, am liebsten mit "zu 1." usw., wäre ich sehr dankbar.

  • Grundsätzlich solltest Du Dir wohl erst einmal die Frage stellen, wie wahrscheinlich ein Blitzschlag in direkter Nähe bei Dir ist bzw. wie oft es in den letzen 100 Jahren im Umkreis von ca. 100 m vorgekommen ist. Denn wenn Du nicht in exponierter Lage wohnst, ist ein Schaden unwahrscheinlich (aber nicht ausgeschlossen). Die PV-Anlage selbst erhöht Dein Risiko nicht, im Gegenteil, auf der AC-Seite ist ein WR bei vielen überhaupt der erste und einzige Überspannungsschutz. Üblicherweise wird ein Einschlag in der Nähe auch gerade über das AC-Netz "verteilt". So also noch nichts installiert ist, hast Du es bisher nicht als nötig erachtet. Warum also jetzt nach Installation einer PV-Anlage?
    Auf der DC-Seite halte ich ihn für nicht notwendig, denn bei einem "Volltreffer" wird Dir auch ein Überspannungsschutz nicht den WR schützen. Hier solltest Du lieber bei der Anlageninstallation darauf achten, dass keine Schleifen entstehen, auch keine kleinen...


    Ciao


    Retrerni