Energiekonzern RWE bereitet seine Aufspaltung vor

  • Zitat von t-online

    Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE bereitet seine Aufspaltung vor. Das Geschäft mit dem Vertrieb, den Strom- und Gasnetzen sowie dem Ökostrom soll demnach in eine neue Gesellschaft überführt und zehn Prozent davon Ende 2016 im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden.
    RWE bestätigte damit entsprechende frühere Medienberichte. Die Aktie schoss nach Bekanntwerden um mehr als sieben Prozent nach oben.
    RWE bleibe langfristig Mehrheitsaktionär der neuen Gesellschaft und werde diese voll in seine Bilanz einbeziehen. Der Mutterkonzern werde sich auch die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel konzentrieren. Die Haftungsmasse für die Kernkraftwerke werde nicht verändert. Der Aufsichtsrat müsse noch zustimmen.


    Auch wenn die es so nicht schreiben aber das bedeutet die Aufteilung in eine "Bad-" und "Good"-Company. Die Risiken für den Atom- und Kohleausstieg belastet dann nicht mehr das übrige Geschäft indem man nach und nach Eigentumsverhältnisse umschichtet.

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  • Der Unterschied zu E.ON ist, dass die den Mist auslagern woll(t)en und das gute Zeug behalten.
    Rein formaljuristische Frage: Macht RWE es ggf. geschickter (als E.ON), wenn das Gute in die Tochter ausgelagert wird, weil die Tochter ggf. nicht für Alt-RWE haften muss, wenn das da den Bach runter geht?

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Zitat von Dringi

    Rein formaljuristische Frage: Macht RWE es ggf. geschickter (als E.ON), wenn das Gute in die Tochter ausgelagert wird, weil die Tochter ggf. nicht für Alt-RWE haften muss, wenn das da den Bach runter geht?


    Da die Ende 2016 10% an die Börse bringen, ist es ein separates Unternehmen. Ich nehme an, dass dann nach und nach die Beteiligung des Mutterkonzerns verringert wird bis die Beteiligung unter 50% liegt. Die Städte und Gemeinden mit RWE-Aktien werden dann wohl auch sugsesive die Beteiligung an der Mutter reduzieren und dafür dann Tochter-Aktien erwerben. Sind dann ja Aktien eines Öko-Unternehmens.


    Zitat von alterego

    Würde mich aber wirklich nicht wundern, wenn die Rechtsabteilung den Entwurf zerlegt und diese Lücke gefunden hätte


    Wieso zerlegen ?? Die schreiben doch mit und kennen die Lücken bzw. bauen die Lücken ein.

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  • Das klingt ja wirklich danach, dass man ggü. E.ON(für deren Fall das Gesetz wohl primär gemacht wird) einen besseren Winkelzug gefunden hat um die guten Teile von dem Rücklagenproblem zu befreien. Kann man nur hoffen, dass da nachgebessert wird.

  • Zitat von bimon

    Kann man nur hoffen, dass da nachgebessert wird.


    Ja, ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Wird aber nix nützen, denn am RWE sind doch die Städte und Gemeinden beteiligt. Da werden doch politischen Strippenzieher noch kräftig gegensteuern, damit der Schaden für die Städten und Gemeinden möglichst klein bleibt.

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  • So einfach geht das nicht!


    Sie schreiben, dass sie die Mehrheit dauerhaft behalten wollen und die Tochter voll in der eigenen Bilanz konsolidieren werden. Die Tochter eben nicht als Finanzbeteiligung führen werden.


    *ganz im Gegensatz zu Wacker Chemie mit deren Ausgründung


    Wenn sie das kurzfristig anders machen wollten, steigen ihnen die Aktionäre aufs Dach. Zudem wird die neue Gesellschaft nur auf diese Weise die nötige Finanzkraft haben, um wirklich mitspielen zu können.


    Im wesentlichen geht es um die innere Konzernfinanzierung. Zugriff auf den cashflow, Rücklagen u.ä. . Das alles ist ja nicht sehr neu im RWE Konzern. Verschiedene Zukäufe wurden auch bisher genau so geführt. *z.B. Übernahme BTB Berlin


    Ich möchte hier niemanden zu Tode langweilen, deshalb nur ganz kurz die Effekte, die man sich verspricht:


    Die Tochter kann wachsen und weitestgehend selbstständig agieren.
    Die Mutter profitiert insoweit vom Erfolg, da dieser Erfolg ihre Bilanzstruktur nachhaltig verbessert.


    Erfolg im Sinne der Ausweitung der Bilanzsumme und des Eigenkapitals.


    Warum ist das für die Mutter RWE so wichtig?


    Deren Bilanzsumme schrumpft brutal zusammen. Neben den KKW, die ja rasend in Richtung Null tendieren, sind auch ihre Kohlekraftwerke (in D. vorwiegend Braunkohle) keine Aktiva, wo man investieren würde wollen und können (Paris ist der Sargnagel wetten?) , deshalb knallen die Abschreibungen rein.


    Doof nur, dass man wahrscheinlich nicht ganz so schnell die astronomisch hohe Verschuldung zurückfahren wird können, da man auch noch wertlose und/ oder fast wertlose Beteiligungen allen Orten eingesammelt hat, die man nicht ohne weiters los werden wird (wieder Paris)


    Am Ende macht man das für die Banken, die Aktionäre! Die sollen sehen, das eine RWE eine blühende Zukunft hat. Im krassen Gegensatz zur verbreiteten Meinung: Investoren und Banken wären knall harte nüchterne und vollständig informierte Akteure, wollen Banken und der Großteil der Investoren (Aktien und Anleihen) vor allem gute Nachrichten hören und negative Fakten lieber verdrängen.



    Für mich kommt das alles viel zu spät und vor allem fehlt mir der Ansatz den Stromhandel aufzumischen und sich als DER Manager in Sachen EE in Europa aufzuschwingen. RWE hätte alles, um das brutal schnell umzusetzen (die richtigen Leute, den richtigen Zugang zu Daten etc,) . Da ist das ganz große Geld drin!


    *Warum selbst kapitalintensive Kapazitäten auf die Bücher nehmen? Das soll das Geld selbst machen! Man managt das für die und kümmert sich auch darum, dass der Strom optimal vermarktet wird.

  • Zitat von PV-Berlin

    Sie schreiben, dass sie die Mehrheit dauerhaft behalten wollen und die Tochter voll in der eigenen Bilanz konsolidieren werden. Die Tochter eben nicht als Finanzbeteiligung führen werden.


    Ich halte dagegen mit einem Zitat von Adenauer: "Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern".


    Was die jetzt erzählen und was die zukünftig machen sind zweierlei paar Stiefel. Kommt ein neuer Chef, dann kommt alles anders.

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  • Bei allen juristischen und finanztechnischen Hintergründen.


    Nach EON haben die nun – wenn auch zähneknirschend – zur Kenntnis nehmen müssen, dass Sonne und Wind keine Rechnung schicken.



    Wer diese Tatsache in sein Geschäftsmodell aufnimmt, ist klar im Vorteil.


    Im seitherigen Geschäftsmodell nannte man das Ertragsoptimierung.
    Sieh hier.
    http://www.greenpeace-energy.d…_durch_EEG-Regelungen.pdf


    Der einzige Wermutstropfen dabei ist, dass diese Entwicklung auf Kosten der nicht privilegierten Verbraucher geht. Denn die günstigen Großhandelspreise am Strommarkt verursachen ja auch weniger Einnahmen auf dem EEG Konto, und somit eine höhere Umlage.