Wie ein Bebauungsplan Solarenergie "tötet"

  • Hallo zusammen,


    manchmal ist während der Planung einer Anlage auch ein Blick in den jeweiligen Bebauungsplan (B-Plan) hilfreich. Mir ist eben folgende Regelung untergekommen:


    Zitat

    In allen Teilgebieten ist die Verwendung von von Bauelementen zur Gewinnung von Solarenergie (Solaranlagen) ausschließlich auf geneigten Dachflächen zulässig.


    Die Solaranlagen sind als geschlossene, rechteckige Fläche ohne Versatz der einzelnen Elemente zueinander und ohne Aussparungen auszubilden. Zu Ortgängen, Firsten und Traufen sowie zu Dachflächenfenstern und Dachaufbauten ist ein Mindestabstand von 0,5m einzuhalten


    Würde solch ein B-Plan überall gelten, wäre vermutlich ein großer Teil der hier geplanten Anlagen nicht vernünftig realisierbar. Zumindest würde die durchschnittliche Anlage auf Privathäusern deutlich kleiner ausfallen...


    Da hat jemand was gegen Solaranlagen :-(


    Mit verwunderten Grüßen

  • Das Threadthema ist falsch - es muss heissen "einschränkt".

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
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  • Zitat von letsdoit

    Das Threadthema ist falsch - es muss heissen "einschränkt".


    Das mag sein, aber als Subject macht sich eine überspitzte Aussage doch besser :wink:


    Im Ernst:
    Ich vermute, dass in einer solchen Rahmenbedingung viele Anlagen nicht gebaut werden, weil sie einfach zu klein werden. Insbesondere auf (Krüppel)Walmdächern und auf Häusern mit Gauben oder Dachfenstern. Dann geht die Einschränkung u.U. so weit, dass es einem Verbot nahe kommt.

  • Ist doch Auslegungssache genau so wie man Gesetze "auslegen " kann.


    Rechteckig dürfte bei der augenblicklichen Modulform kein Problem sein.


    Ohne Versatz bedeutet, daß alle in einer Reihe Montiert werden müssen was durch die meisten Montagesystem doch auch gegeben ist.
    "ohne Versatz" zum daneben liegenden Modul verstehe ich so, daß ich zwei nebeneinanderliegende Module nicht um z.B. 20cm nach oben/unten "versetzen darf. Man kann einzelne Modulreihen durchaus unterschiedlich "breit" ausführen.


    Django

  • Und das ist kein Muss ! Man muss halt dann eine Eingabe machen und anfragen und genehmigen lassen.


    OK - der freie Bastelwille wird damit eingeschränkt.... :lol:

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  • Und was ist damit?

    Zitat

    Zu Ortgängen, Firsten und Traufen sowie zu Dachflächenfenstern und Dachaufbauten ist ein Mindestabstand von 0,5m einzuhalten


    Das ist ziemlich eindeutig und schon eine erhebliche Einschränkung der Freien Entfaltung als Grundrecht.
    Hier wird so eng ausgelegt das es praktisch einem Verbot gleichkommt.
    Ist warscheinlich ein verspäteter Aprilscherz(Warum nennt man nicht Roß und Reiter?)
    Wecher Bebauungplan von wem erlassen?Historischer Dorfkern?Stadt Aktionär von G4?

  • Dann frag doch mal einen Gestellhersteller an - der wird dir genau das Gleiche sagen. Rundherum mindestens einen halben m wegbleiben, da der Windangriff hier am größten ist. Wenn ein äußerer Blitzschutz drauf ist und man nicht einbinden will bleibt man ja auch mindestens einen halben m weg.....


    Wo ist das Problem ?

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  • Und wo wird das genau eingehalten? zb.0,5m zu Dachflächenfenstern seh ich in der Paxis so gut wie nie.
    Wenn du sagst das die Vorgaben zu 99% immer eingehalten werden können ohne Einschränkung
    in Leistung bzw wirtschaftlichkeit ist ja alles in Butter.

  • Wieso ? Am Ortgang, First und Traufe sollte das kein Problem sein.
    Den Nichteinbindungsabstand einzuhalten ist ein Muss - da werd ich nicht diskutieren, da das eine Vorgabe ist.
    Wenn jemand in so einem Baugebiet bauen will, soll er halt die PV Anlage in den Plan zeichnen lassen und genehmigen lassen - dann ist alles ok. Wenn nicht - einfach wo anders bauen....
    Wenn ich sehe, wer im Stadtrat oder Gemeinderat sitzt so sind das doch "einfach konstruierte Menschen". Da ist das schon so, dass solche Regelungen rauskommen. Ich hab neulich auch eine solche Anlage rückbauen müssen, weil das Landratsamt - nach Eigentümerwechsel - den neuen Eigentümer angepisst hat. Also hab ich meine Altanlage abgebaut und durch leistungsstärkere Module ersetzt. Jetzt ist die Anlage so, wie das Landratsamt es will, es gibt keinen Stress mehr, die Altmodule kann ich schön abverkaufen und alle sind glücklich.
    Also - sowas geht auch. Sich aber imm gleich über irgendwelche Vorgaben aufregen ist nicht wirklich produktiv. Denk mal an die Anlage in Herzogenaurach die neulich diskutiert wurde. Die ist ja genau der Fall hier. Die schaut Scheiße aus und nur weil jemand unbedingt auf Biegen und Brechen das Dach vollklateschen will muss es ja nicht ok sein. Man darf ein Haus auch nicht in jeder Farbe streichen... Wir leben hier in einer Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft. Ich denke, dass etwas Rücksicht dazugehört um das Zwischenmenschliche zu gewährleitsen. Damit sind Absprachen nötig. Diese Absprachen sind tendenziös - dürfen aber diskutiert werden. Wenn dann die Beschlußfassung allgemein stattfindet ist es eine Entscheidung der Gemeinschaft. Selbstverwirklichung darf natürlich stattfinden in den Bereichen die dafür vorgesehen sind. Damit erfüllt man die Absprachen in der Gemeinschaft. Ich finde das ok. Ich habe mich in 26 Jahren PV doch ab und an mit genau diesen Fragen herumgeschlagen und ich muss sagen, es hat bis dato IMMER ein Lösung zur Zufriedenheit BEIDER Seiten gegeben !
    Damit sehe ich diesen Thread als provokativ - aber nicht zielführend ! Der TS darf gerne genau bei dieser Stadt oder Gemeinde anrufen und fragen, ob es ausnahmen abweichend vom Bebauungsplan gäbe und wie diese zu beantragen sind.
    Dann können wir hier ja lustig weiterdiskutieren, wie man das gestalten kann. Wenn es nur ein Aufgreifen einer Verordnung mit grundsätzlichen Ausnahmen ist, ist die Diskussion hier eh hinfällig. Sowas kann dann schnell Bildzeitungsniveau erreichen und dafür ist mir meine Zeit zu schade. Also lieber TS - frag mal nach, obs Ausnahmen gibt, ob man anders planen kann und wie die Genehmigung zu beantragen ist.

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